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Geister wohnen in meiner neuen Revox PR99 - Druckversion +- Tonbandforum (https://tonbandforum.de) +-- Forum: Tonbandgeräte (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=26) +--- Forum: Hilfe & Tipps rund um das Tonbandgerät (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=29) +--- Thema: Geister wohnen in meiner neuen Revox PR99 (/showthread.php?tid=5607) Seiten:
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- Zelluloid - 03.12.2006 Hallo Jungs! Es scheint so, als würden in meiner neuen PR99 Geister wohnen. Denn die mancht alle möglichen nicht reproduzierbaren Zicken bei der Aufnahme. Es handelt sich um eine PR99 MKIII 19/38 CCIR Standardspur. Ich versuche seit Wochen, diese einzumessen. Meßgeräte sind ja alle da, allerdings habe ich nur ein 19cm NAB Band. Aber das kann man ja in CCIR umrechnen.... Serviceanleitung ist auch nicht da, also fröhlich drauf los........ Wiedergabepegel mit NAB Band (250nWb) auf Kanalgleichheit und 775mV eingestellt, um zumindest schonmal ne Hausnummer zu haben. Tonkopfspalt Wiedergabe nachgezogen. Wiedergabeentzerrung mit NAB Band bei 19 eingestellt (bei 10kHz also etwa 2,5dB mehr als bei 400). Bias bei der Aufnahme mit Maxell XLI auf gleichen Pegel 1kHz/10kHz Hinterband eingestellt. Versucht, die Aufnahmeequalisation bei 20kHz einzustellen. Und jetzt kommts: Mal geht es bei dem linken Kanal, dann wieder beim rechten, seltenst bei beiden. Wenn es nicht geht, ändert man zwar bein drehen am Poti was, es ist aber immer 10dB zu wenig. Beim ausgefallenen Kanal beginnt der Abfall der Höhen bei 10,5kHz. Aus Verzeiflung stellt man dann mal bei 38 Bias und Equalistion ein (auch wenn die Wiedergabe mangels Testband nicht eingestellt wurde). Schaltet man dann wieder auf 19 runter, so stimmen alle Werte nicht mehr. Es kann dann sein, daß sich nun der andere Kanal bei der Equalisation einstellen läßt. Stellt man den Bias allerdings so ein, daß bei 10kHz eine Überhöhung von gut 1dB vorhanden ist, so reicht der Einstellbereich der Equalistionstrimmer wieder aus. Schaltet man dann wieder auf 38 um, so stimmen die Einstellungen natürlich auch nicht mehr. Trotzdem scheinen die 19er und 38er Einstellungen unabhängig voneinander sein. Stellt man die Maschine auf 19 und verdreht 38, so ändert sich nix, umgekehrt natürlich auch nix. Dann reicht plötzlich der Einstellbereich wieder, dann stellt man wieder 19 nach, 38 stimmt dann wieder nicht, stellt man das wieder nach, stimmt 19 wieder nicht (immer sowohl Bias als auch Equalisation) Und wenn mal alles stimmt, stehen die Trimmer mal so, oder mal so (manchmal links und rechts gelichmäßig, ein paar Minuten später wieder nicht. Ich habe auch schon alle Kontaktleisten mit Tunerspray behnadelt, genauso wie die lange Umschaltstange für die Geschwindigkeit, die Potis gespült, danach natürlich wieder alles falsch eingestellt gewesen, aber immer mit dem gleichen Ergebnis, daß bei 19 bei irgendeinem Kanal der Einstellbereich der Equalisation nicht ausreicht. Abgesehen davon stimmt dann 38 natürlich auch nicht mehr, aber der Einstellbereich reicht aus. Einen Wiedergabeseiteigen Fehler schließe ich aus, da bei der 10kHz Frequenz auf dem Testband beim benutzen der Feingeschwindigkeitsregelung Richtung schnell (da kommt man dann ja ungefähr bis 16kHz, wenn man voll aufdreht) sich immer beide Kanäle kanalgleich verhalten und auch die Meßwert immer stimmen. Wer macht hier Revoxgeistervertreibung? Was ist so ne X2000R doch einfach einzumessen. Die läuft zwar mit den Monaten leicht weg, läßt sich aber immer wieder reproduzierbar nachziehen. Bin schon ganz verzeifelt und überlege schon, die PR99 wieder zu verkaufen und mir stattdessen vielleicht ne GX 635 zu kaufen. Haltet mich doch mal davon ab. Und nochwas: Ich bin nicht doof und habe schon soooo oft Teacs eingemessen und nie irgendwelche (elektronischen) Probeleme gehabt, nur mechanische........ Gruß Martin - Gyrator - 03.12.2006 Warum versuchst Du eine Einmessung nach eigenem Ermessen und nicht nach den Vorgaben des Service-Manual? Das Service-Manual brauchst Du noch nicht einmal zu kaufen, gibt es schlicht für lau. Z.B. hier: ftp://ftp.studer.ch/Public/Products/Revox_PR99/Manuals Damit könntest du schritt für Schritt vorgehen und evt. Defekte am Gerät auch besser ausmachen. Könnte sein dass schlicht der ein oder andere Tantal defekt ist bzw. hier ein paar FRAKO's bluten und Fehlströme aufweisen, welche den Arbeitspunkt der Verstärker stark Temperaturabhängig verändern. Thomas - GXNet - 03.12.2006 Hallo Martin Mal ein anderer Weg! Ich kenne zwar nix von Revox und was du schreibst, bist du mir um Längen in Sachen TB voraus. Was ich aber herauslese ist, dass du es mit mehr als einem Problem zu tun hast. Will sagen gegenläufige Effekte. In der QE-Language nennt man das Corellation. Das wird dir jetzt so nix helfen. Wenn es aber wie ein Chaos aussieht, versuche es in Bereiche einzuteilen und getrennt von einander zu lösen. Schau mal im Schaltplan nach, wie die Potis genau geschaltet sind. Wirken Sie getrennt oder stellen Sie ein Verhältnis zwischen R + L ein (Sparschaltung) ???? Ok, schluss mit dem Gequatsche. Wenn du mir eine Tabelle anfertigen kannst: Poti A, Einstellung A, Auswirkung(Messung)B usw. für jeden Versuch kann ich versuchen, es mit