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Zur Fairness von Streaminganbietern ggü. Künstlern

Jetzt bin ich schon mal ein wenig in dem Thema, daher mal ein Perspektivenwechsel. Dieses mal geht es nicht um technische Aspekte, sondern darum was die Künstler (bzw. Rechteinhaber) an den Streams und Downloads haben.

Zunächst: Auch ich finde eine gute Masterbandkopie ist das Beste, was man seinen Geräten antun kann. Aber seien wir mal ehrlich, das geht schon heftig ins Geld und -zumindest aus meiner Perspektive- ist die Auswahl auch ziemlich begrenzt. Schallplatten wären eine Alternative, aber das reizt mich nicht. Ist inzwischen auch teuer und ich will halt kein Knistern und Rumpeln, daher Tonband. Egal. Hier noch einmal ChatGPT mit ein paar interessanten Einblicken. Und am Ende eine Darstellung der Plattform Bandcamp (https://bandcamp.com/) die nicht nur fair ist, sondern häufig einfach die High-Res Master anbietet und damit füttere ich gerne meine eigenen Sessions.

Hier ist eine kompakte, fakten-basierte Übersicht zu Vergütungs-/Fairness-Modellen und typischen Erlösen je 1.000 Streams bei den gängigsten Musik-Streamingdiensten (Stand: 2024/25).

Kurz erklärt: die Modelle
  • Pro-Rata / Streamshare (Marktanteile) – der Standard: Aus Abo- und Werbeumsätzen entsteht ein Länder-/Monatspool; Rechteinhaber erhalten eine Quote entsprechend ihres Stream-Anteils. So zahlen u. a. Spotify, Apple Music, Amazon Music, YouTube Music und (weitgehend) TIDAL.
  • User-/Fan-zentriert – Einnahmen eines einzelnen Fans werden (ganz/teilweise) nur an die von ihm gehörten Artists verteilt. SoundCloud nutzt „Fan-Powered Royalties“ für teilnehmende Independent-Artists. Deezer hat mit UMG ein „artist-centric“ Modell (Frankreich zuerst) eingeführt, das engagiertes Hören höher bewertet und Betrug/„Noise“ abstraft; 2025 wurde es in FR auch auf Publishing ausgeweitet.
  • Sonderregeln / Schwellen & Promo – Spotify monetarisiert seit 2024 erst ab 1.000 Streams/Jahr pro Track (darunter: 0 €; Geld bleibt im Pool) und wertet „funktionales Rauschen“ ab; außerdem gibt es „Discovery Mode“ mit reduzierter Promo-Vergütung gegen mehr Algorithmus-Reichweite. TIDAL hat 2023 die „Direct Artist Payouts“ beendet, bietet inzwischen dafür u. a. Contributions (direkte Fan-Unterstützung).
Wie viel pro 1.000 Streams?
Richt-/Durchschnittswerte für 2024 (brutto an Master-Rechteinhaber, vor Label/Distributor-Split): Dienst ca. $ pro 1.000 Streams
  • Amazon Music $8,80
  • TIDAL $6,80
  • Apple Music $6,20
  • YouTube / YouTube Music $4,80
  • Deezer $4,8 (Zusammenfassungen zum Duetti-Report)
  • Spotify $3,00
Quellen & Hinweise: Zahlen stammen aus dem Duetti Music Economics Report 2024 bzw. dessen Zusammenfassungen (Methodik: reale Auszahlungsdaten, kein fixer „Pay-per-Stream“) und Pressenachberichten; Werte schwanken nach Markt, Abo vs. Ads, Bundles, Programmteilnahmen etc.

