Tonbandforum
Revox a77 leise Wiedergabe - Druckversion

+- Tonbandforum (https://tonbandforum.de)
+-- Forum: Tonbandgeräte (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=26)
+--- Forum: Hilfe & Tipps rund um das Tonbandgerät (https://tonbandforum.de/forumdisplay.php?fid=29)
+--- Thema: Revox a77 leise Wiedergabe (/showthread.php?tid=16128)

Seiten: 1 2


Revox a77 leise Wiedergabe - Rainer von Bargen - 09.05.2016

Moin, Es geht um eine Revox a 77(durchsichtige Regler, Version?) 2 Spur, was aber denke ich egal ist.
Das Wiedergabesignal kommt nur ganz leise am Kopfhörerausgang an u. ist mit einem Brummen hinterlegt. Wiedergaberegler auf NAB , Lautstärke auf 5 , Balance mittig, ist kaum was zu hören.
Drehe ich den Balanceregler ganz nach Links o. Rechts, wird das Signal lauter, aber immer noch schlecht.
Ich frage mich, mache ich da nur einen Bedienfehler, o. gibt es da ein bekanntes Fehlerbild.
Der Wiedergabekopf kann es ja eigentlich nicht sein, sonst würde man ja gar kein Signal hören. Grob gereinigt ist der Bandweg u. Köpfe auch.
Im SM steht noch q803/804 defekt. oder Spannung zu hoch. Habe schon auf 240v umgestellt.

Gruss
Rainer


- Andre N. - 10.05.2016

Hallo Rainer,

ist das Signal auch bei Aufnahme Vor,- Hinterband so leise?

Gruss Andre


- hannoholgi - 10.05.2016

Was mich dabei stutzig macht: auf beiden Kanälen keine Wiedergabe? Ein Defekt an beiden Hälften des Wiedergabe-/Ausgangsverstärkers ist ja sehr unwahrscheinlich. Tritt der Fehler bei allen Stellungen des Monitorschalters (Spur 1, Spur 2, Mono, Stereo) auf?

Hast du die Maschine schon länger? Wenn ja, seit wann hat sie diese Macke? Will sagen: Ist sie in letzter Zeit repariert/überholt worden? Und wenn ja, von einem Fachbetrieb, von dir oder....?

Gruß
Holgi

P.S.: Die Version kann man anhand der durchsichtigen Scheiben an den Reglern nicht erkennen. Es kann eine Mk I bis Mk III sein.


- Rainer von Bargen - 11.05.2016

Moin. Das Gerät habe ich erst neu. Revox ist da doch etwas komplexer aufgebaut wie Akai u. Co. Habe vor ganz vielen Jahren mal kurz das Baugleiche Gerät gehabt, aber das hat funktioniert.
Deswegen auch meine Frage"Mache ich was verkehrt". Die Fehlerbeschreibung gab mir der Besitzer u. der hatte das Gerät bis dato benutzt. Ich habe auch noch keine Aufnahmevesuche gemacht, da
das Gerät noch nicht an eine Anlage angeschlossen war. Habe nur mit dem Kopfhörer probiert. Aufnahmevesuch über die Mic Buchse auf der Front(Kopfhörer als Micro) zeigte das die VU´s ausschlagen,
die Aufnahme aber nach Rückspulen u. abhören, eben kaum zu hören waren. Kann es sein daß irgendwie die Spannung am Playbackverstärker nicht da, oder zu gering ist?

Leider kann ich die nächsten 8 tg nicht antworten, da ich im Ausland bin. Lesen werde ich aber.

Rainer


- Peter Ruhrberg - 11.05.2016

Rainer von Bargen,'index.php?page=Thread&postID=189777#post189777 schrieb:Aufnahmevesuch über die Mic Buchse auf der Front(Kopfhörer als Micro) zeigte das die VU´s ausschlagen, die Aufnahme aber nach Rückspulen u. abhören, eben kaum zu hören waren. Kann es sein daß irgendwie die Spannung am Playbackverstärker nicht da, oder zu gering ist?

