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- timo - 25.10.2005

(Fortsetzung von hier.)

Zitat:Agfa-Band postete
Natürlich, fährt ja nicht jeder 'ne Honda Dax.
Oh, es gibt aber inzwischen wieder mehr Viertakt-Mopeds als nur die Dax! Wobei ich ehrlich sagen muß, daß die kleinen Zweitakter in meinen Ohren schöner klingen als diese surrenden Viertakt-Dinger, und schneller sind sie sowieso.


- Agfa-Band - 25.10.2005

Was den Klang angeht, gebe ich dir Recht, natürlich gibt es auch weitere Viertakter-Mopeds, aber die Honda Dax war halt für längere Zeit eine Besonderheit, eben aufgrund des in dieser Klasse nicht so weit verbreiteten Viertaktmotors.

Gruß, Niko


- Michael Franz - 25.10.2005

Die DAX hatte vor allem einen Vorteil: Es gab neben dem Mokick noch das Kraftl und dann auch noch das Motorrad. Das lud zu allerlei Tuningmaßnahmen ein. In der Kreidler-Familie ging das aber auch. Das Mofa "Flory" auf der B27 mit 110 km/h, das gab's öfters. Nur zur Info, bei uns gab's noch keine 80er, nur 50er.


- Agfa-Band - 25.10.2005

So ne Kreidler Florett läuft aber auch schön "flockig", ebenso die Hercules Ultra, diese hat zudem noch das kokette Kunststoffscheibchen vorne.

Gruß, Niko


- Michael Franz - 25.10.2005

Der Star zu meiner Zeit war die Zündapp water-cooled. Die und die Kreidler-Florett teilten den Markt weitestgehend unter sich auf. Hercules mischte noch ein bisschen mit und Maico. Die Japaner waren da noch aussen vor - Honda hatte die Dax und noch ein anderes 50er-4-Takt-Moped. Vom Versandhaus gab es Carelli oder Jawa. Das Herkules-Mofa gab es auch unter dem Label "DKW".

Die Mofa-Zeit währte nur kurz, dann musste es ein Motorrad sein. Bei uns in der Klasse fúhr man Oldtimer. Eine DKW RT 200 war dann vertreten, eine RT 175 und eine RT 250, eine Triumph Cornet (die flüsternde Banane), eine NSU Max. Ich selber übte mich in Lokalpatriotismus und fuhr Maico M 175. Die 9 PS haben auch ohne Hinterradfederung großen Spaß gemacht, der Schwingsattel hat's rausgerissen.


- Agfa-Band - 25.10.2005

Tja, stimmt, Maico war auchmal mit Motorrädern und Autos (einem Modell) bekannt. Mittlerweile nur noch als Ventilatorhersteller. An einer NSU Fox hätte ich auch noch Spaß.

Gruß, Niko


- Michael Franz - 25.10.2005

Der Ventilatorenhersteller Maico und der Motorradhersteller hatten nix miteinander zu tun. Das Auto war eine einmalige Sache, dann gab es noch die "Taifun", die verkleidet war und sich von den damaligen Konstruktionen abhob. Die MB 250 war die "Bundeswehr-Maico". Der Bekanntheitsgrad der Firma beruhte auf den Moto-Cross Erfolgen. Die Straßenmodelle MD 125, MD 250 und MD 250wk (Wasser-Kühlung) fristeten ein Nischendasein. Allen gemeinsam war die Drehschieber-Steuerung, die ein typisches, pfeifendes Motorgeräusch erzeugte.


- Agfa-Band - 25.10.2005

ach ja, hatte das jetzt irgendwie mit gutbrod und den rasenmähern verwechselt (Peinlich, peinlich). Weiß übrigens noch, wo hier in der Nähe ein Gutbrod steht (Auto, nicht Rasenmäher). Hehe.

Gruß, Niko


- dl2jas - 25.10.2005

Mofa

Ich besitze noch ein Mofa Herkules Prima 5S, ist etwa 20 Jahre alt. Ich habe es von meinem Großvater. Mangels Führerschein durfte er nichts anderes fahren, reichte auch für seine Zwecke. Wenn das Teil gute Laune hat, macht es etwa 45 Sachen.
Hier in Berlin in der Innenstadt ist es recht angenehm, keine Parkplatzsorgen. Außerdem ist man bei etwas Verkehr genauso schnell wie mit Auto. Hier die Busspuren sind für Bus, Taxi und Fahrrad zugelassen. Ich fahre, gerade bei Berufsverkehr, natürlich auf der Busspur. Manchmal werde ich herausgewinkt und angepflaumt, was ich den mit meinem "Moped" auf der Busspur zu suchen hätte. Ich antworte dann, das ist ein Fahrrad mit Hilfsmotor! Vermutlich darf man nicht mit einem Mofa auf der Busspur fahren. Bis jetzt konnte ich aber noch jeden Polizisten mit meinem Argument überzeugen. Big Grin
Mofas sind in Berlin eher selten, so ein altes Herkules-Mofa ist hier schon ein kleiner Hingucker!

Andreas, DL2JAS


- timo - 25.10.2005

Zitat:Michael Franz postete
Der Star zu meiner Zeit war die Zündapp water-cooled.
Die KS-80 Water Cooled hatte ich zwischen 1989 und 1991. Die serienmäßig wohl schnellste 80er, die je auf dem deutschen Markt zu haben war, selbst die auch schon legendären Hercules Ultra und Yamaha RD blieben da auf der Strecke. :-)

Was allerdings dem Selbstbewußtsein etwas abträglich war: Das Ding fuhr mit Gemisch 1:50, während die 80er von Yamaha, Honda, Suzuki und auch die Vespa PX schon Getrenntschmierung hatten. Also hatte man immer wie Wahl zwischen Öldose und Messbecher mitschleppen oder Tanken an der Mofasäule. Beides war irgendwie gleich peinlich. ;-)


- timo - 25.10.2005

Zitat:Agfa-Band postete
ebenso die Hercules Ultra, diese hat zudem noch das kokette Kunststoffscheibchen vorne.
Die Ultra 80 (zumindest die wassergekühlte Ausführung, es gab ja auch noch die etwas lahme "Air Cooled" als Billigalternative) war kein übles Moped, sah halt nur ein bißchen hausbacken aus und teilte mit meiner Zündapp das 1:50-Problem (s.o.). :-)

Danach kam von Hercules als 80er noch die RX-9 (ab Baujahr 1984) und die RX-9 Replica (m.W. nur 1986 gebaut und sehr selten). Die wirkten optisch etwas "erwachsener" und machten dann auch endlich (wie die Yamaha RD 80 LC-II) die erlaubten 10 PS voll. Von Zündapp gab's 1984, also im letzten Jahr, noch die KS-80 Super, ebenfalls mit 10 PS angegeben. Allerdings war sie wegen des hohen Gewichts eher langsamer als die "normale" wassergekühlte KS-80 mit 8,5 PS.


- dl2jas - 25.10.2005

Zitat:timo postete
...
Was allerdings dem Selbstbewußtsein etwas abträglich war: Das Ding fuhr mit Gemisch 1:50, während die 80er von Yamaha, Honda, Suzuki und auch die Vespa PX schon Getrenntschmierung hatten. Also hatte man immer wie Wahl zwischen Öldose und Messbecher mitschleppen oder Tanken an der Mofasäule. Beides war irgendwie gleich peinlich. ;-)
Ich hatte meine eigene Tankstelle in der Garage! Smile

Es war ein kleiner Frischwassertank Camping. Damit bin ich zur Tanke gefahren und habe volllaufen lassen. Gemisch wurde hinterher angerührt. Bei uns auf dem Dorf gab es keine Tanke mit Service 24 Stunden. So hatte ich eigentlich immer Kraftstoff, manchmal mußte ich auch abends oder am Wochenende aushelfen, mein kleiner Vorrat hatte sich herumgesprochen...

Andreas, DL2JAS


- highlander - 26.10.2005

Die Zündapp-Werke wurden damals von den Chinesen komplett demontiert und in China wieder aufgebaut. Unter welcher Marke sind die heutigen 'Zündapps' erhältlich?


- timo - 26.10.2005

Die Zündapps aus China heißen "Tianjin Xunda" oder auf Exportmärkten auch "Tianjin Zündapp". Dann gab (gibt?) es noch Lizenzfertigungen von Enflield India, die als "Famel", "Casal" oder einfach als "Zündapp Madras" verkauft werden.


- timo - 11.12.2005

Fortsetzung von hier.

