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Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - Druckversion +- Tonbandforum (https://tonbandforum.de) +-- Forum: Verstärker/Phono/Decks... (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=11) +--- Forum: Verstärker, Tuner & Receiver (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=12) +--- Thema: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung (/showthread.php?tid=33615) |
Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - Joseph von Arimathäa - 06.09.2025 Hallo, besagter Receiver von Yamaha ist im Besitz einer Freundin, die ihn geerbt hat und gerne weiterbetreiben würde. Vor ein paar Jahren hatte ich das Gerät hier und habe Schalter und Potis gereinigt und neu geschmiert. Der Receiver funktioniert trotz seines Alters einwandfrei, seit meinem Eingriff auch wieder ohne Krachen in Schaltern und Reglern. Dennoch hörte ich nun, daß er sehr selten in Benutzung ist: wenn er warm werde, beginne er sehr ungesund zu riechen Nach "Elektronik". Nun ja.Ein wenig Nachforschung brachte mich darauf, daß es damals wohl nicht üblich war, das Flußmittel von den Platinen zu spülen. Als sich mal wieder die Gelegenheit ergab, hatte ich also Kontakt LR dabei und habe damit die Hauptplatine gesäubert. Leider roch der Verstärker seit dieser Aktion auch in kaltem Zustand und auch weit schlimmer als zuvor, allerdings nicht nach Kolophonium, sondern meines Erachtens nach Elektrolyt. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist, und kann im Moment nicht nachforschen, weil das Gerät nicht hier steht; ich vermute aber, daß einige Elkos leck sind und ich mit dem Leiterplattenreiniger die eingetrockneten Rückstände angelöst habe. (Eigentlich hatte ich beim Putzen nur die Leiterseite behandelt, nicht die bestückte Seite, aber ich war beim Spülen etwas zu freigiebig, so daß wohl auch Reinigerflüssigkeit auf die andere Seite gelaufen ist.) Die Elkos hatte ich seinerzeit nicht getauscht und auch nicht nachgemessen, es sind also noch die originalen, fast 50 Jahre alten Teile drin. Nun weiß ich nicht recht, was tun. Eine Lösung wäre natürlich, das Gerät aufzugeben und etwas Moderneres anzuschaffen, was Vorteile hätte. Aber schön wäre es, das alte Gerät behalten zu können, nur halt ohne den Geruch. Mir stellten sich also folgende Fragen: - Wie bekommt man Elektrolytreste von der Platine? Ich habe eigentlich nur die Leiterseite behandelt, die relativ einfach zu putzen war. Auf der Bestückungsseite wird eine mechanische Reinigung eher schwierig, wenn ich nicht sämtliche Bauteile auslöten will. Schön wärs, wenn man das Elektrolyt chemisch behandeln könnte, also mit X anlösen, mit Y wegspülen, dann trocknen lassen oder so. Nur womit? - Von den Elkos sollten mindestens einige wohl ersetzt werden. Das habe ich noch nicht oft gemacht. Wenn man nun nach Empfehlungen schaut, findet man die ganze Bandbreite an Ratschlägen von "alles belassen, es funktionert doch" zu "einzeln nachmessen und ggf. ersetzen" über "Siebelkos drinlassen, Rest ersetzen" bis zu "nach 20 Jahren grundsätzlich immer alle Elkos ersetzen". Bei meinen bisherigen Eingriffen habe ich so wenige Bauteile ersetzt wie möglich, weil ich kein Profi bin und die Gefahr von Beschädigungen minimieren möchte. Aber wäre es in diesem Fall vielleicht sinnvoll, doch eine umfassendere Elkokur vorzunehmen? Viele Grüße Moritz RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - ser - 06.09.2025 Hallo, zuvorderst vielen Dank für deine Bemühungen, so ein "altes" Schmuckstück am Funktionieren zu Erhalten. Wenn es nach Kondensatoren-Elektrolyt riecht, würd ich zuerst nach den auslaufenden Kondensatoren suchen und diese ersetzen. Ansonsten macht das Putzen auf der