Tonbandforum

Normale Version: Platinenausbau Tfk. M97 oder 98
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Hat jemand schon mal die Platine eines Telefunken/AEG M97 oder 98 ausgebaut? Bei meinem 98er funktioniert die Aufnahme nur auf einer Spur, die Wiedergabe ist über die eingebaute EL95-Endstufe ziemlich leise. Ich vermute, da warten noch ein paar ERO 100 und Elkos auf ihre Ablösung.

Ich komme aber nicht dahinter, wie ich an die Vorderseite der Platine herankomme. Wenn ich die vier Schrauben entferne (vorher natürlich das Abschirmblech) und die Verbindungen zu den drei Schaltschiebern aushänge, kann man nicht, wie erhofft, die Platte irgendwie hochklappen. Zum einen hängen Unmengen Drähte dran, zum andern wird sie irgendwie von der Bauteilseite aus festgehalten! Man kann sie nur zwei bis drei cm anheben und das war's.

Das Servicemanual schreibt überhaupt nichts zu diesem Thema und man kann auch nicht drunter kucken, weil das Gehäuse sehr kompakt und vollgestopft ist! 
Hat vielleicht schon mal einer der werten Foristi eine solche Platine ausgebaut? Ich verzweifele hier schon... Die Verstärkerplatten von M97 und 98 sind ja gleich.

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Ich hab' zwar keine Ahnung, tippe aber auf Grund der Kabelverlegung, dass sich die Platine von links nach rechts irgendwie hochklappen lassen sollte.

Hast Du die Schraube mit der braunen Kunststoffscheibe (etwas oberhalb der Schraube unten links) im Blick? Weil die noch (oder schon wieder) eingeschraubt ist.

Gruß
Wenni
Beim Radiomuseum findet sich dieses Bild.
[attachment=84038]
Es scheint, als lässt sich die gesamte Einheit einschl. Röhrensockel umklappen.
Schau mal, ob es bei den Sockeln noch irgendwelche Arretierungen oder Schrauben gibt.
Die von Wenni erwähnte Schraube ist die Befestigung der Oszillatorspule. Die sollte also besser da bleiben, wo sie ist. 

Meine Platine lässt sich nicht ausklappen. Es sind keine Scharniere vorhanden, nur angepunktete Winkel mit Gewindebohrungen....
(26.08.2025, 07:30)hannoholgi schrieb: [ -> ]Meine Platine lässt sich nicht ausklappen. Es sind keine Scharniere vorhanden, nur angepunktete Winkel mit Gewindebohrungen....

Den Plänen ist zu entnehmen, dass es anscheinend Geräte mit schwenkbarer Platine und welche ohne gibt:
[attachment=84039]

Gruß
Dieter
Um die Platine klappen zu können braucht es ja nicht unbedingt Scharniere. Es reicht ja, dass das mechanisch möglich ist und die entsprechenden Kabel lang genug sind.

Gruß
Wenni
Das geht eben nicht. Da ist wie ein Anschlag, wenn ich versuche, das Ding irgendwie hochzuklappen.
Ich versuche es in den nächsten Tagen noch mal. Shy
Ich habe die Platine heute raus bekommen. Quälerei, aber irgendwann hatte ich es. Sie hing dabei noch an unzähligen, gebündelten Leitungen, größtenteils abgeschirmt.
So richtig frei konnte ich nicht daran arbeiten, aber letztlich habe ich alle Papierwickel-ERO 100 getauscht, sowie einige der schokoladenbraunen ERO und zwei Elkos.

Nach dem Zusammenbau funktioniert jetzt gar nichts mehr, weder Wiedergabe noch Aufnahme. 
Wahrscheinlich unbemerkt irgendwelche Drähte abgebrochen. Oder Leiterbahnrisse, weil man die Platine beim Aus- und Einbau vergewaltigen muss. Alles viel zu eng. 

Ich kann das alles nicht mehr... 