Zitat:Agfa-Band postete
Diese Fahrerlaubnis gibt es aber mittlerweile fast nachgeschmissen. Bei mir am Gymnasium konnte man die in 4 Wochen für 20 Mark erwerben.
In Gelsenkirchen gab's sowas leider nur an Gesamtschulen (genau wie aktuelle Schulbücher, eine funktionierende Physik- und Chemie-Sammlung, intaktes Mobiliar...). Wer das dreigeteilte Schulsystem besucht hat, dem blieb nur der Gang zur Fahrschule (wo der Spaß dann vor 17 Jahren schon rund 250 DM kostete) oder im Glücksfall ein Kurs, der über irgendwelche Jugendverbände angeboten wurde. Da muße man dann aber Mitglied sein oder zumindest irgendwelche Beziehungen haben.

Zitat:@imo: Orange natürlich.
http://www.spider.traum.ms/image/239291_4

Schönes Gefährt. Wäre ich nicht dem Rausch der Geschwindigkeit erlegen, hätte ich mir die auch gekauft. :-)

(Die "offene" RMS war leider 1989 nicht mehr in brauchbarem Zustand zu kriegen, die waren allesamt hoffnungslos verheizt.)


- Agfa-Band - 11.12.2005

Hallo Timo,

bei uns war das an der Schule eigentlich ok. Auch was die Physik- und Chemie-Sammlung betrifft. Vollständig müssen die aber eh nicht sein, Physikversuche klappen sowieso nur in den seltensten Fällen.

So, das war meine vom Thema etwas abweichende Bemerkung dazu. Die 250 Mark sind ja im Vergleich zu heute auch fast noch geschenkt, wenn man bedenkt, was mittlerweile so ein Führerschein alles kostet (egal welche Klasse, sind alle teuer).

Gruß, Niko

EDIT: Tippfehler beseitigt. Gruß, Niko


- timo - 11.12.2005

Zitat:Agfa-Band postete
bei uns war das an der Schule eigentlich ok. Auch was die Physik- und Chemie-Sammlung betrifft.
Unsere war vor allem eins: Uralt. Daß sie noch einigermaßen vollständig und funktionsfähig war, war dem Engangement einiger Lehrer zu verdanken. Auch Bücher waren z.T. hoffnungslos veraltet. Der Knaller war ein Musikbuch, das zuvor offenbar bei einer Gesamtschule ausgemustert worden und dann in die Bestände unseres Gymnasiums überführt worden war.

Euskirchen hatte im Gegensatz zu unserer Stadt nicht das Problem, daß die Protagonisten der Gesamtschule meinten, die Mehrheit im Rathaus sei ihnen auf Lebenszeit gesichert.


- Agfa-Band - 11.12.2005

Tja, Euskirchen ist schwarz geprägt, das stimmt. Eine Gesamtschule ist aber auch in der Nähe vorhanden. Wozu so eine gesamtschule nützlich sein soll, weiß ich nicht, aber anscheinend genießen die großen zulauf von denen, die keine Quali fürs Gymnasium kriegen, deren Eltern aber zu ehrgeizig sind, um ihr Kind auf die Realschule zu schicken.

Gruß, Niko


- timo - 11.12.2005

Bei uns war das schon krass... als ich 1984 auf's Gymnasium kam, gab's in Großgelsenkirchen noch zwei Gesamtschulen, eine im eigentlichen Gelsenkirchen und eine im eingemeindeten Buer. Nach und nach wurde eine Realschule nach der anderen zur Gesamtschule umfunktioniert. Ich weiß nicht, wie viele von den Dingern wir nun haben. Fünf fallen mir auf Anhieb ein, wahrscheinlich sind's noch mehr.

Noch heftiger wird's, wenn man in Schülerzahlen rechnet. Die beiden "alten" Gesamtschulen Berger Feld und Ückendorf sind riesig, mit satt vierstelligen Schülerzahlen.


- Dietmar - 16.12.2005

Zitat:Michael Franz postete
In der Kreidler-Familie ging das aber auch. Das Mofa "Flory" auf der B27 mit 110 km/h, das gab's öfters. Nur zur Info, bei uns gab's noch keine 80er, nur 50er.
Naja, daß die Flory des öfteren mit solchem Tempo anzutreffen war, gehört genauso in die Fabelwelt wie die Berichte uber abgerissene Zyllinder an Polizei BMW`s.

Eine Flory, die tatsächlich so schnell war ist äußerst selten. Es gab nur wenige Tuner, die das Kunststück tatsächlich vollbracht haben.
Konstruktionsbedingt war das fast nur möglich indem ein komplettes Floretttriebwerk eingebaut wurde.
Zwar ist das Zweigang- und das Dreigang Getriebe der Flory tatsächlich eine abgemagerte Version der Florettgetriebe, aber diese konnten selbst mit 70 Kubickzyllindern und entsprechender Ritzelung die Notwendige Leistung nicht in die vorgenannte Geschwindigkeit umsetzen.
Das hat damit zu tun, daß entsprechende Ritzel und Kettenräder nicht verfügbar waren, weil sie garnicht gepasst hätten.
Um die Flory wirklich auf dieses Tempo zu bringen war es notwendig entweder einen Florettmotor zu verwenden und am Hinterrad das kleinstmögliche Kettenrad zu verwenden und dann wäre es noch nötig, einen passenden Vergaser für sowas zu finden.
Die 18 und 20 Millimert Bing und Dell Orto Vergaser reichen dafür nicht aus und Vergaser wie sie zum Teil von Zündapp verwendet wurden, die entsprechende Drehzahlen durch entsprechendes Einstellen ermöglicht hätten, passen nicht bei der Flory.

Weiter kommt dazu, daß dieses Fahrzeug oberhalb 60 KM/H nicht mehr beherchbar ist. Die Flory rappelt und zittert sich dann derart etwas zusammen, daß niemand außer zum Angeben, diese Geschwindigkeit über weitere Strecken fahren würde.
Nun, Ausnahmen gibt es, aber das dürften arme Hirnlose Seelen sein.
Weiter kommt dazu, daß die Bremsen der Geschwindigkeit nicht gewachsen sind.

Die Polizei Sinsheim hat vor etwa 15 Jahren eine Flory aus dem Verkehr gezogen, die tatsächlich auf dem Rollenprüfstand echte 107 KM/H gebracht hat.
Wohlgemerkt auf dem Rollenprüfstand, wo kein Windhauch zu finden ist.
Nach dem dritten Messlauf ist übrigens das Hinterrad ins schlackern geraten, weil die Radlager den Geist aufgegeben haben.
Diese Flory war eine der schnellsten von der Polizei Bundesweit Sichergestellten!

Schnellere Exemplare gab es zwar auch, aber wie vorgenannt nur äußerst selten.

Dietmar


- timo - 02.08.2008

Durch Zufall habe ich eben dieses Gefährt hier im Netz entdeckt:

http://www.motorradonline.de/bikes/50-80er/jawa/jawa-betka-50.253657.htm?_kat=253069

Schön ist natürlich anders (schon die alten Jawa-Mofas hatten ja ein sehr eigenwilliges Design), aber ansonsten find' ich das Ding witzig. Sieht aus, als hätte es die letzten 30 Jahre im Moped-Bau nicht gegeben, hat aber einen Viertaktmotor und macht immerhin - legal - 45 km/h. Und das für 1.000 €, da kann man auf den ersten Blick nicht meckern.

Schade, daß ich keinen vernünftigen Stellplatz habe, sonst könnt' ich mir so ein Ding für mich tatsächlich vorstellen.

Edit:

[Bild: jg28uL4OdAertPM7.jpg]
Mein bislang letztes motorisiertes Zweirad, Vespa ET-4 125, und ich am Frikandel-Äquator (2002).


- esla - 03.08.2008

Nun ja, für 1.000 € geht es vielleicht ja noch so. Mir gefällt das Dings absolut nicht, mein Schulkumpel hatte mal ein Jawa-Mopped, das muss so um 1978 gewesen sein. Nur Einsitzer und damals natürlich ein Zweitakter. So wie auch die von mir damals gefahreren Moppeds, alle von Simson: "Spatz", "Star" und zuletzt der "Habicht". Fahren lernte ich übrigens auf einem SR2E. Wink

Was mich heute an den Moppeds, die ja nur noch 45 km/h fahren dürfen interessiert ist, wie sich das im Laufe der Jahre immer spärlichere Profil auf nasser Fahrbahn macht. Wenn ich da heute auf so ein Fahrzeug im Baumarkt schaue, sind da ja nur noch ein paar schräge Rillen im Gummi drin. Bringt das wirklich (vielleicht aufgrund veränderter Gummimischungen) noch dieselbe Haftung wie bei den Moppeds, die ich noch aus meiner Jugend kenne? Denn da war noch ein richtiges Profil drauf!