div. Statistiktools einzukreisen. Wichtig ist, dass die Einstellungen der Potis eindeutig sind (1Uhr,2Uhr,3Uhr usw). Würde ich gern mal versuchen, den Geist mit Mathe auszuschalten. VG Michael - Zelluloid - 03.12.2006 Habe gerade mal die oben angegebene Anleitung quergelesen: Was schonmal nicht funktioniert, ist die Biaseinstellung mit Delta E. Wenn mann von Linksanschlag losdreht, fällt der Hinterbandpegel von einer riesigen Überhöhung angefangen immer, statt anfangs niedrig zu sein, dann zu steigen und wieder abzufallen. (Allerdings kenne ich bei der Teac das gleiche Verhalten. Da fällt es auch immer nur (Ausnahme ist die EE-Einstellung). Hier verwendete Bandsorten BASF SM468, Maxell UD, Maxell XLI) Interessant ist die Einstellung der Aufnahmequalisation bei nur 12 kHz. Da kommt ja kein Mensch drauf. 12 kHz ließen sich vielleicht noch einstellen, aber dann kämen auf dem fehlerhaften Kanal keine höheren Frequenzen mehr. - dl2jas - 03.12.2006 Messe mal die Vormagnetisierungsspannung direkt am A-Kopf! Wenn Du links drehst, darf sich rechts nichts verändern. Ebenso, wenn Du die Geschwindigkeit umschaltest und wieder zurückschaltest. So wäre zumindest eine Fehlerquelle ausgeschlossen, die die Höhenaufzeichnung beeinflußt. Andreas, DL2JAS - Zelluloid - 03.12.2006 Es verändert sich ja auch so nix. Du hast das mißverstanden. Wenn Du bei 19 drehst, verstellt sich unter umständen 38 und umgekehrt. So war as gemeint. Gruß MArtin - PhonoMax - 03.12.2006 "Martin, liëber Herre..." vorab muss ich einräumen, die entstandenen Probleme nicht ganz verstanden zu haben, was nicht unbedingt nur an meinen intellektuellen Handicaps liegen dürfte. Ich verstehe dich nun so, dass sich beide Kanäle bei der betrieblichen Justage (Vormagnetisierung und Höhenkorrektur) über beide Bandgeschwindigkeiten soweit beeinflussen, dass eine ordentliche Einstellungen des Gerätes nicht möglich ist. Richtig? Wenn ja, fällt mir ein Stein vom Herzen. Unter der Voraussetzung, dass handwerklich bei deinen Einstellungen alles seinen ordnungsgemäßen Gang genommen hat, bleiben nicht sonderlich viele Möglichkeiten für ein Fehlverhalten übrig, weil die PR99 -wie alles, was mit Bezug zur Amateurtechnik aus Regensdorf/Löffingen kam- eigentlich ein sehr überschaubares Gebilde darstellt. Eine Frage indes: Was verstehst du unter "CCIR[-]Standardspur"? 2+2 mm oder Schmetterlingsköpfe? Im Gegensatz zu dir halte ich es für fast ausgeschlossen, dass der Aufsprechverstärker hier Probleme macht. Die für die Frequenzgangverbiegung verantwortliche Stufe blieb seit A77-Tagen unverändert, und ihr spreche ich vom Schaltungskonzept her schlicht den notwendigen Dampf ab, eine "riesige Überhöhung" (der Höhen) herzukriegen. Frage I, die ich mir fast nicht zu stellen traue: Misst du den Frequenzgang artgerecht mit etwa -20 dB? Bei Vollpegel wäre oberhalb von 10 kHz ja durchaus mit zunehmenden Verwerfungen zu rechnen. Nimm mir diese Frage bitte nicht übel, aber selbst solche Untiefen sollte man lieber a priori ausschließen, ehe man nach länglichem Herumgeeiere darauf kommt, dass handwerklich etwas eher einfaches schief lief. Frage II: Ist der Wiedergabezweig wirklich einwandfrei und ohne Klippen ab Bezugsband auf Frequenzlinearität einstellbar gewesen oder gab es da schon wundersame bis unerklärliche Pegelvermehrungen, Typ 'Speisung der Fünftausend'? Mit NAB auf CCIR geht das natürlich genauso wie mit CCIR auf NAB; man muss eben etwas rechnen. Ist das Bezugsband wirklich noch in Ordnung? Was ich mir ursächlich (immer nach Maßgabe meines korrekten Verständnisses deiner Beschreibungen) vorstellen könnte, wäre nämlich ein kleines Problem im Bereich der Entzerrungs- bzw. Höhenkorrekturumschaltung auf der Wiedergabeseite, die ja vollelektronisch mit Fet-Schaltern erfolgt. Sollte da etwas daneben gehen (sprich: die Öffnung jedes Fet-Schalters erfolgt nicht exklusiv), dann wäre solch ein Schadensbild, das aus deiner Beschreibung hervorgeht, gegebenenfalls vorstellbar. Ein völlig neben der Rolle liegender Hf-Oszillator (aber was ist da schon dran?) mag auch gewisses Unheil verursachen; dein Schadensbild jedoch könnte ich selbst bei einem abartigen Oszillatorverhalten nicht erklären. Insofern lege ich dir nahe, den Wiedergabezweig in die Betrachtungen einzubeziehen. Die Aufnahme der Frequenzkurve des Aufsprechverstärkers nach den Angaben von Studer-Revox (ohne Hf-Oszillator; Frequenzkurven finden sich in der Service-Anleitung der A77; das stimmt auch für CCIR so ungefähr) könnte verfizieren, ob am Aufnahmeverstärker nicht vielleicht doch etwas ist. Wenn nicht, würde meine gelegte Fährte heißer. Ein Nachmessen der Oszillatorfrequenz wäre natürlich auch nicht unsinnig. Haben die Köpfe bereits ein bedenkenswertes bis bedenkliches Tragbild? Nicht, dass du am Ende vollends abgefahrene Wiedergabeköpfe aufnahmeseitig durch Hf-Hilfsunternehmungen aufzupumpen versuchst. Ich habe aber primär die elektronische Umschaltung des Wiedergabeverstärker-Equalizings im Verdacht. Hans-Joachim - dl2jas - 04.12.2006 Zitat:Zelluloid posteteNoch mal ganz langsam für mich als senilen Schulanfänger. Ändert sich jetzt bei den von Dir beschriebenen Einstellungen was am Vormagnetisierungsstrom (Spannung am Aufnahmekopf) oder nicht? Mein Hintergedanke ist, daß der Löschoszillator, von dem vermutlich auch die Vormagnetisierung