Tonbandforum

Normale Version: Pancake Frage eines Unwissenden
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hallo,

ich habe beschlossen, doch mal neues Bendmaterial zu probieren, und habe beim Stöbern auf der RTM Webseite festgestellt, dass es NAB-Pancakes mit 1100 m gibt, also zwei Langspielbänder auf 18cm Spulen, zum Preis deutlich unter dem von konfektionierten Bändern. Da ich die Bänder eh auf andere Leerspulen wickeln will, brauche ich eigentlich die RTM Leerspulen nicht mitzukaufen.

Großspuler mit NAB Aufnahmen zum Umwickeln sind zwei vorhanden,mich würde nur interessieren, wie man a) rausfinden kann, wo genau die Mitte liegt, und b) wie man verhindert, dass der offene Wickel beim Spulen zusammenfällt ? Ich weiß, dass das wahrscheinlich dumme Fragen sind, aber ich habe bisher nur Bänder benutzt, die mit Spule gekauft wurden. Vorspannbänder und Schaltfolien habe ich aber schon angebracht, Zubehör zum Kleben ist auch vorhanden.

Danke und Gruß Frank
Hier hat das gerade ein Kollege vorgeführt https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid402865

MfG, Tobias
a) man könnte zB. eine Maschine mit Echtzeitzählwerk verwenden, das wäre das einfachste.
Oder man nimmt ein äquivalentes 18er Langspielband, spult das um und notiert sich den Endzählerstand.
b) die Rohwickel sind so fest, da fällt nichts beim Spulen auseinander. Zur Sicherheit horizontal stehende Maschine nehmen und bei Stop den ablaufenden Rohwickel händisch etwas abbbremsen
Kann Matthias nur zustimmen. Habe viele LPR35 Rohwickel/Pancakes gekauft (hatte so einiges an Revox 621/631/641). Auch auf horizontal stehender Maschine ist da beim Umspulen nie was passiert.

Frank
(07.08.2025, 10:57)nick_riviera schrieb: [ -> ]a) rausfinden kann, wo genau die Mitte liegt

Da kommen sicher noch coole Tricks, aber aus Ermangelung eines Echtzeitzählwerks würde ich wohl im Play Betrieb "umspulen".
1100m sind bei 19cm/s = 96,5min
Also würde ich bis 48,25 min laufen lassen und stoppen.
Per Zählwerk könnte man dann nochmal, einmal in die eine und ein weiteres Mal in die andere Richtung von dem Punkt aus zählen lassen.
Das müßte dann in beide Richtungen der gleiche Zählerstand sein, wenn es die Mitte war.
Ich bitte zu beachten, dass es bei horinzontal stehender Maschine je nach verwendetem NAB Dapter zu Problemen führen kann.
Dem NAB Kern auf den das Band geliefert wird, fehlen ja die Flanken und somit kann es sein, dass der Kern nicht vernünftig eingeklemmt wird. Das könnte dann zu Problemen führen, da der Kern dann "schlackert/eiert".
Bei den Teac Adaptern ist das z.B. so. Der klemmt den NAB Kern nicht fest.
Mit den Uher Adaptern funktioniert es. Die Revox Adapter haben ja den Gummiring, der rauskommt und den Kern dann von innen noch mit festklemmt. Er muss dann aber mittig sein. Die Höhe des Wickels zur Bandführung der Maschine stimmt in keinem Fall.
Im Zweifel, lieber liegend umspulen. Wie schon erwähnt sind die Rohwickel so fest, dass dort normalerweise nichts passiert.
Und auch bei Benutzung von frei tragenden Wickeln auf AEG Kern sind die, wenn alles richtig eingestellt ist und das entsprechende Bandmaterial verwendet wird, auch immer so fest, dass nichts auseinanderfällt. (Ausnahmen haben wie immer die Regel)
Ich habe das Prozedere erst vor ein paar Tagen hinter mir.

Ich habe dazu vorab ein 550m langes Maxell Band mit der Revox A77 umgespult und mir den Zählwerksstand am Ende gemerkt.
Das ist dann genau der Wert an dem geschnitten werden muß.