Gruß Jens

P.S.: Mein letztes Zweirad (bis 2004) war doch schon etwas größer:

[Bild: gowi_1100.jpg]


- timo - 03.08.2008

Zitat:esla postete
Nun ja, für 1.000 € geht es vielleicht ja noch so. Mir gefällt das Dings absolut nicht, mein Schulkumpel hatte mal ein Jawa-Mopped, das muss so um 1978 gewesen sein. Nur Einsitzer und damals natürlich ein Zweitakter.
Ja, die alten Jawa-Mofas gab's hier im Westen auch zu kaufen, waren die billigsten überhaupt (ich habe irgendwas von 849 DM für die Standard- und 999 für die Luxusausführung mit Blinkern und Gussrädern in Erinnerung, eine Hercules kostete fast doppelt so viel). Schlecht waren die nicht, nur eben hässlich.

Auch dieses 350er-Zweizylinder-Zweitakt-Motorrad von Jawa wurde hier angeboten, aber das war wirklich sehr selten. Wenn überhaupt in den 80ern und 90ern noch Zweitakt-Motorräder verkauft wurden, dann eher MZ.


- Frank - 03.08.2008

´
Schön ist nicht schön, gefallen macht schön.

Vor ein paar Jahren habe ich mir einen Roller gekauft.

[Bild: Roller.jpg]

Das Teil war so gut wie neu, 265 km auf der Uhr. Da bei einem Händler für Kawasaki und Triumph selten Rollerkundschaft vorbeikommt, stand er eben Jahre dort herum. Laut Brief hat der Vorbesitzer sich das Ding gekauft als er schon 65 Jahre alt war. Angeblich ist der Mann kurz darauf gestorben, der Erbe hat den Roller für eine Kawa in Zahlung gegeben und dann stand er zwischen 1000ern herum.

So richtig hübsch fand ich ihn nicht, technisch auch nicht grade ein Highlight (Trommelbremsen, kein Helmfach, 10 PS), aber immerhin Viertakter. Gekauft habe ich ihn trotzdem, denn schlappe DM 2000.- für ein zwar fast vier Jahre altes Fahrzeug in annäherndem Neuzustand fand ich nicht überzogen. Einen Satz neue Reifen habe ich sicherheitshalber gleich nach der Zulassung montiert, machte noch einmal etwa einen Hunni. Die Felgen haben übrigens nur knapp den Durchmesser einer 26,5cm- Tonbandspule.....

Bereut habe ich den Kauf nicht, auf bis jetzt 14.000km in acht Jahren lief der Roller ohne Macken. Honda eben. Und an die Form habe ich mich gewöhnt, so schlecht sieht er doch nicht aus, erinnert ein weinig an den Heinkel Tourist
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinkel_Tourist
Auch ein Fahrzeug, das für Robustheit und Zuverlässigkeit bekannt war.


- Frank - 03.08.2008

´
@ Jens: Das Profil bei Krad- Reifen hat nicht die gleiche Funktion wie bei Vierradfahrzeugreifen. Davon abgesehen haben auch Reifen für schwere Maschinen -insbesondere Tourer und Sportmaschinen- relativ wenig Profil. Das ist mehr oder weniger ein Verschleißindikator.

Gehen wir vom Betrieb auf befestigten Straßen aus:

Ein Krad- Reifen hat einen mehr ovalen Querschnitt , der einem halben Ei gleicht (sonst wäre das Kurven fahren eine gefährliche Angelegenheit), ein Autoreifen ist eher kastenförmig. Beim Autoreifen hat das Profil die Aufgabe, Wasser abzuleiten. Durch den ovalen Querschnitt beim Kradreifen ist die Gefahr von Aquaplaning von Haus aus geringer. So kommt man mit den "paar Rillen" auch sicher durch Pfützen. Zudem laufen diese Profile leiser und angeblich verbrauchsärmer.

Anders sieht es im Gelände aus. Da ist Profil notwendig, um die Beschleunigungskräfte auch bei losem Untergrund zu übertragen. Enduros und Crosser haben nicht ohne Grund grobes Stollenprofil.

Ich fahre auf dem Roller diese Reifen:
http://www.michelin.de/de/front/affich.jsp?&codePage=14112005230221_14112005230738&lang=DE&codeRubrique=14112005230221&ct=1

Damit komme ich bestens zurecht. Weil ich eine Zeit lang häufiger einen unbefestigten, recht steilen Weg hochfahren mußte gab es mit oben genanntem Reifen bei Nässe Probleme.

Darum habe ich so etwas montiert:
http://www.michelin.de/de/front/affich.jsp?&codePage=14112005230308_14112005231521&lang=DE&codeRubrique=14112005230308&ct=1

Damit kam ich zwar den Berg gut hoch, auf der Straße heulte das Teil erbärmlich, vibrierte ein wenig und war relativ schnell unter Sägezahnbildung abgefahren. Dann doch wieder den S1.

Beim nächsten Reifentausch werde ich diese Pellen mal versuchen:

http://www.conti-online.com/generator/www/de/de/continental/motorrad/themen/rollerreifen/classic/weisswand/k62ww/k62_ww_de.html

Als ewig Gestriger stehe ich auf so altmodische Sachen wie Weißwandreifen - schade dass es so etwas für mein Auto nicht gibt.


- esla - 03.08.2008

Hallo Frank,

danke für die ausführlichen Erklärung. Big Grin Das ist mir aber alles bekannt (ich selbst fuhr von 1977 bis 1988 nur Zweiradfahrzeuge wie oben beschrieben, ab 1981 dann eine MZ TS 150). Erst 1988 habe ich meinen Pkw-FS gemacht (dafür hat er aber nichts gekostet :etschaSmile. Die als letzte von Dir im Link angegebenen "Pellen" würde ich persönlich für mich als am sichersten bezeichnen, da ist doch wenigstens Profil drauf!

Unter der Bucht-Nummer: 220263119887 findet man so das Profil, was ich von "meinen Moppeds" von früher her kannte. Gerade aber auch für Cruiser (wie die von mir im Bild dargestellte HONDA Goldwing 1100) waren m.W. nur Reifen mit relativ starkem Profil zugelassen. Was ich meine sind aber z.B. solche Reifen:

[Bild: moppedreifen.jpg]

Ich weiß ja nicht, bei starkem Regen würde ich da nicht damit fahren wollen.

Gruß Jens


- Frank - 03.08.2008

´
Na ja, bei den 50ern, -die eh nur (offiziell) 45 km/h fahren dürfen (was m.M. Quatsch ist, das provoziert nur unnötige und gefährliche Überholvorgänge durch Pkw´s in der Stadt. In der DDR rannten die Schwalben auch 60 km/h, ohne das es Blutbäder gegeben hat.) dürfte mit 45 die Gefahr durch Aquaplaning kaum bestehen.

Aber auch für die heißen Öfen ist wenig Profil dran, siehe:

http://www.michelin.de/de/front/affich.jsp?&lang=DE&codeRubrique=5112005121215

http://www.metzelermoto.de/web/catalog/moto/moto_catalogo_schedaDescription.page?categoria=/catalog/moto/sport_touring/none&vehicleType=MOTO&product_id=377982&uri=/metzeler/de_DE/browser/xml/catalog/moto/mv_roadtec_z6_interact.xml&menu_item=/products/catalog/sport_touring

Diese Marken mal als Beispiel.

Die Wing ist ja nun auch nicht eben ein Leichtgewicht, Knieschleifer haben an diesem Boliden eher weniger Freude. Wie es bei der Wing aussieht, keine Ahnung, es gibt ja für viele Maschinen Fabrikats / Typbindung für die Reifen. Da werden sich kluge Leute schon ihre Gedanken zu gemacht haben.

dünne Rillen. Hat Bridgestone so als Paarung festgelegt und als ich Ersatz brauchte habe ich die gleiche Bereifung wie ab Werk aufziehen lassen, was auch der Händler empfahl. Bei Regen fahre ich eh nicht. Das Goldstück könnte ja naß und schmutzig werden.

Aber egal ob viel oder wenig Profil, Auto oder Zweirad: Ich vertraue auf bekannte Markenfabrikate, irgendwelche Billigimporte kommen mir nicht auf die Felge. Von dem bißchen Auflagefläche hängt zuviel ab, um daran zu geizen. Als ich noch als Aushilfe Taxi gefahren bin, kaufte der Chef einmal billige Reifen, die zwar ewig halten sollten, aber bei Nässe drehten die Hinterräder am 200D beim Anfahren sehr schnell durch. Kannst Dir sicher vorstellen wie die bremsten.


- esla - 03.08.2008

Warum "reitet" eigentlich heute (fast) jeder auf der Schwalbe herum? Wink Waren die im damaligen "Westen" weitaus bekannter, als der Star oder der Habicht, oder der Sperber? Gut, ich könnte mir vorstellen - die Schwalbe war ja mehr ein Motorroller als ein "kleines Mopped", die Durchstiegsmöglichkeit zeigt das auf.