kommt, nicht pegelstabil ist. Andreas, DL2JAS - PhonoMax - 04.12.2006 Lieber Andreas, deine dezidiertes Ansprechen der Instabilität des Hf-Oszillators stößt mich nochmals mit der Nase auf seine mögliche Urheberschaft, die ich für mich eigentlich ausgeschlossen hatte, denn der Hf-Dampf geht ja komplett in den Löschkopf, während die Belastung durch die Vormagnetisierung praktisch zu vernachlässigen ist. Der Löschkopf aber ist seinerseits ja Teil der Generatorschaltung, was mich zum Überdenken meines Standpunktes von gestern veranlasst und möglicherweise auch ganz in deinem Sinne Ursache des Problems sein könnte: Der Hf-Oszillator schwingt wegen eines Löschkopf- (oder Tafo-)mangels nicht ordentlich, weshalb die RL-Belastung durch den Aufnahmekopf ihn aushilfsweise vertritt (ich weiß nicht, ob das hier rennen würde, hatte so einen Fall nie), dabei aber dann natürlich für instabile Schwingungsverhältnisse sorgt. Das aber sollte man bei oszillografischer Überprüfung der Hf am Löschkopf sehen, die du daher mit einiger Berechtigung anregst. An Martin: Also Hf-Spannungen an Lösch- und Aufnahmekopf (dort ist bitte Vorsicht angebracht!) adäquat (über dem 100-Ohm-Serienwiderstand) messen. Löscht die Maschine ordentlich? Hans-Joachim - Zelluloid - 04.12.2006 Ich habe mich gestern Nacht da nochmal drangesezt. Wieder stimmten die einige Stunden zuvor gemachten Einmessungen, die sich ja größtenteils richtig einstellen ließen, alle nicht mehr. Was mir dabei aufgefallen ist, daß selbst der eingestellte RECORD-LEVEL sich deftig verstellt hatte und das bei beiden Kanälen unterschiedlich stark. Bei KALTER Maschine war der Pegel Hinterband um etwa 3 dB zu hoch. Auch ziegt die Maschine im Halbwegs eingemessenen Zustand eine starke Überhöhung der Mittenfrequenzen Hinterband. Das Testband sollte noch einwandfrei sein. ist zwar schon ein paar Jahre alt (etwa 4-5), ist aber vom Bluthard neu gekauft worden, stimmt auf der Teac immer noch einwandfrei und wurde nicht viel gespielt (vielleicht 20 mal). Bespielte CCIR-Bänder aus meinem Archiv hören sich subjektiv gut an. Kopfspiegel ist 3mm. Standardspur mit 2mm Rasen. Gruß MArtin - Zelluloid - 04.12.2006 Somit beschleicht mich der Verdacht, daß da was ganz extrem temperaturabhängig reagiert. Das einzige, was warm wird, ist die Biasplatine. Vielleicht sind die ganzen Elkos hin? Gruß Martin - user-332 - 04.12.2006 banale Frage: Hast du die Betriebsspannung (-sregelung), 21V mit LM317 glaube ich, schon mal auf Stabilität überprüft? Eine gerne übersehene 'common cause' Ärgerquelle, nicht nur in schwedischen Atommeilern... Gruß Pit. - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Zelluloid posteteIch kann mir diese Verzweiflung richtig vorstellen. Wer schon mal etwas tiefer in eine Revox PR-99 einsteigen mußte, kann das wirklich nachvollziehen. Da manche Probleme mit einfachen Kartenwechsel gelöst werden können, haben vielleicht manche Besitzer den Eindruck, das Gerät sei besonders reparaturfreundlich. Schwieriger wird´s dann, wenn man das Gerät mal zerlegen muß, um an die Kontaktstellen zu kommen. Zu deinem Gerät: Klar kann der Vormagnetisierungstrom nicht stabil sein, das läßt sich aber schnell mit dem Oszillograph überprüfen. Ich tippe doch mehr auf die Kontaktstellen. Du hast zwar fleißig Tunerspray versprüht, trotzdem kann es sein, dass die Kontaktklammern der Geschwindigkeits-Umschaltschiene nicht mehr richtig press an den Kontakten anliegen. Das könnte nämlich auch die beschriebene Wirkung haben . Hier am Besten mal ausbauen, mit feinem Schmiergelpapier die Korrossion entfernen (geht mit Tunerspray nämlich nicht weg) und dann die Klammern etwas zusammenbiegen. Es kann auch an anderen Kontaktstellen liegen, da das wirklich Schwachpunkte an dem Gerät sind. Ich wünsche aber mal viel Spaß dabei. Den gleichen Spaß hat man auch, wenn man mal die internen Kontakte auf der Platine reinigen muß oder wenn man mal einen abgebrochenen Aufnahmeumschalter austauschen muß. Wer das schon mal gemacht hat, sieht so eine PR99 gleich in einem anderen Licht und fragt sich, warum so ein Gerät zum Teil für an die 1000,-- gehandelt wird. Aber wie alles ist das natürlich Ansichtssache. - Zelluloid - 04.12.2006 Nach dem Kontaktreinigen der Kontaktumschaltschiene und der Biastrimmpotis lagen jedenfalls die Einstellungen bisher am schlimmsten daneben. Gruß Martin - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Zelluloid posteteDas deutet ja eigentlich auf meine Vermutung hin , falls du nur gesprüht hast, denn dass verändert nur den Übergangswiderstand und die kapazitive Wirkung der korrodierten Kontakte. Der Vormagnetisierungsstrom (HF) reagiert nämlich empfindlich auf sich ändernde Kapazitäten im Stromkreis. Um da wirklich die Kontaktschiene als Ursache auszuschließen hilft nur ausbauen. Dann Kontakte mit Schleifpapier behandel und nachbiegen. - Gyrator - 04.12.2006 King-Louis! Hast Du dies schon einmal an einer A77, B77 oder PR99 durchgeführt? Hier sind solide Materialien verbaut, da braucht in der Regel nichts nachgebogen werden bzw. liegen ermüdete Kontaktfedern vor. Eine ordentliche Reinigung ist da schon eher angesagt, die Leiste mit den Kontaktfedern läßt sich auch gut entnehmen. Die Kontaktzungen auf der Platine lassen sich gut mittels Glasradierer reinigen. Bei der Reinigung mit Schmirgel gerade bei