Uher RdL, rechter Kanal leise
#1
Hallo ihr Tonbandfreunde,

ich möchte euch allen schonmal danken, dass ihr mir bisher bei allen Fragen mit Rat und Tat geholfen habt.

Auf meinem Weg zur funktionierenden RdL ist heute ein neues Problem aufgetaucht: Der rechte Kanal ist deutlich leiser, dumpfer bei der Wiedergabe als der linke. Nachdem ich den linken Kanal durch Einstellen der Potis und des Azimut hervorragend hinbekommen habe, stehe ich jetzt vor einem Rätsel.
Da der linke Kanal ja einwandfrei geht, kann es doch kaum an falscher Spurlage liegen, da sie beide gemeinsam auf dem Kopf sind. Aus gleichem Grund kann es auch nicht an einer Magnetisierung der Köpfe liegen.
Ist es also zwangsläufig die Elektronik?

Das das Problem schon bei der Aufnahme auftritt, kann ich ausschließen, da auch Aufnahmen von einem anderen Gerät auf dem rechten Kanal dumpf und leise sind.

Mit herzlichen Grüßen,
Clemens
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#2
Hallo Clemens,

ich sage mal nichts zum Poti einstellen nach Gehör ;-)
Jugend forscht, ist schon Ok.

Eine der vielen Möglichkeiten, könnte ein zu geringer Bandzug des linken Wickeltellers sein.
Schau mal ins Service Manual, der Zug sollte etwa 95g an einer Federzugwaage sein, wenn man ein Band über den Bandfühlerhebel zieht.

Falls du keine Federzugwaage hast, kannst du auch das Rdl (auf den rechten Lautsprecher gesetzt) an eine Tischkante stellen und ein Gewicht von etwa 90g an das Band anhängen. Dieses Gewicht sollte den Wickelteller gerade noch abwickeln lassen, nachdem du die Haftreibung überwunden hast. Also kurz ziehen, dann sollte sich das Band von selbst abwickeln. Bei 80 Gramm sollte der Wickelteller noch halten wenn du kurz anziehst.
Die Methode ist nicht optimal, sollte aber halbwegs funktionieren.

Für mich klingt dein dumpfer Kanal erst mal nach falschen mechanischen Parametern.
Natürlich könnte auch der Tonkopf einen Defekt haben. Die Elektronik würde ich erst mal außen vor lassen. Wenn der Kanal leiser wäre, nun ja. Aber dumpfer, eher unwahrscheinlich.

Kannst du mal ein möglichst scharfes Foto von dem Wiedergabekopf in Nahaufnahme zeigen ?
Ist dein Referenzband überhaupt aussagekräfig ? Möglicherweise stimmt da der Kanal auch schon nicht ?

Viele Grüße
Michael
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#3
Entferne doch mal die Brummklappe vor dem Kopf und variiere den Band-Kopf-Kontakt mittels eines Wattestäbchens. Änderung?

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#4
Hallo Clemens,

bei Uher sind oft die Tonköpfe defekt. Entweder ein Kanal klingt dumpf oder ist sogar völlig stumm. Dein beschriebenes Problem klingt für mich geradezu beispielhaft nach einem defekten Kopf. Habe das leider selber auch schon oft erlebt.

Deshalb mein Rat:
Besorge dir testweise einen anderen Kopfträger mit nachweislich intakten Tonköpfen. Sind dann beide Kanäle gleich laut und klar, weißt Du, woran es liegt. Wink

LG,
Manuel
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#5
Wobei, dies sein warnend angemerkt, dies nach hinten losgehen kann.

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit einen defekten W-Kopf durch einen nachweislich intakten ersetzt. Der Austauschkopf war aber nur bis zum Einschalten des Gerätes intakt.

Seltsamerweise ließ sich mit dem Multimeter nichts kopfspulengefährdendes messen.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#6
Tja,
Uher = Tonkopf-Freßmaschine

Auf eine Uher die schon einen Kopf gefressen hat, einen neuem Kopfträger zu setzen ist (Über)Mut.
Auch wenn ich bei meiner Uher (Freßmaschine für Sprechköpfe) bisher keine meßtechnische Erklärung finden konnte, auch keine maroden Bauteile in den Baugruppen die direkt am Kopf angeschlossen sind, muß es da wohl irgendeinen bösen parasitären Oszillator oder eine vagabundierende Gleichspannung geben, die die Spulen binnen Sekundenbruchteilen grillen.

