![]() |
|
BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Druckversion +- Tonbandforum (https://tonbandforum.de) +-- Forum: Tonbandgeräte (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=26) +--- Forum: Hilfe & Tipps rund um das Tonbandgerät (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=29) +--- Thema: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen (/showthread.php?tid=33177) |
BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Frapip - 21.06.2025 Liebe Tonbandfreunde! Nach 50 Jahren habe ich mir als BRAUN-Fan der 70er-Jahre endlich meine damaligen Wunschmaschinen gegönnt: Ein BRAUN TG 1000/2 und ein BRAUN TG 1020/2. Beide Maschinen sind in einem wirklich gutem optischen und technischen Zustand und voll funktionsfähig. Früher, als junger Mensch, gehörte ich (auch aus preislichen Gründen) eher der Compact-Cassetten-Fraktion an. Nun habe ich ein paar grundsätzliche Fragen speziell zu den Bandmaschinen des genannten Typs., die mich persönlich interessieren: Braun schrieb damals in seinen Prospekten von der Verwendung sog „geeichter“ Aussteuerungsinstrumenten und spendierte den Geräten für den linken und rechten Kanal getrennte Pegelregler. Ja, wir sind im Consumerbereich, trotzdem stelle ich mir folgende Fragen: 1. Wenn man sich auch die frühere BRAUN-Werbung für die Geräte oder auch Bilder gebrauchter Maschinen von heute ansieht, fällt mir auf, dass die Zeigerinstrumente in dr Ruhestellung unterschiedliche Zeigerstände haben. Ich will damit sagen, dass z.B. das linke Instrument am Ende der aufgedruckten dB-Skala ruht, das rechte aber noch etwas weiter links davon, also außerhalb des Skalenbereichs ruht. Es sind vllt nur ein oder zwei Milimeter, aber es fällt auf. Vermutlich handelt es sich um unvermeidbare Fertigungstoleranzen und ist vermutlich nur optisch etwas störend. 2. Weil BRAUN aber die Pegelsteller für den linken und rechten Kanal nicht gekoppelt hat, stelle ich mir die Frage, wie ich z.B. bei Stereoaufzeichnungen, eine kanalgetreue Aufzeichnung hinbekomme. Stereosignale haben bekanntlich die Angewohnheit, dass dem linken und rechten Kanal unterschiedliche Signale zugespielt werden. Ich habe mich bisher damit beholfen, das Stereosignal auf Mono zu schalten, um die Ausschläge der Instrumente so aneinander anzugleichen. Dies könnte man sich schenken, wenn die Pegelsteller parallel arbeiten würden, was sie aber bei deinen Geräten nicht tun. Und damit komme ich zum entscheidenden 3. Punkt: 3. Bei gleicher Aussteuerung beider Kanäle muss ich die Pegelsteller unterschiedlich weit Aufdrehen. Beispiel: Bei Vollaussteurung des linken Kanals steht der linke Pegelstelle auf „5“, der rechte aber auf 5,5. Und wirkt sich die am Anfang beschriebene Zeigerdifferenz auch im normalen Aufnahmebetrieb aus. Meine Fragen an Eure Expertise: Ist das alles so normal? Oder wie verfahrt Ihr, um eure Aufnahmen optimale auszusteuern? Natürlich sind die Geräte rund 50 Jahre alt und ich, als ihr neuer Besitzer, noch ein Stück älter. Und klar ist auch, dass elektronische Bauteile altern. Aber war es bei Neugeräten früher wirklich anders? Kann sich vllt jemand von Euch noch daran erinnern oder gibt es aktuell Nutzer dieser Maschinen, bei dem die kanalgleiche Pegelreglereinstellung für eine korrekte Aussteuerung beider Kanäle sorgt. Dazu braucht man nur einen konstanten Sinuston einspielen und auf z.B. 0 dB aussteuern. Stehen Eure Pegelsteller wirklich parallel? Denn das würde dann für mich bedeuten, dass die Maschinen neu abgeglichen werden müsste. Vielen Dank für Eure Zeit und den ein oder anderen Kommrntar. VG Frank RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - hannoholgi - 21.06.2025 Hallo Frank, wenn man die Maschine einmisst, stellt man die Instrumente mit einem Pegelmessband so ein, dass sie bei einem vorgegebenen Bezugspegel (bspw. 320 nWb/m) 0 dB anzeigen. Kleine Abweichungen im Bereich darunter (bis 1 dB) sind unvermeidlich, weil die Drehspulinstrumente ja Massenprodukte waren. Sollte einen der unterschiedliche Linksanschlag stören, kann man das mechanisch durch Korrektur der Rückstellfedern ändern. Allgemein gebe ich aber zu bedenken, dass ein Pegelunterschied von 1 dB bei einem Dauerton gerade so wahrnehmbar ist. Man sollte aus der Aussteuerung also keine Wissenschaft machen .LG Holgi RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Frapip - 21.06.2025 Hallo Holgi, vielen Dank für deine Antwort. Eine Wissenschaft daraus machen wollte ich wirklich nicht, auch wenn es vllt so klingt) ![]() Mir gehts in erster Linie darum, wie man bei getrennt regelbaren Pegeln für links und rechts die kanalgleiche Lautstärke erzielt, ohne die originale