Das bringt mich auf einen Gedanken:
Falls Aufnahmen, die auf derselben Maschine hergestellt wurden, bei Playback zu leise sind, könnte es an einem evtl. verschmutzten Aufnahmekopf liegen. (Das wirkt sich nämlich erheblich stärker aus als ein verschmutzter Wiedergabekopf.)

Ich nehme aber an, dass du auch Aufnahmen abgehört hast, von denen du weißt, dass sie einwandfrei sind?

Grüße, Peter


- bitbrain2101 - 11.05.2016

Hallo Rainer,

kann es sein, dass du einen sehr niederohmigen Kopfhörer (ca. 70 Ohm) benutzt ? Damit kommen manche Kopfhörerverstärker nicht klar und sind dann sehr leise. Schliess die Maschine doch mal an einen Verstärker an.

MfG, bitbrain2101


- Rainer von Bargen - 11.05.2016

Hallo. Ich konnte es mir nicht verkneiffen u. musste doch noch mal probieren.
Ich muss dazu sagen das als Steuergerät bei mir ein Körting TA-220 sein Werk tut. Dieser hat nur DIN-Buchsen. Also Stecker von Tape1 zur Revox Eingang Radio. Regler auf Radio gestellt, Regler auf Eingang.
Die VU´s schlagen aus, Signal geht durch. Aufgefallen ist mir: Beide Schalter auf Aufnahme gedrückt, Der Linke Regler beeinflusst das Linke VU, u. Der Rechte das Rechte. Sind die Schalter nicht auf Aufnahme gedrückt,
regelt der linke Regler das rechte VU-Meter u. umgekehrt.?(Ich meine die beiden Drucktaster neben denVU-Metern)
Ich habe versucht eine Aufnahme zu machen. VU`s schlagen aus, aber kein Monitorton. Spule ich zurück u. spiele die Aufnahme ab, ist diese zwar zu hören aber extrem leise(Lautstärke auf voll). Drehe ich den Balanceregler an der A77 bis zum Anschlag (sogar mit etwas Druck) nach Links o. Rechts wird es lauter, dazwischen kaum eine Änderung.

Gruss Rainer


- hannoholgi - 11.05.2016

Rainer von Bargen,'index.php?page=Thread&postID=189784#post189784 schrieb:Aufgefallen ist mir: Beide Schalter auf Aufnahme gedrückt, Der Linke Regler beeinflusst das Linke VU, u. Der Rechte das Rechte. Sind die Schalter nicht auf Aufnahme gedrückt,
regelt der linke Regler das rechte VU-Meter u. umgekehrt.?(Ich meine die beiden Drucktaster neben denVU-Metern)
Das ist kein Fehler, sondern ist aus schaltungstechnischen Gründen bei allen A77 so. Der Balanceregler ist so geschaltet, dass die jeweilige Seite in den Endstellungen etwas lauter wird. Ist zwar ungewöhnlich, aber ebenfalls ein Feature, kein Defekt Wink !

Zu deinem Problem ist eine Ferndiagnose schwierig.... Drochtersen liecht ja nu anne Elbe und damit nicht gerade im Umland von Hannover. Aber vielleicht führt dich dein Weg demnächst ja mal Richtung Süden? Ich sehe mir die Sache gerne mal an, wenn wir das Problem hier nicht ausfindig machen können. Ich habe auch Tauschplatinen da.

@Peter: er hat ja auch Vorband kein vernünftiges Signal! Also keine Kopfverschmutzung.
@bitbrain: Niederohmige Kopfhörer kann die A77 ab. Auch mit 32 Ohm-Systemen hört man noch laut genug.