Fairness-Einschätzung je Anbieter (kurz & praxisnah)
  • Spotify – Pro-Rata + Schwelle + Promo-Rabatt: Größtes Publikum, hohe Gesamtauszahlungen; transparentes „Loud & Clear“. 1.000-Stream-Schwelle benachteiligt Long-Tail; Promo-Rabatt („Discovery Mode“) kann zu „Race to the bottom“ führen; großer Free-Anteil drückt $/1k. → Fairness: mittel/– (starke Reichweite, aber niedrige Sätze & Hürden).
  • Apple Music – Pro-Rata, kein Free-Tier, kein Promo-Abschlag. Keine werbefinanzierten Musikstreams, historisch klare Aussagen zu Vergütung; keine „pay-for-promo“-Deals; gute $/1k. Weiterhin marktanteilsbasiert (nicht fan-zentriert). → Fairness: eher hoch.
  • Amazon Music – Pro-Rata; Prime-Bundle. Aktuell höchster $/1k-Wert im Feld (Durchschnitt); skaliert gut über Prime-Ökosystem. Weiterhin Pro-Rata; Transparenz zur exakten internen Verteilung begrenzt. → Fairness: eher hoch/mittel+.
  • YouTube / YouTube Music – Hybrid (Abo + Ads + Content ID/Creator Music). Monetarisierung auch über UGC/Content ID & Creator Music; stark wachsender Abo-Anteil hob $/1k. Hohe Varianz je Kanal und Nutzung; Ads drücken Sätze. → Fairness: mittel.
  • Deezer – Artist-/User-zentrierte Elemente (FR), Anti-Fraud. Reformen zielen auf engagiertes Hören & Anti-Fraud; Ausweitung auf Publishing (FR) ist ein Plus für Songwriter. Umsetzung/Abdeckung noch länderspezifisch; globale Vergleichswerte schwanken. → Fairness: tendenziell hoch (bes. in ACPS-Märkten).
  • TIDAL – (aktuell) Pro-Rata, neue Fan-Features statt DAP. Überdurchschnittlicher $/1k-Wert; Fokus „artist-first“; direkte Contributions möglich. User-zentrierte DAP-Komponente eingestellt. → Fairness: eher hoch/mittel+.
  • SoundCloud – Fan-Powered Royalties (user-zentriert, für teilnehmende Indies). Einnahmen fließen direkt anhand deiner Hörer-Basis; unabhängig von Superstars. Gilt nicht für alle Releases/Deals. → Fairness: hoch (wenn FPR aktiv).
Wichtig zu verstehen
  • „$ pro 1.000 Streams“ sind Näherungen. Real hängt es stark vom Land, Abo vs. Free, Vertragskonditionen (Label/Distributor-Split!), Family-Plänen, Bundles, Promotions (z. B. Discovery Mode) u. a. ab. Duetti betont explizit, dass es keine festen „Pay-per-Stream“-Tarife gibt.
  • Ausgezahlt wird an Rechteinhaber, nicht zwingend direkt an Artists. Die Aufteilung (z. B. 50/50, 80/20, Vorschüsse) bestimmt am Ende, was bei den Künstlerinnen und Künstlern ankommt.
Mini-Fazit
  • Am meisten pro 1.000 Streams: derzeit Amazon, danach TIDAL und Apple. YouTube liegt im Mittelfeld, Spotify am unteren Ende – dafür mit größter Reichweite. Deezer geht mit ACPS/Fairness-Experimenten voran (vorerst v. a. in Frankreich). SoundCloud ist für teilnehmende Indies am fairsten, weil fan-zentriert.
Bandcamp (kein klassischer Streaming-DSP)
Kompensationsmodell (kurz):
Bandcamp ist primär Direct-to-Fan-Verkauf (Download, Vinyl/Merch, Abos) mit Revenue-Share statt Pay-per-Stream: 15 % auf Digitals (10 % ab 5.000 $ Jahresumsatz), 10 % auf Physisches; dazu kommen Payment-Fees ~4–7 %. Rest (typisch 80–85 %) geht an Artist/Label; Auszahlungen erfolgen zeitnah.

„Bandcamp Friday“:
An ausgewählten Freitagen verzichtet Bandcamp auf seinen Revenue-Share – dadurch fließen ~93 % einestypischen Kaufs direkt an Artists (nur Zahlungsgebühren bleiben). Die Aktion läuft weiterhin; aktuelle Termine kommuniziert Bandcamp im Blog/Bandcamp Daily.

