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Kassettendecks für Reparaturprofis - Serienfehler und mehr (Anfänger Finger weg!) - Druckversion

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Kassettendecks für Reparaturprofis - Serienfehler und mehr (Anfänger Finger weg!) - SonyKassette - 06.04.2020

Mein Gedanke aus einem anderen Thread ist obiges Thema.
Kopie meines Beitrags aus dem anderen Thread:


Vielleicht sollte man mal eine "Vorsicht! - Diese Decks sind
nur für Reperatur-Profis" Liste mit Kassettendeck erstellen, wäre
vielleicht gerade für Neueinsteiger hilfreich.
Ich dachte einfach nur an potentielle Frustvermeidung bei der Liste. Damit man nicht versehentlich die Katze im Sack kauft.
Es wäre also schön, wenn ihr mit ei paar Deck beisteuern könntet. Ich Fang mal an:
Hersteller: Sony
Modell: TC-K 520
Jahr: 1990
Fehlerbeschreibung: Es gibt unterschiedliche Fehler. Bei 3 von 3 von mir erworbenen Decks waren das: Laufwerksmechanikfehler, meistens ist der Motor am Ende, Steuerungsfehler (Laufwerkssteuerung), kompletter elektrischer Defekt (Gerät reagiert auf nichts mehr, Display zeigt wirres Zeug an)


- Captn Difool - 06.04.2020

Zwei Decks mit typischen Fehlern, die nicht alle gleichzeitig kommen müssen, aber nicht individuell, sondern exemplarisch sind.

  1. Kenwood KX-1100HX. Probleme mit Wickelmotor, Assistmotor, Assistkontakte, Bandzug, Idler bei älteren Modellen. Schlechter Guß der linken Schwungmasse -> Gleichlaufprobleme.

  2. Yamaha KX-670. Play Taste muß getauscht werden, hat oft falschen Widerstand und stattdessen kommt Vorwärtsspulen. Kassettenfachmechanik falsch konstruiert und verschleißt, sitzt dann schief. Widerstand zwischen Spannung und Capstanmotor verliert inneren Kontakt -> starke Gleichlaufschwankungen. Capstanmotor anfällig, Gleichlaufschwankungen. Geht gegen passenden Mabuchi zu tauschen.
An die Revox-Decks B710 und B215 sollten ohnehin nur Profis ran. Besonders das B215 kann viel Probleme mit der Steuerelektronik haben. Auch die Wickelmotoren sind nicht ohne.


- Gyrator - 07.04.2020

Naja.....Profis sind ja in der Regel immer die welche professionell tätig sind also demnach gewerbliche (Unternehmer). Von denen hat auch nicht jeder ausreichend Erfahrung.

Also Profi muss es wirklich nicht sein, da zählen Dinge wie Fähigkeiten und Wissen und haben eine besondere Rolle. Schulungen gibt es da sicherlich keine mehr, welche von den Angestellten bzw. vom Betreiber der Werkstatt in Anspruch genommen werden könnte.

In den Foren treiben sich aktiv auch selten Profis rum, die schöpfen dann eher im Geschäftsinteresse ab. Dennoch gibt es zahlreiche private Hifi-Technik interessierte, die entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Erfahrung, für eine ordentliche Reparatur bzw. Überholung mitbringen.

Gruß

Thomas


- hyberman - 07.04.2020

Eigentlich kann man diese Liste endlos fortführen. Bringt aber aus meiner Erfahrung her nichts.
Ich kann die Tapedecks kaum noch alle aufzählen, an denen ich Reparaturen durchgeführt habe und ich meine nicht nur Riemen-oder Motorentausch. Da waren schon echt knifflige Sachen dabei und auch die unmöglichsten Fehler.

Die schlimmsten Decks darunter waren die Harman Kardon CD 491....die oft Totalschaden haben, wegen dem aggressiven Kleber an den Elkos im Netzteil. Das Zeug frisst sich durch Leiterbahnen und Bauelemetebeinchen. Auch das Alpine AL 85 ist so ein Kandidat, den ich nicht gern auf meinen Tisch habe. Ähnlich verhält es sich mit dem Onkyo TA 2070.....der Backofen schlecht hin. Die entstehende Hitze in der Netzteilsektion lässt die Kondensatoren sterben, erschwerend dazu kommt die sandwichbauweise der Platinen.

Oft auch erlebt....Bastler an Pultdecks aus den 70s. Die werden gern mal kaputt repariert aus Mangel an Verständnis für die Mechanik. Oft ist die Mechanik eben nicht 08/15....da muss man sich schon etwas Zeit nehmen, um alles zu verstehen. Dabei hilft leider nicht immer das Service Manual, da sie entweder nicht verfügbar sind oder nicht detailreich genug.

Es gilt auch hier. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber Erfahrung ist viel wert und die benötigt viel Zeit! Welche Fachwerkstatt kann sich viel Zeit für eine Reparatur leisten? Das ist nicht wirtschaftlich.


- Baruse - 07.04.2020

Ich halte den Thread ebenfalls für nicht zielführend.
Wir sprechen über Geräte, die zwischen 25 und 50 Jahren alt sind.
Mit jedem weiteren Jahr steigt die Wahrscheinlichkeit, daß etwas auftritt, was bis jetzt noch kein Problem war.
Man kann dies auch nicht zwingend an bestimmten Modellen festmachen.
Im Prinzip hat aber Thomas schon alles dazu gesagt.


- Ragnar_AT - 07.04.2020

Es gibt schon simplere und kompliziertere Laufwerke, das muss man ehrlich sagen. Technics RS-M2xx sind zum Beispiel nicht besonders servicefreundlich. JVC sind noch schlimmer, beim KD-A7 hab ich nicht einmal Riemenwechsel ohne SM geschafft.


- SonyKassette - 07.04.2020

Ich musste auch mal an einem Pioneer CT337 (jedenfalls das einzige der 3er Serie ohne ALPS Standard LW) den Riemen wechseln. Damals hatte ich noch wenig Erfahrung und hatte das dann nicht geschafft. Das LW war auch irgend so ein billg Laufwerk, da waren 3 Millimeter teilweise Kupermuttern statt Schrauben verbaut. Die waren so weich, die hat man dann nicht wieder fest angeschraubt bekommen. Auch die Andruckrolle sollte man wohl nicht tauschen können. Das war auch sehr Serviceunfreundlich.


- Joseph von Arimathäa - 07.04.2020

SonyKassettenkaiser,'index.php?page=Thread&postID=256933#post256933 schrieb:Hersteller: Sony
Modell: TC-K 520
Jahr: 1990
Fehlerbeschreibung: Es gibt unterschiedliche Fehler. Bei 3 von 3 von mir erworbenen Decks waren das: Laufwerksmechanikfehler, meistens ist der Motor am Ende, Steuerungsfehler (Laufwerkssteuerung), kompletter elektrischer Defekt (Gerät reagiert auf nichts mehr, Display zeigt wirres Zeug an)
Der Capstanmotor (MMI-6S2LK?) verschleißt leider, ja. Aber das ist überhaupt nicht modellspezifisch; solche Motoren stecken in sehr vielen "einfacheren" Decks der 90er; bei Sony m. W. in allen Decks außer den direktgetriebenen ES-Modellen. Kann man ersetzen und manchmal sogar reparieren.

Laut Serviceanleitung hat das TC-K520 das TCM-200-Laufwerk. Andere Varianten dieses Laufwerks findest du in den meisten neueren Sony-Decks oberhalb der Plastikklasse. Auch die großen direktgetriebenen ES-Decks ab dem TC-K750ES bauen auf dem TCM-200 auf; ich sehe eigentlich keine Hinweise darauf, daß das Laufwerk eine Fehlkonstruktion sein könnte. Wenn das Deck die verschiedenen Funktionen nicht mehr ansteuert und ggf. auch die Cassettenklappe nicht mehr öffnet, liegt das oft nur am Servoriemen, der u.a. den Kopfschlitten steuert. (Für die Klappe gibt es einen separaten Motor, aber wenn der Kopfschlitten feststeckt, gibt das Laufwerk u.U. die Klappe nicht frei.)

Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob du Standardprobleme wie den Servoriemen bei deinen Exemplaren schon geprüft und ausgeschlossen hast. Aber jedenfalls bin ich nicht so sicher, ob man anhand solcher Einzelfälle wirklich schon ein Urteil über das Modell sprechen kann.

Andererseits sind die beschriebenen Fälle an sich interessant; das Thema scheint also zu resonieren Smile Vielleicht wäre aber ein anderer Threadtitel passender: sowas wie "Sammlung schlechter Erfahrungen beim Reparieren von Decks".