LG Holgi


- kaimex - 11.05.2016

Hallo Rainer

ich hab mal in eine Schaltungssammlung zur A77 geguckt.
Danach wird das Monitor-Signal vor den Record-Amps abgenommen, die u.a. die VU-mMeter treiben.
Das Signal geht dann über den Input/Playback/IEC/NAB Schalter auf den "Drive-Amp" und danach auf den Power-Amp.
Deine Beobachtungen würden demnach zu Fehlfunktion im Drive-Amp passen.
Falls du noch ein zweites Bandgerät hast, mache ich folgenden Vorschlag, um einwandfreie Funktion des Aufnahmezweiges zu verifizieren: Mach mal eine Test-Aufnahme mit dieser A77 und prüfe Playback auf einem zweiten Gerät.
Wenn das funktioniert, kann man sich auf die weitere Fehlersuche im Drive-Amp konzentrieren, da der die Kopfhörer speist.
Wenn du einen unabhängigen Test-Verstärker hast, könntest du den mal direkt an den Ausgang des Playback-Verstärkers anschließen zwecks Prüfung, ob da wenigstens die Aufnahme ordentlich zu hören ist.

MfG Kai


- hannoholgi - 11.05.2016

Ich halten einen Bauteildefekt oder so auf den Playback-/Drive-Amp-Platinen für sehr unwahrscheinlich. Diese Stufen sitzen ja kanalgetrennt auf zwei separaten Platinen! Und dass die beide denselben Fehler haben sollen.... Nee. Da liegt irgendwo anders der Hase im Pfeffer. Bin gespannt, ob wir es auf diesem Wege ausfindig machen.

LG Holgi


- kaimex - 11.05.2016

Es müssen ja nicht die Verstärker selbst sein. Infrage kämen auch Umschalter, Potentiometer, Steckkontakte im Signalpfad oder die Stromversogung dieser Verstärker.
Ich sehe übrigens im Blockschaltbild eine Pegelangabe am Ausgang der Playback-Amps und am Eingang der Drive-Amps von 25 mV.
Die dürfte sich ja wohl auf Vollaussteuerung (0 dB) bei ? 333 Hz oder 1kHz ? oder sonst 'ner netten mittleren Frequenz beziehen.
Da hat man ja mal einen Anhaltspunkt zur Überprüfung.

MfG Kai


- hannoholgi - 11.05.2016

kaimex,'index.php?page=Thread&postID=189794#post189794 schrieb:Infrage kämen auch Umschalter, Potentiometer, Steckkontakte im Signalpfad oder die Stromversogung dieser Verstärker.
Genau so was meinte ich mit dem pfeffrigen Hasen! Big Grin

Im Schaltplan selbst sind die 25 mV nur 20, aber die Größenordnung ist ja gleich. Dieser Pegel gilt bei 1 kHz und Vollaussteuerung (514 nWb/m).


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Moin.
Also, ich habe Heute mal getestet. Ausschlag VU im Vorband OK. Signal abhören u. über Balance u. Lautstärkeregler OK. Aufnahme u. Abhören über Hinterband wie sehr leise u. etwas verzehrt.
Die Aufnahme abgespielt auf einer anderen Maschine(Sony TC758 4-spur). Aufnahme der Revox ist auf einem Kanal klar u. deutlich zu hören, der Andere ist weniger ausgesteuert, was aber wohl
an der Konfiguration 2-Spur auf 4-Sur abgespielt liegt(denke ich).

Gruss
Rainer


- kaimex - 20.05.2016

Hallo Rainer,

jetzt bin ich etwas irritiert, ob deiner aktuellen Beschreibung:
Bislang hatte ich geglaubt, über den Kopfhörerausgang sei in keinem Fall was "Ordentliches" zu hören.
jetzt schreibst du, Vorband über Monitor ok (über Kopfhörerausgang, nehme ich an).
Hat sich da was geändert oder habe ich etwas mißverstanden ?
Wenn der Drive-Amp und die Aufnahme-Funktion funktionieren, muß der Fehler ja in dem Schaltungsteil von den Wiedergabeköpfen bis zum Ausgang der Wiedergabe-Verstärker liegen.