Streaming bei Bandcamp:
Es gibt keine Vergütung pro Stream. Vor Kauf sind wenige Voll-Streams (Default: 3) möglich; gekaufte Releases streamen unbegrenzt in der App (MP3-V0 bei WLAN). Band-/Artist-Abos liefern wiederkehrende Einnahmen (Bandcamp zieht auch hier 10–15 % + Zahlungsfee). 
„Wieviel pro 1.000 Streams?“ – so lässt sich Bandcamp einordnen
Ein direkter Kauf ersetzt viele Streams. Beispiel-Rechnungen (brutto Preis → Netto an Rechteinhaber, ohne Label/Distributor-Split):
  • Track 1,00 $ ⇒ nach 15 % Bandcamp + ~4–7 % Payment bleiben grob 0,78–0,85 $.
  • Das entspricht ≈ 260–280 Spotify-Streams, wenn man mit ~3,00 $/1.000 Streams rechnet (Duetti-Report 2024/25).
  • Album 10,00 $ ⇒ ~8,1–8,5 $ netto (bei 15 % Fee) ⇒ ≈ 2.700–2.850 Spotify-Streams. Fällt die Bandcamp-Fee auf 10 %, steigt der Netto-Anteil auf ~8,9–9,5 $ ⇒ ≈ 3.000–3.200 Streams.
Wichtig: Diese Umrechnung ist nur eine Näherung, um die Größenordnung zu zeigen – Bandcamp hat kein per-Stream-Modell, während Streaming-Sätze nach Land/Plan stark schwanken (Duetti 2024: Schnitt 3,41 $/1.000; Spotify ca. 3,00 $/1.000, Apple ~6,20 $/1.000, Amazon ~8,80 $/1.000, YouTube ~4,80 $/1.000).

Fairness-Bewertung (Bandcamp im Vergleich)
  • Bandcamp – sehr hoch für Artists mit aktiver Fanbase: höchster direkter Anteil (80–85 %, teils 93 % an „Bandcamp Friday“) + freie Preisgestaltung + Abo-Optionen. Kein „Pool“, kein Promo-Rabatt – Einnahmen kommen direkt von den Fans. Nachteil: Reichweite/Entdeckung ist kleiner als bei großen DSPs, und ohne Fan-Konversion gibt’s keine Einnahmen.
  • Streaming-DSPs (Spotify, Apple, Amazon, YouTube etc.): pro-rata bzw. hybride Modelle; $/1k stark unterschiedlich. Für reine Reichweite/Discovery unschlagbar, aber pro-Stream-Einnahmen bleiben niedrig, v. a. bei werbefinanzierten Anteilen (siehe Spotify).
Kurzfazit
Wenn du Einnahmen pro Fan maximieren willst, ist Bandcamp kaum zu schlagen (besonders an Bandcamp Fridays). Für breite Reichweite und passives Hören bleiben DSPs wichtig – dort zählt deshalb Strategie (Release-Takt, Playlists, Märkte), um den effektiven $/1k zu heben.


Viele Grüße
Linus
Hi Linus

danke für diese detaillierte Aufstellung! Meine Musiker-Kollegen finden in der Regel Bandcamp am besten für sie, Spotify finden sie alle nicht gut - es ist schlicht ein Geschäftsmodell, das Musik nur als beliebigen Content sieht, gerade für kleinere Bands null Chancen, etwas zu verdienen. Da nützt auch die grosse Reichweite nichts.
Hi,
man muß m.E. nicht jede "Mode" mitmachen, schon gar nicht, wenn wegen meiner Bequemlichkeit und meines Anspruches, 'in' zu sein, andere Nachteile erleiden. Und das ist nunmal mit diesem ganzen Mist so. Weil ich zu faul bin, meinen Arsch hochzuheben und mir die Musik, die ich will und bei der auch der Künstler nicht die Arschkarte gezogen hat, im Laden zu kaufen oder den Tonträger zu bestellen, mach' ich persönlich das nicht via irgend einem Streamingdienst, quasi einem Zwischenhändler, dessen einzige Leistung darin besteht, seine Hände aufzuhalten, meine Faulheit zu unterstützen und den Künstler über's Ohr zu hauen (Wer sich beispielsweise näher über das Phänomen 'Spotify' informiert hat und trotzdem deren Dienste in Anspruch nimmt, ist ein übler Ausbeuter.) Pfui. Es mag vielen gleichgültig sein, an welcher Stelle unserer Gesellschaft sie enzusortieren sind.

