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Kenwood KX-W6050 - Druckversion

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Kenwood KX-W6050 - fnick - 18.08.2025

Hallo zusammen,

in den letzten Monaten ist es sehr still um mich geworden. Dafür gab es leider Grunde: Zum einen hatte meine beste Freundin einen medizinischen Notfall und hat viel Unterstützung benötigt, Zum anderen habe ich in den letzten sieben Monaten auf der Arbeit dermaßen viele Projekte gehabt, dass ich bis vor meinem Urlaub 200 offizielle Ü-Stunden hatte, und von den inoffiziellen will ich gar nicht sprechen... In diesem Sinne: Jetzt möchte ich mich wieder meinen Hobbys widmen Smile.

Als ich meine Eltern letzte Woche besucht habe, durchforstete ich, wie immer, die Kleinanzeigen und fand zwei Decks von Kenwood, die verschenkt wurden. Also habe ich für den Besitzer ordentlich Schokolade eingekauft und machte mich auf den Weg. Bekommen habe ich:
  • KX-W 6050
  • KX-W 2030
und sogar einen DP 4030 CD-Player, der definitiv läuft

Habe die Technik untetestet mitgenommen, weil ich die Decks sowieso revidieren würde. Als ich den KX-W 6050 angefangen habe zu testen, ist mir sofort aufgefallen, dass er mit dem linken Deck nur mühsam spult und gar nicht spielt. Meine Testkassette ist leider drin geblieben: Die Lade lässt sich nicht öffnen. Als ich den Deckel abmontiert habe und reingeschaut habe, stellte ich schnell fest, dass die Riemen sich zersetzt haben und müssen ersetzt werden (habe eh damit gerechnet). Dazu gleich die erste Frage in die Runde: In der Bucht gibt es Reparatursätze für ein "normales", vermutlich japanisches Modell, sowie für eine USA Variante:
Typenschild:
[attachment=83757]

Hier sind ein paar Bilder von dem betroffenen Laufwerk A:


[attachment=83758]
[attachment=83759]
[attachment=83760]

Wenn ich mir die letzten zwei Bilder anschaue, möchte ich instinktiv die Riemen für das USA Modell kaufen, weil sie für mich richtig aussehen. Laut Typenschild ist es aber ein Japaner. Könnte mir bitte jemand bestätigen, dass ich definitiv NICHT die Riemen für das USA Modell brauche?

Die zweite Frage bezieht sich auf das Öffnen von dem Kassettenfache: Es klemmt, weil die Andruckrolle wahrschenlich noch oben ist und aufgrund von dem defekten Riemen nicht mehr zurückgefahren werden kann. Im Service Manual steht es, dass man erst die Kassettenfachabdeckung abnehmen muss, bevor man das Deck weiter zerlegt. Kennt jemand dieses oder vergleichbares Deck? Eventuell kann ich direkt zu den Schritten 5 und 6 gehen, um das Laufwerk herauszunehmen?

[attachment=83761]
[attachment=83762]

Ansonsten macht das Deck einen sehr guten Eindruck: Es ist sauber, die Schwungräder sind aus Metall... Bin gespannt wie es läuft, wenn es wieder fähig ist.

Danke und Gruß
Nick


RE: Kenwood KX-W6050 - al3x135 - 18.08.2025

Das feststeckende Deck würde ich manuell von Hand ankurbeln, sodass es in den Ausgangszustand gelangt und die Klappe öffnet.


RE: Kenwood KX-W6050 - fnick - 19.08.2025

Hi Alex,

Danke, das ist eine sehr gute Idee. Ich versuche das Rädchen irgendwie zu erreichen. Ich denke, im schlimmsten Fall muss ich die Platinen ausbauen, um von hinten ins Laufwerk einzugreifen.