Den Pancake mit dem neuen Bandmaterial montiere ich immer in eine Aluspule, die dafür auf- und zugeschraubt werden muß. (3 Schrauben)
Es geht zwar ggf. auch ohne aber das ist mir zu riskant. Kein Bock auf Bandsalat mit nagelneuem Bandmaterial.

Meine Tandberg TD 20A nehme ich dafür übrigens nicht, die spult und bremst mir zu rabiat.

Nach der ganzen Prozedur kommen dann noch Vorspannbänder an die geschnittenen Bänder.
Ich habe dafür extra eine Alu-Leerspule, die ihre besten Zeiten hinter sich hat.
Die zerlege ich dann immer und schraub die Seiten an den Kern auf dem das neue Band ist.
Das sind drei Schrauben auf und zu, das ist in Sekunden erledigt und gibt zumindest ein gutes Gefühl.
Im Downloadbereich befindet sich eine schöne Excel-Tabelle:
https://download.tonbandforum.de/index.p...Bilder&

Im Reiter "Länge, Dicke, Durchmesser" gibt es ein paar nützliche Umrechnungsfunktionen für diesen Anwendungsfall. Ich würde einfach darin den tatsächlichen Wickeldurchmesser eintragen, die Länge 1100 m ist ja bekannt, und dann rückwärts rechnen, bei welchem Wickeldurchmesser 550 m erreicht sind.

Die Zählwerk-Methode funktioniert nur bedingt, da bei den allermeisten Geräten nur an einem der beiden Wickeldorne gezählt wird, und die abgelesenen Werte somit nicht linear zur Laufzeit sind. Aber auch dafür gab es eine nette Formel, wie man bei gegebener Banddicke, Laufzeit und Kerndurchmesser die Anzahl der Wicklungen ausrechnen kann, welche wiederum bei einigen Geräten dem Zählwerkstand entspricht.

Oder, ganz ohne zu rechnen, zählen und messen: Man spule zunächst auf einen zweiten NAB-Kern um und halte dann an, wenn beide Wickel gleich groß sind. Entweder nach Augenmaß, oder wenn man's ganz genau haben will, durch übereinander legen prüfen. Oder Millimeterpapier auf der Bandmaschine befestigen. Oder... der Kreativität sind nur wenige Grenzen gesetzt.

Viele Grüße,
Martin
Wieso sollte die Zählwerkmethode nicht zuverlässig funktionieren?
Bei mir hat das super geklappt.
Wenn ich ein 550m Band umspule, dann zeigt das Zählwerk genau das an, wo ich beim nächsten umspulen des zu schneidenden Bandes stoppen muß.
(vorausgesetzt beide Bänder haben die gleiche Dicke von 35 µm)
Linearität braucht es dabei nicht.
Natürlich muß das Zählwerk von der rechten Seite angetrieben werden, wo die 18cm Leerspule sitzt. Das dürfte aber bei fast allen Maschinen der Fall sein.
Ach so, dann hatte ich mißverstanden, Du spulst also einfach ein komplettes 18er Band einmal um und ermittelst den Zählwerkstand. Wenn die Bänder wirklich die gleiche Dicke haben, dann funktioniert das natürlich auch. Erfahrungsgemäß schwankt die aber ordentlich, sogar innerhalb verschiedener Chargen des gleichen Bandtyps. Aber wahrscheinlich paßt das schon ganz gut, wenn man es nicht auf den meter genau braucht. Versuch macht kluch...

Viele Grüße,
Martin
Moin!

(08.08.2025, 20:58)janbunke schrieb: [ -> ]Wieso sollte die Zählwerkmethode nicht zuverlässig funktionieren?
Bei mir hat das super geklappt.
Wenn ich ein 550m Band umspule, dann zeigt das Zählwerk genau das an, wo ich beim nächsten umspulen des zu schneidenden Bandes stoppen muß.
(vorausgesetzt beide Bänder haben die gleiche Dicke von 35 µm)
Linearität braucht es dabei nicht.
Natürlich muß das Zählwerk von der rechten Seite angetrieben werden, wo die 18cm Leerspule sitzt. Das dürfte aber bei fast allen Maschinen der Fall sein.