In letzter Zeit kriege ich nichts mehr auf die Reihe; ich glaube, ich werde meine bastlerische Tätigkeit demnächst einstellen. Immer mehr Baustellen stehen in meinem Zimmer.
- Mein Sennheiser MKH 105 gibt keinen Ton mehr von sich. Alle drei Transistoren ausgebaut und durchgemessen — alle ok. Ein Teil der Tantals gewechselt — kein Erfolg.
- Mein M2000 muckt mechanisch immer noch. Bremsverstärker immer noch nicht richtig entharzt, trotz mehrerer Versuche. 
- Das Dual TG29 nimmt links nur verzerrt auf. Alle Elkos neu, alle Kontakte gereinigt. Erfolglos.
- Das von einem Forenkollegen erstandene Kofferradio Telefunken Bajazzo de luxe hat eine neue Antenne und teilweise neue Elkos. Es spielt ein paar Minuten, dann fängt es an zu spinnen. Sender ändern ihren Platz auf der Skala, es kracht, knackt und zerrt. Nach ein paar Tagen läuft es dann wieder kurzzeitig und fängt nach zehn oder 41 Minuten wieder an zu krachen und die Frequenz wechselt. 
- Der wunderschöne Großsuper Graetz Melodia 519 ist komplett revidiert, alle Röhren (sogar das mag. Auge, obwohl sündhaft teuer), alle ERO 100, Lämpchen, Elkos. Gehäuse aufgearbeitet. Aber: Skalenantrieb UKW schon beim Vorbesitzer gerissen, weil der Drehko festsaß. Der läuft wieder butterweich, aber ich bekomme die beiden Seile nicht mehr aufgelegt. Anatomisch/technisch unmöglich. Nichts zu machen. Alles vergebens. 
- Das AKG C303 vom ORF aus einem früheren Beitrag habe ich endlich mit einer 9 V-Phantomspeisung versehen. Es kommt kein Ton raus, nicht mal Brummen oder Rauschen. Völlig tot. 

Das einzige Gerät von den letzten Neuzugängen, das mir wirklich Freude macht, ist das Tfk M85 KL. 
Da habe ich erfolgreich alle Zipperlein beseitigt und es spielt fein. Allerdings war da überwiegend die Mechanik zu machen. Und ein neuer Kopf. 

Meine Frau sagt, ich brauche ja gar kein Bastelzimmer mehr. Ich hätte sowieso nur noch Misserfolge und rege mich dauernd auf, weil der alte Krempel immer neue Macken aufweist, mit denen ich mich rumärgern muss. 
Wahrscheinlich hat sie recht.

Irgendwann machst' nich mehr.

Das M98 jedenfalls, für dass sich einige Foristen ins Zeug gelegt haben, damit es vom Pott nach Hannover kommt, hat mir den Rest gegeben. Ich will diese Scheiß-Platine nicht nochmal ausbauen, weil ich das Gefühl habe, dass dabei jedesmal neue Drähte abbrechen. Es wurde ja fast nur dieses starre Zeugs verbaut. Und man bekommt die Platte nur mit Gewalt und Biegerei wieder an Ort und Stelle, weil der Einbauplatz überaus beengt ist! 
Wer das entwickelt hat, hatte wahrscheinlich den Auftrag, ein Magnetophon zu entwerfen, das nicht repariert werden kann und im Schadensfall durch ein neues ersetzt werden muss. Das kann nur einem kranken Hirn entsprungen sein. Ich könnte ko...n!
Hallo Holger,
nicht verzweifeln.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Bestimmte Dinge lassen sich auch nicht mehr reparieren, da hilft nur loslassen...

Viele Grüße, Jan
Holger,

wahrscheinlich auch der vorgerückten Stunde geschuldet, eine solche Eigen-Tirade von sich zu geben. Ich denke aber, Deine Kompetenz braucht jetzt wirklich nicht in Selbstzweifel enden. Es sind einfach zu viele Geschichten, die auf einmal nach Reparatur schreien. Ich kenne das von mir selbst, vielleicht ein bisschen in abgeschwächter Form, aber wenn ich nicht ab und zu die Bremse betätige, wird's mir auch zu viel. Siehe auch mein angebotenes Metz-Laufwerk, das keiner will (womöglich auch zu hohe Preisvorstellung), sodann ich mir wieder was überlege, was ich damit anstellen könnte.

Auf der anderen Seite, warum misst Du nicht vorher Fehler heraus, bevor Du rigoros ans Teile-Erneuern gehst? Ich denke, Du hättest doch analytisches Vorgehen im Blut.