... (editiert) ...

Von daher finde ich es beschämend, wie sich ein Großteil unserer Gesellschaft zu ihrem eigenen rein materiellen Vorteil gegen allgemeingültige gesellschaftsförderliche Verhaltensregeln benimmt und das auch noch cool findet - ganz nach einem Motto aus einem Lied von 'Haindling

"Und sie sägten an den Ästen
Auf denen sie saßen
Und schrien sich ihre Erfahrungen zu
Wie man besser sägen könne!
Und fuhren mit Krachen in die Teife
Und die ihnen zusahen beim Sägen
Schüttelten die Köpfe, und sägten lachend kräftig weiter!"

Von daher viel Spaß weiter mit Spotify, vielleicht hat ja auch der eine oder andere tatsächlich mit dem Nachdenken begonnen...
Mich stört an Streamingdiensten insbesondere, dass sie das Nutzungsverhalten des Hörers analysieren. Sprich: Beim Musikhören ist jemand dabei und notiert mit, wann Du was hörst. Bist Du fröhlich, bist Du traurig, bist Du böse, hast Du Liebeskummer... sie wissen es. Musik zu hören ist für mich einfach ein zu persönlicher Vorgang, als dass ich dabei beobachtet werden möchte.

Und: Eine Kassette bei Bandcamp zu kaufen, von der es vielleicht 20-200 Stück gibt, ist einfach geiler. Und man bekommt einen Download noch dazu. Ich liebe dieses Portal, habe schon tolle Sachen dort entdeckt.

Viele Grüße
Nils
uiuiui, da tobt sich das "früher war alles besser" Gen aber mal wieder so richtig aus.

Zuerst mal leistet der Streaming Dienstleister schon etwas mehr, er hält z.B. eine milliardenschwere Server Infrastruktur bereit.

Und dann sieht der "Gerechtigkeitsfanatiker" die folgenden Dinge nicht:

1) auch in der guten alten Zeit wurden Künstler ausgebeutet - damals waren es nicht Streaming Dienstleister, sondern jeder neue Kümstler musste an den Drecksäcken des Rundfunks und der Musikindustrie vorbei, um überhaupt sichtbar bzw. hörbar zu werden. Heute zwingt niemand mehr einen Künstler, sich vollständig einem Dienstleister zu unterwerfen, weil das böse Internet nicht nur das Streaming hervorgebracht hat, sondern auch Möglichkeiten der Selbstvermarktung, die es so davor noch nie gegeben hat.
2) grade im Bereich Popmusik, wo mit Streaming die meiste Kohle gemacht wird, ist es heute unfassbar einfach, als unfähiger Laie hitparadentaugliche Songs zu produzieren. Mit einem Einspiel-Keyboard für 150 Euro und der mitgelieferten Software lassen sich heute zuhause am Schreibtisch Produktionen einspielen, die früher selbst in großen Studios undenkbar gewesen wären. Hat sich eigentlich mal ein Verfechter der Gerechtigkeit dafür interessiert, was das mit der Musik macht, wenn sie nur noch aus vorgefertigten Samples und KI zusammengedengelt wird, und ob derartige Produktionen dann mit dem Honorar der Streamingdienste nicht mehr als gut bezahlt sind ?

Nur mal so als Denkanstoß.