Ich hätte da mal eine Verständnisfrage...

Wie soll die beschriebene "Zählwerkmethode" halbwegs genau funktionieren, wenn Rohwickel (NAB) und 18cm-Spule unterschiedliche Kerndurchmesser haben?

Meines Erachtens kann das nur funktionieren, wenn man eine volle 18cm-Spule mit der gleichen Banddicke wie auf dem Rohwickel auf die Zählwerkseite des TB packt, dieses, beginnend mit "00000", auf eine leere NAB-Spule spult, diese dann gegen den Rohwickel austauscht und dann das Rohwickelband auf die 18cm-Spule "zurück" spult bis das Zählwerk wieder "00000" anzeigt.

Oder war das so gemeint?

Bis denni!
Wolfgang
Ich habe für solche Aufgaben immer eine Maschine mit Echtzeitzählwerk verwendet.

Wenn man etwas um die Ecke denkt, gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit.

- Rohwickel auf 26,5cm Spule umwickeln
- Auf zweite 26,5cm Spule zurückspülen bis etwa die Mitte erreicht ist
- Jeweils den Kerndurchmesser des Wickels messen und je nachdem hin und herspulen bis es passt.

Abgesehen davon würde ich nicht an einem Offenwickel ohne Wickelteller arbeiten, das führt oft zu Unfällen.
Heißt bevor irgendetwas gemacht wird, erstmal in einem Rutsch unterbrechungslos auf eine 26,5cm Spule umwickeln.
erstmal danke an Euch alle, und nur noch eine Frage - haben denn alle NAB Kerne - auch die von Pancakes - die Schraubenlöcher an den gleichen Stellen, so dass es immer funktioniert, die Seitenteile von NAB-Spulen an Offenwickel dranzuschrauben ? Wenn das so wäre, würde ich das für die sinnvollste Lösung halten, aus den NAB-Kernen von Pancakes vorübergehend eine Spule zu machen.

Gruß Frank
Ich hatte bisher noch keinen Kern, wo die Seitenteile und Schrauben meiner TEAC-Opferspule nicht gepasst haben. Es gibt bestimmt auch Exoten, wenn du aber eine Standard-Spule nimmst, sollte das an so ziemlich jeden normalen NAB-Kern von Rohwickeln passen.
(08.08.2025, 22:33)WildWolfric schrieb: [ -> ]Oder war das so gemeint?

Bis denni!
Wolfgang

Nein.

Du nimmst eine 18er Spule mit bekanntem Band, zB. ein LPR35 mit 549m.
Die legst Du links auf die Maschine, rechts eine leere 18er Spule.
Zählwerk auf null, dann umspulen.
Zählwerkstand zB. 1234 notieren, Band zurückspulen. Zähler auf null stellen.
Rohwickel auflegen, rechts bleibt die 18er und dann bis 1234 spulen. Ist in etwa die gleiche Länge, etwas Schlupf wird schon sein. Der Durchmesser auf Abwickelseite ist da egal.
Funzt so natürlich nur, wenn das Zählwerk von der rechten Spule aus angetrieben wird...
(08.08.2025, 22:33)WildWolfric schrieb: [ -> ]Moin!

(08.08.2025, 20:58)janbunke schrieb: [ -> ]Wieso sollte die Zählwerkmethode nicht zuverlässig funktionieren?
Bei mir hat das super geklappt.
Wenn ich ein 550m Band umspule, dann zeigt das Zählwerk genau das an, wo ich beim nächsten umspulen des zu schneidenden Bandes stoppen muß.
(vorausgesetzt beide Bänder haben die gleiche Dicke von 35 µm)
Linearität braucht es dabei nicht.
Natürlich muß das Zählwerk von der rechten Seite angetrieben werden, wo die 18cm Leerspule sitzt. Das dürfte aber bei fast allen Maschinen der Fall sein.

Ich hätte da mal eine Verständnisfrage...

