Tonbandforum

Normale Version: RdL topless / Deutsche Schichtlage unmöglich...
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RdL als single-player mit AEG-Kernen. Die Wickeleigenschaften mit den modifizierten Komparatoren (jetzt inklusive Silikondämpfung) sind recht akzeptabel. Eine Lichtschranke hat sie nun ebenfalls, die Kontaktbolzen und Schaltfolien sind endgültig in Rente. Den Umbau auf Kugellager hatte ich in meinem letztjährigen Rdl-Sommerloch-Special ja schon beschrieben. Deutsche Schichtlage kann sie zwar nicht, aber die Verlockung der 38er Geschwindigkeit bleibt [Bild: wink.png].

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Martin
Hey Martin!

Irgendwie cool der Umbau. Was hast du genau gemacht um so einen ordentliche Wickel hin zu bekommen?

Mir würden ein paar Geräte einfallen die unbedingt glatter wickeln könnten.

lg
David
(04.08.2025, 23:27)mincom schrieb: [ -> ]... Komparatoren (jetzt inklusive Silikondämpfung) sind recht akzeptabel ...
Vor XX Jahren hatte ein damaliger Kumpel so ein UHER-Standgerät mit diesen Bandfühlhebeln, an den genauen Typ erinnere ich mich nicht mehr. Und die Hebelchen wackelten und wackelten ... Wenn ich mich recht erinnere, war die Bandzugregelung ein rein mechanisches Rückkopplungssystem, und uns fiel absolut nichts ein, wie wir diesen wilden Schwingungen Einhalt gebieten konnten.
Von Silikonfett wusste ich damals nichts, aber vielleicht hätte man Kugellagerfett für das Fahrrad-Kugellager nehmen können. Erinnerungen ...
@ David77 und @Selbstbauer:

Ich mache gerne noch zwei bis drei "Sommerloch-Specials" mit Fotos und Beschreibung der getroffenen Maßnahmen, das kann aber noch etwas dauern.

Vorab will ich aber folgendes dazu sagen:

Im Kern habe ich die Bedämpfung mit Silikonfett auf Basis einer Kolben/Zylinder-Anordnung als "drop-in-Nachrüstteil" gestaltet; im Interesse der weitgehenden Erhaltung der originalen Gerätesubstanz also ohne Bohrlöcher am Chassis. Einer der beiden Komparatorhebel braucht dabei freilich eine zusätzliche kleine Bohrung.

Ferner notwendig erschien mir der Umbau der Nylon-Kupplungsglocken auf Sinterlager, damit diese sauber axial kuppeln ohne dabei auf ihren Achsstummeln zu kippeln (Uher-Konstruktionsfehler, er wirkt aufwickelseitig besonders störend und verursacht Pendelungen besonders beim Startvorgang, da das Friktions-Zwischenrad außerhalb der Lagerebene der Kupplungsglocke an dieser angreift).

Ein weiteres Manko der Uher ist prinzipbedingt die konstante Grunddrehzahl des Aufwickel-Reibrades. Sie wird beim Übergang auf hohe Bandgeschwindigkeiten nicht proportional mit erhöht. Daher ist sie bei kleinen Bandgeschwindigkeiten zu hoch (Belagverschleiß), bei 19 aber zu gering, was in Verbindung mit der Massenträgheit der Spule beim Übergang in Richtung höherer Bandgeschwindigkeiten zu progressiver Pendelneigung führt. Trotz hoher Regelsteilheit des Aufwickel-Komparators wird die Spule bei 19 nicht hinreichend schnell beschleunigt. Dieser Punkt ist ein Sonderthema bei dem RdL-Laufwerk; will man das ändern, setzt dies eine Änderung an der Transmission voraus, was ich bisher noch nicht implementiert habe, da die drop-in-Silikonlösung vorerst recht zufriedenstellend läuft: Die drei Pendelungen beim Start, welche laut Uher-Servicemanual sogar zulässig sind, konnten durch die Silikondämpfung auf eine einzige Kurzschwingung reduziert werden. Außerdem scheint der Regelkreis nunmehr nicht mehr so giftig auf verschlissene Kupplungsbeläge zu reagieren.
  
Das auf den Fotos zu sehende Verhalten bei Offenwickel-Betrieb ist mit rückseitenbeschichtetem Bandmaterial ohne weiteres sowohl im Playmodus, als auch beim Umspulen auf der RdL erreichbar. Ich will aber nicht verschweigen, dass uralte und deformierte Bänder ohne RSM nur unter erheblicher Erhöhung der Bandzüge freitragend funktionieren. Das schränkt den großen Vorzug der RdL als tripelbandfähige Maschine natürlich ein.
Eine mechanische Bandzugumschaltung für die RdL ist zwar angedacht, ich habe sie aber ebenfalls noch nicht realisiert, zumal ich solche Schlabberbänder ohnehin auf ihren angestammten Originalspulen belasse.

Der RdL-single-player dient mir zuweilen bei der 16mm-Filmvorführung als Pausenmusikquelle beim Rollenwechsel. Die kurzen takes kann man themenbezogen auswählen und alsdann auflegen. Es empfiehlt sich, die Bänder dafür nicht tailout zu lagern und erst am Ende des Filmabends zurückzuspulen, während alle Zuschauer lüsternd auf den großen Bandsalat warten... .

Martin