Gruß Frank
@Frank: Das hat doch nichts mit "früher war alles besser" zu tun - sondern damit, dass Musikerinnen und Musiker kaum mehr Geld für ihre Musik bekommen, insbesondere bei Spotify. Und dass es durchaus Möglichkeiten gäbe, zb via Bandcamp, als Hörer Quellen zu wählen, wo die Künstler angemessen entschädigt werden.
Dass es heute möglich ist, mit wenig Mitteln Musik zu produzieren kann doch keine Entschuldigung dafür sein, dass Künstler mit Streaming kaum Geld verdienen können. 3$ pro 1'000 Streams: Wenn 10'000 Leute die Musik einer Band hören, kann sich diese grad mal ungefähr zwei Pizzas leisten....

Und dass die Server von Spotify gerade Milliarden kosten sollen - das wage ich doch eher zu bezweifeln.
Naja, wieviel ist denn üblicherweise vom Verkauf eines physischen Tonträgers (CD, LP, MC...) beim Künstler hängen geblieben? Ich meine, mal die Angabe 1 DM glesen zu haben. Da die Dinger vor der Retro-Welle nicht wirklich teurer geworden sind, kann man auch heute gut und gerne 50 Cent ansetzen.

Diese 50 Cent fallen nur einmalig beim ersten Verkauf an. Wenn ich mir die CD gebraucht kaufe, merkt der Künstler davon nichts mehr. Ob ich sie einmal oder 500 mal abspiele, hat auch keine Auswirkungen. Wenn ich vom Recht der bösen Privatkopie gebrauch mache, kommen immerhin noch ein paar halbe Cent der Leercassettenabgabe über die Gema rein. Aber auch nur, wenn die Cassette nicht vom Flohmarkt... ach, lassen wir das.

Wenn ein einzelner Hörer einen Song 167 mal streamt, sind auch 50 Cent in der Kasse. Ok, dafür muß man schon großer Fan sein. Realistischer ist das Szenario, daß ein ganzes Album mit im Schnitt 10 Titeln 17 mal angehört wird. So oft läuft eine gutes Album auf LP/CD/MC im Laufe ihres Lebens auch, mindestens.

Bandcamp ist schön und gut, da habe ich auch schon nette Sachen entdeckt und gekauft. Trotzdem kommen dort mindestens 95 % der Musik, die ich so hören möchte, einfach nicht vor. Also bleiben nur die ollen physischen Tonträger, zum Reinhören vor dem Kauf und für unterwegs gerne Youtube oder Streaming.

Viele Grüße,
Martin
Ich habe etwas aufgeräumt. Bitte diskutiert das gelöschte Thema außerhalb dieses Forums - fällt für mich unter "bitte keine Politik". Danke.

Andreas

Nachtrag: Lasst es gut sein. Ich möchte nicht mehrmals täglich hinterherputzen.
Mir ist bewusst, dass die Betreiber und Moderatoren das Hausrecht haben und selbstverständlich darüber entscheiden, welche Inhalte im Forum stehen bleiben.
Ordnung und ein respektvoller Umgang sind wichtig – keine Frage.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass Beiträge manchmal sehr schnell gelöscht werden, sobald darin einen politischer Unterton vermutet wird.

Diskussionen, die politische Aspekte nur streifen, müssen nicht zwangsläufig problematisch sein.

Ein Forum lebt vom Austausch – wenn zu streng gefiltert wird, geht viel an Dynamik und Vielfalt verloren.

Vielleicht wäre es hilfreich, Beiträge im Zweifelsfall eher einzuordnen oder auf problematische Stellen hinzuweisen,
anstatt sie komplett zu entfernen.
So bleibt die Gesprächskultur lebendig und zugleich fair.
Dieses "Editieren", für das es deutlich unschönere aber zutreffendere Worte gibt, gaukelt vor, sich die Wahrheit zurecht zu editieren und unliebsame Meinungen wegzueditieren.

Darüber sollten wir eigentlich hinweg sein. Wir sind hier keine kleinen Kinder und wissen im Allgemeinen, was man sagen und schreiben kann. Nur dann sofort Gewehr bei Fuß zu stehen und in vorauseilendem Gehorsam zu "editieren", wenn sich ein empfindlicher Zeitgenosse auf den Schlips getreten fühlt, finde ich unangemessen.

Wer bestimmt, welcher Schlips der Richtige ist???