MfG Kai


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Moin, tut mir leid wenn ich das nicht richtig verständlich beschrieben habe, aber genau wie im meinem letzten Post ist es.
Die Aufnahme ist im Hinterband der A77 schlecht u. sehr leise, die Aufanhme funktioniert aber anscheinend(habe ich auch erst heute probiert).
Im Vorband scheint alles normal.

mfg
Rainer


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Andre hatte diese Frage schon mal gestellt, habe ich leider nicht drauf geantwortet(weiss auch nicht warum).
Dann wäre es wohl klarer gewesen.Pardon.


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Es kann ja eigentlich nur am "Drive Amplifter 1+2 " liegen, bzw. an der Versorgungsspannung dahin. Es sind ja wahrscheinlich nicht beide defekt.
OK. der Umschalter Vor -Hinterband könnte es auch sein.

mfg
Rainer


- uk64 - 20.05.2016

Schon mal in die besagte A77 rein geschaut?
Eventuell sind ja „nur“ die Potis (Schleifer) zerfallen.

Gruß Ulrich


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Nein Ulli, habe ich noch nicht. Wenn ich mir das noch mal so anschaue, kann das nicht der Drive Amp sein, sondern nur der Playback Amp, o. Versorgung , bzw. Schaltungsumfeld, im schlimmsten Fall auch die Tonköpfe.


- Baruse - 20.05.2016

Was ist ein "Drive Amp"?


- kaimex - 20.05.2016

In einer Schaltung der A77 wird der Verstärkerteil zwischen dem Quellenumschalter (Vorband, Hinterband, Monitor etc.) und dem Kopfhörerausgang bzw. vor dem Endverstärker als Drive-Amplifier bezeichnet. In einer anderen Schaltung wird die Bezeichnung Leitungsverstärker benutzt.

MfG Kai


- uk64 - 20.05.2016

Natürlich kann es deiner Beschreibung nach nur am "linken" Schaltungsteil liegen.
P801 ist dann eines der besagten Potis, bei denen mal gerne der Schleifer abfällt.

[attachment=11147]

Gruß Ulrich


- Baruse - 20.05.2016

kaimex,'index.php?page=Thread&postID=190152#post190152 schrieb:In einer Schaltung der A77 wird der Verstärkerteil zwischen dem Quellenumschalter (Vorband, Hinterband, Monitor etc.) und dem Kopfhörerausgang bzw. vor dem Endverstärker als Drive-Amplifier bezeichnet. In einer anderen Schaltung wird die Bezeichnung Leitungsverstärker benutzt.

MfG Kai

Ach der Playback-Amp - sag's doch gleich Big Grin


- kaimex - 20.05.2016

Zu Ulrich's Hypothese:
Ob's daran liegt kannst du testen, indem du entweder "brutalstmöglich" vom Schleifer zum Hochpunkt des Potis mal überbrückst oder in der vorsichtigeren Variante einen Widerstand von z.B. 10 kOhm "rüberlegst". Wenn dann laut und deutlich was rüberkommt, ist der Fall geklärt, ansonsten muß der Verstärker davor überprüft werden.

MfG Kai


- kaimex - 20.05.2016

@Baruse:
Nix Playback-Amp, das ist der davor Tongue
So iss das, wenn man mal in eine deutsche und andermal in eine internationale Schaltungssammlung guckt. 8)

MfG Kai


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Moin, Ich glaube fast es ist der Supergau. Wiedergabekopf defekt.
Ich habe die Stecker an der Sammelplatine(wo alle Steckboards drauf sind, abgezogen u. versucht den Widerstand der spule zu messen.
Beide Kanäle haben keinen Durchgang.
Habe zur Konrolle nochmal den Rec.Kopf gemessen, da ist Durchgang u. ein Widerstand zu messen.

Wie kan es den passieren dass beide Kanäle defekt sind. Die Revox hat doch nun wirklich einen perfekt getrenten Kanalaufbau?

mfg
Rainer


- uk64 - 20.05.2016

Wo hast du denn gemessen?
Den Kopf kann man doch direkt vorne an den Anschlüssen messen ohne irgendwo irgendwas abziehen zu müssen. Das sollten so ca. 150 bis 200 Ohm sein.
Der Widerstand des Aufnahmekopfes beträgt ungefähr ein Zehntel, ca. 15 bis 20 Ohm.