Und das das kein Neuzustand war, sondern erst im Alter auftritt, wäre denkbar, sonst hätten nicht so viele Uher ein gewisses Alter erreicht, ehe sie zu Freßmaschinen verkommen.
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#7
Hallo Clemens,

bevor Du mit neuem/anderem W-Kopf herum experimentierst,
würde ich a) Niels' Tip befolgen und danach b) mal versuchen,
die Anschlüsse am Kopf zu tauschen.

Gruß

P.
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#8
und c), den elektrischen Widerstand des Kopfes ermitteln.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#9
jawohl... ...guter Hinweis, Niels

Und wenn man aus c) dann a) macht und bei
der Messung bereits deutliche Abweichungen zw. Li. und Re. zu
ermessen sind, kann man sich den Rest fast schon sparen.

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#10
Oder ist einfach nur Abrieb auf dem Kopf, den man kaum sieht?

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com
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#11
Hallo,

nachdem ich nach einigen Wochen wieder dazu komme, mich um meine RdL zu kümmern, musste ich feststellen, dass leider keine Spontanheilung eintraf Wink

Es ist bei der Aufnahme ein deutlicher Unterschied zwischen Vor- und Hinterband zu hören; es ist dumpf, fehlt an Höhen und ist zu basslastig.

Da ich aber inzwischen schon an fast jeder Schraube auf dem Kopfträger gedreht habe (mea maxima culpa), weiß ich auch nicht mehr, ob der Fehler noch an der Maschine oder an mir liegt...

Um wenigstens zu wissen, ob es sich lohnt, noch viel Mühe in die Einstellung zu investieren (ist ohne Equipment leider fast unmöglich), habe ich mal versucht aussagekräftige Bilder von den Köpfen zu machen.
Falls ihr - was ich nicht hoffe - deutliche Abnutzungserscheinungen erkennt, die den Höhenverlust erklären könnten, würde ich mich einfach damit zufriedengeben und am Verstärker Bass runter- und Höhen hochregeln.
Sollten die Köpfe noch in Ordnung sein, dann, ja dann muss ich mal gucken, wie und ob...

Naja, guckt erst einmal selbst:
Die Reihenfolge ist: Lösch-, Aufnahme-, Wiedergabekopf

[Bild: L%F6schkopfRdL.jpg]
[Bild: AufnahmekopfRdL.jpg]
[Bild: WiedergabekopfRdL.jpg]
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#12
Hallo Clemens,

die Fotos lassen einen ganz guten Eindruck vom Problem entstehen. Zumindest der Wiedergabekopf sieht reichlich fertig aus: kann man da sogar am Spalt einzelne Ausbrüche erkennen, oder ist das Dreck? Auch der Spalt selbst sieht nicht gut aus. Das Bild passt m. E. prima zur Beschreibung, dass der rechte Kanal stärker betroffen ist.

Wahrscheinlich hilft nur Tausch gegen einen anderen Kopfträger, leider.

Konrad
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#13
moin moin,

das die köpfe nicht so toll sind stimmt, ich denke jetzt könnte man mal an der vormagnetisierung drehen, zumindest zu studienzwecken.
geht ja ziemlich einfach, vielleicht war da ja schon mal wer dran.

cu reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#14
Ja, ich, ich war da dran! Wie an fast jedem anderen Regler eben auch...

Die Vormagnetisierungspotis sind am Anschlag, sonst wird der Ton leiser und die Dynamik fällt ab.
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#15
hallo clemfon,

du schreibst das der ton leiser wird, reden wir von den selben potis ?
ich meine die für den aufnahmekopf.

cu reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#16
Oh, das sieht leider nach einem völlig abgehobelten Wiedergabekopf aus.
Das untere Kopfpaket hat es schon hinter sich und (unten als kleine Ausbuchtung zu sehen) beim oberen Kopfpaket geht es auch schon los.
Ein Jammer. Scheint von vornherein nicht viel "Fleisch" auf dem Kopf gewesen zu sein, dem Kopfspiegel nach zu urteilen dürfte sich der Spalt eigentlich noch nicht geöffnet haben. Sollte die Produktion bei Bogen so gestreut haben?

