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- highlander - 01.05.2004 Buchkritik: Die Jim Morrison Biographie "Keiner kommt hier lebend raus" Hopkins-Sugarman-Maroverlag, 80er Jahre. Die Doors und allen voran Jim Morrison dürften jedem Rock-Fan ein Begriff sein. Und nicht wenige lieben ihre Musik. Sie zählen unbestritten zu den grössten Heroen der späten 60er/frühen 70er. Und wie die meisten Helden verstarb auch Jim Morrison...wenn er denn tatsächlich gestorben ist - diesen Punkt lässt auch das Buch offen. Die recht umfangreiche Biographie ist eine ausgesprochen unterhaltsame Bettlektüre. Bis zuletzt spannend und interessant. Nimmt man sich nun die Biographie einer Gruppe oder eines Künstlers vor, so erwartet man ein gewisses Mass an Lobpreisung desselben, üblicherweise über das normale Mass hinausgehend. Dieses Buch ist völlig anders. Es ist schmutzig, es ist asozial, verraucht und versoffen, bekifft und überaus brutal. So war Jim Morrison und so ist das Buch. Man lernt die Band und den Sänger von einer ganz anderen Seite kennen, einer düsteren und oberflächlichen. De facto war Jim nie wirklich Sänger, eher Autor. Da er ununterbrochen volltrunken war, so jedenfalls suggeriert es das Buch, dürfte auch sein Einfluss auf die musikalische Begleitung seiner Texte eher klein gewesen sein. Und dennoch war dieser verwirrte Geist ein Genie. Nein, 'irre', 'verrückt' war er nicht, er war 'verwirrt', aber in einem Maße, dass er für uns eigentlich völlig unbrauchbar erscheint. Beinahe hätte er weder dieses Buch noch den Raum, den es ihm widtmet, verdient! Dieses Buch beleuchtet aber auch die damaligen (?) Verhältnisse in den USA, die schliesslich zu einem unberechtigten (?) Morrison-Prozess führten. Auch die Musikindustrie wird angeleuchtet. Fazit: ein sehr merkwürdiges Buch, wie ich zuvor noch kein vergleich- bares gelesen habe. Das Ergebnis könnte übrigens die völlige Abkehr von den Doors bedeuten, daher Vorsicht! - Michael Franz - 02.05.2004 Mir ging es ähnlich, als ich dieses Buch vor vielen Jahren gelesen habe. Ich mochte die Musik der Doors und hielt Jim Morrison für ein Genie. Daran änderte sich auch nix, als es mir partout nicht gelingen wollte Zugang zu seinen Texten zu bekommen. Aber diese mystischen, rätselhaften Lyrics und dieser spezielle Sound hatten es mir angetan. Das von Andreas genannte Buch hat vieles entzaubert. Morrison erscheint mir seit dem nicht als Genie sondern als durchgeknallter Egomane, der das Glück hatte, daß seine nicht ungenialen Ideen auf fruchtbaren Boden fielen, weil er die richtigen Leute um sich herum hatte. Die Musik der Doors mag ich immer noch - mit der Person Morrison habe ich so meine Probleme. Konsequenterweise ist das bluesige "LA Woman" mein Lieblingsalbum. Auffällig übrigens, daß es von den Songs der Doors sehr wenig Cover-Versionen gibt, obwohl doch vieles eingängiges Material ist. Warum wohl ist das so? Werden die Songs als unerreichbare Vorbilder gesehen? Oder sind die Songs so schwach, daß sie eben nur mit diesem speziellen Sound funktionieren, den die Doors drauf hatten. Dies würde dazu führen, das jede Coverversion zu einer Kopie würde. - Michael - |