Die Wing war und ist wirklich kein Leichtgewicht, ich weiß es nicht mehr genau, fahrfertig und vollgetankt um die 330 kg? Typbindung gabe es dort definitiv, es durften m.W. nur wenige Markenfabrikate gefahren werden. Leider habe ich mir damals keine Kopie des Fzg.-Scheins gemacht, da stand das drin.

Mit Deinem letzten Absatz liegen wir auf einer Linie, ich fahre heute zwar nur noch Auto, aber auch nur Markenreifen, die altbekannt und daher auch (hoffentlich) bewährt sind! Taxifahrer sind auch eine Spezies für sich. Als wir 2005 in Berlin waren, haben wir uns auch abends mal ein Taxi gerufen. Wie der durchaus sehr nette Fahrer aber bei ständigem und heftigem Schneefall um die rutschigen 90-Grad Kurven herumgeschlittert ist - also mir wurde es hinten angst und bange. So schnell wäre ich selbst bei den Straßenverhältnissen sicher nicht gefahren (obwohl ich privat bis jetzt ausschließlich Hecktriebler fuhr).

Gruß Jens


- Frank - 03.08.2008

´
Außer einen Roller, der aussah als wäre er von Walt Disney designt worden, kenne ich nur die Schwalbe von Simson.

Die Schwalben haben wohl nach der Wende den Adler gemacht und sind offenbar zahlreich im Westen gelandet. Die Leute die so´n Teil haben loben die Zuverlässigkeit.

Sind Simson und MZ und andere Marken eigentlich auch abgewickelt worden - falls ja: Fertigt noch jemand Teile? Wäre schade, wenn die DDR- Fahrzeuge wegen Ersatzteilmangel verschwinden müßten.


- esla - 03.08.2008

Puuuh, zum Roller, den kenne ich sicher. Leider fällt mir sein Name nicht ein. Es gab mehrere davon, wie z.B. den "Wiesel": http://www.mz-b.de/miraculis/aw/ifa/foto/berlin/wiesel.html, aber auch andere (Pitty, Berlin, Troll).

Zuverlässig sind die Zweitakter ohnehin gewesen und sind es oft auch heute noch. Ich hatte schon ein- oder zweimal selbst den kompletten Motor meines Habichts zerlegt. Oft hatte man das Problem, dass der Kickstarter und sein dazugehöriges Ritzel nicht mehr mochten und die Ritzelwelle nach und nach unter Zahnverlust litt (soll ja auch bei Grundig-Tapedecks vorkommen Wink ).

Zur Abwicklung von Simson kann ich nichts sagen, MZ wird definitiv zum Jahresende eingestellt (ober abgewickelt, wie auch immer) und stellt die Produktion seiner bis 1.000 ccm-Maschinen ein. Ich habe zwar einen Scan aus einer österreichischen Zeitschrift hier, unterlasse es aber aus Urheberrechtsgründen lieber, diesen online zu stellen. Was ich auch nicht wusste, die letzten Motoren der MZ kamen aus Österreich (Rotax).

Der malyische Mitgesellschafter Hong Leong Industries Berhard wird MZ aufgrund jahrelangen Verlustgeschäfts nicht mehr weiter betreiben. Leider. Wie es um die Ersatzteilfrage aussieht vermag ich nicht zu beurteilen, in der Bucht finden sich aber oft noch Neuteile.

Gruß Jens


- timo - 03.08.2008

Zitat:esla postete
Was ich auch nicht wusste, die letzten Motoren der MZ kamen aus Österreich (Rotax).
Nicht nur die der letzten, schon die ETZ 500 von 1992 hatte einen Rotax-Einzylinder-Viertakter.


- timo - 13.06.2009

...
[Bild: QQW4lH0TA22y3d12.jpg]


- Frank - 14.06.2009

´
Indien?


- esla - 14.06.2009

Zitat:timo postete
Nicht nur die der letzten, schon die ETZ 500 von 1992 hatte einen Rotax-Einzylinder-Viertakter.
Hallo Timo,

ich kenne die MZ ja nur aus der Zeit, als ich selbst eine 150er fuhr (von 1981 bis 1988), hab' neulich wieder eine angeboten bekommen, ich hätte fast zugeschlagen. So günstig bekommt man die in der Bucht nicht...

Aber ich habe das mit dem Motorradfahren nach der GoldWing halt aufgegeben.

Gruß Jens


- timo - 14.06.2009

Zitat:Frank postete
Indien?
Ich musste an Einars Rumänien-Bilder denken, da waren ja ähnlich kühne Transport-Varianten zu sehen. :-) Tatsächlich hat sich diese Szene aber direkt vor unserem Haus abgespielt.


- Frank - 16.06.2009

´
In der Nähe meiner Garage steht seit Langem eine offenbar unbewegte und leider vernachlässigte schwarze Vespa 125 . Laut Kennzeichen in SIGmaringen /BW zugelassen, aber offenbar als 80er (kleines Schild). Und ebendieses Schild fehlt seit heute.

Nun überlege ich, ob ich per Zettel Interesse bekunden soll oder nicht. Die Garage ist voll, Auto, Moppet, Roller, Gerümpel. All das wird selten, das Gerümpel gar nicht bewegt.

Was soll ich tun? Eine Vespa brauche ich nicht, aber bei dem ganzen alten tontechnischem Zeug kommt es auf ein Leichtkraftrad / Roller auch nicht mehr an. Außerdem riecht ein 2takter zwar nicht gut, aber dennoch besonders. Zudem warte ich seit langen Jahren die Vespa einer guten, alten Freundin, kenne also die italienischen Besonderheiten wie Bordnetz mit Gleich- als auch Wechselspannung .

Was meint ihr? Interesse bekunden und eine verkommene und verbeulte Vespa aus Frauenhand für womöglich kleines Geld kaufen und aufbauen oder lieber bei japanischer Großserientechnik meines ollen, aber besser als neu aussehenden (hat schon Preise für optimalen Serienzustand bekommen) Honda Spacy für City- Fahrten bleiben?
Hinterm Haus wäre noch Platz für ein 2Rad unter der Pelerine ... Und eine Vespa für die italienischen Momente auf zwei Rädern... das hätte was.

Questo fare?

Help, please gimme help.....


- Araso - 16.06.2009

Hi Frank.

Wenn du mit den italienischen Momenten laute Flüche und Tritte ins Blechkleid meinst?

Im Ernst. Tu dir was gutes und vergiß Vespa. Wenn die der Freundin nur Wartung braucht, mach drei Kreuze. Und laß es Vespa nicht wissen, sonst kaufen die das Ding, weil sie wissen wollen, warum.

Das klingt vielleicht hart, aber glaube mir, ich fahre seit 30 Jahren hauptsächlich frisierte Zwiebacksägen der Schnapsglas-Klasse im Alltag. 9 Jahre hab ich es mir auch beruflich auf Die Fahne (Ladenschild) geschrieben. Ich hab alles an allem bis 125 ccm nach WK II geschraubt und sehr gut vergleichen können.

Im Vergleich zu allem anderen, was je gefahren ist - auch China mittlerweile - sind Italiener das Übelste, was man sich antun kann. Und Allen voraus die Produkte der Firma Piaggio.
Die Fehler fangen bei der Konstruktion an, gehen über einmalige Fertigungstoleranzen (wir sagen Ausschuß dazu) zu Mangelmaterialien bis zum Spaß der Unzuverlässigkeit. Seit 50 N und Special ist da nur noch Ende. Das davor war ja "nur" Schraubers Not und Alptraum.

Wenn du sie schön findest, kauf dir ein Poster und erspar dir vieles. Um damit zufrieden zu sein, musst du das Glück haben, eine der sehr wenigen zu bekommen, die trotzdem einfach funktioniert.

Was man alles aussetzen muß, füllt ein ganzes Buch, ehrlich. Oder einfach den Vorteil nennen. Es gibt anderes zu kaufen.

Wenn du sie komplett aufbaust, mit etwaigen Neuteilen usw. wird sie am Ende eine Dauerbaustelle sein und dich viele Nerven kosten.
Steck die Arbeit lieber in eine Bandmaschine. Das kostet auch Zeit und Nerven, aber das Ergebnis rechtfertig die Arbeit.

Nimm den Vortrag nicht als Propaganda gegen die Vespa, aber wenn ich jemanden mit dem Gedanken spielen höre, gehen bei mir (und allen ernsten Schraubern, die ich kenne) die Alarmglocken an, daß man den guten Mann vor dieser Idee bewahren muß. Spaß macht, was Freude schafft.

Gute Nacht, Arnulf.


