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BT-309A??? - Druckversion

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BT-309A??? - snzgl + - 16.11.2021

Habe dieses Thema auch schon im Radiobastlerforum gekostet. Vielleicht weis ja hier jemand mehr darüber. 

Vor einiger Zeit habe ich mir dieses kleine Gerät mal gegönnt. Eher aus Neugier, denn für ca. 25 Euro kann es nichts besonderes sein.
Vielversprechend die Beschreibung:

FM-Radio
Aux-Eingang
Bluetooth 
USB Steckplatz
SD-Kartenleser
2 Mikeofonanschlüsse mit Echofunktion
Stromversorgung 12V und eingebautes Netzteil
Eine schwenkbare Teleskopantenne ist ebenfalls vorhanden, sowie Lautsprecheranschluss und eine Fernbedienung. 
Ist etwa so groß,  wie ein Din-Autoradio.
Die erste Inbetriebnahme war aber schon ernüchternd.

Stromversorgung über Netz geht, Sendersuchlauf und Speichern auch. Bei der Frequenzanzeige scheinen die unteren LED-Segmete zu fehlen.
Klang ist über RFT-Boxen nicht einmal so übel .
Bluetooth,  Kartenleser und Aux gehen auch. Mikrofon habe ich noch nicht probiert.
Was den guten ersten Eindruck sehr schmälert, ist die Lautstärkeregelung. Im ersten Viertel des Regellbereiches passiert nichts, dann setzt etwa Zimmerlautstärke ein. Könnte besser gelöst sein, besonders im unteren Bereich.
Könnte ja ein schönes Partygerät für kleine Feiern im Garten oder  Camping sein. Allein schon wegen seiner Variablen Stromversorgung und der vielseitigen Anwendung.
Kennt vielleicht jemand dieses Gerät? Ist der besagte Fehler "serienmäßig"?
Wünschenswert wäre DAB+ sowie ein AM/KW-Bereich. Dann würde das Ding aber bestimmt weit mehr als 25 Euro kosten.


Hier ist das Gerät:

https://www.ebay.de/itm/Digitaler-Bluetooth-Audio-Leistungsverstaerker-Mini-HIFI-Audioverstaerker-BT-309A-/124769938117?mkcid=16&mkevt=1&_trksid=p2349624.m2548.l6249&mkrid=707-127634-2357-0

Groß Gerald



RE: BT-309A??? - kaimex - 17.11.2021

Guck mal hier:
https://www.amazon.de/Bluetooth-Endverst%C3%A4rker-Stereo-Digital-BT-309A/product-reviews/B07V8GQF3B

MfG Kai


RE: BT-309A??? - snzgl + - 17.11.2021

Gut, es war ja nicht gerade ein großes Vermögen, welches das Gerät gekostet hat. Trotzdem möchte ich kein zweites kaufen um festzustellen, dass der genannte Fehler "serienmäßig" ist. Sonst wäre es ja ein schönes kleines Gerät für die Hobbyecke. Abgesehen von den sagenhaften 800 Watt. 2 x 7 Watt reichen ja für den Hintergrund, wenn man nicht gerade das Ostseestadion oder die Alianzarena beschallen will Smile) .


RE: BT-309A??? - Lösungen - MarkF - 11.09.2025

Vielleicht zu spät, aber ich habe das Gerät jetzt erst erhalten. Und vielleicht freut sich der eine oder andere über die beschriebene "Tuning"-Beschreibung.
 
Mein Gerät nennt sich BT-309A-B, die Haupt-/Verstärkerplatine heißt ebenso und datiert von 2021.7.26. Die Platine mit den Potis an der Front datiert ebenso und heißt BT-309A-Y und die Digitalplatine darüber heißt BT-309A und datiert vom 2020.12.14.
 
Die zu hohe Mindestlautstärke ist auch hier zu beanstanden, dies aber nur sekundär. Hauptsächlich hat mich gestört (nachdem das Netzbrummen der früheren Versionen nicht mehr vorhanden ist - das hatte ich nicht wegbekommen und daher das Gerät zurückgegeben), daß die Lautsprecher beim Einschalten sehr heftig ploppen und auch beim Ausschalten reichlich Lärm machen. 
 
Hauptsächlich rührt dies von der Digitalplatine her. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, deren Schaltung zu analysieren und da über eine Lösung zu grübeln. Denn das Verstärker-IC TDA7266 (mit 2x7W in der Tat meilenweit von den versprochenen 2x400W entfernt ;-) - aber für normale Räumlichkeiten völlig ausreichend) hat Mute- und Standby-Anschlüsse. Im Datenblatt ist auch eine Applikation für "ohne uC" - aber die Chinesen haben sich nicht daran gehalten. Stattdessen haben sie beide Anschlüsse - Pin 6 und 7 - zusammen über 10k (R12) an Vcc gelegt und 10u gegen Masse geschaltet. Diese Werte genügen bei weitem nicht, um das Unmute lang genug zu verzögern. Ich habe analog des Vorschlags des Datenblatts parallel zum 10u einen R 47k gelötet und R12 - 10k - durch 100k ersetzt. Damit war beim Einschalten Ruhe.  
 