Gruß Ulrich


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Hallo Ulli. Der Wert liegt im KOhm Bereich. Deswegen habe ich die steckkontakte auf der Hauptplatine neben den Steckkarten entfernt um
keine beeinflussung durch die nachgeschaltete Elektonik zu erhalten. Kein Durchgang!
Rec. liegt bei knapp 20Ohm.


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Was ich nicht verstehe, wieso kann ich trotzdem das Band hören, wenn auch nur extrem leise. Wäre der Kopf defekt dürfte ich doch garnichts hören, oder?
Habe gerade eine 4-spur Aufnahme von Mc Cartney gehört u. auch klar erkannt, auch wen das Signal auf der Rückspur hörbar ist.

mfg
Rainer


- uk64 - 20.05.2016

Stöpsle mal alles wieder zusammen. Danach stellst du die A77 auf 9,5cm/s und Wiedergabe.
So misst du vorne direkt am Kopf die Spannung an beiden (pro Kanal) Kopfanschlüssen jeweils gegen Masse. Bei intaktem Kopf sollten das jeweils ca. 600mv sein. Bei unterbrochenem Kopf einmal ca. 1,5V und einmal ca. 100mV.
Die A77 und B77 hat ja die Besonderheit, das der Basisstrom des ersten Transistors durch den Kopf fließt.

Gruß Ulrich


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Hat 660 mvolt gemessen gegen Masse.


- uk64 - 20.05.2016

Alles etwas komisch.
Du kannst auch mal ganz einfach die Kabel des Wiedergabekopfes an den Aufnahmekopf anschließen, die Kabel sind lang genug.
Wenn die Verstärker in Ordnung sind solltest du bei Wiedergabe eines bespielten Bandes eine fast normal laute Wiedergabe hören, nur halt etwas dumpf/höhenlos.

Gruß Ulrich


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Da passiert genau das was Du geschrieben hast. Ich habe zwar nur einen Kanal umgeklemmt, aber der war dann fast normal laut.


- uk64 - 20.05.2016

Dann ist der Wiedergabekopf wohl tatsächlich hin, warum auch immer.

Gruß Ulrich


- Rainer von Bargen - 20.05.2016

Aber warum höre ich dann noch das signal von der Aufnahme. Es ist keine Quelle angerschlossen.
Ich habe mal das Band mit einen Q-Tip vom Aufnahmekopf fern gehalten. Ich höre immer noch das Band.
Bei einem defektem Tonkopf dürfte ich doch dan garnichts hören?

mfg
Rainer


- uk64 - 20.05.2016

Es ist halt die Frage, was da in dem Kopf nun tatsächlich passiert ist.
Die Verstärker sind so empfindlich, das dort selbst recht kleine Signale noch hörbar werden.
Komplett unterbrochen scheint er ja nicht zu sein sonst würdest du nicht zwei mal 660mV bei 9,5cm/s(*) messen können.
Die 660mV zeigen auch, das die erste Verstärkerstufe noch im korrekten Arbeitspunkt arbeitet.

(*)Bei 19cm/s liegt noch ein Widerstand parallel.

Gruß Ulrich


- kaimex - 21.05.2016

Die Beobachtungen und die Schaltung passen nicht zusammen:
Im ersten Transistor fließt ein Collektorstrom von etwa 90 uA. Bei einer Stromverstärkung von 180 müßte ein Basisstrom von 0,5 uA fließen. Das ergäbe an dem 220 kOhm Shuntwiderstand bei unterbrochenem Tonkopf und 9,5 cm/s einen Spannungsabfall von 110 mV. Selbst wenn die Stromverstärkung doppelt so hoch wäre (was aber eher unwahrscheinlich ist), müßte der Unterschied noch 55 mV betragen. Es kann nach dieser Abschatzung nicht sein, daß an beiden Enden einer unterbrochenen Tonkopfwicklung die gleiche Spannung von 660 mV zu messen ist.
Deshalb die Frage, ob du sicher bist, am richtigen Anschlußpaar von den 4 Wicklungsanschlüssen gemessen zu haben und nicht versehentlich stattdessen an funktionell gleichen Anschlüssen von linkem und rechtem Kanal.