Gruß


RE: Kenwood KX-W6050 - Baruse - 19.08.2025

Wenn du nur die Riemen brauchst, solltest du auch nur diese kaufen.
Andruckrollen sind doch eher selten verschlissen und nahezu sämtliche heute erhältlichen sind qualitativ mit den Originalen nicht zu vergleichen.
Andruckrollen daher immer behalten wenn es irgendwie geht.
Eine gute Adresse für Riemen ist FixYourAudio


RE: Kenwood KX-W6050 - fnick - 19.08.2025

Hallo Jörg,

Die Rollen sehen sehr gut aus, ich würde fast schon sagen wie neu. Das Gerät ist nicht viel gelaufen. Das KX-W 2030 hat signifikante(re) Verschleißerscheinungen.

Auf einem YouTube Kanal habe ich gesehen, dass es "reconditioner" für die Gummis bzw. für die Rollen gibt. Hat jemand damit eine Erfahrung gemacht? Gerade beim 2030er Deck würde ich die Rollen höchstens reinigen und auffrischen, weil sie keine Rillen oder sonstige Beschädigungen aufweisen.

Kann man zusammenfassend sagen, dass sämtliche neue Rollen immer von einer minderen Qualität sind? Es stellt sich für mich die Frage, was mache ich, wenn ich mein "Traumdeck", zum Beispiel das Akai GX-7, in einem reparaturbedürftigen Zustand gefunden habe?


RE: Kenwood KX-W6050 - Baruse - 19.08.2025

Es handelt sich um Walzenreiniger, den man seit vielen Jahren auch erfolgreich bei Druckerwartungen einsetzt.
Ich benutze das Zeug seit ~20 Jahren und habe damit beste Erfahrungen gemacht.
Es gibt ängstliche Zeitgenossen die davon abraten, allerdings kenne ich keinen konkreten Fall wo ein Gummi dadurch kaputt ging.
Ich hab kürzlich erst wieder einen schönen Bericht gelesen, bei dem eine augenscheinlich "fertige" Andruckrolle so lange mit Walzenreiniger behandelt wurde,
bis sie ohne Übertreibung wieder wie neu ausgesehen hat.

WENN du das Deck gefunden hast und WENN die Rolle(n) dann wirklich zu erneuern wäre, dann gibt's ja auch noch die Möglichkeit,
diese nach Muster anfertigen zu lassen.
Das macht z.B. die Firma Fender (nicht die mit den Gitarren Smile) und das in tadelloser Präzision.
Möglichkeiten gibt's eigentlich immer, aber dafür gibt's hier ja das geballte Wissen.

Ach ja: nicht immer sind Nachbaurollen automatisch schlecht.
Für Revox BM gibt's mittlerweile einwandfreie Ware Wink


RE: Kenwood KX-W6050 - Olivinyl - 21.08.2025

Hallo Nick,

vor du Geld in das KX-W 6050 investierst, schaue dir die Zahnräder für die Reverse Tonkopfbetätigung an. Die Zahnräder sind zu 99% gebrochen, gerissen und lassen sich nicht kleben, da geschrumpft. E-Teile gibt es nicht. Ich habe letzte Woche erst ein neuwertiges KX-W 6080 dem Müllgott geopfert (wegen der defekten Tonkopfmechanik).

LG Oliver


RE: Kenwood KX-W6050 - fnick - 29.08.2025

(21.08.2025, 15:02)Olivinyl schrieb: Hallo Nick,

vor du Geld in das KX-W 6050 investierst, schaue dir die Zahnräder für die Reverse Tonkopfbetätigung an. Die Zahnräder sind zu 99% gebrochen, gerissen und lassen sich nicht kleben, da geschrumpft. E-Teile gibt es nicht. Ich habe letzte Woche erst ein neuwertiges KX-W 6080 dem Müllgott geopfert (wegen der defekten Tonkopfmechanik).

LG Oliver

Hallo Oliver,

Danke für den Tipp. Tatsächlich habe ich mich gefragt, welche irreparablen Schäden bei diesem Gerät möglich sind. Die Riemen sind aber schon bestellt und ich lasse mich überraschen. Lässt sich der Tonkopf eventuell fixieren? Damit hätte das Deck zwar keine Reverse-Funktion, aber sie ist ja nicht zwingend notwendig.

Allgemein gefragt, sind die Decks von Kenwood für solche Probleme generell bekannt? Ich meine mich zu erinnern, dass auch die Decks von Teac darunter leiden.

Gruß
Nick