Stereobasis zu verschieben. Naiv wie ich vllt bin, ging ich davon aus, dass, wenn ich z.B. den linken Kanal optimal aussteuere, was angenommen in der Pegelstellerposition „5“ der Fall ist, danach den rechten Pegelsteller ebenfalls nur noch auf „5“ stellen muss, um eine perfekte Aufnahme zu erhalten. Dies ist aber nicht der Fall. Bei Stellung „5“ ist der rechte Kanal ca -3db untersteuert (verifiziert mit Sinuston oder weißem Rauschen). Damit auch das Aussteuerungsinstrumente des rechtenb Kanals „0dB“ anzeigt, muss ich den rechten Pegelsteller weiter aufdrehen, nämlich auf den Skalenwert „5,5“. Da verlasse ich mich doch lieber auf die Exaktheit der Aussteuerungsinstrumente. Also werde ich wohl weiterhin vor jeder Aufnahme bei gedrückter Mono-Taste am Receiver beide Seiten gleich aussteuern und mich nicht auf die mechanische Stellung der Pegelregler verlassen. Anders herum wäre es deutlich einfacher. Bleibt die Frage offen, ob andere Nutzer/innen eines BRAUN TG 1000/1020 die gleichen Erfahrungen gemacht haben und wie sie sich ggf. ohne Monosignal behelfen, die richtige Aussteuerung beider Kanäle sicherzustellen. VG Frank RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Kuni - 21.06.2025 Hallo Frank Da sind noch sog. Gangunterschiede am Werk. Die rühren daher, daß die beiden Ebenen des Stereo-Poti eben nicht 100% gleich laufen, also der Widerstand über dem Weg nicht bei beiden exakt gleich ist. Hinzu kommen dürften dann auch noch Toleranzen in den beiden Kanälen. Entweder durch die Bauteile selbst, oder weil sie unterschiedlich abgeglichen sind. RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - hannoholgi - 21.06.2025 (21.06.2025, 15:06)Kuni schrieb: Hallo FrankDie Braun TG1000 hat ja kein Stereopoti, sondern getrennte Aussteuerungssteller! Insofern tritt hier das Gleichlaufproblem nicht auf. Aber natürlich haben auch Einzelpotis nie 100% identische Widerstandsverläufe (bei Revox wurden ja deshalb selektierte Potis eingebaut, die mit Kennzahlen gestempelt wurden). Abweichungen in den Reglerstellungen r/l sind trotzdem auch bei Revox anzutreffen. Eingemessen wird ja bei voll aufgedrehten Potis und später merkt man dann, dass sie bei niedrigeren Stellungen nie genau den gleichen Wert haben.... Ist also kein Grund zur Beunruhigung, Frank! RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - JUM - 21.06.2025 Hast Du denn dies (s. Anhang) alles korrekt eingestellt? VG Jürgen RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Tonbandharry - 21.06.2025 (21.06.2025, 14:43)Frapip schrieb: Da verlasse ich mich doch lieber auf die Exaktheit der Aussteuerungsinstrumente. Hallo Frank, wenn das Gerät nicht genau abgeglichen ist, kannst du dich auch nicht auf die Anzeigeinstrumente verlassen. Ich weiß auch nicht, ob du in der Lage bist, die entsprechenden Messgeräte und ein Bezugsband hast, um nach der Serviceanleitung einen Abgleich durchzuführen. Da hilft doch eine akustische Kontrolle, einmal eine passende Musikaufnahme mit Gesangsstimme abzuhören. Im Popbereich erscheint der Gesang meistens exakt mittig, ist wie eine Monoaufnahme. Du hörst dann ziemlich genau, ob eine Verschiebung der Stereobasis auftritt. Streng genommen sind das ja auch keine echten Stereoaufnahmen. Ich habe zwar keine Braun, aber eine ASC 5002. Dort konnte ich die Aussteuerungsregler in gleicher Position belassen. Viele Grüße Harry RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - hannoholgi - 21.06.2025 Es ist doch viel einfacher ein Monosignal aufzunehmen und danach die kanalgleiche Aussteuerung zu kontrollieren. Dass der Gesang bei Stereoaufnahmen meist mittig sitzt, wäre mir etwas zu unsicher... RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Analoghoerer - 21.06.2025 Man kann auch folgendes machen: Mono signal aufnehmen und wiedergabeseitig mit Kopfhörer die Differenz beider Kanäle abhören (Masseanschluss an der KH Buchse provisorisch unterbrechen oder geeigneten Übertrager verwenden). Verstellt man jetzt einen der beiden Pegelsteller (den anderen in seiner Stellung belassen) bekommt man an einer Stelle ein ausgeprägtes Signalminimum. Dies ist die korrekte Einstellung, bei der beide Kanäle gleichen Pegel haben. Ich benutze diese Methode auch zur Prüfung auf Phasengleichheit und hab mir dazu (schon vor ca. 40 Jahren) einen Adapter mit Übertrager gebaut, der an die KH- bzw. Ausgangsbuchse gestöpselt wird. Das spart das Hantieren mit dem nicht gerade handlichen Oszilloskop und dem ganzen Kabelsalat. Gruß Holger RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Frapip - 21.06.2025 Vielen Dank an Euch alle. Sehr wertvolle Tipps für mich. Jetzt verstehe ich die Zusammenhänge besser.
RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Tonbandharry - 21.06.2025 (21.06.2025, 16:43)Analoghoerer schrieb: Man kann auch folgendes machen: Mono signal aufnehmen und wiedergabeseitig mit Kopfhörer die Differenz beider Kanäle abhören (Masseanschluss an der KH Buchse provisorisch unterbrechen oder geeigneten Übertrager verwenden). Verstellt man jetzt einen der beiden Pegelsteller (den anderen in seiner Stellung belassen) bekommt man an einer Stelle ein ausgeprägtes Signalminimum. Dies ist die korrekte Einstellung, bei der beide Kanäle gleichen Pegel haben. Ich benutze diese Methode auch zur Prüfung auf Phasengleichheit und hab mir dazu (schon vor ca. 40 Jahren) einen Adapter mit Übertrager gebaut, der an die KH- bzw. Ausgangsbuchse gestöpselt wird. Das spart das Hantieren mit dem nicht gerade handlichen Oszilloskop und dem ganzen Kabelsalat.Sehr gute Idee! Man könnte auch eine Aufnahme digital bearbeiten (z.B. mit Audacity) und bei einem Kanal eine Phasendrehung hervorrufen. Dann hebt sich das Signal nahezu auf, wenn Pegelgleichheit besteht. RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Tonbandharry - 21.06.2025 (21.06.2025, 16:28)hannoholgi schrieb: Es ist doch viel einfacher ein Monosignal aufzunehmen und danach die kanalgleiche Aussteuerung zu kontrollieren. Dass der Gesang bei Stereoaufnahmen meist mittig sitzt, wäre mir etwas zu unsicher... Das ändert doch nichts. Frank möchte sich auf seine Instrumente verlassen, kann er aber nicht, solange keine Kanalgleichheit besteht und/oder die Instrumente ungenau sind. Dann kann man auch bei Mono sehr gut hören, ob die Aufnahme aus der Mitte herauswandert? RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - Strongpete - 27.06.2025 Wenn die Maschine sauber eingemessen ist, die Köpfe sauber und korrekt justiert sind, die Bandführungen nicht eingelaufen sind, es keinerlei Übergangswiderstände an den vielen (nicht so tollen) Steckern des TG 1000 gibt, die Instrumente keine losen Ringmagnete oder blockierte Zeiger haben, alle für die Aufnahme und Wiedergabe notwendigen Bauteile noch innerhalb der Toleranzen arbeiten, dann sollten beide Instrumente bei gleicher Einstellung den Eingangspegel wiedergeben und auch so aufzeichnen. Aber, wie du schon an der Aufzählung erkennst, gibt es viele Fehlerquellen, von denen mindestens eine bei einem solchen Oldtimer, auch wenn er in einem sehr guten Zustand ist, ausreicht um einen ungleichen Pegel anzuzeigen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich habe zwei TG1000 und ein TG1020, die ich seit 25 Jahren hege und pflege und irgendwie immer mit Hausmitteln und Halbwissen am Laufen gehalten habe. In diesem Jahr habe ich erstmalig eine TG1000 komplett von einem Profi revidieren lassen, inkl. Tauch der Elkos. Es ist kein Vergleich zu allem was ich je vorher auf einer meiner TG 1000 gehört habe. Ohne Übertreibung, Aufnahme und Wiedergabe entsprechen 1:1 dem Eingangssignal (soweit ich das hören kann). Und jetzt funktionieren auch die Instrumente auf gleichem Level. Und ja, die Braun Instrumente haben auch einen Aufkleber, der auf eine Auswahl beider Instrumente in einem Gerät hindeutet. Man hat offensichtlich nahezu ähnlich arbeitende Instrumente gepaart und dann zusammen verbaut. RE: BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - ThomasDunkel - 27.09.2025 Hallo, seit gestern habe auch ich eine TG1000, ich brauche aber noch einen Adapter für den Kopfhörer. Und da bin ich auch schon beim Thema: setze dir Kophörer auf, schalte den Eingang auf mono, mach die Auge zu und setlle so ein, dass per Hinterbandkontrolle die Aufnahme aus der Mitte kommt und sauber klingt. Dann kann man zur Sicherheit noch ein bissele runter regelt, falls noch eine lautere Stelle in der Musik kommt. Das sollte genau genug sein. Thomas |