- SonyKassette - 07.04.2020

Zitat: Laut Serviceanleitung hat das TC-K520 das TCM-200-Laufwerk. Andere
Varianten dieses Laufwerks findest du in den meisten neueren Sony-Decks
oberhalb der Plastikklasse.
Laut Service Manuals gibt es verschiedene Versionen dieser LWs. Das TC K 520 hatte die erste. Gut möglich das in späteren Versionen da noch einige Kleinigkeiten verbessert wurden.


Zu den Problemen mit den 520ern:
520, das erste:Mein erstes 520 hatte einen kreischenden Motor, ein neuer Riemen half eine Weile, dann hatte nach einem halben Jahr der Kopfschlitten irgendwie einen meschanischen Fehler, das er immer öfter an der Kassette angestoßen, und dann immer erst mit einem lauten Knacks die Köpfe in Endposition hatte. Ich weiß bis heute nicht, wo das Problem herkam, ich hatte da nichts gemacht. Dann hatte das Decks ein erstaunlich hohes Grundrauschn, egal welche Kassette drin war und eine Art intergrierten Bass Boost.
noch mehr Details hier:
http://www.hifi-forum.de/viewthread-26-20266.html

520, das zweite:

Das funktionierte und funktioniert immer noch soweit, allerdings braucht die Steuerung meistens mehrere Anläufe bis die Köpe oben sind. Riemen und Andruckrolle sind neu.
520, das dritte:Das war elektrisch komplett hin, siehe hier:
http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=185&thread=268&postID=2906#2906
Und andere hatte wohl auch Probleme mit dem Modell:
http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=185&thread=268&postID=662#662
http://www.hifi-forum.de/viewthread-220-7916.html
Ich habe noch zwei 611S, zwei 590er ein 570 (da müssen noch neue Riemen rein) und ein anderes 570, aus dem ich zusammen mit dem dritten 520er folgendes gemacht habe:
Das Deck besteht aus:

Alu Front - TC K 520 (musste passend gesägt/gebohrt werden)
Laufwerk - TC K 520
Schallkopf - TC K611S

der Rest (Gehäuse, Platine, Trafo, etc) - TC K 570
[attachment=31899]
[attachment=31900]

[attachment=31901]
Mal ein bisschen "Used-Look" thumbsup


- DOSORDIE - 07.04.2020

Dual C839 RC

Das Laufwerk ist mechanisch eigentlich hervorragend und simpel aufgebaut, aber die Plastikteile sind eine Katastrophe, die Wickelteller bekommen durch die Ausdünstungen der Gummiriemen Einfraß und dann halten die Riemen nicht mehr ohne Weiteres, auch wenn man die Teller neu ausrichtet. Bei meinem habe ich einen passenden Riemen gefunden, der Ersatzriemen mit den Originalmaßen hält nicht richtig.

Die Plastikteile für die Wickeldorne quillen irgendwann auf und die „Muttern“, die die eigentlichen Wickeldorne sind, bleiben dann an den Plastikteilen hängen und schnappen nicht mehr in die Wickelkerne der Cassette zurück, sodass ein zuverlässiger Bandtransport nicht mehr möglich ist und die Vorteile des blitzschnellen Einlegens nicht mehr gegeben sind. Außerdem werden die Stangen für die Wickeldorne von hinten nur von 2 Plastikscheiben gehalten, die irgendwann ausleiern wodurch die Stangen immer mehr Spiel bekommen. Ein erneutes Andrücken bessert das Problem nur für 2 bis 3 Stunden bis die Scheiben wieder zu weit hinten sind. Ich habe in die linke Scheibe schon ein Loch gebohrt um eine Schraube durchzuführen, aber selbst da verliert die Scheibe zwar langsamer aber auch stetig an Spiel, wodurch man nach einigen Stunden wieder das Gerät öffnen muss. Rechts ist mir sowieso noch keine Lösung eingefallen, Löcher bohren ist dort nicht möglich weil die Scheibe gleichzeitig die Führung für den Zählwerksriemen ist und der dann nicht mehr aufzulegen wäre. Außerdem funktioniert das Spulen bei gelockerten Wickeldornen nur noch halbwegs gut, weil der abwickelnde Spulenkern nicht mehr gebremst wird und es so zumindest beim direkten Wechsel von Spulen auf Play zur Schlaufenbildung kommt. BASF Echtchrom kann das absolut nicht leiden, wenn man das damit ein paar mal macht, löst sich die Magnetschicht vom Träger, das Band kann man dann entsorgen. Das Gerät macht Spaß WENN es funktioniert, auch klanglich hervorragend, aber unter den Umständen wird es jetzt auf jeden Fall ausgemustert :-(

Grundig CF 7500

Das antreibende Zahnrad für das Schaltrad und das Idler sind aus einem Material, das immer kaputt geht und sich komplett auflöst. Wenn ihr ein Gerät bekommt, das beim Anbieter noch läuft, woran aber Nichts gemacht wurde, könnt ihr sicher sein, dass es innerhalb der nächsten 2 bis 3 Schaltvorgänge und spätesten nach etwa 1 1/2 Cassetten ratsch macht und dann geht gar nix mehr. Lasst euch nix erzählen, die Zahnräder sind IMMER kaputt. Das ist aber nicht das Problem, denn das Laufwerk ist sehr servicefreundlich und lässt sich mit 3 Schrauben lösen. Da Alles gesteckt ist, hat man es nach wenigen Minuten ausgebaut und man kommt auch gut an Alles dran.

Das Problem hier sind die Köpfe und zwar Lösch und Wiedergabekopf. Die Löschköpfe sehen eigentlich immer ziemlich abgenutzt aus, dem Aufnahme und Wiedergabe ALPS Kopf sieht man seine Abnutzung meist nicht an. Ich hatte jetzt 3 Geräte. Bei Zweien gab es massive Kanalungleichheiten bei der Wiedergabe, wobei der rechte Kanal immer deutlich zu leise war. Bei einem war die komplette linke Seite einfach weg, da war nur Rauschen. Die Aufnahme ist dann auch betroffen. Eine Einmessung mit Typ IV Band war bei einem der Köpfe z.B. Nicht mehr möglich, weil ein Kanal deutlich leiser und dumpfer war, als der Andere, mit Typ I und II ging’s aber noch. Ein Kopf, der noch wiedergabeseitig funktioniert, ist aufnahmeseitig vielleicht schon hin. Ich habe durch einen Freund zufällig passende Köpfe bekommen, Einer war neu, das komplette Gerät lief nach dem Einbau perfekt, die Anderen beiden waren gebraucht.

Beim zweiten CF mit dem toten Kanal habe ich dann einen der gebrauchten Köpfe eingebaut und auch der hatte das gleiche Problem (linker Kanal komplett tot), die Elektronik hab ich vorher getestet und wusste, dass es davon nicht kommt, der Wiedergabekopf hat eine Ferritbeschichtung, ist also schon recht hart, man sieht dort keinen oder nur wenig Einschliff und trotzdem werden die Köpfe nach einer gewissen Nutzungsdauer komplett unbrauchbar. Beide Köpfe haben nur ein Signal auf der Toten Seite ausgegeben, wenn die völlig schief standen und die Bandkanten schon angestoßen sind, es klang dann aber total schlecht. Nach dem Tausch gegen den noch übrigen Kopf aus der Kiste meines Freundes ging es dann glücklicherweise, die Abnutzung sah hier aber stärker aus, als bei dem mit dem Toten Kanal, während der Originale Kopf aus dem Deck (ebenfalls Kanal tot) extrem abgenutzt aussah. Man kann also optisch nicht unbedingt beurteilen, wie gut der Kopf noch ist. Da die 3 Decks Alle noch Jungfräulich waren kann es nicht an einem verstellten Bandlauf gelegen haben und auch die Bremse simulieren indem man den linken Wickeldorn ausbremst hat Nichts verändert.

Bei dem zweiten Gerät mit dem ursprünglich toten Kanal ist jetzt aber noch ein Fehler: Bei Typ IV Bändern wird links nicht richtig gelöscht. Garlock vermutet hier wieder die Bremse. Ich vermute allerdings, dass auch der Löschkopf kaputt ist, denn er ist ja gleichzeitig auch die Bremse indem er gegen einen Filz gepresst wird, glättet und bremst er das Band während des Abspielens und Aufnehmens. Der Löschkopf hat an der Stelle, wo er gegen den Filz presst eine Delle. Ob es vielleicht wirklich die Bremse ist, kann ich aber erst sagen, wenn ich das Laufwerk noch mal ausbaue. Mein drittes Schlachtgerät sollte noch einen intakten Löschkopf haben, der im Notfall das Problem löst. Notfalls hilft vielleicht eine leichte Erhöhung des Löschstroms? Hab im SM einen Trimmer gefunden, wo man den einstellen kann.