- esla - 16.06.2009

Nun Frank,

das ist nicht ganz einfach. Eine Vespa kenne ich leider nicht (bin etwas weiter östlich geboren. Big Grin ). Ich an Deiner Stelle würde unverbindlich Interesse bekunden, wenn Du noch den Platz dafür hast. Dann weisst Du mehr und kannst immer noch "nein" sagen.

Ab und an schaue ich auch immer wieder mal, ob jemand preisgünstig (leider werden gut erhaltene Moppeds aus der "Vogelserie" von Simson, also Spatz, Star, Schwalbe, Habicht bzw. Sperber kaum preisgünstig abgegeben) ein kleines Zweirad, was man in den Schuppen stellen könnte, anbietet. Denn diese dürfen ja noch heute bis 60 km/h gefahren werden, dank Bestandsschutz. Mit so einer 45 km/h-"Krücke" (sorry) würde ich mich nicht auf den Weg machen, vor allem nicht mit einem Roller. Also käme schon mal die Schwalbe nicht in Betracht, die Dinger habe ich noch nie gemocht. Sperber wäre am besten, aber auch der Habicht käme in Betracht.

Neulich habe ich eine Philips 4416 abgeholt. In der sehr großen und recht dunklen Lagerhalle standen auch einige Motorräder. Unter anderem auch eine MZ TS 150. Hätte ich zuviel Geld dabeigehabt, hätte ich die sofort gekauft, da ich diese Maschine von 1981 bis 1988 fuhr. Ich habe sogar noch einen original Fahrzeugbrief davon da. Big Grin

Also, wie geschrieben, ich würde an Deiner Stelle doch einen Zettel dranheften. Schaden kann es ja nichts. :daumen: Von mir also ein pro Vespa und gegen die japanische Großserienfertigung (und das, obwohl ich über ein Jahr eine GoldWing 1100 fuhr).

Gruß Jens


- esla - 16.06.2009

Hallo Arnulf,

super, zwei völlig gegensätzliche Beiträge völlig unabhängig zu derselben Minute gepostet! :winker:

Gruß Jens


- Araso - 16.06.2009

Ja, so der Zufall es wollte.

Mein Beitrag ist absolut bierernst gemeint. Ich habe immer noch den Schreck in den Knochen.

...und Jens. Du hast nichts verpasst. Mögen die Ost-Zweitakter als wenig schön empfunden werden, qualitativ lagen sie am diametralen Gegenüber von Piaggio.

....Obwohl gerade die 150er MZ ist als einzige hier als kleines Problemkind bekannt. Es gab da so ein Ölfang-Rückleitblech im Getriebe, das im Werk häufig im falschen Winkel montiert wurde. Folge: viele Getriebe sind verschlissen und Ersatz schwer zu kriegen.
Sonst haben sie eigentlich nur mit den Optoelektronischen Zündungen aus Schweizer Fertigung ins Klo gegriffen, soweit das "Faltblatt" über MZ und Simson.


- SoundBoss - 16.06.2009

Hallo zusammen,

für gelegendliche Ausflüge habe ich immer noch meine 1973er "Reisschüssel" , Big Grin eine Yamaha RD250, die nicht abgemeldet wird weil sie noch das "OP" Kennzeichen hat, das es seit 1975 nicht mehr gibt. Probleme mit dem TÜV gibt es kaum,(gerade wieder durch)eher mit Verschleißteilen, da muß man auf spätere Jahrgänge zurückgreifen.
Allerdings lebt die RD von der Drehzahl und will dementsprechend gefahren werden. Aber mit dem Alter wird man ja ruhiger und was zum entspannt fahren wäre auch nicht schlecht, wenn da nicht das Kennzeichen wäre. Smile

viele Grüße vom
Soundboss


- Frank - 16.06.2009

´
@Aroso: Ja, die Vespa meiner Freundin -sie fährt sie seit 8 Jahren aus 1. Hand- hat noch nie Ärger gemacht, außer das einmal der Öltank leckte, weil die Schweißnaht undicht war. Das kommt wohl öfter vor. Das Neuteil habe ich an der Stelle prophylaktisch mit Hylomar verarztet.

Ob Vespa oder nicht, den Honda werde ich nicht abgeben, erstens gefällt er mir, zweitens hat er seit 1997 erst 14.000 zurückgelegt. Pannenfrei, aber das ist bei Honda ja normal.

Die Begrenzung auf 45 km/h bei den 50ern halte ich für gefährlich, weil so viele unnötige und gefährliche Überholvorgänge provoziert werden. Da ist die 60 km/h Regel aus der DDR schon vernünftiger, weil diese Kleinkrafträder im Stadtverkehr mitschwimmen können. Oder haben sich die Leute in der DDR reihenweise zu Tode gefahren?

@Friedhelm: Das OP- Kennzeichen würde ich auch nicht hergeben, die sind sehr selten geworden. Bei meinem vorletzten Auto, das ich 2007 angemeldet habe, hat die Dame in der Zulassungsstelle gepennt und ich konnte das alte Kennzeichenschild (ohne blaues D) weiterverwenden.


- Huubat - 16.06.2009

Zur Vespa habe ich ein etwas zwiespältiges Verhältnis.

Einerseits halte ich sie mit ihrer Triebsatzschwinge, in der der gebläsegekühlte Motor samt Sekundärantrieb sauber ein Teil bildete, für einen wegweisenden Entwurf und allen anderen zeitgenössischen Konzepte überlegen.
Wenn ich da nur an den Kettenpfriemel bei den Zündapps oder den Überhitzungsproblemen der Goggos (und nicht nur der) denke.
Wie diese gute Konstruktion dann von den Italienern im Werk qualitativ umgesetzt wurde, steht auf einem anderen Blatt.

Andererseits mag ich sie als Fahrzeug nicht.
Mein erster Fahrkontakt war ausgerechnet auf meiner Führerscheinprüfung.
Ein Mädel hatte am Morgen unsere brandneue Fahrschulmaschine (360er Yamaha) geschreddert und der Fahrlehrer wußte auf die Schnelle nichts anderes aufzutreiben.
Jeder Prüfling durfte noch schnell eine Runde auf dem Hof und dann gings ab.

Die Drehgriff-Handschaltung machte mir noch die wenigsten Probleme; die kannte ich ja noch von der Quickly.
Obschon die vier Gänge der Vespa samt Leerlauf vom Drehwinkel her schon entweder ein besonders gestaltetes Handgelenk bedurften oder man unwillkürlich beim Einlegen des ersten Ganges aufstand.
Die Schubkarrenräder hatten auch ein merkwürdiges Spurverhalten zur Folge.
Fast hätte ich die Prüfung versemmelt, weil der Fahrlehrer im vorausfahrenden Fahrzeug abbog, ich aber mit den Gummis noch in der Fahrspur der Linie 3 (in Mönchengladbach lagen damals noch Straßenbahnschienen) hing und die Vespa auch durch beherzte Intervention fast nicht davon abzuhalten war, der Schiene bis zur Endstation zu folgen.

Der Motor sitzt sehr weit hinten; der Fahrer mit seinem Schwerpunkt kurz vor dem Hinterrad. Da reichten dann auch die paar PS der 125er regelmäßig für ein Wheelie, auch wenn man das gar nicht wollte.

Es war deswegen so gut wie keine Last auf dem Vorderrad, das auf Kopfsteinpflaster nicht nur beim Bremsen, sondern auch beim Lenken hurtig wegschmierte.

Wenn man bremste und die Traktion war ausreichend, ging die gezogene Vorderradschwinge ruckzuck auf Block, was dann eine Bewegung des Rollers zur Folge hat, die einem aus vollem Galopp mit nach vorne gespreizten Beinen stoppendem Esel nicht unähnlich ist: Vorne runter und hinten hoch. Und zwar ziemlich digital.

Das wars dann für mich mit der Vespa.
Ich hab später noch bei einer Bekannten den Service gemacht (verdeckte Bowdenzüge erfreuen das Auge des Betrachters, aber nicht die Hände des Monteurs. Schon gar nicht, wenn man die Bleche der eleganten Karosse von innen, da wo es nicht einmal der Monteur sehen, sondern nur ertasten kann, nicht entgratet.)

Als besonders schrottig habe ich sie aber nicht empfunden.
Das Gefühl stellte sich bei mir erst ein, nachdem ich mir eine VELOSOLEX besorgt hatte.
Schlimmer gehts nimmer; auch konstruktiv.

@Frank
Die Vespa ist ein wirklich zeitloses und schönes Sammelobjekt.
Fahren müssen möchte ich persönlich nicht damit.

Aber mal etwas anderes:
Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber bei mir haben 35 Jahre Sammelwut ein Haufen Material anwachsen lassen, daß für mich zunehmend zur Belastung wird.
Zeitlich und finanziell. Und dazu immer häufiger das Gefühl, dieses und jenes noch fertigmachen zu müssen, statt einfach das (einzige) Fahrzeug mal herauszuholen und eine Runde zu fahren.