den Kontaktfedern der Schiebeleiste wäre ich äußerst vorsichtig. Ich denke jedoch das das hier angewendete herumlaborieren nicht kurzfristig zum Erfolg führt, sondern nur eine strukturierte am Service-Manual orientierte Fehlersuche kann hier schnell zum Erfolg führen. Das heißt, nach grüdlicher Reinigung erst eine einwandfrei Wiedergabe sicherstellen, Versorgungsspannungen kontrollieren, Wiedergabeparameter justieren und dann sich dem Aufnahmezweig widmen. PS: So eine PR99 ist halt keine Grundig TS340 Hi Fi ;-) , hier ist solide Aufarbeitung angesagt. - Zelluloid - 04.12.2006 Bei Teac der Teac X-Serie treten solche Fehler erst garnicht auf. Da ist die Elektronik offensichtlich um Längen besser, allerdings ist hier die Mechanik klapprig. Und Aussehen tut die Maschine wie neu. Deshalb dachte ich halt, einschalten, einmessen, fertig. Gruß MArtin - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Gyrator posteteWenn ich hier was schreibe, dann nur zu Geräten, die ich auch wirklich besitze und auch schon repariert habe. Ist ja bei den vielen Postings hier nicht immer gegeben. Klar kann man die Umschaltschiene, wenn man weiß wie´s geht, relativ leicht ausbauen. Schwieriger wird es allerdings bei den restlichen Kontakten auf der Platine, da die erstmal ausgebaut werden muß. Alles viel Plastik, was meiner Ansicht in keiner Relation zum guten Ruf des Gerätes steht. Hier von soliden Materialien zu sprechen kann ich leider nicht nachvollziehen. Liegt vielleicht auch daran dass bei mir hauptsächlich nur noch Studer, Nagra und Otari laufen. Die Revox-Maschinen sind bei mir nur Deko zur Sammlungskompletierung. Zur Reparatur selbst: Was du da sagst ist ja alles richtig, bezüglich einer sauber strukturierten Fehlersuche. Ich schließe aber aus den Ausführungen von Zelluloid, dass er halbwegs Ahnung von der Materie hat. Außerdem hat er schon zahlreiche Postings zu Teac Maschinen der X-serie mit Tiefgang geschrieben, sodass man mal davon ausgehen kann, dass er weiß wie man einen Fehler eingrenzt. Deshalb kam ich gleich zum Punkt, der auch mir schon einige rätselhafte Stunden beschert hatte, trotz strukturierter Fehlersuche und Servicemanual. Warum soll man hier die Leute also mit Allgemeinwissen langweilen, wenn man ein ähnlichliches Problem schon hatte? Ich hatte diese Kontaktprobleme nämlich schon an meiner PR99 MK1 und an meiner MK2. Hier half Kontaktspray überhaupt nichts, nur ein Nachbiegen der Klammern brachte dauerhaften Erfolg. Meine B77 MK2 und Pr99 MK3 hatten es bisher noch nicht. Vermutlich liegt es daran, dass sie so neu sind. Ich schließe daher auch nicht aus, dass die Kontaktkorrosion natürlich auch durch Nichtbenutzung entstehen kann. Der von Zelluloid beobachte Fehler wird vermutlich den wenigsten Revox-Nutzer auffallen, da kaum jemand die Möglichkeit hat, das meßtechnisch zu prüfen. - Zelluloid - 04.12.2006 Danke, King-Louis, die Worte tun wirklich gut! Allerdings müßte man diese starken Frequenzabweichungen von plus 3 bis 4dB in den Mittenfrequenzen, sowie das Fehlen der Frequenzen obrhalb von 11 bis 12kHz doch eigentlich jedem auffallen. Die Wiedergabe klingt für mich jedoch einwandfrei. Werde nachher aber nochmal das Testband auflegen, und die NAB Einzelfrequenzenabspielen (und in CCIR mittels Tabelle umrechnen) und Euch wieder berichten. Also Falls es wiedergabeseitige Abweichungen geben sollte, sind diese schwankungsfrei, was ja aufnahmeseitig nicht der Fall ist. Welche Kondensatoren kämen denn für einen Defekt in Frage? Denn hier tippe ich im Moment am Meisten drauf. Liebe Grüße Martin - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Zelluloid posteteDie meisten Tonbandfreunde sind schon über 40. Ob die alle noch gut über 11khz hören? Ich jedenfalls nicht. Nur der Oszi bringt es an den Tag, vorallem wenn solche Drifts vorliegen. Zum Fehler: Vielleicht habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Nach meiner Erfahrung sind keine Kondensatoren defekt (die PR99 MK3 hat keine Frakos mehr, das war ein Problem der 70er und Anfang der 80er.) Ich meinte die wechselnden Übergangswiderstände (Kapazitäten) der Umschaltkontakte . Das schließe ich zumindest daraus, dass du den Bias zwar einmalig vernüftig einstellen kannst, aber nach Geschwindigkeitswechsel sich die Sache wieder vollkommen anders darstellt. Wenn da Korrossion gemischt mit Kontaktsprayresten und schwacher Andruckkraft der Federn vorliegt kann man sich leicht vorstellen dass hier additive Kapazitäten wirken, die den Schwingkreis beeinflussen. Und das natürlich nicht reproduzierbar, denn nach jedem Umschalten der Geschwindigkeit sind die Verhältnisse wieder anders. Mit dem Wiedergabezweig hat das nichts zu tun, es geht ganz alleine um den Vormagnetisierungsstrom. - Gyrator - 04.12.2006 Zitat:King-Louis posteteKlar gibt es hier auch Kunststoff und die Lösung der Schaltkontakte mittels langem Schieberkontakt nach Grundig TK-Manier ist sicherlich alles andere als Optimal. Auch die Realisierung der vergoldeten Schaltkontakte direkt auf dem Platinenlayout ist fraglich. Jedoch führen beide Varianten zu guter Zugänglichkeit und Reinigungsmöglichkeit. Der edle Weg wäre sicherlich eine kontaktlose Umschaltung gewesen, dies entspricht aber nicht der tatsächlichen Entwicklungszeit der Gerätegrundkonstruktion. Die Serie basiert schließlich auf das A77 