Mies ist auch das gerne mal Kabel an den Lötstellen ab gehen. So ist mir beim Schlachtgerät beim Einbau des Laufwerks passiert, dass sich plus vom Capstanmotor löste und offensichtlich gegen Maße drückte. Danach drehte der Motor nicht mehr und es kam keine Spannung mehr an. Kurze Zeit später fiel das Display auch noch aus.

Da ich den 7500er Turm habe, wollte ich auch das passende Cassettendeck. Wenn ihr keine Möglichkeit zum Läppen habt bzw. Niemanden kennt der das macht und es nicht unbedingt einen Grund gibt warum es dieses Gerät sein muss, würde ich dringend davon abraten! Auch hier: WENN es läuft ist es super. Spitzen Einmesscomputer, gute Aufnahme und auch bei Fremdbändern Topp Wiedergabe, aber eben nur WENN... zumal man am optischen Zustand des Gerätes nicht die Kopfnutzung erkennen kann. Es gibt Welche, die sehen aus wie einmal durch den Müllcontainer gezogen (Speziell die Beschriftung der Laufwerkstasten ist oft abgenutzt), haben aber noch gute Köpfe und Andere sehen aus wie neu und haben einen Kopf mit totem Kanal. In erster Linie liegt das wahrscheinlich daran, dass das Gerät eine Programmierfunktion hat, die bei Vielen vielleicht häufiger, bei Anderen eben weniger oder gar nicht genutzt wurde. Es kommt daher nicht auf die Betriebsdauer an, sondern wie intensiv der damit zusammenhängende Pausensuchlauf benutzt wurde - vermute ich zumindest. Bei dem Gerät ist aber auch etwas verwirrend, dass man zwar ein Programm über 12 Titel erstellen kann, zum direkten Titelsprung gibt es aber nur eine „Next“ Taste. Mehrere Titel springen oder an den Titelanfang Spulen geht damit gar nicht. Tja. Grundig Logik.

Wer das Gerät also möglichst perfekt haben will, muss höchstwahrscheinlich mehr als ein Deck kaufen. Der Vorteil: Man bekommt ein sehr gut ausgestattetes Deck mit 3 Motoren Und 3 Köpfen, das eigentlich schon in die Oberklasse gehört für sehr wenig Geld. Bei Kleinanzeigen hab ich 2 für jeweils 25 Euro gekauft. Und wenn’s einmal läuft - so scheint mir zumindest - dann ist auch erst mal Ruhe (unterschreiben kann ich das aber auch erst in ein paar Jahren, den so lange hab ich die Dinger noch nicht...).

LG Tobi


- SonyKassette - 07.04.2020

Interessanter Bericht Tobi. thumbup

Ich dachte Löschköpfe löschen Mono Vollspur. Weil man da nicht so eine Kanaltrennung wie beim Tonkopf sieht. Aber eigentlich ist es ja auch logisch, weil man den BIAS für jeden Kanal einstellen kann.


- DOSORDIE - 07.04.2020

Der löscht ja auch Mono, wenn da aber ne Unebenheit drin ist, ist vielleicht einfach der Kontakt zum Band am Rand nicht so gut, wie in der Mitte. Links ist ja außen. Bei ungleichmäßiger Abnutzung des Kopfes wird dann eben nicht mehr Alles gelöscht. Für Typ I und Typ IV reicht es ja noch, oder wie Gsrlock schon gesagt hat, wenn das Band nicht richtig gebremst Wird und dadurch nicht Sauber am Kopf vorbei läuft ist es eben auch auf den ungleichmäßigen Kontakt zurück zu führen. Ich denke aber schon, dass hier eine Erhöhung des Löschstroms zumindest bei Abnutzung etwas bringen könnte.

LG Tobi


- Baruse - 07.04.2020

Einige Decks die hier genannt werden, stammen aus den 90ern und waren damals schon eher Unterklasse.
Zudem hat zu dieser Zeit bereits der Rotstift regiert.
Die Zeit der Materialschlachten war längst vorbei, es wurde bereits billigst produziert.
Da ist es wohl klar, daß dort allerhand Probleme vorkommen können.
Die Reparatur solcher Geräte geschieht wohl eher aus Liebhaberei.
Wenn man sich heute ein Tapedeck antut, dann doch wohl eher ein damaliges Spitzendeck und nicht ein Deck
wie genanntes Sony oder Pioneer...


- SonyKassette - 07.04.2020

@Baruse
Zitat:
Einige Decks die hier genannt werden, stammen aus den 90ern und waren damals schon eher Unterklasse.
Also das 520er ist ganz sicher keine "Unterklasse", das CT 337 schon eher wegen dem schlchten Laufwerk und der doch sehr schlichten Anzeige. Ich verstehe dich da jetzt nicht so ganz. Ist bei dir alles unter 1000DM Closed Loop 3 Head Unterklasse?


- hyberman - 07.04.2020

Jeder setzt halt andere Maßstäbe an. Man kann auch mit einem Unterdog glücklich sein. Allerdings habe ich persönlich diese Phase längst überschritten.

Dabei muss es nicht immer ein 3-Kopf-Deck sein, jedoch sollte es schon was Besseres oder Besonders sein. Entscheidend für mich sind sehr gute Gleichlaufwerte, möglichst eine Einmessfunktion, sei es manuell oder automatisch, robuste mehr-motorige Laufwerke, eine fein auflösende VU-Meter Anzeige (gern auch analog) und haptisch muss es passen.


- SonyKassette - 07.04.2020

Zitat: Dabei muss es nicht immer ein 3-Kopf-Deck sein, jedoch sollte es schon
was Besseres oder Besonders sein. Entscheidend für mich sind sehr gute
Gleichlaufwerte, möglichst eine Einmessfunktion, sei es manuell oder
automatisch, robuste mehr-motorige Laufwerke, eine fein auflösende
VU-Meter Anzeige (gern auch analog) und haptisch muss es passen.
Alle genannten Punkte erfüllt ein Sony TC K 500/Sony TC K 510 voll. Das 500er habe ich selber, ist mein bestes 2 Head. Ist auch besser als einfache 3 Köpfer. thumbsup thumbsup


- Baruse - 07.04.2020

Modell: TC-K 520
Baujahre: 1990 - 1992
Neupreis ca.: 499 DM

Für mich ist das Unterklasse, würde daran nie auch nur einen Gedanken verschwenden, zumal mir Sony Geräte allgemein nie besonders gefallen haben
und deine Berichte bestätigen ja meine Meinung - allein du hattest ja offensichtlich schon drei defekte Exemplare.

Was denkst du, daß ein Weltkonzern wie Sony in dieser Zeit wohl für eine Qualität verbaut hat?
Genau: gar keine.
Die hatten es längst ncht mehr nötig und die Tage der Cassette waren längst gezählt, da konnte man nochmal kräftig absahnen.

Such mal nach dem Bericht von Ralf (system64) über eines der letzten, wenn nicht das letzte große Sony Deck.
Das hat damals irres Geld gekostet und verbaut ist nur billigster Ramsch.


- SonyKassette - 08.04.2020

@Baruse
Von system64 habe ich nichts zu einem Sony Deck gefunden. Vielleicht meinst du das hier?
Als andere aufgaben, startete SONY neu: Der TC-K 700ES


- Kirunavaara - 08.04.2020

Da muß man schon ein wenig unterscheiden. Sony hatte, genau wie andere Massenhersteller auch, über die Jahre einige durchschnittliche, einige anfällige, aber auch einige grundsolide Decks sowie ein paar richtige Perlen. Dabei korrelieren Qualität und Langzeitstabilität nicht unbedingt mit der ursprünglichen Preisklasse.

Mein erstes eigenes Deck, das ich mir 1990 neu gekauft habe, war ein TC-K 410. Das fällt für mich in die Kategorie grundsolide. UVP war glaube ich damals 399 DM, in der Hierarchie nur das zweite von unten im Katalog. Außer dem Bias-Regler und der elektronischen Laufwerksteuerung war keinerlei Sonderausstattung dran. Die Klangqualität ist für so einen einfachen 2-Köpfer wirklich gut, auch der Gleichlauf war völlig unauffällig. Lediglich die Geschwindigkeit war ab Werk etwas zu hoch eingestellt, was bei Eigenaufnahmen natürlich nicht aufflie, mich beim Abspielen von Fremdaufnahmen aber ziemlich störte. Das Gerät wurde von mir in den ersten Jahren intensiv genutzt und befindet sich immernoch irgendwo in der Familie, war nach 10 Jahren Herumsthen wohl mal etwas mechanisch verharzt und ein Riemen schlapp, aber ohne ernsthaften Defekt.