Irgendwann muß man einen Strich ziehen, sonst verliert sich der Spaß.


Bert


- timo - 16.06.2009

Zitat:Huubat postete
Zur Vespa habe ich ein etwas zwiespältiges Verhältnis.
Ich auch. Hatte drei Stück, eine P 80 X von 1981, eine PX 200 E GS von 1989 und eine ET4 125 von 2001.

Die P-Modelle sind Kultfahrzeuge, denen man einige Schwächen nachsehen muss. Der Kern der Technik ist zuverlässig und auch häufig auch von bastlerisch weniger begabten Menschen wartbar, aber vieles (vor allem die dauernd reißenden Seilzüge) haben diese Fahrzeuge für mich irgendwann für den Alltagseinsatz disqualifiziert. Wenn man sich morgens drauf verlassen muss, mit so einem Ding pünktlich zur Arbeit zu kommen, ist man häufig aufgeschmissen. Sparsam sind sie übrigens auch nicht, die 200er war im Stadtverkehr kaum unter 5 Litern Normal auf 100 km zu fahren, dazu kommt noch das Zweitaktöl für die Getrenntschmierung.

Die ET4 ist natürlich eine ganz andere Gattung Fahrzeug. Leider hatte meine für mein Verständnis extreme Qualitätsprobleme. Die hintere Trommelbremse "hubbelte" (der Händler sagte mir, das sei normal), die serienmäßige Batterie war unzuverlässig, Plastikteile waren unpräzise gefertigt und hielten teilweise nicht an dem vorgesehen Ort, die Chromverzierungen am Scheinwerfer warf Blasen, die Auspuffblende rostete... der Roller fuhr zwar meist irgendwie, und hier gab's auch am Verbrauch nichts zu meckern (etwas mehr als 3 Liter/100 km finde ich OK), aber Spaß hat er mir nicht gemacht.

Wenn ich mir noch mal einen Roller kaufe, dann wird's wohl auch ein Honda.


- Frank - 16.06.2009

´
BRAUCHEN tut kein Mensch eine Vespa. Wenn, dann ganz bewußt als Bastelobjekt. Früher hatte ich Käfer, ebenfalls eine eigentlich schon lange nicht mehr zeitgemäße Konstruktion.

Das mit dem Wheelie ist mir auch schon passiert, beim ausprobieren der neu eingestellten Kupplung. Mit ordentlich Gas in den II. Gang geschaltet und schnell eingekuppelt.

Ach, war der Himmel schön blau.

Betr. Bowdenzüge: Meist kann man nur die Seele tauschen, besonders bei dem anfälligen Kupplungszug. Das kann ich mittlerweile in einer halben Stunde inkl. einstellen der Kupplung. Den Zug wechsle ich routinemäßig, weil er dazu neigt, vorne am Nippel zu zerspleißen.


- Huubat - 16.06.2009

Und überhaupt:


Zitat:Frank postete

.......... und eine verkommene und verbeulte Vespa aus Frauenhand für womöglich kleines Geld kaufen..........
Gibts hier eigentlich keinen Frauenbeauftragten?


- Araso - 16.06.2009

Moin, Moin.

HONDA : Heute Ohne Nennenswerte Defekte Angekommen.

Man kann wirklich nichts sagen. Sind immer ausgereift und funktionieren einfach.
Ich habe gerade den Bali eines Freundes "belebt", der über ein Jahr ungeschützt im Garten abgestellt war. Ok, die ausgeblichenen Trittbrettteile sind eigentlich um. Man kann sie aber "Aufföhnen". Ich brauchte nur den Vergaser penibel zu reinigen und die Reifen aufzupumpen.
Honda hat mehr, als 100 Millionen Krafträder gebaut. Das ist mehr, als alle anderen Hersteller zu allen Zeiten, zusammen gebaut haben. Die verstehen ihr Handwerk.

Huubat. Die Treibsatzschwinge ist bestimmt keine wegweisende Konstruktion. Noch größer kann man die ungefederten Massen nicht gestalten. Das hat einen sehr großen Anteil an den schlechten Fahreigenschaften und dem Bocken einer Vespa. Bei den größeren Modellen führt die einseitige Gewichtsverteilung dann auch noch dazu, daß man, um geradeaus zu fahren, immer mit Neigungswinkel unterwegs ist. Außerdem zieht einen der Motor beim Beschleunigen / Motorbremse auch noch nach oben / unten (bzw. rechts / links, weil man ausgleicht). 100 Jahre Wissen um Fahrwerksgeometrie und Dynamik, werden bei den Blechrollern ad absurdum geführt.

Die Drehgriffschaltung der Vespa ist übrigens die einzige (der Welt ?), die ohne Rastklinke daherkommt. Man kann schalten, ohne die Kupplung zu ziehen - mitten in der Fahrt. Auch ein Grund, warum Kotflügel und Beinschild selten heil sind.
Wer in der Großstadt wohnt, kennt vielleicht noch das Geräusch, wenn morgens der Nachbar seine Vespa startet und beim Abbocken ungewollt einen Gang einlegt und erstmal in den Müllcontainer kachelt.

Diese Motor / Karosseriekonstruktion erzwingt dann auch in jeder Hinsicht Kompromisse, die weit weg vom Ideal liegen. So ist der Ansaugsstutzen extrem viel zu lang.
Resultat: Sehr schlechtes Ansprechverhalten - Man muß erst mit dem "Maschinentelegraph" Bescheid sagen, daß beschleunigt werden soll - und ein sehr schlechter Wirkungsgrad, da sich ein Teil der Gassäule auf seinem Weg durch den Ansaugkanal an der Wandung niederschlägt. Selbstfüllungseffekte durch Resonanz sind komplett ausgeschlossen.
Eine Vespa verbraucht durchschnittlich das Doppelte eines gleichstarken "normalen" Moppeds mit gleichem Hubraum. Und das, obwohl sie Drehschieber gesteuert sind.

Timos 200er mit 5 Litern ist die Regel. Das hat mein Renault 5 auch gebraucht. Mit 50 PS und 1 Liter Hubraum.

In den letzten 15,000 Kilometern, bin ich mit einer 1978er Yamaha TY 50 unterwegs. Ich hab die aus Teilen der SS, RD, DT dieser Serie "gewürfelt".
Dazu ein 80er 5-Gang-Block mit Nogouchi "Renn"-Nikasilzylinder, 4-Klappenmembran (symmetrisch), 20er Mikuni Vergaser, K&N Luftfilter und Nogouchi Resonanzauspuff.
Das Ding geht von unten heraus und schafft 104 Km/h (geeichter Tacho).
Verbrauch: 2,5 Liter. Wenn ich nur "Halsgestört" durch die Stadt "hacke", schaff´ ich sogar 3 Liter. Darüber würde ich nach einem Benzinleck suchen.
Arbeit? Ab und zu Kolbenringe gewechselt, einmal Zündung nachgestellt. Gerade hinten wieder für Bremswirkung gesorgt. Ansonsten nur normale Wartung. Meistens steht sie bei jedem Wetter draußen.
Gewicht: 73 Kg, die man einfach so um die Kurve "klappen" kann. Roller sind da nur Opfer (aber das sagt jetzt der 15 Jährige in mir).

Schön auch der Hinweis auf die saubere "Entgratung" der Karosserie der Vespa. Es macht schon viel Freude, mal den Vergaser aus und einzubauen. Das, was da in dem Fach so matschig rumschwimmt, ist übrigens das niedergeschlagene Gemisch, was im Stand zurückläuft. Oder eine regelmäßig auftauchende Undichtigkeit (Schwimmerkammerdeckel verzieht sich) der Dellorto-Gasfabrik, die sie Vergaser nennen.

Ich habe mal fast 40 gebrauchte Kurbelwellen aussortiert, weil sie schlugen. Da ich aber eine benötigte und das Ganze etwas unfassbar erschien, habe ich sie in die Drehbank gespannt, in der Absicht, sie zu richten.
Vielleicht könnt ihr euch meine Augen vorstellen, als ich feststellte, daß die nicht verdreht waren, sondern die Abstände der Kurbelzapfen zum Hubzapfen auf beiden Kurbelwangen unterschiedlich sind. Die können von Haus aus nicht rundlaufen. Da spielt es auch keine Rolle, ob die Welle aus einer Ciao, Blechroller oder TPH und Co stammt. Damit´s trotzdem geht, verbaut Vespa Kurbelwellenlager mit C5-Toleranz.
Kreidler, Victoria, einige F&S: Schulterlager mit Nullspiel-Einstellung.
Fast alle anderen C3 (Bei Betriebstemperatur dann spielfrei).