Modell. Auch sind ReVox Geräte in der Regel Geräte für den Endverbraucher gewesen, sprich Heimanwendung und nicht als Arbeitsmittel um Geld damit zu verdienen. Die PR99 hängt da etwas dazwischen. Für Geräte im Heimbereich sind sie in ihrer Robustheit und technischen Konstruktion fast unschlagbar solide und langlebig gebaut. Auch deren elektroakustischen Leistungen sind 1A. Zitat:King-Louis posteteEs gibt außer mir sicherlich noch weitere Interessierte. Daher würde mich doch einmal im Detail interessieren wie Du die Kontaktfedern nachgebogen hast. Ich stelle mir das, nicht ganz so trivial vor, wie es sich vielleicht anhören mag. Die Kontaktfeder stellt eine doppelte U-Gabel dar, dessen Gegenüber exakt aufeinanderliegt. Gruß Thomas - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Gyrator posteteJa einfach ist das natürlich nicht.Nur wenn man selbst schon mal genügend Kontaktspray auf der Schiene verteilt hat und keine Besserung erzielen konnte, muß man halt zum letzten Mittel greifen. Zum Aufbau : Es ist aber nur eine U-gabel, die auf einer Kontaktschiene hin-und hergeschoben wird. Natürlich muß man vorher die U-Gabel abziehen. Wenn man dann die "U´s" vorsichtig von Hand zusammenbiegt sitzen sie dann später wieder schön fest an der Kontaktschiene. Außerdem bin ich mit 400er Schleifpapier durch die U-Gabel gefahren und habe natürlich auch die korrespondierende Kontaktschiene gereinigt. Die U-Gabel ist eigentlich so stabil, dass man da eigentlich nichts abrechen kann. Ist aber schon einige Jahre her, sodass ich mich natürlich nicht mehr an jeden Arbeitsgang genau erinnern kann. Jedenfalls hatte es nachhaltigen Erfolg. Allgemein zur PR99: Die Revox PR99 ist genauso aufgebaut, wie eine B77, hat nur symmetrische Anschlüsse und ab MK2 ein digitales Zählwerk. Meine etwas spitze Bemerkung bezüglich der Qualität dieser Geräte, beruht eigentlich nur darauf, dass die Geräte sehr wohl als "High-end" Maschinen mit proffesionellem Anspruch präsentiert werden. Wenn diese Geräte funktionieren liefern sie ohne Zweifel auch eine sehr gute Klangqualität, und haben in ihrem Segment durchaus ihre Vorzüge.Man darf halt nur nicht hinter die Kulissen sehen. Hier gibt es für weniger Geld halt deutlich bessere Geräte (Bsp: Otari MX55). - Michael Franz - 04.12.2006 Hm, das mit dem "weniger Geld" bezieht sich doch aber nur auf die aktuellen Preise, oder? Daß die Otari, als Studiomaschine konzipiert, nicht unbedingt mit der PR99 mithalten kann, die von einer Consumermaschine als Kleinststudiomaschine abkonzipiert wurde, ist eigentlich logisch. Ich würde die Otari auch nicht unbedingt als Muster an Servicefreundlichkeit bezeichnen. Ohne es genau zu wissen - man scheint für bestimmte Arbeiten "Verlängerungsplatinen" zu brauchen, also Spezial"werkzeuge", und bei der RR99 geht es auch ohne. Daß die "REVOX"-Abkömmlinge aus Willis Baukasten nicht mit den Studer-Produkten mithalten können, stimmt allerdings. Das wäre auch sehr verwunderlich ;-) - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Michael Franz posteteIch glaube das versteht sich von selbst, obwohl die kleine MX50 sehr wohl damals in der Preisklasse einer PR99MK3 rangierte. Die Mx55 war aber schon deutlich teurer. Bei meinen 4 Otari Maschinen hatte ich außerdem noch nie Störungen, sodass mir eine evt. Serviceunfreundlichkeit noch nicht aufgefallen ist. Ich wollte einmal mehr auf eine teilweise überzogene Preisgestaltung (Gebrauchtpreise) der Revox-Maschinen hinweisen. Schließlich zeigen die Erfahrungen von Zelluloid und auch meine Erfahrungen, dass hier nicht alles Gold ist was glänzt. - Zelluloid - 04.12.2006 SO! Einen Teil der Geister scheine ich mit freundlicher Hilfe von King-Lous ausgetrieben zu haben. Aber mich beschleicht das dumme Gefühl, daß entweder immer noch was kaputt ist, oder man für die Revox ein gaaaaaaaanz besonders ruhiges Händchen haben muß. Zum ersten: Die Werte laufen in einer Viertelstunde Warmlaufphase leicht weg. Scheint aber normal zu sein, denn ich habe gelsen, daß man eine Maschine erst nach einer Aufwärmphase von mindestens 15 Minuten einmessen darf. Nun laufen die Werte nicht mehr weg (im Moment!!!!). Zum zweiten: Habe die Kontaktleiste ausgebaut. Die Kontake sahen auf beiden Seiten grauslig aus! Glasfaserradierer (hust, pieks) und feines Schleifpapier schafften hier Abhilfe. Kommen wir nun zur Einmessung: Ich habe bei dem, was ich nun beschreibe, NICHT die Serviceanleitung im Kopf, sondern wie gehabt, mein gutes Gefühl (was man mir auch nachsagt) benutzt. Das Problem scheint darin zu liegen, daß der Biasregler (19) auch den Record Level (19), sowie die Equalisation (19) beeinflußt, weswegen dann Bias (38) und Rec Level (38) und Equalisation (38) nicht mehr stimmen. Will sagen: Der Biasregler wirkt nicht nur auf Frequenzen um 10kHz, sondern auf das ganze Frequenzband (das ist bei Teac anders). Deswegen bin ich bei der Einmessung nun iterativ vorgegangen: Bias 19 links eingestellt Rec Level 19 eingestellt Equalisation 19 links eingestellt Biasregler 19 rechts auf gleiche Position wie Bias 19 links gedreht anhand dieser Biastrimmereinstellung nun Rec Level 19 rechts eingestellt (womit dann auch der Bias 19 rechts im Prinzip stimmte, was er ohne die vorherige Einstellung des Rec Level 19 rechts nämlich nicht tat! Equalisation 19 rechts eingestellt anhand