In der Familie gab es auch ein 590er 490er. Das war aus der Zeit, als es drei Köpfe für relativ wenig Geld gab, was durchaus ein Kaufargument war. Auch da war der Klang gut, die Einmeßfunktion auch, die Geschwindigkeit einen Tick zu hoch, nur das Laufwerk gefiel mir irgendwie gar nicht: Beim Starten von schnellem Vor- oder Rücklauf fuhren erstmal die Köpfe hoch und wieder runter, unter unglaublichem Geklacker... was soll das? Wenn ich mich richtig erinnere, hat das Gerät dann auch irgendwann mechanisch aufgegeben, trotz wesentlich geringerer Nutzung.

Vom Modell 770 ES aus der Zeit 1992-93 habe ich mittlerweile drei Stück. Da wurde nirgends gespart, auch wenn es das "kleinste" der ES-Decks war. Höhere Versionen hatten zusätzlich nur noch amorphe Köpfe und etwas mehr Lametta. Das Laufwerk mit exzellentem Gleichlauf war identisch. Der Klang ist wirklich astrein. Selbst wenn es Geräte von anderen Herstellern gibt, die in dem einen oder anderen Punkt bessere Meßwerte liefern, so ist das 770er immernoch mein Lieblingsdeck. Ja, bei allen war irgendwann der Servoriemen fällig. Der Tausch ging mit einigen Flüchen vonstatten, war aber machbar. Und die SMD-Elkos sind natürlich ein Knackpunkt, der aber auch erst nach etwa 25 Jahren auftrat, also ein Alterungsproblem, das ich nicht unbedingt auf billige Bauteile schieben würde.

In der letzten Serie dann wurde wohl tatsächlich auch bei den ES-Modellen gespart, was die Qualität der Bauteile betrifft. Ich hatte noch kein KA6 ES, aber bei den Berichten, die man da über bröselnde Capstan-Schwungmassen und vielfache elektronische Probleme liest, bin ich auch gar nicht scharf drauf. Laufwerk und Köpfe waren ohnehin nicht besser als beim 770er, also kann auch kaum ein besseres Klangergebnis herauskommen.

Ein spätes 3-Kopf-Deck mit Dolby S, ich glaube es war ein 920 S, habe ich mal ausführlich ausprobiert, als es neu war, und auch für sehr gut befunden. Das dürfte im näheren Dunstkreis noch existieren, da wollte ich schon länger mal nachsehen, ob und wie das Gerät die Jahrzehnte überstanden hat...

Viele Grüße,
Martin


- SonyKassette - 08.04.2020

Zitat: In der Familie gab es auch ein 590er.
Zitat: Beim Starten von schnellem Vor- oder Rücklauf fuhren erstmal die Köpfe
hoch und wieder runter, unter unglaublichem Geklacker... was soll das?
Wenn ich mich richtig erinnere, hat das Gerät dann auch irgendwann
mechanisch aufgegeben, trotz wesentlich geringerer Nutzung.
Du meinst bestimmt ein 490er oder das 411S/511S bzw deren Nachfolger: Die hatte die Sony 2 Motor Laufwerke die so unglaublich laut klackerten. Das 590er hat das gute 3 Motor LW, hat nur als Single Capstan. Der Nachfolger des 590 ist das 611S und der Nachfolger des 611S das 715S.

Zitat:
Ein spätes 3-Kopf-Deck mit Dolby S, ich glaube es war ein 920 S, habe
ich mal ausführlich ausprobiert, als es neu war, und auch für sehr gut
befunden. Das dürfte im näheren Dunstkreis noch existieren, da wollte
ich schon länger mal nachsehen, ob und wie das Gerät die Jahrzehnte
überstanden hat...
Das 920er mit Dolby S aus der QS Serie hat das einfache 2 Motor LW. An sich ist das LW jetzt nicht so schlecht aber leider nicht besonders präzise, was aber erstaunlicherweise aber bei Dreikopf Geräten mrhr als bei 2 Köpfern auffällt.


- Kirunavaara - 08.04.2020

Danke! Ja, hab nochmal per Youtube verglichen, sollte das TC-K 490 gewesen sein, Vielleicht meldet sich der Besitzer ja noch hier :-)

Mit dem 920 S bin ich auch nicht wirklich sicher. Es war jedenfalls kein ES, aber mit Dolby S und eine 800er oder 900er Nummer, und wenn ich mich noch richtig erinnere auch mit Doppelcapstan-Laufwerk.

Viele Grüße,
Martin


- SonyKassette - 08.04.2020

@Baruse
Vielleicht meintest du das hier?
https://old-fidelity.de/thread-24016.html
@Martin
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Sony_TC-KB_920_S
Das TC-KB920S war quasi ein TC-K 561S, das TC-KB820S war wie ein TC-K 461S


- andreas42 - 08.04.2020

Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=257058#post257058 schrieb:Vielleicht meldet sich der Besitzer ja noch hier :-)
Wink

Es ist dieses Sch...ding hier, ein TC-K415:

[attachment=31909]

Mehr dazu (411er, aber eigentlich identisch) stand schonmal hier im Forum: Tapedeck des Grauens - SONY TC-K 411

Es läuft nicht mehr, und ich habe schon mehrmals überlegt, es auszumustern oder zu was anderem umzubauen (Display, Dolby-Chip und womöglich auch die Einmesshilfe würden sich vielleicht für ein pimp-my-A77-Projekt eignen Big Grin - aber keine Zeit). Auch aus nostalgischen Gründen habe ich das aber alles verworfen, denn es ist Teil meiner "Konfirmations-Anlage", und passt so schön zum Rest:

[attachment=31910]

Deswegen habe ich gerade einen Riemensatz besorgt. Vielleicht läuft es ja irgendwann doch wieder. An der beknackten Laufwerks-Steuerung wird man aber schwer was ändern können; beim Wechsel von Stop auf Vor- oder Rücklauf z.B. fährt einmal die Tonkopfbrücke hoch und runter...

Viele Grüße
Andreas


- SonyKassette - 08.04.2020

Zitat: Deswegen habe ich gerade einen Riemensatz besorgt.
Sehr gut. Ich hatte schon ein TC-K 411, TC-K 511S und TC-KE 300 auf dem Tisch und ein TC-K 390 aus der Familie. Bei allen vieren läuft ohne neuen Riemen nichts mehr. Das mit der Laufwerkksteuerung ist etwas nevrig, wei ich aber kaum spulen muss nicht weiter wild. Das 411 werkelt bei einem Arbeitskollegen der von der Klangqualität erstaunt ist. Ehrlichgesagt finde ich die Decks nicht so schlimm wie ihr. :whistling: Big Grin
Edit: Wenn du das 415 nicht mehr habel willst, ich würde es kostenfrei entsorgen. Big Grin


- Baruse - 08.04.2020

SonyKassettenkaiser,'index.php?page=Thread&postID=257059#post257059 schrieb:@Baruse
Vielleicht meintest du das hier?
https://old-fidelity.de/thread-24016.html
Nein, das hier gezeigte scheint ja ein richtig tolles Deck zu sein.
Ich meinte diesen Bericht


- SonyKassette - 08.04.2020

Ein sehr interessanter Bericht. Da wurde ja sogar beim KA 6ES gegenüber dem 611S und dem 590er die Geschwindigkeitsregelung weggespart und die Isolierung am Trafo. Bim Display würde ich auch sagen, das man das einstellen kann, bin mir jetzt aber nicht sicher.


Aber bei Sony muss man nicht das ganze Laufwerk zerlegen um die Riemen zu wechseln. Das gilt für die Zwei- und Dreimotor LWs (TCM200 und TCM190). Das bekommt man mit etwas Geschick und ohne Wurstfinger auch so hin. Als ich das erste mal Riemen gewechselt habe, habe ich das einfach intuitiv bei einem Sony TCM 200 LW gemacht. Daran, das LW komplett auseinander zu Schrauben dachte ich gar nicht. Muss man aber auch nicht.


Aber das KA6ES wäre dann ja so ein Fall für diesen Fred. Zumindest die linke Andruckrolle muss man aber meines Wissens nach bei allen Dual Capstans bei einer Laufwerksrevision sowieso neu einstellen, egal ob da jetzt Pioneer, Sony oder JVC, etc. draufsteht. Verstehe nicht, warum man den Punkt extra betonen muss.


