Tonbandforum

Normale Version: Röhrenschrauber meets Uher Report 4000L
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Guten Abend in die Runde!

Wie man von meinen Beiträgen weiß, bin ich ja (fast) ausschließlich bei den Röhrenkoffern zu Hause.

Nun, da ich aber schon seit Jahren hier im Forum mitlese und sehr oft über das Wörtchen "Report" gestolpert bin, (Anselm, cisumgolana, PSMS und anderen sei Dank  Wink ) drängte mich mein Sammlertrieb zu einem Kauf eines solchen.

20 Minuten mit dem Zug entfernt stand ein 4000L für 25 Euro, augenscheinlich in brauchbarem Zustand. Hingefahren und gestaunt: Das sieht ja noch super aus! Keine Beschädigungen, Netzteil dabei... frohgemut mit 25 Euro weniger in der Tasche nach Hause.

Einschalten? Ja? Nein?
...
Stecker rein, olles, frisch bespieltes Band mit nem Schlager eingefädelt, 19er Geschwindigkeit rein. Motorengeräusch! Starttaste gedrückt, läuft los. Aber nicht die rechte Spule. Mit Hand den immer größer werdenden Bandsalat in den Griff kriegend (Spule per Hand drehen) höre ich auf einmal die Uschi Glas aus dem Bordlautsprecher trällern.

ES LEBT! Big Grin

Vor- und Zurückspulen macht gar nix. VU-Meter leuchtet und zappelt beim ziehen der Knöpfe. Immerhin etwas.

Unten aufgemacht. Heißa, sind da Elkos drinnen! Kurz die Lager der "Bandteller-Motor-Verbindungsstange" geschmiert. Rechte Spule dreht wieder!

Als nächstes Aufnahmetest mit Mikrofon. Hui, klingt gar nicht schlecht!


Nach ein bisschen rumprobieren stelle ich doch noch einige Fehler/Unklarheiten fest:
- Wenn ich die Lautstärke mehr als die Hälfte aufdrehe, kann ich die Tonblende nur bis zu Hälfte drehen. Ab da krachts ein bisschen und der Ton wird leise und kraftlos. Umgekehrt auch. (Bei komplett aufgedrehter Tonblende kann den Lautstärkeregler nur ca. bis zur Hälfte drehen, ansonsten der gleiche Fehler.) Zudem schlägt dann das VU-Meter ein bisschen aus, sollte denk ich nicht so sein. Wird denk ich mal an einem tauben Elko liegen.

- Vor- und Zurückspulen gehen mittlerweile, auch wenn nicht so kräftig, wie erwartet. Wenn man die Tasten während des Spulens zusätzlich noch runterdrückt, scheint es so, als ob der Motor mehr Spannung abkriegt, und die Spulen sich schneller drehen. Passt das so, oder sind da die Kontakte korrodiert? (Anders formuliert: Soll der Motor auch schon hochdrehen, wenn die Taste nicht zusätzlich gedrückt wurde?)

- Die Pause-Taste hebt zwar die Andruckrolle ab, das Band läuft aber trotzdem (zu schnell) weiter. Ich vermute, dass die Kupplung des rechten Bandtellers zu stark ist. Was wäre da am besten? Schmierung? Justage?

- Ich habe ein leichtes Netzbrummen im Lautsprecher. Das sollte aber vermutlich mit dem Tausch der Elkos im Netzteil behoben sein.

Um auch mal einen Eindruck von dem schönen Gerät zu haben, hier noch ein kleines Video:
https://youtu.be/RoPTki5s7fo?si=lOQ7CNrU-F0XYZKs
(Ja, die Musik stammt von mir, gerade vorhin mit dem Report selbst aufgenommen.  Big Grin )

Da sieht bzw. hört man auch die Problematik mit dem Umspulen und Klang-/Lautstärkeregler.


Gruß aus Hessen
Tristan
Glückwunsch zum Report!

Der Motor bekommt (oder soll bekommen) beim Umspulen die volle Betriebsspannung, was durch einen Kontaktsatz unterhalb der Vorratsspule bewirkt wird, und zwar ohne dass man die Umspultasten über den normalen Anschlag hinaus drücken muss. Der Kontaktsatz kann sowohl oxidiert als auch auseinander gefallen sein (ist mit Messing-Rohrnieten zusammengehalten). Die Nieten lassen sich durch M2-Schrauben ersetzen.
Um heranzukommen, musst du den Batteriekasten ausbauen.