Aber so ist es am Bequemsten. Ja keine kritischen Töne aufkommen lassen und wenn sich jemand erdreistet, dies doch zu tun, schnell schnell "editieren".

Ich wohne schon immer in den alten Bundesländern und habe gesprächsweise gehört, daß derlei Umgang mit Unliebsamem in anderen Teilen dieses Landes ebenso restriktiv gehandhabt worden ist. Müssen wir das wohl wiederholen? Hat das nicht gereicht?

Als Denkanstoß vielleicht noch, daß man der Umwelt gegenüber ruhig kritisch, positiv kritsch, gegenüberstehen darf. Wer meint, Streaminganbieter seien für die Vermarktung von Kunst wichtig, wie hier einige Technikstürmer wohl meinen, bitte, deren Meinung. Meine nicht!!! Jede Arbeit ist ihren Lohn wert. Auch die des Künstlers. Und dieser gerechte Lohn ist, natürlich zum Wohl mancher Konsumentengeldbeutel und wohl auc einer ausgeuferten "Geiz-ist-geil-Mentalität" , arg ins Hintertreffen geraten.
(18.09.2025, 20:36)mischel schrieb: [ -> ]Dieses "Editieren", für das es deutlich unschönere aber zutreffendere Worte gibt, gaukelt vor, sich die Wahrheit zurecht zu editieren und unliebsame Meinungen wegzueditieren.

Darüber sollten wir eigentlich hinweg sein. Wir sind hier keine kleinen Kinder und wissen im Allgemeinen, was man sagen und schreiben kann. Nur dann sofort Gewehr bei Fuß zu stehen und in vorauseilendem Gehorsam zu "editieren", wenn sich ein empfindlicher Zeitgenosse auf den Schlips getreten fühlt, finde ich unangemessen.

Wer bestimmt, welcher Schlips der Richtige ist???

Früher war es hier im Forum so, das wenn es Aussagen wie Deine gelöschte Textzeile gab, es darauf passende Antworten gab.
Darüber haben sich einige (links der Mitte) aufegregt und Andreas hat entschieden, keine politischen Diskussionen hier im Forum haben zu wollen.
Wenn man auf diese unterschwellig aggressiven Unterstellungen gegen alle, die nicht "links" sind, nicht mehr antworten darf, finde ich es auch richtig, diese "passiv aggressiven" Aussagen zu löschen.
Gleiche Regeln für alle!

Mir wäre es auch lieber, wenn wir das ausdiskutieren könnten, aber Andreas hat hier Hausrecht. Punkt.
Hoffe, daß dieser Beitrag nicht auch gelöscht wird, es ist KEINE politische Stellungnahme!
... was soll das? Links der Mitte? Wer definiert das? Du? Für Trump ist auch alles, was nicht seine Meinung ist links der Mitte und damit schlecht. Dein Beitrag ist nicht politisch? Träum weiter! Das sehe ich anders.
(18.09.2025, 21:31)Olllafff schrieb: [ -> ]... was soll das? Links der Mitte? Wer definiert das? Du? Für Trump ist auch alles, was nicht seine Meinung ist links der Mitte und damit schlecht. Dein Beitrag ist nicht politisch? Träum weiter! Das sehe ich anders.

Du kennst die gelöschte Textzeile offentsichtlich nicht, sonst würdest Du nicht so einen Mist schreiben und wieder eine politische Diskussion anfangen.
BTW: Das Politikverbot hier im Forum hat seinen Grund in Deinen politischen Postings und der unsachlichen und personlichen Angriffen von Dir auf Menschen mit anderen Meinungen.
Einer hat das Forum deshalb verlassen und ich schreibe auch kaum noch was.
Gibt doch endlich mal Ruhe!
Muss das wirklich immer sein? Einmal muss ich jetzt auch meinem Ärger Luft machen:

An diesem Thread kann man wieder exemplarisch beobachten, wie sich das hochschaukelt, und warum ich keine Lust habe, dem stündlich hinterherzueditieren. Freizeit ist in meinem Lebensabschnitt die knappste Ressource - und meine Tonbandzeit würde ich lieber in Messungen an Bändern als in Auflösen solcher Streitigkeiten stecken.