MfG Kai


- Rainer von Bargen - 21.05.2016

Moin.
Ich habe Heute früh noch mal gemessen.

Brauner Schutzschlauch zu dem oben liegenden Stereokanal
-Rotes Kabel gegen Masse : 615 mv
-Graues Kabel gegen Masse : 599 mv

Roter Schutzschlauch zu dem unten liegenden Stereokanal
-Rotes Kabel : 605 mv
-Graues Kabel : 593 mv

Ich bitte darum die vielleicht nicht allzu präzise Spannungsangabe , auf Ulrichs frage hin, zu entschuldigen.

Mir war nicht klar das das so wichtig ist.

Ich hoffe damit zur Klärung des Problemes etwas mehr beigetragen zu haben.

mfg
Rainer von Bargen


- uk64 - 21.05.2016

Es ist schon richtig, das die Werte für einen komplett unterbrochenen Kopf nicht passen, komplett unterbrochen hatte ich oben angegeben mit 100mV (Basis Q801) und 1,5V (Emitter Q802).
Die Schaltung ist im Eingang aber so hochohmig, das selbst fünfstellige Ohm-werte im Kopf (oder am Kopf vorbei) noch keinen Nennenswerten Spannungsabfall ergeben würden.

Da die Wiedergabe über den Aufnahmekopf aber nun mal mit entsprechender Lautstärke funktioniert........................

Ein komischer und seltener Kopffehler bleibt es aber.

Gruß Ulrich


- kaimex - 21.05.2016

Ich habe den Playback-Amp mal eben in SPICE simuliert mit BC549C Transistoren, das ist das gleiche wie BC109 in einer der hohen Stromverstärkungsklassen.
Heraus kommt ein Basisstrom des Q801 von ca. 0.32 µA. Das ergäbe an dem 220 kOhm Shuntwiderstand einen Spannungsabfall von ca. 70 mV (also bei 9,5 cm/s).
Bei der höheren Geschwindigkeit (19,05 cm/s) liegt ein weiterer Widerstand von 47 kOhm parallel. Dann reduziert sich der Spanungsabfall auf 12-13 mV. Das paßt am ehesten zu deiner Messung.
Wenn die Wiedergabeköpfe mit einem DC-Widerstand von 200 Ohm prallel lägen, wäre der Spannungsabfall < 1 mV.
Hast du die Kopf-Widerstands-Messung direkt am Kopf oder am Ende einer längeren Zuleitung durchgeführt ?
In letzterem Fall solltest du nochmal direkt am Kopf testen, damit du nicht auf einen Zuleitungsbruch hereinfällst.
Daß man trotz fehlendem DC-Durchgang durch eine Wicklung noch ein bischen hört, kann an der Streukapazität der unterbrochenen Wicklungsteile gegeneinander liegen. Die Klang-Wirkung ist allerdings wie bei einem starken Hochpassfilter.

MfG Kai


- Andre N. - 21.05.2016

Servus,

das ist alles wirklich sehr merkwürdig und ich unterstreich das bisher geschriebene. Wäre der Einsatz eines Signalverfolgers jetzt nicht mal ratsam? Was mich wundert ist das noch hörbare Signal, was scheinbar doch noch richtig verstärkt wird. Auf dem richtigen Weg, messtechnisch, scheinen wir ja zu sein. Nur mir will ein defekter Kopf partout nicht in den Kopf. Selbst abrutschen beim Messen hat noch keinen so zerstört und welche Spannung könnte den ReVox Kopf im Rückwärts Sinn vernichten?