Gruß
Peter S.
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#17
Hallo Clemens,

sehr gute Fotos hast du da gemacht. Leider sieht es so aus, wie KP schon schrieb, daß der untere (=rechter Kanal) Spalt des Wiedergabekopfes beschädigt ist (Ausbruch). Das hat einen sehr frühen Höhenabfall zur Folge, genauso wie du es beschreibst.

Mit dem Fingernagel könntest du ertasten, ob die weißliche Stelle (Pfeil) wirklich ein Ausbruch ist:

[Bild: RdL-WK-def.png]

In diesem Fall kannst du dir das Verstellen der Vormagnetisierung sparen. Der Kopf ist hinüber - leider.

Grüße

Peter
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#18
Hm, also habe ich immerhin eine mögliche Ursache gefunden.
Wobei ich gerne wüsste, woran ihr das so schnell erkennt?

Kann man den Köpfen denn trotzdem nochmal Leben einhauchen; hat das kontroverse Läppen hier vielleicht Chancen?

Reginald: Ich drehe an den Potis, die ganz links auf dem Kopfträger sitzen, diese sind doch für die Vormagnetisierung, oder?
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#19
Zitat:clemfon postete
hat das kontroverse Läppen hier vielleicht Chancen?
Ich läpp' sonst alles was nicht niet- und nagelfest ist, aber bei diesem Kopf rentiert sich's m.M.n. nicht mehr (der Ausbruch erscheint zu tief).

Grüße

Peter
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#20
So heftig hätte ich es nicht erwartet, aber was soll's.
Ist das denn bei einem Alter von 40 Jahren noch als "normale Abnutzung" einzustufen?

Naja, dann werde ich mich mal auf Kopfsuche machen.
Das Angebot in der Bucht ist leider sehr rar gesät.

Grüße,
Clemens
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#21
Zitat:clemfon postete
Ist das denn bei einem Alter von 40 Jahren noch als "normale Abnutzung" einzustufen?
Das Schliffbild: ja
Der Ausbruch: eigentlich nein, kann aber anscheinend schon mal vorkommen.

Grüße

Peter
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#22
ja das sind die richtigen potis, in anbetracht des neuen fotos kann ich den anderen nur zustimmen, der kopf dürfte hin sein.
ich werde am wochenende mal sehen was ich noch an rdl 4-spur kopfträgern habe, falls dir das weiter hilft. ich melde mich.

cu reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#23
Moin,

ich habe inzwischen ein Angebot über einen Viertelspur-Kopfträger bekommen.
Dieser ist aber von einem Uher Sg 561 Royal und nicht von einem de Luxe.
Sind die Kopfträger untereinander also austauschbar, oder gibt es eventuelle andere elektronische Spezifikationen, die das unmöglich machen?

Liebe Grüße,
Clemens
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#24
Hallo Clemens!

M. W. (und Eigentest, als ich ein SG561 genau zu diesem Zwecke gekauft hatte)
sind die Kopfträger von SG560 und SG561 auf den RdL und RdL-C verwendbar.
Optisch kann die unterschiedliche Farbgebung als störend empfunden werden.
Nicht ohne Weiteres ist der Kopfträger des SG562 verwendbar.

Kannst Du nicht den Kopfträger ausleihen und ausprobieren? Falls Dir das Resultat
nicht zusagt, gibst Du ihn zurück.

Grüße
Wolfgang

PS.: Suche bitte hier im Forum nach Beiträgen, die dieses Thema schon (mehr
oder weniger ausführlich) behandelt hatten. M. E. gab´s da etwas...
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#25
Hallo,

ja, stimmt, ich habe auch was gefunden : http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic...eadid=8469

Demnach lassen sie sich untereinander austauschen.
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