"Gender-Gaga ist eine Provokation" vs. "Sich über gerechte Sprache zu beschweren ist eine Provokation", "wenn du diesen Post löschst, darf diese Zeile aber nicht stehenbleiben", "das wird man ja noch sagen dürfen", "Zensur, nur um die lautesten Stimmen zu beruhigen". Denkt Ihr, das macht mir Spaß? "Diskussionen" dieser Art funktionieren hier offenbar nur, wenn sowieso alle vorher schon einer Meinung sind.

Wenn jetzt über "Akai ist aber besser als Revox", "Viertelspur ist sowieso Unfug" oder "Maxell vs. AGFA" gestritten würde, dann sähe ich die Notwendigkeit, in einem Bandmaschinenforum diese Diskussion auszuhalten, zu moderieren, die Spitzen einzufangen, einzelne zu ermahnen und zivilisiert zu halten viel eher. Aber für diesen Off-Topic-Kram? Wie schon öfter geschrieben - 90% des Moderationsaufwands werden nicht von den Magnetband-Themen verursacht. Daher auch oben: Diskutiert kontroverse Themen, die nichts mit dem eigentlichen Foren-Thema zu tun haben, bitte woanders, aber nicht hier. Das bedeutet "keine Politik".

Dafür ist mir meine Zeit zu schade, und dem übrigen Moderatoren-Team auch. Bitte helft mit - der Impuls "das darf ich ja wohl noch sagen" beim Posten ist ein guter Indikator, dass es wahrscheinlich nicht in dieses Forum gehört. Wenn Ihr selbst mal versucht, die kontroversen Themen zu meiden, muss ich keine Beiträge löschen, keine Formulierungen editieren, keine Threads schließen - das zieht sowieso jedesmal nur Ärger nach sich, und führt zu einem Verlauf wie diesem. Schließlich sind wir hier eigentlich alle nicht mehr im Kindergarten. Sollte man meinen.

Den Thread hab ich jetzt natürlich zugemacht - ich habe für heute genug vom Forum. Das lass ich jetzt noch bis morgen oder so hier stehen, und räume dann nochmal auf. Wenn jemand was zum ursprünglichen Thema schreiben will, geht das danach wieder.

Viele Grüße - und legt lieber noch ein Band auf
Andreas
Zitat:Wer bestimmt, welcher Schlips der Richtige ist???
Genaudeswegen haben wir, nach vielen erfolglosen Versuchen, in immer wieder aus dem Ruder laufenden Debatten an die Vernuft zu appellieren, irgendwann die Notbremse gezogen und entschieden, daß dies kein Forum für politische Standpunkte sein soll, egal aus welcher Richtung.

Daß dabei hin und wieder eine Aussage durchrutscht, die nicht sofort moderiert wird, liegt einfach daran, daß wir, auch zu viert, wirklich nicht jedes Posting Zeile für Zeile lesen können. Manchmal lassen wir auch einfach mal eine Aussage stehen, vielleicht auch noch die Antwort darauf, wenn sich die Beiträge dann wieder um das eigentliche Thema drehen.

Wenn aber in der Folge quasi nur noch Beiträge zur Meta-Diskussion kommen und manche sich leider doch wie Kinder im Sandkasten aufführen, dann wird eben gelöscht. Daß es dabei nicht immer hundertprozentig gerecht zugeht, weil vielleicht doch noch irgendwo was stehenbleibt, ist keiner bewußten Förderung oder Sanktion der einen oder anderen Seite geschuldet, sondern wieder nur der Tatsache, daß wir die ganze Litanei nicht nochmal von vorne bis hinten nach eventuellen Entgleisungen absuchen möchten.

Zitat:Gibt doch endlich mal Ruhe!
Ja, genau. Sagte Andreas doch bereits mehrfach.

Schlaft mal alle gut, vielleicht sind die Gemüter morgen wieder etwas entspannter.
Martin