- niels - 08.04.2020

Bei dem 808 war ich immer davon ausgegangen, dass die Quarzregelung eine Geschwindigkeitseinstellung überflüssig macht. Es hat auch ein anders Laufwerk als das 590.

niels


- GDR 22 - 08.04.2020

Dazu mal eine allgemeine Frage, ich hoffe nicht allzu off- topic:
AIWA wurde ja meines Wissens immer als Sony- Tochterfirma bezeichnet. Und wenn man nicht auf die billigen Kompaktanlagen schaut, sondern auf die Zeit am Anfang der 90er (als der AIWA- Schriftzug noch mit Großbuchstaben geschrieben wurde), dann hatten die ebenfalls tolle Decks. Dabei meine ich jetzt konkret die AD-F880 und AD- F910, welche mich interessieren.
Es sind beides 3- Kopf Decks mit Doppelcapstan und 2 Motoren (für Capstan und Bandlauf, das AD-F910 hat noch einen dritten Motor, für das Cassettenfach). AD- F910 hat auch einen Einmesscomputer, AD-F880 die Möglichkeit einer manuellen Kalibrierung. AD-F910 hat außerdem eine Fernbedienung.
Ich habe beide Decks, habe sie selbst 1993 gekauft, damals lagen beide im Bereich 800,- DM - 950,-DM. Sie laufen nach wie vor super, nachdem ich im vorigen Jahr mal die Antriebsriemen gewechselt hatte. Die hatten sich in Teer verwandelt.
Weiß jemand etwas über die in diesen Decks verbauten Laufwerken ? Ich denke nicht, daß das eine Aiwa- Fertigung war sondern sicher eher Standard- Teile. Können das ALPS- Laufwerke sein ? Wurden die gleichen Laufwerke auch in Sony- Decks verwendet ?

Danke & Grüße, Rainer


- SonyKassette - 08.04.2020

Zitat:
Weiß jemand etwas über die in diesen Decks verbauten Laufwerken ? Ich
denke nicht, daß das eine Aiwa- Fertigung war sondern sicher eher
Standard- Teile. Können das ALPS- Laufwerke sein ? Wurden die gleichen
Laufwerke auch in Sony- Decks verwendet ?
Laut meinen Kentnissen gibt es kein einziges Aiwa Deck nach 1990 mit ALPS Standard LW. Da sind aber auch keine Sony LWs drin. Ich glaube auch kein Sankyo. Könnte also eine Eigenkonstruktion sein.
Zitat: Und wenn man nicht auf die billigen Kompaktanlagen schaut, sondern auf
die Zeit am Anfang der 90er (als der AIWA- Schriftzug noch mit
Großbuchstaben geschrieben wurde), dann hatten die ebenfalls tolle
Decks. Dabei meine ich jetzt konkret die AD-F880 und AD- F910, welche
mich interessieren.
Na ja, die zwei genannten Decks sind sicher gut. Beim 880er soll sich das LW wohl ab und zu festfressen. Das war auch bei einer Bekannten von mir so. Die mechanisch zu öffnende Klappe(!) hat man nicht mehr aufbekommen. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich noch keins repariert habe.
Welche Decks on AIWA wohl extrem gut waren, sollen die "Pult" Decks der 80er sein. Also AD F 990/770/660 und vermutlich noch ein paar mehr. Fallen mir nur jetzt nicht ein. Aber vielleicht gibt es hier ein paar AIWA Spezialisten.


- ser - 08.04.2020

[quote='SonyKassettenkaiser','index.php?page=Thread&postID=257082#post257082'][quote]
Weiß jemand etwas über die in diesen Decks verbauten Laufwerken ? Ich
denke nicht, daß das eine Aiwa- Fertigung war sondern sicher eher
Standard- Teile. Können das ALPS- Laufwerke sein ? Wurden die gleichen
Laufwerke auch in Sony- Decks verwendet ? [/quote]
Laut meinen Kentnissen gibt es kein einziges Aiwa Deck nach 1990 mit ALPS Standard LW. Da sind aber auch keine Sony LWs drin. Ich glaube auch kein Sankyo. Könnte also eine Eigenkonstruktion sein.
[quote] Und wenn man nicht auf die billigen Kompaktanlagen schaut, sondern auf
die Zeit am Anfang der 90er (als der AIWA- Schriftzug noch mit
Großbuchstaben geschrieben wurde), dann hatten die ebenfalls tolle
Decks. Dabei meine ich jetzt konkret die AD-F880 und AD- F910, welche
mich interessieren....
Na ja, die zwei genannten Decks sind sicher gut. Beim 880er soll sich das LW wohl ab und zu festfressen. Das war auch bei einer Bekannten von mir so. Die mechanisch zu öffnende Klappe(!) hat man nicht mehr aufbekommen. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich noch keins repariert habe.
..[/quote]

Ich hab ein AD-F880, ein wirklich gutes Deck.
Wenn die Klappe nicht mehr aufgeht, ist der Kopfschlitten noch oben. Meist ist ein ausgeleierter Riemen die Ursache. Zum zerstörungsfreien Öffnen des Kassettenfachs muss dann einfach die vom Riemen angetriebene Schwungscheibe von Hand weitergedreht werden, dann wird der Kopfschlitten wieder in die Ruheposition geführt. Vorher Deckel abnehmen. thumbup
Aber wir schweifen ab, es ging ja um Sony...


- SonyKassette - 08.04.2020

@ser

Du hast falsch zitiert Wink


- ser - 09.04.2020

Oh, sorry. :S


- leserpost - 10.04.2020

Ich persönlich glaube ganz allgemein nicht an die Zuverlässigkeit der Doppelcapstantechnik. Ich bevorzuge heute ganz klar die einfacheren Antriebe. Tapedecks benötigen Gummi und Gummi altert. Egal bei welchem Hersteller. Früher oder später merkt man das eben nicht mehr jede Bandsorte sauber transportiert wird. Wenn für einen zuverlässigen Transport auch noch zwei perfekt aufeinander abgestimmte Walzen benötigt werden, steht man häufig vor unlösbaren Problemen. Häufig bleibt dann nur die alten Walzen "aufzufrischen" was aber i.d.R. nicht zur alten Zuverlässigkeit zurück führt.

Die TOTL These, also alle Laufwerke der unteren Klassen zu meiden, um sich auf ein Spitzenlaufwerk zu konzentrieren, würde ich nicht unterschreiben. Nicht zuletzt weil es häufig Closed Loop Geräte sind. Letztlich leiden alle Tapedecks - auch Directdrive benötigt z.B. Walzen - unter der Gummialterung. Je komplizierter desto mehr. Riemen tauschen ist dabei meist nur die halbe Wahrheit.

Die Hersteller haben sowohl Elektrisch als auch mechanisch viel Aufwand betrieben um mit Chrom über die 16 kHz drüber zu kommen. Ob sie das jemals nachhaltig geschafft haben bezweifle ich. Von daher wäre jetzt ein Revox, Dragon o.ä. nicht meine erste Wahl. Wenn jedes Tapedeck, selbst beim begabtesten Schrauber, so 10-15% an Leistung gegenüber Neuzustand verliert, macht das bei TOTL nominal mehr aus als bei einen soliden Mittel- o. Unterklassenmodell. Die Klassen beziehen sich ohnehin mehr auf Features als auf Laufwerksqualität. Natürlich wurde bei TOTL auch mehr Aufwand betrieben. Gerade bei den TOTL Decks steigt der Wartungsaufwand bei Problemen oft exponentiell. Alleine wenn schon ein Motor für die Cassettenklappe - wozu? - verbaut wurde, mutiert der Riemenwechsel häufig zum Abenteuer. Öfter muss man dabei horrende Anschaffungskosten für gehypte Tapedecks abschreiben.


Ich denke der Thread hat seine Berechtigung. Ich hatte vor Jahren glaube ich mal irgendwo einen ähnlichen gestartet. Meine Geräteauswahl ist eine ganz andere als die, die in Foren immer so als steile Zähne gehandelt werden. Erfahrung macht klug. Das beste Preisleistungsverhältnis hatte wohl mein Teac CX-270 welches ich von einem Foristen für 20 EUR - gibt keine Nachfrage danach - übernehmen durfte. Völlig problemlos in Aufnahme und Wiedergabe. Auch ein Saba CD 936 ist für mich ein qualitativ hervorragendes Tapedeck. Beide tapes belohnen mit einem einwandfreiem Klang und haben einen zuverlässigen Antrieb. Aber auch den "einfachen" späten Yamahas wie dem KX-10 oder auch dem KX-392 stelle ich - Nicht zuletzt wegen Play Trim - durchaus gute Noten aus.

Von den Uher CRs 210 o. 240 lasse ich z.B die (verbrannten) Finger weg. Mein Uher CG 320 dagegen liebe ich und gebe ich nicht mehr her. Bei Tonbändern würde ich z.B. nachwievor ein Uher Report durchaus, trotz der notwendigen Wartung, als eine gute Investition ansehen.