dieser Einstellungen das ganze iterativ irgendwie noch dreimal von vorne Dann anhand der Rec Level 19 links Einstellung den Bias 38 links eingestellt Equalisation 38 links eingestellt anhand Rec Level 19 rechts Bias 38 rechts eingestellt Equalisation 38 rechts eingestellt anhand dieser Einstellungen das ganze iterativ noch dreimal von vorne 19 noch mindestens viermal überprüft nun bin ich mit den Werten einigermaßen zufrieden Bei 19 gibts nun einen Frequenzgang von 1kHz bis 20 kHz von etwa -1/+1 dB, allerdings rechts und links leicht unterschiedlich, bei 25 kHz beginnt der große Abfall (bei 19) Bei 38 gehts nur mit einer Überhöhung bei 20kHz von ungefähr 2 dB, kann aber auch sein, daß mein Erinnerungsvermögen um diese Uhrzeit nach diesen Problemen langsam streiche spielt, aber irgendwo gab es oben ne leichte Überhöhung....... Aber wetten, daß die Maschine sich Morgen wieder ganz anders verhält??? Vielen Dank nochmal an Alle lieben Mitleser und Techniker, die mir versucht haben, bei meinem Problem mit Rat und Tat zu Seite zu stehen. Bliebe also noch die Frage, ob der ganze Krempel wieder wegläuft? Wie sehen denn die berüchtigten Frako-Kondensatoren aus?......... Und ich hatte King-Lous schon ganz richtig verstanden, daß er die Kapazitäten an der Schaltleiste meint und nicht die Kondensatoren! War also nciht undeutlich formuliert! Liebe Grüße Martin - King-Louis - 04.12.2006 Zitat:Zelluloid posteteDie sind goldfarben und es steht Frako drauf. Die Probleme gab es auch bei den älteren Studers. Nur hat die PR99 MK3 schon neuere Kondensatoren. Da sind mir Defekte eigentlich nicht bekannt. Da die Umschaltschiene wohl schon Korrosion hatte, sind evt. auch andere Kontakte betroffen. Du könntest vielleicht auch mal die Steckerleiste der BIAS-Platine untersuchen und ggf. reinigen. Ebenso bei allen anderen Audiokarten. Vermutlich hat dein Gerät längere Zeit ungenutzt gestanden. Ich habe mal deine Meßwerte grob überflogen. Ich denke da kann man ja schon fast mit leben, falls es nicht mehr stark driftet. Dass sich BIAS , Verstärkung und EQ gegenseitig beeinflussen ist eigentlich normal. Nur sollte das nicht von 19 auf 38 wirken bzw. umgekehrt oder habe ich das mißverstanden? Außerdem solltest du die Erwartungen an die PR99 auch nicht zu hoch schrauben. Der Zustand der Tonköpfe spielt auch noch eine Rolle, Da weiß ich jetzt nicht, ob du da schon was dazu geschrieben hast. Falls die Dinger schon stark runter sein sollten, macht das Einmessen natürlich auch keinen Spaß mehr. - user-332 - 05.12.2006 Zitat:Zelluloid postete wer solches als Phänomen und Geistergeschichte interpretiert, sollte sich vielleicht abseits von Studer- und Teacvergleichen noch ein wenig mit den Grundlagen der magnetischen Tonaufzeichnung befassen. Da hilft m.E. Gefühl nicht allzu sehr weiter, da sind harte Fakten gefragt. Nachzulesen in Tonstudiotechnik (Webers) oder den blauen Agfa-Bändchen (v. Bommel, Engel), die hier im Forum schon mehrfach Erwähnung fanden! Gruß Pit - Gyrator - 05.12.2006 Einen guten Rat möchte hier doch noch kundtun. Gebe die PR99 in fachkundige Hände zur Überholung und Instandsetzung, danach wirst Du die Maschine mit Sicherheit sehr zu schätzen wissen und viele Jahre wieder ungetrübte Freude daran haben. Wenn es Dir mir der Instandsetzung nicht so eilig ist, so biete ich Dir gerne an, dass Du mir das Gerät zuschickst, ich werde Dir die PR99 richten. - Zelluloid - 05.12.2006 Das ist aber sehr nett von Euch! Werde unter umständen darauf zurückkommen! Ich kannte es bisher von der Teac nur so, daß die "Filter" irgendwie steilflankiger waren. Nachdem ich ja 19 recht gut am laufen hatte und dann ja auch die 38er Einmessung gemacht habe, zeigte sich beim umschalten der Geschwindigkeit auf 38 ein Abfall des Hinterbandpegels bei 1kHz von knapp 6 dB. Woher? Gute Frage! Ein Hauch von Dreh des Biastrimmers Richtung links brachte den Pegel zurück. Nun war aber bei 10kHz ein wenig zu viel Pegel und bei 20 kHz auch, dies habe ich dann durch drehen des Equalisationstrimmers auf Linksanschlag versucht zu korrigieren. Hierbei bleib trotzdem einen Überhöhung bei 20kHz um knapp 2 dB. Hier werde ich mit der Biaseinstellung leider nicht auf Klirrminimum liegen, aber hören tue ich nix, und ich bin da sehr empfindlich........ Es wäre zumindest sehr nett von jemandem (z.B. Gyrator) festzustellen, on nun die Maschine TECHNISCH wirklich in Ordnung ist. Die mir gegenüber Teac kompliziert vorkommenden Einmeßvorgänge kann man ja erlernen (würde auch hier gerne bei jemand in die Schule gehen). Wenn also die Maschine technisch in Ordnung ist, ist die Teac X Serie für MICH deutlich leichter auf Spitzenwerte zu trimmen als die Revox. Bitte laßt mir meine Meinung . Nun wollen wir alle wieder lieb und nett zueienander sein. Vielen Dank nochmal an alle. Wo wohnt denn unser lieber Gyrator? Vielleicht kann man sich das mal zusammen ansehen? Das würde mich sehr freuen, denn ich lerne gerne in den Bereichen, was mir Spaß macht, dazu! Liebe Grüße MArtin - Gyrator - 05.12.2006 Hi Martin! Der Thomas lebt in Köln! - King-Louis - 05.12.2006 Zitat:Gyrator posteteAlso meine B77 MK2 hatte ich damals neu gekauft. Die PR99 MK3 war fast neu. Alle beide kaum gelaufen und mit perfekten Daten im Rahmen ihrer werksseitig vorgegeben Möglichkeiten ,ohne jegliche Beanstandung. Trotzdem kommt