Nicht geholfen hat dies gegen den Lärm beim Ausschalten. Der vom Trafo bzw. Schalter herrührende Ausschaltknacks selbst ist hinnehmbar und kaum zu beseitigen. Aber alles andere bekommt man weg, indem man Mute/Standby von Vcc entkoppelt und mit einer eigenen Spannung versorgt, die nicht wie Vcc über den Netzteil-Elko 3.300u "langsam" abbaut. Dazu habe ich von den beiden AC-Anschlüssen des Trafos und von dem externen 12V-Anschluß jeweils eine 1N4148 mit der Kathode zusammengeführt, also eine "parallele" und nicht gepufferte Vcc erzeugt. Hieran habe ich den neuen R12 - 100k - angeschlossen. Und Ruhe ist. Den 47k-R habe ich auf der Unterseite vom Pluspol des 10u nach Masse gelegt, weil dies am einfachsten zu löten war; der Rest ist auf der Oberseite "fliegend" ausgeführt.
 
Gegen die zu große Mindestlautstärke hilft leider nicht die Zweckentfremdung des Mute-Eingangs. Das wäre sehr elegant, aber leider nehmen ab einer gewissen Absenkung die Verzerrungen drastische Züge an. Also war das einfachste, auf der Hauptplatine, vor dem Einspeisen von L und R in den TDA7266, je einen Spannungsteiler aufzubauen. Ich hatte gerade vom Schrott ausgelötete 6k8 und 3k3 zur Hand und damit war das Ergebnis o.k. * Um bei evtl. Änderungen nicht die Platine ausbauen zu müssen habe ich einfach die Drahtbrücken J6 und J7 neben dem Kabelanschluß (ist kein Stecker, das Kabel ist nur auf der Digitalplatine gesteckt) geöffnet und die 6k8 q&d dazwischengelötet, die 3k3 zusammengeführt und mit einem Stück Draht mit dem Masse-Anschluß der "benachbarten" Cinch-Buchse verbunden. Alles, wie auch die Mute-Lösung, wie gesagt q&d, ohne große Sorgfalt, Aufwand und Anspruch auf Perfektion gefrucktelt und gelötet, ich hatte keine Lust, mehr Zeit als unbedingt nötig dafür aufzuwenden.  
 
Ein Schaltplan dürfte für diese banalen Änderungen nicht erforderlich sein; wer mit der verbalen Beschreibung Probleme hat wird auch einen Schaltplan nicht verstehen und sollte die Operation einem Versteher überlassen. Aber zur Visualisierung habe ich drei Fotos angefertigt und beigefügt.
 
So verbessert ist das Gerät gar nicht mal so schlecht. Radio, BT, USB, SD und Cinch-Eingang - schon universell. Klangeinstellung funktioniert (im Gegensatz zum älteren Modell) auch. Da hatten wir früher, in meiner Jugend, schlechtere Krawallkisten. Und wenn man das alles selbst bauen wollte käme man ganz sicher deutlich teurer weg.
* Für Radio war die Absenkung nicht ausreichend. Ich habe daher zunächst die 6k8 durch 10k und dann durch 15k ersetzt und schließlich noch einen Balance-Einsteller eingefügt. Die 15k wurden zu 22k und die 3k3 nach Masse habe ich durch ein Poti 10k lin ersetzt (also dessen äußere Anschlüsse anstelle der 3k3 an die 22k gelötet), dessen Schleifer auf Masse liegt.  Nicht perfekt aber eben q&d-funktional. Bedient wird es von hinten durch die - von hinten gesehen - linke Bohrung für die linke Befestigungschraube des Lautsprecher-Terminals; ich wollte das Gehäuse unverändert lassen (ein einfaches Zweckentfremden der nicht benötigen Mikro- und Echo-Regler scheitert daran, daß es sich - natürlich - um logarithmische Potis handelt, die außerdem - natürlich - einseitig auf Masse liegen; natürlich könnte man eines der Potis ersetzen und die Masseverbindung trennen, aber das erschien mir zu Beginn zuviel Aufwand zu sein - andererseits war die nachfolgend beschriebene Lösung auch nicht wirklich wenig Arbeit, ex post betrachtet wäre das Ersetzen einer der beiden Potis nebst fliegender Neuverdrahtung wohl einfacher gewesen). Das Poti habe ich mit einem entsprechend gefruckelten Halter auf die Platine geklebt und da es sich um ein kleines Ausschlachtpoti mit geschlitzter Stummelachse handelt konnte ich die Bedienachse von hinten einführen und einkleben; bei einem normalen Poti würde ich die (Kunststoff-) Achse passend auf ca. 2mm abdrehen, im Bereich der Bohrung etwas weniger, um Verkantungen zu vermeiden, und die Poti-Achse mit ausgebauter Platine von innen einführen und danach, mit eingebauter Platine, das Poti mit Halter passend aufkleben.
Insgesamt habe ich so doch viel mehr Zeit hineingesteckt als ich eigentlich wollte und vielleicht gerechtfertig war; andererseits wäre das Gerät andernfalls nie zum Einsatz gekommen. Aber es hat sich gezeigt, daß man auch im Zeitalter der Mikro-Mikro-Mikroelektronik und black-box-uC-Steuerungen als Elektronik-Bastler suboptimale Industriekonstrukte doch verbessern kann.