Mir war bei Tapedecks immer dieser Aufsatz ein Leitfaden.
https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/cassrec1.htm
VG Martin


- Joseph von Arimathäa - 10.04.2020

Viele Andruckrollen kann man heute noch gut ersetzen; hier z.B.:
https://fixyouraudio.com/ (Webshop von "mihokm")


- mampfi - 11.04.2020

Der liefert wirklich gute Qualität. thumbup


- leserpost - 11.04.2020

Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Der letzte "Geheimtip" jenseits des großen Teiches ist ja zwischenzeitlich verstorben. Neue tauchen auf. Wers glaubt. Erstausrüsterqualität schaut für mich anders aus.

Transport heißt für mich nicht "Transportiert irgendwie halbwegs zumindest TDK SA oder Maxell XL II" sondern alle Bänder incl. ältere Kaufbänder etc..

Wenn ich mir solche Videos ansehe muss ich schmunzeln. Mal abgesehen davon das so ein Gebastle jeder Depp kann.

https://www.youtube.com/watch?v=UWGyh1EaB6o
Ich hatte ein TCD 330 und 400s aus berufener, verlässlicher Quelle gekauft und kann sagen das beide Schwierigkeiten hatten mit unterschiedlichsten Bändern. Sony TC-K81 ebenfalls.

Man kann aber eines gut in den Video erkennen

https://www.youtube.com/watch?v=UWGyh1EaB6o
Tandberg verbaute mit Sicherheit keine Plastikwalzen!


https://fixyouraudio.com/product/tandberg-tcd-3014-source-left-pinch-roller/

Die alten Gleichlaufwerte erreichen sie alle nicht mehr. Egal wer dran rumbastelt. Mit ein wenig Übung schafft man es noch hinter die Hörschwelle. Man braucht sich nix vormachen. Mehr ist nicht mehr drin. Wenn eine breit gefächerte alte Bändersammlung ins Spiel kommt ist ganz schnell Schluß mit lustig....

Ein ordentlicher Einwalzentransport erreicht dabei heutzutage m. E. wesentlich mehr Transportsicherheit als ein Doppelcapstan mit müden Beinen. My 2 Cents...

Wink

Also spart euch euer Geld!

VG Martin


- DOSORDIE - 11.04.2020

Ja sehe ich auch so.

Dieses „irgendwie gehts ja.“ ist aber für den Konsumenten der Normalfall. Ich habe jetzt ein Feature von Bremen Zwei gehört, da ging’s um die Cassette und Stimmen der Kindheit und da wurde die Cassette auch auf Hörspiele reduziert und, wenn dann Leute irgendwie ihre Sammlung vorgeführt haben, wurde immer direkt vom Lautsprecher des Cassettenrecorders aufgenommen und es klang, wie die Masse sich das vorstellt uns denkt, dass das der typische Cassettensound und normale Alterungserscheinungen sind. Wenn die Spur komplett daneben ist, es leicht leiert und es immer irgendwie hörbar rauscht, dann ist das halt das was erwartet wird und die Meisten sagen dann „das funktioniert doch.“.

Da wird dann auch sowas behauptet wie „Die Cassette wird mit jedem Abspielen schlechter.“ oder „Ständig gab es Bandsalat.“. Ich will mich mit Alledem auch nicht abfinden, habe auch ewig an meinen Grundigs gebastelt, bis das endlich wieder so funktionierte, dass ich mich damit zufrieden geben kann. Mein Akai GX 75 ist grad in Reparatur, Doppelcapstan usw, das krieg ich hier ohne Messequipment nicht wieder so hin, wie es sein muss. Auch das Sony TC K790 ES was ich noch hier habe (wollte jemand im HiFi Forum weg werfen, weil es nicht mehr auf ging), ist nicht damit repariert, dass man Riemen tauscht. Es frisst zwar keine Bänder, aber bei jedem Band ist der Azimut anders und ja genau das isses halt. Viele haben halt nur die bekannten TDK und Maxell Cassetten und da merkt man oft gar nicht, dass was mit der Andruckrolle nicht stimmt, denn die fangen erst sehr spät an zu knicken, BASF Echtchrom ist da leider sehr früh dran. Viele Sammler erzählen einem dann es läge an den Cassetten und sie wären schlecht oder kaputt.

Wenn die Bänder nicht schmieren oder stauben, sind sie auch nicht kaputt und dementsprechend muss jedes Band einwandfrei funktionieren oder das Gerät ist halt nicht mehr in Ordnung. Hatte ich mit meinem Walkman DD auch. Kaufcassetten und BASF ging nicht mehr. Trotz neuer Andruckrolle, Neuem CG und neuem Capstan Gummi wurden die Bänder geknickt und liefen nicht mehr sauber mittig. Vielleicht hat das Capstanlager Spiel bekommen, ich weiß es nicht. Ich musste jedenfalls den Anpressdruck der Andruckrolle erhöhen und seitdem gehts. Hab einfach die Feder gekürzt. Sicher auch nicht gut für das Gerät, aber anders funktioniert es eben nicht zuverlässig und bei meinen Grundigs war auch erst Ruhe als mir hier Jemand die Ersatzrollen von Fernseh-Panzer empfohlen hat, davor hat es geleiert oder ständig liefen irgendwelche Bänder nicht richtig durch. Probleme mit den Köpfen gibt es da außerdem, aber das ist eine andere Geschichte.

Es ist genau das was ich immer sage: Wenn es nicht perfekt funktioniert, dann ist es für mich keine vernünftige Lösung und dann macht es auch keinen Spaß mehr.

So komische neue Billigdinger mit Permanentmagnet als Löschkopf und Gleichlaufschwankungen von 0,3% taugen nix. Damit sollen weiterhin die Hörspielfreunde ihre schönen 3 Fragezeichen Cassetten mit zerstören, wenn sie meinen, das gehört so und leider wird das auch in sämtlichen Features, Dokumentationen und Reportagen so platt getreten. Immer diese romantisierte „Bleistift - Bandsalat Logik“ und so ein Augenzwinkern „schön war es ja doch irgendwie...“. Einen Scheiss war es. Wenn ich heute noch so Musik mit meinem Tanashin Laufwerk hören würde und auch wüsste, dass es eben nicht anders geht, wäre die Cassette bei mir schon lange tot.

LG Tobi


- Kirunavaara - 11.04.2020

Beim Doppelcapstan-Antrieb gibt es aber auch große Unterschiede, wie er ausgeführt ist. Das Sony-Laufwerk, welches in Deinem 790er auch werkelt, ist diesbezüglich eigentlich von der unproblematischen Sorte: Kontaktloser Direktantrieb von Capstan 1, und Capstan 2 wird über einen einzigen Flachriemen mitgezogen, der natürlich nicht schlaff sein sollte. Für den gibt es guten und günstigen Ersatz auf eBay. Der Drehzahlunterschied wird einfach über die Durchmesser der mit dem Riemen verbundenen Schwungmassen bestimmt. Noch solider geht eigentlich nur mit zwei direkt getriebenen Capstanwellen wie bei Revox, was aber nochmal höhere Ansprüche an deren Abstimmung aufeinander stellt.

Wenn bei dem Sony-Laufwerk Bänder knittern, dann liegt es meist nicht an Capstan, Riemen und Andruckrollen, sondern an zu geringem Gegenzug auf der Abwickelseite. Lustigerweise knittert eines meiner Decks mit dem Laufwerk ausgerechnet Sony-Cassetten besonders gerne, was wohl daran liegt, daß diese extrem leichtgängig sind. Auch eine Maxell UD I mit dem Ovalfenster, ebenfalls ein sehr leichtgängiges Gehäuse, hat es mir neulich gefressen. BASF, TDK und auch vorbespielte Cassetten mit fragwürdigen Gehäusen laufen unfallfrei durch. Da muß ich wohl demnächst ran, die Schmierung an den Wickeldornen im Gerät nachbearbeiten. Anleitung gibt es in den Tiefen dieses Forums.

Viele Grüße,
Martin


- DOSORDIE - 11.04.2020

Ja, ich weiß schon, wie gesagt, bei mir knittert ja nix, aber der Azimut ist schon zwischen vor und Hinterband nicht sonderlich konstant. Man hört auch immer wieder, dass die Decks werksseitig nicht gut eingemessen waren. Ich mag das Gerät insgesamt nicht so. Das Laufwerk ist insgesamt schon schön, ist verglichen zum Akai sehr sehr leise, aber irgendwie sind wir Beide (ich und das Sony) keine Freunde. Ich finde die Tastenanordnung irgendwie unübersichtlich und fühle mich da nicht so ganz zuhause. Mit dem CF 7500 konnte ich mich z.B. Sehr schnell anfreunden. Das Dual C 839 RC ist im Spielbetrieb z.B. Sehr fix und übersichtlich, wenn man aufnehmen will gefällt es mir aber gar nicht (erst Pause, dann Rec und Play und wenn man versehentlich die falsche Richtung drückt ist die Aufnahme hin... beim Sony suche ich auch ständig nach irgendwelchen Tasten, obwohl ich sie grad erst gedrückt habe... ich kann das gar nicht erklären, aber ist wahrscheinlich auch eher persönliches Empfinden...