während der Benutzung dieser Maschinen bei mir keine ungetrübte Freude auf. Ich stelle mir immer vor wie primitiv die Maschinen aufgebaut sind und spüre es ja auch leibhaftig, wenn ich mal mit den Geräten arbeite. Es waren nun halt mal Geräte, die in der Urkonzeption (70er Jahre) deutlich unter DM 2000,-- gekostet hatten und als solche sollten sie auch heute betrachtet werden. - Gyrator - 05.12.2006 King-Louis, ich habe Deine vorherigen Beiträge und Deine Sicht der Dinge schon verstanden und ich glaube Dir gerne, dass eine Studio-Otari oder eine Studer gänzlich anders gestrickt sind. Jedoch wie hier auch schon festgestellt sind die ReVox Geräte Konsumergeräte mit einer kleine Verbindung zur Studertechnik. Im Vergleich zu all den anderen Konsumergeräten, gehören nach meiner bescheidenden Meinung die ReVox -Geräte zu den besten, welche man damals im Vergleich zu anderen Herstellern des Konsumerbereiches hat erhalten können. Mit dem relativen und angemessenen Anspruch an ein solides Konsumergerät wird man mit einer ReVox sicherlich nicht enttäuscht. - King-Louis - 05.12.2006 @zelluloid Wie sehen denn die Köpfe aus, das hast du glaub noch nicht durchgegeben? Sind evt. sogar Schmetterlingsköpfe eingebaut? Diese verschleißen nicht ganz so schnell. Die normalen Revox Zweispurköpfe sind nämlich relativ weich. Wenn schon ein breiter Kopfspiegel zu erkennen sein sollte , bekommt man nämlich mit der Revox auch keine vernünftigen Ergebnisse mehr hin. - Zelluloid - 05.12.2006 Ich habe die Kopfspiegelbreite der Revox in diesem und in verschiedenen anderen Beitrögen insgesamt schon mindestens 5 mal durchgegeben, mach ich aber gerne nochmal..... ![]() Die Kopfspiegelbreite beträgt knapp 3mm. Es sind Standardköpfe mit 2mm Rasen, keine Schmetterling mit 0,75mm Rasen. Gruß MArtin - King-Louis - 05.12.2006 Sorry, bei soviel Text hatte ich es überlesen. 3mm sind bei den großen Studerköpfen noch Top bei den kleineren Revox-Köpfen ist das aber auch noch o.k.. Von der Seite müßte man also noch befriedigende Ergebnisse erzielen können. Ist denn über Nacht wieder was gedriftet? - Dreizack - 05.12.2006 Ich stimme Thomas voll zu. Die Revox A 77 markierte in ihrem Erscheinungsjahr 1967 die neue Spitze der Heimgerätemaschinen. Dass sie so schlecht nicht sein konnte, belegen rd. 450 000 verkaufte Exemplare weltweit. Darunter auch sicher einige Profianwender. Die Nachfolgemaschine B 77 wurde ab 1977 in 56 Versionen für unterschiedlichste Anwendungszwecke rd. 250 000 mal verkauft, definitiv auch an professionelle Nutzer. Auch der "Lückenbüßer" zwischen Heimgeräten und den kleinen Studers, die PR, entspricht in ihrem Urkonzept noch der A 77, aber bei weitem nicht mehr mit ihr vergleichbar. Und die anvisierte Nutzergruppe war von der PR angetan. So primitiv, wie von King Louis bezeichnet, werden die Maschinen, die teilweise auch noch heute zur Zufriedenheit ihrer Anwender laufen, wohl niemals gewesen sein. Die A 77 kostete im Erscheinungsjahr rd. 1.400 DM. Was bitte gab es damals für Heimgeräte, die auch nur annähernd die elektroakustischen Eigenschaften dieser REVOX erreicht haben = Fehlanzeige. Selbst die B 77 wurde 1977 mit 1798,-- DM in den Markt eingeführt, keineswegs überteuert, wie ich finde. Die Konkurrenz war da, vor allem aus dem unsäglichen fernen Osten, schon präsent. Die Verweigerungshaltung der Konsumenten gegenüber ASC, TANDBERG, teilweise SABA und GRUNDIG und die Folgen sind bekannt. Gejammert wurde über die Preise, die Qualität war nicht unbedingt das Thema, gekauft wurde Made in Japan = geiz ist geil. REVOX (STUDER) war weltweit der letzte Produzent für Magnetbandgeräte, das traurige Ende hatte dann andere Gründe. Das ist jetzt OT. Meine B 77 Dolby stammt aus 1978 und hat mich damals 2.200 DM gekostet; sie läuft nach wie vor tadellos, begeistert durch eine excellente Aufnahme- und Wiedergabequalität und hat an Revisionskosten bei REVOX im Jahre 2004 gerade mal 200 € verursacht. - PeZett - 05.12.2006 Zitat:Dreizack posteteDem kann man eigentl. nur zustimmen. Lediglich die SABA S600 dürfte 1967 elektroakustisch der A77 ebenbürtig gewesen sein (wenn man nur d. europ. Hersteller betrachtet) - dies allerdings auch zu einem wesentl. höheren Preis (1998,- DM). Aber diese SABA verfolgte natürl. auch ein anderes Konzept, wie die Revox. O.T.-Ende Gruss - Dreizack - 05.12.2006 OT ein = Ja, die SABA 600 SH gehört auch für mich zu den wirklich guten Maschinen aus europäischer Fertigung. Ein Sahnestück. OT aus. - King-Louis - 05.12.2006 Zitat:Dreizack posteteHast du das Gerät ,bzw. schon mal damit gearbeitet, um das beurteilen zu können oder weißt du das nur von Erzählungen anderer? Eine Saba 600SH in einem einwandfrei funktionsfähigen Zustand ist nämlich sehr selten, deshalb würde mich das wundern. Ansonsten kann ich dir da nur voll zustimmen, die Saba 600SH war für damalige Verhältnisse absolut Top und findet sich sogar in meiner Sammlung wieder, obwohl ich mich eigentlich nur auf Großspuler festgelegt habe. - MichaelB - 05.12.2006 Eine Saba 600-SH in einem wirklich einwandfrei funktionsfähigen Zustand ist genauso häufig anzutreffen wie eine PR99 oder B77 oder A77. Nämlich immer dann, wenn das Gerät revidiert wurde. Geräte aus diesen Fertigungsjahren, die heute ohne eine Revision noch tadellos laufen gibt es sicher auch, sie dürften aber in der