Wenn das Band in „Pause“ nicht stehen bleibt, solltest du den kleinen Messingwinkel überprüfen, der bei Betätigung der Taste den Andruckfilz vor dem Löschkopf stärker andrückt und dadurch das Band bremst. Eventuell fehlt auch der Filzbelag auf dem Andruckbändchen!

Unten zwei Fotos, in diesem Fall von einem 4200 Report Stereo. Der Pfeil zeigt auf den nämlichen Messinghebel, der extra eine Kerbe aufweist, um ihn mittels Zange korrekt biegen zu können.
Auf dem zweiten Foto siehst du den Abstand, den der Hebel bei nicht gedrückter Pausentaste etwa vom Andruckband haben sollte.
Dass der rechte Auflageteller zu stark zieht, halte ich bei dem recht schwachen Antrieb des Report für kaum möglich...

[attachment=84571]

[attachment=84572]

Gruß
Holgi
N'Abend Holgi!

Danke dir für deine Erläuterungen. Ich setze mich schnellstmöglich dran und berichte.
Hallo, hallo!

Hatte gerade eine ruhige Minute und habe mir den Bereich des Löschkopfes angeschaut. Tatsächlich, von einem Filzbelag ist nichts mehr zu sehen! Mal schauen, was ich da mache. Evtl. guck' ich mal, was meine Mutter noch so in der Grabbelkiste hat. Irgendwo wird sich ja ein Stück Filz schon finden.

Grüße aus Hessen
Tristan
Guten Abend allerseits!

Heute gibt es neue Nachrichten zum Report. Leider nicht ganz so gute. Aber der Reihe nach:

Heute habe ich mich mit einem Kumpel getroffen (nein, nicht Jonathan, besagten Kumpel hab ich aber über ihn kennengelernt. Big Grin )

Zunächst einmal sind alle drei Elkos im Netzteil rausgeflogen. War eine ziemliche Fummelei, hat aber geklappt. Dann wurden acht weitere im Gerät selber ersetzt. Einige wenige (die kann man an der Hand abzählen) hatten wir nicht vorrätig, also erstmal so gelassen.

Nun, was soll ich sagen: Das Report tönt leider nur noch leise! (Geringe Zimmerlautstärke bei voll aufgedrehtem Regler.) Am Röhrenradio angeschlossen ist die Lautstärke in Ordung, da werde ich mir wohl mal die Endstufe ansehen müssen.

Aufnahme will auch nicht mehr. Beim drücken der Aufnahme-Taste hört man den Bandinhalt unverändert weiter. (Ich vermute Aufnahme/Wiedergabe-Umschalter.)

Einen kleinen Erfolg hatten wir allerdings: Nach vorsichtigen Nachbiegen einer Kontaktzunge dreht der Motor beim Umspulen wieder zuverlässig hoch!


Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Wann ich mich weiter mit dem Report befassen kann, steht noch offen, ich habe die Tage unter anderem noch eine Deutschklausur und fahre danach zu Freunden nach Dortmund. (Nein, nicht mit dem Auto, das kommt aber bald. Wink )

Viele Grüße
Tristan
(30.09.2025, 20:05)TonbandHesse schrieb: [ -> ]Aufnahme will auch nicht mehr. Beim drücken der Aufnahme-Taste hört man den Bandinhalt unverändert weiter. (Ich vermute Aufnahme/Wiedergabe-Umschalter.)

Hast du auch daran gedacht den Umschalter beim Einklappen der Platine wieder korrekt einzuhängen?
Micha, du bist ein Hellseher!

Ich schäme mich ja fast, aber ja, das war der Fehler!

Lautstärke ist jetzt auch wieder ordentlich da. Allerdings ist das alte Problem mit dem Krachen und Leiserwerden immer noch da. Aber da sind ja noch einige alte Elkos drinnen, das wird schon.

Es grüßt ein erleichterter Tristan
Gude!

Da meine morgige Deutschklausur spontan verschoben wurde, (wir schreiben dann erst nach den Ferien) konnte ich mich eben nochmal mit dem Report befassen.