LG Tobi


- SonyKassette - 11.04.2020

Zitat: Wenn ich heute noch so Musik mit meinem Tanashin Laufwerk hören würde
und auch wüsste, dass es eben nicht anders geht, wäre die Cassette bei
mir schon lange tot.
Die Tanshin LWs sind, wenn sie gut gemacht sind erstanlich brauchbar in Sachen Gleichlauf. Sony hat zum Beispiel im CFD S07CP da was brauchbares, allerdings mit Permentmagnet verbaut.

Zitat: Ich persönlich glaube ganz allgemein nicht an die Zuverlässigkeit der Doppelcapstantechnik.
Ich auch nicht, deswegen halte ich mich knapp darunter (TC K590&611S, Pio CT656) auf. Sietdem ich dann auch ein paar Single Capstan Decks aus meiner Sammlung ausgesibt habe, die keine (nahezu) perfekte Azimuthkonstanz hatten, habe ich auch mit diesem Thema keine Probleme mehr.
Ich habe mal vor einer Weile folgenden Text zum Doppelcpstan verfasst: Rolleyes

Zitat:
[size=14]Nakamichi
und der Doppelcapstanantrieb
[/size]


Als Nakamichi 1948 von Etsuro
Nakamichi in Tokyo gegründet wurde ging es darum die magnetische
Tonbandtechnik zu revolutionieren. Man wollte auf Basis
wissenschaftlicher Forschungsarbeit (Messungen und Experimente) die
Tonbandtechnik so hochwertig wie möglich gestalten.

Der ersten Dreikopfkassettenrecorder
Nakamichi 700 und Nakamichi 1000 wurden 1973 von vorgestellt, man
versuchte hier die Erfahrungen aus dem Spulentonbandbereich
anzubringen. Eine Echtzeitüberwachung der Aufnahme wurde so
ermöglicht. In den USA erhielten diese beiden Rekorder den
Namenszusatz Tri-Tracer um auf die neue Technik aufmerksam zu
machen.


Ob Nakamichi den Doppelcapstanantrieb
erfunden hat weiß ich nicht genau, meine aber mal so etwas gelesen
zu haben. Aber sie haben den Doppelcapstanantrieb insofern
verbessert, als das rechts und links vom Schallkopf ein längliches
Blech so montiert war, dass den in Kassetten eingebauten Andruckfilz
der Kassette hoch drückt, so das dieser keinen Bandkontakt mehr
hat.



Eigentlich war das auch die
Ursprüngliche Idee des Doppelcapstanantriebes; den Bandlauf ruhiger
und Gleichmäßiger zu machen und den Andruckfilz außer Funktion zu
setzen um das Kassettengehäuse quasi zu egalisieren. Hat aber ohne Abstandbleche am Schallkopf kaum funktioniert,
wie es leider alle Mainstreamhersteller umgesetzt haben. So wurde
das Prinzip des Antriebs ad Absurdum geführt und war leider
faktisch Wirkungslos und damit auch sinnlos.


Tatsächlich war ein Doppelcapstan in
der Praxis, wenn es darum ging mechanisch schwierige oder
minderwertige Kassetten abzuspielen sogar eher hinderlich. Denn wenn
bei einem Doppelcapstan Antrieb der Bandlauf nicht genau justiert
ist, wird häufig das Band beschädigt.


Tja, sehr schade, denn das Konzept war
genial.



- Kirunavaara - 11.04.2020

Das ist einfach Gewöhnungssache und persönliche Vorliebe. Das Sony 770 kann ich im Schlaf bedienen. Das Revox B215 ist objektiv gesehen zwar das bessere Gerät, aber von der Bedienbarkeit her finde ich es zum Gruseln. Dafür finde ich dessen offenes Laufwerk wiederum genial.

Neben der Tastenanordnung sind es auch oft funktionelle Details, die man liebgewonnen hat. Zum Beispiel der bei Sony mögliche fliegende Wechsel von Play-Betrieb auf Aufnahme, der einem beim Zusammenstellen von verschiedenen Titeln doch sehr hilft, saubere Übergänge hinzubekommen. Ich war erstaunt, wie viele andere Decks das gar nicht können und man immer über Pause oder gar Stop gehen muß, bevor man aufnehmen darf.

Viele Grüße,
Martin


- DOSORDIE - 11.04.2020

Der fliegende Übergang zwischen Play und Aufnahme funktioniert bei mir bei allen Full Logic Geräten, die ich derzeit hier in Betrieb habe.

Ja Kassettenkaiser, ich hatte damals ein einmotoriges Grundig Cassettenradio in meinem Kinderzimmer, das auch einen elektrischen Tonkopf hatte und sehr gute Aufnahmen fabriziert hat, da waren Tanashin Mechanismen drin, das war schon ganz ok, aber nach ungefähr 4 Jahren fingen die schon an die Bänder teilweise zu knicken und es gab auch schon relativ oft mal Bandsalat, was möglicherweise aber auch an den damals doch sehr weit verbreiteten Billig Hörspiel Cassetten gelegen hat, die bei uns auch sehr oft aus der Bücherei kamen und durch viele miese Geräte gelaufen sind.

Trotzdem, es gab ab Ende der 80er massig Doppel Cassettendecks von großen japanischen Herstellern für um die 250 bis 300 Mark, die grundsolide Laufwerke mit sichererem Bandtransport und oftmals schon Full Logic Laufwerken hatten, die durchgängig gute Gleichlaufwerte und auch einen guten Klang boten. Wir hatten sowas von JVC und das hat auf den gängigen Cassetten auch sehr gute Aufnahmen gemacht. Ich habe da lustigerweise keine Cassette mehr übrig, bin mir aber sicher, dass die immer noch topp wären. Hab meine Bänder als Kind mangels Mittel leider viel zu oft überspielt und irgendwann hab ich Alles entsorgt was optisch nicht mehr schön war.

Das JVC Tapedeck hat leider angefangen zu quietschen und weil ich genug Zeug hier rumstehen habe, hab ich mich auch nicht mehr drum gekümmert. Lag wahrscheinlich an der Schmierung oder so, sonst funktionierte es aber tatsächlich noch tadellos, bin mir aber ziemlich sicher, dass wenn man da neue Andruckrollen und Riemen drauf ziehen würde und dann mal die Mechanik ein Bisschen schmiert ein perfekt laufendes Gerät für die nächsten Jahre hätte, denn das JVC hatte keinen Pausensuchlauf. Trotz häufiger Benutzung hatte es also noch, nur der Ausganspegel war ein bisschen niedrig und leider nicht regelbar. Also Alles schön und gut, dass Tanashin Mechanismen mit etwas Glück gute Gleichlaufwerte hinkriegen, bringt aber nix, wenn es ein Glücksspiel ist so ein Laufwerk zu bekommen. Das ist leider Alles eher Murks.

LG Tobi


- leserpost - 11.04.2020

Wie man mit möglichen Azimuth- oder Dolbypegelfehlern während der Aufnahme umgeht hat NAD und später Yamaha mit Playtrim gezeigt. Der aufwendige Doppelcapstan war spätestens damit obsolet. Auch aufwendige Azimutkorrektur während der Wiedergabe, wie Nakamichi das gemacht hat, war damit nicht mehr als eine Spielerei.
Playtrim war nichts weiter als die späte Akzeptanz das Fehler zur Cassettentechnik dazu gehören und das es besser ist diese geschickt elektronisch zu beheben, als zu versuchen diese durch aufwendige Konstruktion der Laufwerke zu vermeiden. Insofern war die Vereinfachung der Laufwerkstechnik nicht nur den Kosten sondern auch der Einsicht geschuldet.

VG Martin


- Ragnar_AT - 11.04.2020

leserpost,'index.php?page=Thread&postID=257297#post257297 schrieb:Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Der letzte "Geheimtip" jenseits des großen Teiches ist ja zwischenzeitlich verstorben.
Meinst du Fred, den Riemen-Choleriker?