Gruss Andre


- Rainer von Bargen - 22.05.2016

Hallo, ich habe die Kabel angelötet u. Gemessen. Kein Durchgang. Kein Widerstand zu messen ,0.
Ich hatte noch einen Vierspurkopf von irgendeiner Uhern Sg 521 o.ä. Der hat 240 ohm Widerstand.
Den habe ich an die Kabel der Revox geklemmt, u. nur von Hand an das Band geführt, u. Es funktioniert, Signal über Kopf abhörbar.
Also Wiedergabekopf defekt.
Die Frage ist was macht man jetzt. Neuen Tonkopfabdeckung kaufen, sicher möglich, aber zu teuer.
Hat noch jemand von Euch so was liegen, vielleicht auch mit viel Einschliff?
Mag
Rainer


- Rainer von Bargen - 22.05.2016

Korrektur, ich habe die Kabel natürlich ABgelötet . U. Über den KopfHÖRER das Signal gehört.


- kaimex - 22.05.2016

Hallo Rainer,

die Chancen, mit deiner Frage nach einem Wiedergabekopf Gehör zu finden, steigen, wenn du einen neuen Thread mit der Überschrift "Wiedergabekopf für Revox A77 gesucht" o.ä. eröffnest. Entweder hier in den Rubriken Hilfe oder Fragen oder unter "Suche...". Das nehmen dann sicher mehr Leute war.
Hat der Vorbesitzer erzählt, ob der Fehler "aus heiterem Himmel" auf einmal da war oder Folge eines spektakulkären Ereignisses war ?

MfG Kai


- lukas - 22.05.2016

Rainer von Bargen,'index.php?page=Thread&postID=190248#post190248 schrieb:Hallo, ich habe die Kabel angelötet u. Gemessen. Kein Durchgang. Kein Widerstand zu messen ,0.

Mag
Rainer

Vielleicht liegt hier eine Missinterpretation des Messwerts vor, ein Messverständnis sozusagen: 0 heißt nicht kein Durchgang, sondern kein Widerstand, irgendwo liegt hier ein Kurzschluss vor


- Andre N. - 22.05.2016

Servus,

schlussletztendlich. Tonkopf besteht aus was und funktioniert wie?

Grundfragen zum TK:
!. beide Spulen durchgeschossen?
2. 220V angelegt oder einen Magneten befleissigt?
3. wer war das?
4. wurde die Entmagnetisierungsdrossel mal geschwungen?
5. Kopflage deutlich gemacht, Einschilff oder ggfs. Läppung?
6. wie fang ich an, eine elektromagnetische Schwingung/Spannung zu prüfen?

Gruss Andre


- Rainer von Bargen - 23.05.2016

Moin. u. Hallo Andre.
Ich weiß deinen Post nicht wirklich zu deuten. Bist du der Meinung der Kopf wäre gar nicht defekt, Obwohl kein Duchgang zu messen ist.
Und "Lukas" mit "0" war "kein" Durchgang gemeint , nur sinnübertragen eben "0", nicht das was auf dem Messgerät steht.(Pardon)
Wer das war? Das zu klären wird wohl schwierig, angerufen habe ich , AB, aber kein Rückruf, kommt vielleicht ja noch.
Die Köpfe der Revox sind recht schwierig einzusehen. Er sieht aber optisch, mit Leuchtlupe betrachtet, vom Abschliff her, ähnlich aus wie der Rec. Kopf.
Aufgefallen ist mir im unteren Bereich eine art roter Punkt, der auch in den Abschliff reingeht.(Optische Täuschung nicht ausgeschlossen)
Was auf jeden Fall nicht normal ist, ist die (Bemalung) Fixierung der Einstellschauben. Hier wurde Rot,Grün,Gelb, tw. übereinander verwendet.