Kopfzerbrechen bereitet mir immer noch das Herumzicken des Verstärkers immer. Es scheint, dass irgendein Bauteil ab einem bestimmten Pegel aussteigt. Nachdem ich jetzt noch einen schon übel aussehenden Elko, sowie einen Kondensator ausgetauscht hatte, ist es leider auch nicht besser geworden.

https://youtu.be/JGcigaIzu-M?si=aTDQqsZo4GzMlwF9

Ich selbst bin so langsam mit meinem Latein am Ende, weitere kritische Elkos/Kondensatoren habe ich jetzt nicht mehr sehen können. (Aktuelle Fotos der Innereien kommen noch, vielleicht entdeckt ja ein Report-Kenner noch etwas, was ich übersehen haben könnte.)

Gruß aus Hessen
Tristan
Oft sind bei den 4000L die Endstufentransistoren kaputt
Könnte bei diesem Gerät auch die Ursache sein
Da schwingt der Verstärker, wenn Du zu weit aufdrehst. Das ist sehr wahrscheinlich ein Kondensatorproblem (Elko mit zu hohem ESR in der Betriebsspannungssiebung) oder eine schlechte Masseverbindung.
Die Endstufentransistoren sind noch heile, können dadurch aber kaputtgehen.

Gruß Holger
Guten Abend! (eher gute Nacht...)

Zunächst einmal Danke für die Rückmeldungen. Ich hoffe doch, dass die Transistoren noch intakt sind. Zunächst einmal aber die versprochenen Fotos der neu eingebauten Elkos:

Hauptplatine: (ja, der neue 15µF-Elko ist ein bisschen groß Sleepy )
[attachment=84879]

Platine neben Motorsteuerung: (da ich keinen zweiten 15er übrig hatte, einfach spontan 10 und 4,7µF parallel geschaltet, da kommt aber nach der nächsten Teile-Bestellung was ordentliches rein)
[attachment=84880]

Unter dem Batteriekasten:
[attachment=84881]

Und unter dem Lautsprecher versteckt:
[attachment=84882]

Ich weiß jetzt wirklich nicht mehr weiter. Weitere austauschwürdige Elkos habe ich wie schon erwähnt keine mehr gesehen. (Hab ich da womöglich etwas übersehen?) Eine schlechte Masseverbindung konnte ich jetzt auch nicht ausfindig machen.  Huh


Gruß und gute Nacht
Tristan
Wenn der Verstärker schwingt, könnte es an der Position des Auskoppelelkos unter dem Batteriekasten bzw. der an ihm vorbeilaufenden Lautsprecherleitungen liegen.
Evtl. mal das Gerät mit ausgebauten Batteriefach betreiben und schauen, ob sich etwas ändert.
Auch die von Jörg benannten Endstufentransistoren sind heiße Kandidaten. 
Endstufenplatine herausschrauben und angeschlossen lassen. 
Veränderung ?
Guten Morgen Jens!

Danke für die Tipps. Ich bin ab Dienstag wieder zu Hause, dann werde ich berichten. Die Endstufenplatine ist die, die auf Foto 2 zu sehen ist, richtig?

Gruß Tristan
Die Seite ist bekannt?
https://tonbandservice.net

Enthält viel tolle Infos & Tips!
Tatsächlich noch nicht!

Werde mich da nun reinvertiefen, hab dann jetzt schöne Zuglektüre.  Wink

Gruß aus Frankfurt!
Tristan
Hallo!

Ich bin nun ein ganzes Stück näher: Den Batteriekasten habe ich nun ausgebaut und das Gerät angeschlossen: Einwandfreie Funktion! Jetzt muss ich nur noch die genaue Stelle lokalisieren...

Viele Grüße
Tristan
Mahlzeit!

Nach geringfügiger Veränderung der Kabelpositionen und wiedereinsetzen des Batteriekastens tönt das Report wieder hervorragend. Welches Kabel das jetzt genau war entzieht sich meiner Kenntnis. Ich lasse es aber zunächst mal so, ganz nach dem Motto "never touch a running system".  Wink

Es bleiben zuletzt noch die Baustellen "Lahmes Umspulen" und "Pause-Funktion". Das ist allerdings nur eine Sache von neuen Riemen und einem Filz, ich denke das kriege ich auch noch hin.

Vielen Dank an alle, die an der Reparaturhilfe beteiligt waren! Als vorläufigen Abschluss nun noch eine kleine Hörprobe:
https://youtu.be/8h_3DRqPxuU?si=2cmnwAaQl1EpN6oP

Bin echt überrascht, wie gut das Report für die kompakte Größe klingt!


Gruß aus Hessen
Tristan