Bestückungseite doch wenig Sinn, oder? Meistens laufen doch nicht alle Baueile aus, sondern (ich mutmasse mal), nur die besonders grossen. Diese dann ersetzen, erst danach ein bisschen die Leiterplatte putzen und dann mal schauen, wie weit man bei der Eindämmung der Geruchsentwicklung gekommen ist. Viel Erfolg! RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - Joseph von Arimathäa - 06.09.2025 Hallo Sebastian, ich hätte vielleicht dazuschreiben sollen: nach Spuren ausgelaufener oder geplatzter Kondensatoren habe ich geschaut, und nichts dergleichen sehen können. Deshalb hatte ich nicht angenommen, daß irgendwelche Kondensatoren "richtig" ausgelaufen sind, also so offensichtlich und leiterplattenschädigend, wie ich es von den berüchtigten Elna Duorex II kenne. Nur fiel mir für den Geruch nach der Reinigungsaktion keine bessere Erklärung ein als ausgelaufenes Elektrolyt. Vielleicht waren die ausgetretenen Mengen einfach gering, und man konnte nichts davon sehen, ohne die Elkos auszulöten. Jedenfalls bestelle ich dann einen Satz frischer Kondensatoren für den Receiver und mache mich auf die Suche, sobald ich das Ding wieder vorbeigebracht bekomme. Taugt Kontakt LR, eigentlich ein Flußmittelreiniger, denn auch zum Entfernen von Elektrolytresten, oder verteilt es die nur? Ich habe auch schon gelesen, daß man ein Gemisch aus Backpulver und destilliertem Wasser nehmen könne; hat jemand damit Erfahrungen gemacht? Vertragen die anderen Bauteile den Kontakt damit (Potentiometer natürlich ausgespart), und wie würde man das wieder runterspülen (einfach mit destilliertem Wasser)? Danke jedenfalls für die Beschäftigung mit meinen etwas banalen Fragen, das hilft mir sehr. Viele Grüße Moritz RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - ser - 07.09.2025 Hallo Moritz Alles klar ;-) Leider kann ich zu dem Reinigungsmittel Kontakt LR oder zur Elektrolytresteentfernung nichts Belastbares sagen. Da ich Elektrolytreste für sehr salzhaltig halte, klingt dest. Wasser zur Reinigung nicht schlecht. Vielleicht weiss jemand anderes noch was. Ich hatte mich selbst nur mit schlechten (oxidierten) Kontakten, z. B. in Quellenwahlschaltern, beschäftigt. Auch hier im Forum war die Empfehlung, bei nach Anwendung aggressiver Reiniger (wie z. B. Kontakt 60) fleissig mit Kontakt WL oder Isopropanol nachzuspülen. Viel Glück! RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - kaiman_215 - 11.09.2025 Nach Jahren sollten eigentlich alle Gerüche verschwunden sein. Es wäre möglich, daß das Gerät sehr heiß wird, z.B. durch einen Lastwiderstand, und deshalb "nach Elektronik" riecht. Ablagerungen von Reinigern riechen nicht "nach Elektronik" Das mußt du beim nächsten Besuch feststellen, nimm viel Zeit mit. Gegen Gerüche kann ich auch Tunerspray empfehlen, es riecht nach der Reinigung irgendwie "frisch". Dieser Frischegeruch überlagert alles. RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - Joseph von Arimathäa - 12.09.2025 Hallo, danke für deine Antwort und für den Hinweis auf Lastwiderstände. Deren Wärmeentwicklung werde ich mir mal in Ruhe ansehen – aber hier bei mir, nicht vor Ort. Leider wird es nun ein paar Monate dauern, bis der Receiver seinen Weg zu mir findet ![]() Wohlgemerkt sind es nicht Ablagerungen von Reinigern, die ich zuerst verdächtigt hatte, sondern das reichlich vorhanden gewesene Flußmittel auf der Platine: also ein Überrest des Lötprozesses bei der Platinenbestückung. Das hatte auch nach all den Jahren noch einen deutlichen Eigengeruch. Viele Grüße Moritz RE: Yamaha CR-450: Geruchsentwicklung - kaiman_215 - 15.09.2025 Es gab auch mal einen Brandhemmer, der sehr eigenartig gerochen hat. Aber angesichts des Alters denke ich, daß das Gerät viel Wärme entwickelt. |