Vielleicht einfach den Grundsatz beherzigen, weniger ist mehr, dann behältst Du auch wieder die Kontrolle über alles.

Viele Grüße

Dieter
Ich betrachte es mittlerweile als eindeutiges Zeichen, dass das jeweilige Gerät gnadenlos der Entsorgung zugeführt werden möchte.
Nach mehr als zehn erfolgreichen Restaurationen lasse ich mir durch solche Fälle den Lebensabend nicht mehr verderben.
In Folge habe ich meine diesbezügliche Bastelarbeit auch eingestellt.
Es bleibt genug Arbeit, die vorhandenen Kisten am Leben zu erhalten.
Ich widme mich vielmehr der jeweiligen Schaltungstechnik und versuche die zu verstehen.
Dazu nehme ich immer mal wieder einen restaurierten Kandidaten auf den Tisch und lege Messgeräte an.
Das ist sehr spannend!
VG Jürgen
@ Holger,- Take it easy  Big Grin

Man wird älter , ich merk`s selbst am eigenen Leibe.
Früher hatte ich ich auch bis zu 3 Freundinnen gleichzeitig
heute würd`ich sterben...  Rolleyes


Eile mit Weile...  Cool

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Nicht verzagen. Und schon gar nicht durch schlaue Sprüche ärgern lassen. Mach mal eine Pause. Nimm dir ein Gerät vor, meditiere darüber, miss ein bisschen daran herum und iss etwas Schokolade dabei. Druck raus nehmen, loslassen. Plane jeweils einen kleinen Versuchsaufbau. Du musst das nicht machen. Es ist nur Hobby.
Hallo Holger,
das Gefühl kenne ich gut.
Meine Werkstatt - wenn ich den Raum denn so nennen darf - zwinkert mir auch immer zu und fragt höhnisch, wann ich denn meine nächste Pleite erleben will.
Mir hilft dann immer, den Raum einige Zeit aus Leibeskräften zu ignorieren und irgendwann finde ich mich dann wieder mit Freude am Lötkolben.
"Auszeit" ist also das Zauberwort.
Heinz Erhardt hätte gesagt: "Es macht keinen Sinn, dir Stirn zu fletschen oder die Zähne zu runzeln".
Aufgeben sollte keine Option sein, oder um es mit Loriot (in abgewandelter Form) zu sagen: "Ich lasse mir von einem kaputten Bandgerät nicht vorschreiben, wann ich mein Hobby aufgebe!"
In diesem Sinne...

Herzlichen Gruß
Alfred
Danke für die ermutigenden Worte.

Heute Nachmittag habe ich Tonbandgeräte mal Tonbandgeräte sein lassen, habe auf dem Balkon meinen „Kaukau“ getrunken und etwas gestreamte Musik gehört.

Die Aussage der Basecap auf den untigen Fotos gilt mit Sicherheit nur eingeschränkt, denn ohne Bastelei und rotierende Spulen ist das Leben zwar möglich, aber sinnlos! 
Aber wem sag' ich das...

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Hallo Holgi!  Smile
Den heutigen Tag hast du ja super genutzt!  Big Grin

Lass dich von Rückschlägen nicht unterkriegen.
Das hat auch mit dem Alter nichts zu tun.
Es gibt Geräte, da ist man gefühlt machtlos.
Ein paar davon habe ich auch auf dem Dachboden, die sollte man wohl lieber entsorgen.
Da wäre z.b. ein NAD 6300 Deck.
Voll funktionstüchtig aus erster Hand in super Zustand gekauft, fing das Ding bei mir an eine Macke nach der anderen zu entwickeln.
Ständig war was anderes defekt, es hat sich zwischendurch garnicht gelohnt den Deckel zuzuschrauben.
Mal ein paar Stunden Musik hören ging garnicht.
Inzwischen habe ich es verbannt.
Ich lasse mich von solchen Gurken nicht mehr ärgern.
Manche sind schon von Anfang an Fehlkonstruktionen, bei anderen hat gefühlt jedes Einzelteil seinen Zenit überschritten.
Dann lieber weg damit und was anders her.
Das Hobby soll ja Spaß machen.