Ich denke auch ein Tonkopf kann mal defekt sein, aber gleich beide Kanäle? Beim Tapedeck Akai GX67 hatte ich das auch schnon mal, allerdings nur ein Kanal.
Das Gerät läuft jetzt seit 6 Jahren ohne Probleme, obwohl ich nur den Kopf getauscht hatte.

mfg
Rainer


- Rainer von Bargen - 23.05.2016

Also. Ich habe Heute meinen Bekannten nach dem Fehler befragt. Aussage von Ihm: Beim hören gemerkt daß nur noch ein Kanal funktioniert, nach testen irgendwelche Quitschlaute, dann der zweite Kanal defekt.
Er würde wohl nochmal 80€ für den angeboten Kopfschlitten in Ebay ausgeben wollen. Zwei Fragen tun sich dabei für mich auf. Zum einen, knallen die Köpfe gleich wieder durch?, zum Anderen, muss das Gerät, auch wenn der gesamte Kopfträger getauscht wird,
trotzdem noch eingemessen werden?. Letzteres habe ich noch nie gemacht u. ich weiss auch nicht ob ich das hinbekomme.
Weiterhin habe ich festgestellt das das Gerät beim Rückspulen zum Ende hin fast stehenbleibt(Alu 26,5cm links , Plastik 18cm rechts) Ich entsinne mich aber das das bei meiner Revox vor vielen Jahre auch so war.

Gruss
Rainer


- kaimex - 23.05.2016

Hallo Rainer,

zu Frage (1) "knallen die Köpfe gleich wieder durch",
dazu müßte man wissen, was das für eine Durchknallprozedur war:
1.1: Ist es ein Vorgang, der bei normaler Bedienung (z.B. Umschalten der Geschwindigkeit) der Maschine durch eine andere noch nicht erkannte Fehlfunktion des Gerätes eintritt ?
1.2: Ist es eine sporadisch auftretende Fehlfunktion im Vorverstärker (z.B. Oszillation des Vorverstärkers mit hohem Resonanzstrom durch die Tonkopfwicklung) ?
1.3: Oder hat da jemand mit untauglichem Gerät am Wiedergabekopf "rumgetestet" und ihn dabei abgeschossen ?

Was ist z.B. mit Quietschgeräusch gemeint ? Ein mechanisches Qietschen des Laufwerks oder laute Qietsch-ähnliche Töne im Wiedergabesignal ? Da assoziere ich erstmal etwas in der Richtung von Hypothesen 1.2 & 1.3.
Um einen baldigen schmerzhaften Zweitverlust zu vermeiden, wäre da erstmal der Einsatz eines "vorläufigen" weniger wertvollen Tonkopfes ratsam.

Was das Einmessen und Kopf-Justage betrifft, sind zwei Dinge zu bedenken :
1. Du weißt nie, in welchem Zustand sich so ein Kopfträger befindet. Vor einigen Wochen wurde hier ein Kopfträger eines Uher-Gerätes gezeigt, der sah aus, als wäre er Kleinkindern mit Schraubendrehern in die Hände gefallen.
2. Auf welche Bandsorte HF-Vormagnetisierung und Entzerrung eingemessen werden sollen und wie die Köpfe justiert werden sollen, hängt z.B. davon ab, ob du das Gerät neu optimal mit einer Bandsorte deiner Wahl benutzen willst, oder ob du nur der Kümmerer für den Bekannten bist und das Gerät an ihn zurückgeht. Dann wäre es besser, die letzte Feinjustierung der Wiedergabeköpfe auf beste Höhenwiedergabe seiner vorhandenen Aufnahmen einzustellen und die Aufnahmeköpfe danach dafür optimal auszurichten.

Am Bandtransport scheint ja auch einiges mindestens justier- wenn nicht sogar reparatur-bedürftig zu sein.

Für Einmessen und Justage der A77 (und Komplett-Revision) gibt es hier im Forum Experten. Einer davon ist Holger (hannoholgi).

MfG Kai


- Rainer von Bargen - 23.05.2016

Hallo Kai. Ich denke er meinte schon Tonverzerrungen, so habe ich das zumindest verstanden. Aber wie gesagt alles Spekulativ.
Ich werde wohl testweise meinen Uher 4-Sur Kopf dranhängen u. Probelaufen lassen.
Mit dem Einmessen ist wohl deine vorgeschlagene Vorgehensweise erstmal die einfachste.
Wenn es ihm dann nicht gut genug ist, sehen wir weiter.

mfg
Rainer