Wie soll die beschriebene "Zählwerkmethode" halbwegs genau funktionieren, wenn Rohwickel (NAB) und 18cm-Spule unterschiedliche Kerndurchmesser haben?

Meines Erachtens kann das nur funktionieren, wenn man eine volle 18cm-Spule mit der gleichen Banddicke wie auf dem Rohwickel auf die Zählwerkseite des TB packt, dieses, beginnend mit "00000", auf eine leere NAB-Spule spult, diese dann gegen den Rohwickel austauscht und dann das Rohwickelband auf die 18cm-Spule "zurück" spult bis das Zählwerk wieder "00000" anzeigt.

Oder war das so gemeint?

Bis denni!
Wolfgang

Ist das wirklich so schwierig zu verstehen?

Zählwerk wird auf 0 gestellt.
Ich nehme mir ein originales 550 Meter Langspielband (35µm, am besten ein LPR35) und spule das auf eine 18cm Leerspule um. 
Bei der Revox A77 und fast allen weiteren Maschinen wird das mechanische Zählwerk von der rechten Seite angetrieben. 
Wenn das Band komplett umgespult ist, zeigt das Zählwerk bei der Revox den Stand von 1694 an (soeben nochmal ausprobiert).
Diesen Stand merke ich mir.
Ich spule das Band dann wieder zurück und lege es weg. 

Zählwerk wird wieder auf 0 gestellt.
Dann nehme ich mir die große Spule mit dem neuen Band und lege diese auf der linken Seite auf.
Nun wiederhole ich den Vorgang mit der selben 18cm Leerspule, welche ja rechts weiterhin montiert ist und stoppe exakt dann, wenn das Zählwerk den gemerkten Stand erreicht hat.
Dann wird geschnitten und der verbleibende Rest auf eine weitere 18er Spule umgewickelt.
Der unterschiedliche Kerndurchmesser des Pancakes und einer 18er Spule spielt ja überhaupt keine Rolle, weil die linke Seite mit dem Zählwerksantrieb überhaupt nichts zu tun hat.
So mache ich es seit Jahren und fahre sehr gut damit. Auf den Meter genau wird das nicht passen, aber das ist ja auch ziemlich wumpe.
Es geht wirklich ganz ohne unnötigen Aufwand:

[attachment=83470]

Zu beachten ist nur, dass der 1100m Rohwickel gut 28cm Durchmesser hat. Wenn die 18cm Lösung zum Zug kommt, ist das ja egal, bei 26,5cm Spulen wird's eng.

Grüße
Erhard
Irgendwie nicht.
Bei PER528/525 ist das der Fall, ja. Aber beim LPR35 nicht. Sonst würde das ja auch nicht komplett auf eine 26,5er Spule passen....

Schöne Maschine  Smile thumbup
Rohwickel sicherheitshalber mit Spulenflanken versehen und links auflegen
Rechts eine 18er Spule
Komplett umspulen (der Wickel rechts ragt natürlich weit über die Spule hinaus)
Links eine möglichst baugleiche 18er Spule auflegen und zurückspulen
Man kann so per Augenmaß recht genau die Mitte erkennen
(10.08.2025, 12:27)gasmann schrieb: [ -> ]Irgendwie nicht.

Falls nicht die Studiowickel gemeint waren, hast du natürlich recht.

https://www.thomann.de/de/rtm_sm900_1_4_1100m_nab.htm

Grüße
Erhard
(10.08.2025, 12:35)Baruse schrieb: [ -> ]Rohwickel sicherheitshalber mit Spulenflanken versehen und links auflegen
Rechts eine 18er Spule
Komplett umspulen (der Wickel rechts ragt natürlich weit über die Spule hinaus)
Links eine möglichst baugleiche 18er Spule auflegen und zurückspulen
Man kann so per Augenmaß recht genau die Mitte erkennen

Eine 18er Spule über den Rand hinaus mit 1100 Meter Band vollmachen?
Das ist aber nicht gerade unriskant...
Da bleib ich lieber bei meiner bewährten Zählwerkslösung.