- Kirunavaara - 11.04.2020

Was hat denn Playtrim mit der Art des Laufwerks zu tun? Das ist doch eine rein elektronische Anpassung der Wiedergabeentzerrung. Der einzige wirkliche Nutzen der Funktion ist, daß sie vor der Dolby-Decodierung greift. Ansonsten kann ich auch den Höhenregler am Verstärker aufdrehen, das hat ungefähr den gleichen Effekt. Als "quick and dirty fix" mag das durchgehen. Um die Dolby-Wiedergabe zu verbessern, bräuchte es in vielen Fällen aber eher eine Möglichkeit der Pegelanpassung vor dem Decoder, denn eine Entzerrungsanpassung.

Wenn ich die Geschichte der Laufwerksentwicklung richtig verstanden habe, dann diente der zweite Capstan vor allem dazu, bei Geräten mit drei Köpfen einen gleichmäßigen Band/Kopf-Kontakt herzustellen, weil in der Konstruktion des Systems Compact-Cassette eben nur ein A/W-Kopf vorgesehen ist, und deshalb auch nur ein Andruckkissen in der Mitte jeder Cassette sitzt. Das war bei den Dreikopf-Rcordern in den 70er Jahren eine echte Herausforderung, welche die Hersteller auf unterschiedliche Weise angegangen sind, bis sich das Doppelcapstan-Layout durchgesetzt hat, das nämlich zusätzlich noch den Vorteil der verbesserten Gleichlaufwerte mit sich bringt. Natürlich nur, solange alles in Ordnung ist, womit wir wieder beim weiter oben diskutierten Pferdefuß dieser Technik wären.

Die NAAC-Funktion zur automatischen Anpassung des Azimut bei Wiedergabe in einigen wenigen Nakas mag man als Spielerei betrachten, weil wer füttert schon ein mehrere tausend DM teures Deck mit minderwertigen Cassetten? Rein technisch gesehen ist es aber der einzig richtige Weg, die Wiedergabe von Fremdaufnahmen zu perfektionieren, ohne mit Hilfe der Elektronik zu versuchen, Frequenzen wieder herzuholen, die der Wiedergabekopf kaum noch wahrnimmt. Da ich mir keinen Dragon leisten kann, nehme ich zum Abspielen von dumpf klingenden Fremdaufnahmen gerne ein einfaches Deck her, das ich sowieso nicht mehr zum Aufnehmen verwende, und stelle den Tonkopf manuell nach Gehör ein. Das ist zwar nicht so perfekt wie ein Dragon das könnte, aber verbessert die Wiedergabe mitunter doch erheblich. Ein paar wenige Decks hatten sogar einen manuellen Azimut-Regler auf der Frontplatte. Den hätte ich mir tatsächlich als weiter verbreitetes Merkmal gewünscht.

Viele Grüße,
Martin


- leserpost - 11.04.2020

Man kann natürlich viele Fehler analysieren. Doppelcapstan alleine wegen dem besseren Kopfkontakt zu bauen wäre zu aufwendig gewesen. Es ging m. E. schon auch darum über eine Umgehung der Filzspange der Cassettenhülle das Band "wegzunehmen" . Letztlich eben um Azimuthprobleme zu lösen.
Alle Probleme der Cassettenwiedergabe haben immer nur ein Ergebnis zur Folge gehabt. Mangelnde Höhenwiedergabe.

Insbesondere dann - aber nicht nur - wenn die Cassette nicht auf dem Wiedergabegerät aufgenommen wurde. Dieses Problem hat Playtrim entschärft. Ergo konnte man den mechanischen Aufwand runterfahren. Dem Anwender konnte es doch letztlich egal sein ob Elektronik oder aufwendige Mechanik die mangelnde Högenwiedergabe löst.

Man muss das Rad heute nicht wieder zurück drehen. Der elektronische Ansatz war der richtige und die mechanische Qualität konnte auf ein vernünftiges Maß zurück gefahren werden.
VG Martin


- SonyKassette - 11.04.2020

Zitat: Doppelcapstan alleine wegen dem besseren Kopfkontakt zu bauen wäre zu
aufwendig gewesen. Es ging m. E. schon auch darum über eine Umgehung der
Filzspange der Cassettenhülle das Band "wegzunehmen" .
Halt nur das Doppelcapstan ohne die "Filzzurückdrücker" an den Seiten des Kopfes eigentlich sinnlos ist, weil die Aufgabe, das Kassettenband vom Gehäuse unabhängig zu machen nicht erfüllt wird.


- 2245 - 11.04.2020

SonyKassettenkaiser,'index.php?page=Thread&postID=257332#post257332 schrieb:Halt nur das Doppelcapstan ohne die "Filzzurückdrücker" an den Seiten des Kopfes eigentlich sinnlos ist,

Das ist schlicht Unsinn!


- Kirunavaara - 11.04.2020

leserpost,'index.php?page=Thread&postID=257331#post257331 schrieb:Dem Anwender konnte es doch letztlich egal sein ob Elektronik oder aufwendige Mechanik die mangelnde Högenwiedergabe löst.
Nur löst die Elektronik die mangelnde Höhenwiedergabe eben nur scheinbar. Wie gesagt, als billiger Trick für den Hausgebrauch durchaus okay, aber Du erkaufst das unweigerlich mit einer Zunahme an Rauschen und Verzerrungen. Deshalb drehe ich lieber den Tonkopf in die richtige Position, als im übertragenen Sinne ein unterbelichtetes Bild künstlich aufzuhellen.

SonyKassettenkaiser,'index.php?page=Thread&postID=257332#post257332 schrieb:Halt nur das Doppelcapstan ohne die "Filzzurückdrücker" an den Seiten des Kopfes eigentlich sinnlos ist
Nein, auch ohne den Filzzurückdrücker (danke für das schöne Wort!) verbessert der Doppelcapstan den Gleichlauf, und solange der Andruckfilz im Cassettengehäuse nicht völlig ungleichmäßig federt, tut er auch dem Azimut keinen Schaden an. Diese Zurückdrücker sind nur noch eine durchaus willkommene weitere Stufe der Perfektionierung, um den Anpreßdruck des Bandes an die Köpfe immer auf einem definierten Niveau zu halten, und um auch bei Cassetten mit grottig ausgeführten Andruckkissen eine potentielle Fehlerquelle zu eliminieren.

Viele Grüße,
Martin


- 2245 - 11.04.2020

Ich kann Martins Anmerkungen nur beipflichten, ergänzend vielleicht noch... nicht nur der Gleichlauf ist bei vielen DC- Laufwerken besser, auch die Dropoutneigung ist ist bei vielen Single-Capstanlaufwerken merklich größer. Aufnahmen auf bereits gebrauchten Bändern gelingen daher auf DC-Laufwerken oft besser. Eiernde Rollen links oder schlecht aufgewickeltes Band werden bei gut justierten/konstruierten Doppelcapstandecks zwar auch nicht eliminiert aber besser ausgefiltert als bei Single Capstan Laufwerken.

Zum Pad... Nakamichi hat sich für getrennte Aufnahme- und Wiedergabeköpfe entschieden, das Pad kann mit dieser Annordnung sowieso nicht vernünftig genutzt werden, weil es den Aufnahmekopf nicht erreichen kann und halb schief auf dem ersten drittel des Wiedergabekopf liegen wurde, da die Pads alle verschieden groß sind wären die Auswirkungen auf den Bandlauf unkalkulierbar. Die getrennte Annordnung ist ja eh schon besonders Anfällig für Azimutfehler zwischen A und W Kopf, da der Abstand größer als bei Sandwichköpfen ist. Dass das aufwändige (spezielle Kopfformen, stärkerer Bandzug) Wegkonstruieren des Pads einen zuisätzlichen Vorteil beim Modulationsrauschen bringt ist unstrittig. Dass aber das Dual Closed Loop Prinzip ohne Pad Llifter keinen Vorteil mehr bringt und damit nur Gimmick wäre, stimmt einfach nicht.

Und noch was zu den Geschichten mit ständig beschädigten oder komplett gefressenen Bändern... Ich hab hier seit etwa 8 Jahren wieder Decks in Betrieb, alle mit Dual Capstan. Da ich mich viel mit Messungen beschäftigt habe und über eine längere Zeit kostenlos gebrauchte Cassetten in hohen Stückzahlen umsonst abgreifen konnte, hatte ich in dieser Zeit bestimmt zweitausend Cassetten aller Qualitätsstufen in meinen Decks. Gerade die kurzen ständig wechselnden Laufwerksmanöver, die beim Reinhören von Gebrauchtmaterial und auch beim Messen von Cassetten von Nöten sind, provozieren eigentlich solche Fehler bekanntermaßen besonders.
Mit Ausnahme einiger TDK MA, deren Band wohl durch Feuchtigkeitseinfluss zusammengekräuselt war und wie ein runder Schnürsenkel aussah, ist nicht ein einziges Band geknittert, an den Kanten beschädigt oder bis zum Bandsalat gefressen worden.

Oli