@Timo. Der Händler hat nicht gelogen. Er kann da nichts tun. Du nimmst drei Neuteile, und nur eins funktioniert, oder keines. Das bezahlt niemand.
Ich bin mit einigen Leuten des großen örtlichen Vespa-Händlers (3 mal Europas größter gewesen) befreundet. Auf die Frage, wie die den Kunden erklären, warum das Ding dauernd in die Werkstatt muß, kam die Antwort: Wir sagen immer, daß es ein bedauerlicher Einzelfall ist - auch wenn die Schlange dieser Einzelfälle bis zur Ladentür reicht. Die Macht des Markennamens und der Wunderglaube ans "italophile" verkauft die Dinger. Die Kunden schlucken das einfach. Der Chef hat, als er anfing, die Doktrin aufgestellt: Jeden Tag steht ein Dummer auf. Wenn wir den in den Laden lotsen, ist alles gut. Dauerhafte Zufriedenheit und Kundenbindung war ihm egal. Das letzte, was er gemacht hätte, ist selbst eine Piaggio anzuschaffen. Noch nichtmal zum Angucken. Ich hab ihn übrigens selbst gut kennengelernt und direkt mit ihm über sowas gesprochen, da wir uns mit unserer verschiedenen Ausrichtung gut ergänzten.
Nicht selten habe ich für ihn Teile aufgearbeitet, da der Satz Neuteile in seinem Lager nicht zu gebrauchen war. Dafür habe ich von seinem Einkaufsbonus profitiert, da Piaggio Ersatzteile nach "DDR" System produziert und verteilt.
Einmal waren 300 Kaskaden für TPH 50 für Deutschland im Rückstand (ewig kaputt durch Stürze, oder Diebstahlversuch). Geliefert wurde eine!.
Ich hab sie bekommen.
Wenn ich dem Kunden wochenlang erzähle, daß er damit nicht zur Arbeit kommt, weil Vespa nicht liefert, glaubt er mir das nicht - ein so bekannter Hersteller macht sowas ja nicht - und am Ende kommt er nicht wieder. Eine Spitzen-Geschäftsgrundlage.

Während meiner gewerblichen Zeit ist Piaggio 4 mal stillschweigend pleite gegangen. Grund war nicht der mangelnde Absatz, sondern die exorbitanten Garantiekosten. Weil der Name "Gold" wert ist, gab es immer sofort neue Investoren. Einmal wollten die Amerikaner kaufen, um einen großen Schritt auf den (weltweiten) Zweiradmarkt zu machen. Nach eingehendem Studium haben sie abgelehnt, da nirgendwo ein ausreichender Qualitätsaspekt zu finden war. Sie hatten Angst, sich damit gleich in die "Nesseln" zu setzen.
Vespa hat dann versucht, in USA selbst Fuß zu fassen. Ergebnis: die letzte Pleite, die ich miterlebt habe. Danach hatten die Familie Agnelli noch 10 %, die Amis haben ihre 10 % behalten (man weiß ja nie) und 80 % gingen an eine Holding, die der deutschen Bank gehört.

Nun fang ich doch an, daß Buch zu schreiben. Hilfe...

Frank. Wenn du den Bowdenzug abgelängt hast, verlöte das Ende. Dann zerfasert da nichts. Mache ich grundsätzlich. Erspart viel gefummel, auch später.
30 Watt Kolben reicht schon. Besser aber was mit 50 Watt, oder mehr. Wichtig ist, daß das Lot "durchgeflossen" ist.

Schönen Tach noch, Arnulf.

edit: Rechtschreibung, vergessene Worte.


- Frank - 17.06.2009

´

Hallo Arnulf,

der Bowdenzug zerfasert vorne, da wo er in den Hebel eingehängt wird. Da ist nichts mit löten.

Ich kenne einige Rollerfahrer, die sich so ein Ding zum Spaß oder Sprit sparen angeschafft haben. Darunter sind auch Piaggio- Besitzer mit allem was so zum Konzern gehört. (Sfera, Hexagon, Gilera Runner) Von einer derartigen Häufung von Problemen habe ich aber noch nicht gehört.

Auch Teile für meine Pflegevespa hat der Händler entweder vorrätig oder beschafft sie kurzfristig. Das ist bei Honda auch nicht besser, nur teurer.

Zustimmen muß ich bei der Aussage zur Treibsatzschwinge. Das ist wirklich die beste Methode, möglichst viel Masse vor die Federung zu bekommen. Man muß aber berücksichtigen, dass die Vespa aus der Not heraus geboren wurde. Piaggio produzierte ganz am Anfang Schiffe und Eisenbahnwaggons, danach Flugzeuge. Nach dem zweiten Weltkrieg war das Werk zerstört, auch bestand kein Bedarf mehr an Flugzeugen. So wurde in den Trümmern ein neues Produkt unter primitivsten Bedingungen entwickelt: Die Vespa. Das da mancher Kompromiß geschlossen -oder das ganze Vehikel ein großer Kompromiß wurde, ist irgendwie normal. Dafür kann man ein Rad ohne große Probleme wechseln, was damals, als es noch mehr Plattfüße gab, ein echter Vorteil war. Aber das ist nun 60 Jahre her.

Die Problem mit dem Vergaserausbau scheint sich auf die 50er zu beziehen, bei der 125er kommt man halbwegs gut dran. Auch zieht die 125er recht gut, ich meine sogar, sie hat mehr Drehmoment als mein Spacy. Aber das kann auch an der manuellen Schaltung liegen, die Keilriemenautomatik bügelt manches weg. Zudem ist die Vespa ziemlich laut und vibriert, was auch Leistung suggeriert.

Seltsamerweise halten sich bei Fahrzeugen solche einfachen Behelfslösungen oft länger als modernere und bessere Konstruktionen. Käfer und Ente beweisen das bei Autos, und die Vespa ist ebenso ihr eigenes Denkmal. Eingestellt wurde sie nicht wegen mangelnder Nachfrage, sondern wegen fast unlösbarer Probleme mit der Abgasreinigung. Darum gibt es außer in der Schnapsglasklasse kaum nach Zweitakter, was ich eigentlich gar nicht schlecht finde. Ich kann mich noch an meine Kinderzeit erinnern, da gab es viele Zweitakter, auch bei den Autos- DKW, Goliath, Lloyd, Goggo usw. Die stanken damals schon erbärmlich. Hätten wir heute die gleiche Abgastechnik und einen vergleichbaren Anteil an Zweiaktern im Verkehr wie in den 1950/ 60er Jahren, könnten wir vermutlich kaum noch atmen.

Aber es wird immer mehr off topic.

Ich muß gleich noch mal wegfahren, da kann ich ja mal sehen,l wie sich die Sache mit der Vespa entwickelt. Womöglich wurde sie ja nur in Solingen neu zugelassen. Andrerseits ist das Mädel seit einem halben Jahr nicht mehr damit gefahren. Mal sehen.

PS: Ein Freund hat sich, um Zeug vom Baumarkt zu seiner Hausbaustelle zu fahren, eine Ape gekauft. Die wird sowas von brutal überladen, dass ich mich nicht trauen würde damit zu fahren. Sie scheint es aber nicht krumm zu nehmen.


- PeZett - 17.06.2009

Zitat:Frank postete
...
PS: Ein Freund hat sich, um Zeug vom Baumarkt zu seiner Hausbaustelle zu fahren, eine Ape gekauft. Die wird sowas von brutal überladen, dass ich mich nicht trauen würde damit zu fahren. Sie scheint es aber nicht krumm zu nehmen.
Hi,

...solange das Vorderrad nicht in der Kurve einknickt....Big Grin

Übrigens: die Ape gibt´s auch mit einem kleinen Dieselmotor.

Gruss


- Araso - 17.06.2009

Frank.
Du meinst oben am Kupplungshebel selbst. Also nicht am Ende des Zuges, sondern neben der angepressten Tonne? Dort, wo er sich walkt?

Da hast du Möglichkeiten. Die Tonnen der Vespazüge sind etwas dicker, als die der "deutschen" Norm (Magura). Du kannst einen mit Maguratonne nehmen und fetten. So kann es sich besser im Griff drehen und walkt nicht so.
Du kannst auch (je nach Griff, gibt auch welche mit kleiner Tonne), einen Zug mit "Birne" nehmen, der dann in einen geschlitzten Zylinder (Nippel) eingehängt wird. Dann hast du noch mehr Beweglichkeit.

Bei der Gelegenheit. Im Werk scheint man Fett bei der Montage der Fahrzeuge zu verabscheuen. Man kann sich viele Probleme ersparen, wenn man das als "vormontierten Bausatz" betrachtet und entsprechend nacharbeitet.