absoluten Minderzahl sein. Und bevor Fragen aufkommen: ja, ich habe bereits mehrere A/B77 revidiert und habe selbst zwei Saba 600-SH. Mich würde aber auch mal interessieren, ob irgendwelche Messungen aufgrund der Fragen hier im Forum gemacht wurden und wie die Ergebnisse sind. So z.B. die Frage nach der Spannungsversorgung. Vielleicht kann man das ja noch nachreichen. Wenn aber, wie hier, der Verdacht auf einen (oder mehrere) defekten Kondensator besteht, dann sollte man doch vielleicht zuallererst dafür sorgen, dass die Maschine in einen funktionsfähigen Zustand versetzt wird. Beim Auto stellt ja auch niemand die Spur ein, wenn der Luftdruck in den Reifen nicht stimmt. Zur PR99: da sich die PR99 - wie auch die B77 - nur auf einen Aufsprech-Pegel bei der Aufnahme einstellen läßt, ist ein Unterschied bei der Aufnahme zwischen beiden Bandgeschwindigkeiten völlig normal. Vor allem dann, wenn das Gerät so eingestellt ([i]das[/das] hat mit messen nun nicht wirklich viel zu tun) wurde wie beschrieben. Danach wird auch die ursprüngliche Fehlerbeschreibung plausibel... Gruß Michael - niels - 05.12.2006 Es gibt auch weiße Frakos. Hier sind welche dabei, frisch ausgebaut aus meiner Uher: ![]() niels - Dreizack - 05.12.2006 @King-Louis Ja, ich kann eine SABA 600 SH beurteilen. Was das allerdings damit zu tun haben könnte, dass diese Maschine eher selten und wenn ja, in einem entsprechend guten Zustand anzutreffen ist, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Ich hatte eine 600er schon zu einem Zeitpunkt in Händen, als Ebay noch niemand aussprechen konnte, weil es schlichtweg noch nicht existierte. - King-Louis - 05.12.2006 @Dreizack Sorry, wenn ich das falsch eingeschätzt habe. Ich hatte nur gelesen, dass du vor 2 Jahren eine Revox B77 zum Service gegeben hattest. Daraus habe ich vielleicht zu unrecht geschlossen, dass du sowas nicht selbst machen kannst und auf fremde Hilfe angewiesen bist. Vor diesem Hintergrund wunderte ich mich halt, dass du auch was zu einer Saba 600SH sagen kannst, da die in der heutigen Zeit nun wirklich nicht mehr viele Leute in Betrieb haben, auch wenn MichaelB gleich 2 davon hat. Aber wenn du die Maschine ja schon hattest oder vielleicht immer noch besitzt, ist ja alles klar. @MichaelB Ebenfalls getäuscht habe ich mich in meiner lapidaren Anmerkung, dass die Einstellungen für die beiden Geschwindigkeiten sich nicht gegenseitig beeinflussen. Hier habe ich der PR99 doch wohl mehr "Professionalität" angedichtet als dann tatsächlich vorhanden. Sorry. Dass dann die Revox Pr99 doch nur einen Verstärkungsregler (Aufnahmestrom) für beide Geschwindigkeiten besitzt, hat mich dann heute beim Nachsehen doch etwas überrascht. Kommt halt davon wenn man sich seit Jahren nur noch mit den Studiomaschinen beschäftigt. Bei Studer ist das halt alles getrennt. Trotzdem waren die Haupteffekte, die Zelluloid zu berichten hatte, wohl auf die korrodierte Umschaltschiene zurückzuführen. Ob sich die Sache nun stabilisiert hat, wird er uns bestimmt noch berichten. - Zelluloid - 15.12.2006 Nachdem meine PR99 ja nun gut läuft (bis auf das Delta E), gibbet hier nun ein schönes Video zum anschauen! Guckst Du hier:http://rapidshare.com/files/7625737/100_1344.MOV Gruß MArtin - King-Louis - 15.12.2006 Was hat denn letztendlich den Durchbruch gebracht? - Zelluloid - 15.12.2006 Kontakreinigung der Schiene und das Verständnis, was mir bisher fehlte, daß man immer zuerst den Bias einstellen muß, weil sonst der Rec-Level wegläuft. Gruß MArtin - dl2jas - 15.12.2006 Ganz nebenbei, Bias darf niemals vor dem Maximum sitzen, immer dahinter, also höhere Vormagnetisierung als bei Maximum Delta 10 kHz... War das der Fehler? Andreas, DL2JAS - Zelluloid - 19.12.2006 Das weiß ich auch. Das Problem ist, daß bei der Einmessung vom Maxell XLI ich den Biastrimmer auf Linksanschlag hatte. Hier gab es einen sehr hohe Höhenüberhöhung von etwa 12 dB. Dann vom Linksanschlag soweit Richtung rechts gedreht, bis das 10 kHz Signal Hinterband genauso laut war wie das 1kHz Signal (Teac-Methode). Dann den Rest eingemessen. Ergebnis: Klanglich wunderbar, etwa immer noch über 4 dB Aussteuerungsreserve ÜBER den 514 (!) Nanowebern.´ Da klirrt absolut nix. Und ich hab gute und empfindliche Ohren. Frequenzverlauf bis knapp 25 kHz linear (bei 19cm). Liebe Grüße MArtin - Zelluloid - 25.12.2006 So, hier kommt nun noch das Frequenzgangdiagramm. Trotzdem werde ich mich mal mit Gyrator kurzschließen, denn das mit dem Delta E funktioniert noch nicht und die Trimmer beeinflussen sich immer noch so gegenseitig, daß ein Einmessen anch Serviceanleitung nicht möglich ist, deswegen habe ich die Sache ja iterativ gemacht. Hier das Ergebnis, ich glaube, damit kann man vorerst leben: Revox PR99 MK III, CCIR, Standardspur, 3mm Spiegel, 19cm, Maxell XL-I 50 Hz -0,5 dB 100 Hz 0 dB 1k 0 5k +0,25 10k -0,25 12k -0,5 14k 0 16k 0 18k +0,25 20k +0,5 22k +1 24k +0,25 26k -2 28k -8,5 30k -20 Und jetzt 38, Maxell XL-I 50 0 100 0 1k 0 5k -0,25 10k -0,25 12k -0,25 14k 0 16k +0,25 18k +0,5 20k +0,5 22k +0,75 24k +0,25 26k -1,5 28k -6 30k -15 Wäre nett, wenn die Experten hier nochmal Stellung nehmen würden. Liebe Grüße Martin - King-Louis - 25.12.2006 Da wären bestimmt etliche PR99-Besitzer froh sie hätten so ein gut eingestelltes Gerät. Wenn´s nicht mehr driftet: Herzlichen Glückwunsch. |