Wenn sich mit der Vespa was anbahnt, nimm mal einen 19er Ringschlüssel und eine 19er Knarre (kann auch 17er sein) mit Verlängerung mit. Schraub mal die Mutter vom Schwingbolzen ab und versuche den Schwingbolzen zu drehen.
Wenn das geht, gut. Wenn nicht, hast du verloren. Dann kriegst du das auch nicht mit einem Pressluftmeißel raus.

Guck dir auch das obere Lenkkopflager an. Wird im Werk auch seltenst gefettet und wird ständig mit Regen gespült, weil offen.
Fahrzeuge, die wirklich gut gewartet wurden, oder vor ca. 1985 gebaut wurden, kann man im Reparaturfall wenigstens auseinanderschrauben. Oft scheitert es schon daran.
Und an alle! Gewinde bei der Montage Fett, bzw. Kupferpaste machen (Bolzen u.a. natürlich auch).

Häufung von Problemen.

Die Häufung kriegt man dann erst mit, wenn man an so vielen rumschraubt, daß man Rückschlüsse ziehen kann. Der Besitzer kennt ja nur sein Fahrzeug (bedauerlichen Einzelfall).
Meist fahren die Scooter ja auch die ersten 10000 Km. Dann geht´s erst richtig los.
Bei Neuverkauf plant der routinierte Vespahändler schon die Reparaturtermine (Ersatzteilbevorratung), da sie absehbar sind.
Meine Kunden waren oft über meine Ferndiagnosen erstaunt. Nach kurzer Problemschilderung habe ich nach Kilometerstand gefragt und hatte in 98% der Fälle schon den Fehler. Man sagt dem Kunden natürlich nicht, das Piaggio nach "Plan" kaputtgeht.
Zwischen 10000 und 20000 Kilometern, steckt man durchschnittlich den Neupreis nochmal für Reparaturen rein (wenn man in die Werkstatt geht).
Bei 20000 (über 80 ccm 27000) Kilometern ist dann Ende. Scheckbuch meistens auch.
Ab und zu funktioniert eine auch mal einfach. Die schaffen dann (mit kleineren Reps) auch meist 70000 Kilometer. Also, wie jeder Japaner oder Taiwanese.

Das bezieht sich auf die Scooter. Das sind die mit dem "Gummibandantrieb" und dem Verschleiß und Verbrauchsfördernden Schlupf im Antrieb.

Bei den Blechrollen (das sei noch nachgetragen), muß man zwischen den PK und PX-Serien unterscheiden. Sind konstruktiv etwas unterschiedlich, aber unter dem Strich tut sich das nichts.

Zum Thema Abgasverhalten (bei 2-Taktern).
Zum einen liegen die Verbräuche bei Rollern eklatant zu hoch, so daß gerade die sehr viel Schadstoffe produzieren.
Der sogenannte Kat ist gar keiner. Es ist in der Regel eine Art Blechwickel im Auspuff, der den Verbrauch durch Wirkungsgradverschlechterung nochmal in die Höhe treibt.
Eine Abgasreinigung ist nur innerhalb der ersten 50 Km messbar, danach kehrt es sich eher um. Das reicht aber für die Strassenzulassung hier.
Ansonsten erzeugen die 2-Takter eigentlich nur CO² als nennenswerten Schadstoff. Dem könnte man mit heutigem Wissen auch noch Abhilfe schaffen, will man aber nicht.
Dann gibt es heute 2-Takt Öle, deren Rückstände zu über 95% biologisch abbaubar sind.
Eigentlich mit die sauberste Möglichkeit, mit Hubkolbenmotor unterwegs zu sein.
Leider wird der Geruch im Hirn des "Denkers" mit Dreck gleichgesetzt. Gerade die Umweltfreundlichen Öle riecht man recht stark.

Bei 4-Taktern ist Abgasreinigung sogar ganz glatt gelogen.
Zum einen wird kaum ein Kat gebaut, der über alle Betriebszustände des Motors funktioniert. Zum anderen wird auch hier der Wirkungsgrad verschlechtert und damit der Verbrauch in die Höhe getrieben. Damit also erstmal mehr Schadstoff produziert. Wenn man das dann noch im Zusammenhang mit bleifreiem (also Benzolhaltigem) Benzin betrachtet, stellt man fest, daß zwar die Kennzeichnungspflichtigen Anteile reduziert werden, dafür aber hinten ein Giftcocktail (nicht kennzeichnungspflichtig>Politik) herauskommt, der vom allerfeinsten ist.
Wir haben 1964, nachdem die Giftigkeit von Benzol (nach Dioxinen das zweitgiftigste, was wir haben) erkannt wurde, dieses verboten und durch das auch, aber mindergiftige Blei, ersetzt.
Nun haben wir wieder Benzol. Man könnte mit heutigem Wissen auch auf beides verzichten, aber dann könnten wir an der Tankstelle kein "dreckiges", billiges Benzin mehr verkaufen.

Und da sind wir am Punkt. Man könnte jeden Stoff "Schadstofffrei" verbrennen, wenn man ihn ideal verbrennen kann.
So ist der logische Ansatz erstmal der Treibstoff selbst.
So haben Anfang der 90er die führenden Industrienationen 6 führende, unabhängige Institute beauftragt, den idealen Treibstoff zu erforschen.
Sie sind alle zum gleichen Ergebnis gekommen.
Heraus kam ein magnetisch behandelter Alkohol, der sich an die Kohlenwasserstoff-Moleküle anlagert, und diese zu 8-kettigen Molekülen durch Potenzialausgleich der Brückenbindungen "zusammensetzt".

Ich durfte beim abschließendem Feldversuch mitmachen.
Ergebnis:
Verschleiß wurde vernachlässigbar, da Lebensdauer des Fahrzeugs geringer als Motorstandzeit.
Verbrauch durchschnittlich (von Kerosin bis Diesel über Benzin) unter 50% des vorherigen Verbrauchs. In bestimmten Fällen sogar 70% Reduzierung.
Man hat es auch schon daran gemerkt, daß die Betriebstemperatur (im Auto / Boot) auf ca. 40° sank, da viel weniger Energie in Reibung und schlechte Verbrennung (Explosion statt Abbrennen einer Flammfront) umgesetzt wird.

Natürlich hat weder Politik (Mineralölsteuern), noch Wirtschaft (Sachen sollen verschleißen) noch Dienstleistungsgewerbe (Werkstätten leben von Schäden) irgendein Interesse an der Verbreitung dieses Zusatzes.

Ich hatte ein originales, als Geheim gestempeltes Gutachten darüber, bis ich es verliehen und nie wieder bekommen habe.

Das wäre heute Sprengstoff und ärgert mich unheimlich, daß es weg ist.
Der Testname des Zusatzes war "Initren". Da kann man sich totgooglen. Man findet nichts. Naja, die Geheimhaltung war wichtig. Das Gutachten hätte ich auch nie haben dürfen. Das hat mir ein Direktor der Treibstoffentwicklung bei Shell besorgt, der gerade in den Ruhestand ging, und dem ich versprechen musste, daß ich ihn "nie gesehen" habe. Er würde alles abstreiten müssen, da er auch im Ruhestand zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.

Für die Teilnahme am Feldversuch musste man keine Hintergrundinfos haben, und eigentlich haben daran auch nur "Dienstverpflichtete" dran teilgenommen.
Meine Neugier und meine Kontakte hatten zu meiner Teilnahme geführt. Die haben da nicht rumgefragt, oder Leute gesucht.

Eine Riesen Sauerei, was da heute abgeht. Aber bei 12 % Schadstoffanteil der KFZ weltweit, wird hier 100% der Lösung versucht. Wer da glaubt, irgendwer von denen hätte Interesse an wirklichem Umweltdenken...........

Ist zwar irgendwo auch schon ein bischen Offtopic, aber lag mir am Herzen.
Und hätte ich dieses blöde Gutachten (komplette wissenschaftliche Ausarbeitung mit Auftraggebern, Hintergründen und nachprüfbaren Ergebnissen) noch, wäre es eine große Herausforderung für mich, dieses an die ganz große Glocke zu hängen.

So haben wir immerhin hier und da (z.B. sogenannte Leichtlauföle, Helix) einen kleinen Nutzen von den Erkenntnissen.

So "stinke" ich mit meiner alten Zwiebacksäge weiter gegenan, denn eine noch bessere Verbrauchs / Schadstoffbilanz kann mir in der Realität niemand (mit Verbrennungsmotor) vorlegen.

So, der Bogen wieder zum Thema Moppeds.

Viele Grüße, Arnulf.

P.S. Ich fahre aus den Gründen ausschließlich Shell-Benzin und zwar das V-Power Racing (bekloppter Name, müßte "Nahezu-Sauberbenzin, umweltschonend heißen).