Tonbandforum

Normale Version: Liebe Kinder lasst euch sagen es Uhert sehr
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Hallo Gemeinde!

So oder ähnlich könnte man den Zustand hier beschreiben.
Eine Schar (oder Plage?) von hübschen kleinen Tonband und Kassettengeräten aus München hat mich heimgesucht.

[attachment=83037]

Da haben wir (vlnr):

1. Ein gut erhaltenes Report IC 4200
Das Gerät habe ich schon seit zwei Wochen hier, es hat neue Riemen, ein paar neue Elkos, einen neuen linken Teller und ein neues Antriebsrad von SDS Sprang erhalten.
Läuft soweit schon ganz gut, nur der Klang wenn man's an die Anlage anstöpselt lässt noch zu wünschen übrig.
Zu diesem Gerät habe ich viel Zubehör bekommen, Uher Mikros, Netzteil und ein Uher Mix 500.

2. Ein dreckiges aber vollständiges Report Monitor 4200
Das Gerät kam zusammen mit dem CR160 darunter. Bis jetzt hat es neue Riemen erhalten, der Riemen zur Schwungmasse hatte sich in schwarze K*cke verwandelt, der andere war hart wie Stahl.
Es läuft Grundsätzlich. Play & Rücklauf zumindest, der Vorlauf klappert und ruckelt und hat wenig Kraft. Ich denke da liegt ein Problem am rechten Wickelteller vor.
Das Gerät verhält sich auch beim Einschalten etwas komisch, ich denke hier werden auch einige Elkos taub sein.

3. Ein CR240AV
Sehr gepflegtes Gerät, kam als ungetestet von Kleinanzeigen. Mit Ledertasche, Z131, einem Akku (defekt), und einem Haufen DIN Kabeln.
Es brauchte nur zwei neue Elkos auf der Stromversorgungsplatine und neue Riemen. Läuft sehr schön.

4. Ein dreckiges CR160
Läuft Grundsätzlich. Allerdings "rastet" die Playfunktion nicht ein bzw. je öfter man drückt umso länger. Geht aber nach einigen Sekunden unweigerlich auf Stop.

Wohin dieser Thread führen wird weis ich noch nicht Angel .

Kennt jemand eine Quelle für gute Service Unterlagen zu den Geräten? Am liebsten wär' mir ein kompletter Plan, wie er auch original immer dabei war. Einzeln gescannte Seiten sind etwas nervig.


lg David
Was ist heute Abend weiter passiert:

Gerät 1, das 4200 IC, hat noch mehr neue Elkos erhalten. Da waren im Signalpfad doch noch einige Verdächtige Kandidaten. Es klingt jetzt auch über die Anlage gut.

Das 4200 Monitor hat auch noch ein paar neue Elkos erhalten. Auch hier hatten wir einige Ausreisser. Ausserdem hat sich gezeigt, dass es einen hässlichen Fehler hat: Wenn ich die Hauptplatine einklappe und festschraube fällt der linke Kanal aus. Schätze gebrochene Leiterbahn oder schlechte Lötstelle. Habe die letzten zwei Stunden durch eine Lupe die Platine begutachtet und fast komplett nachgelötet. Bisher keine Besserung.

Ausserdem musste ich mir alle 10min. die Hände waschen, da diese nervige Gummipampe immernoch irgendwo rausquillt...
Gerät 4, das dreckige CR160 war heute auch auf der Werkbank.

Nach dem üblichen Programm - neue Riemen reinfädeln - wurde es noch eine richtige Fehlersuche. Mit Schaltplan verstehen, messen mit dem Oskar und Interpretation dessen, was man da grade misst.

Der Übeltäter war in letzter Konsequenz wieder mal ein blauer Philips Elko. Das ding hatte statt 220µf nur noch gut 60µf, dadurch hat die Endabschaltung sofort ausgelöst. Habe natürlich alle anderen Elkos des gleichen Typs geprüft und gewechselt. Ware alle ähnlich mies.

Das 4200 Monitor läuft auf wieder zufriedenstellend. Der vermeintliche Wackler auf der Hauptplatine war ein Elko der beim Einklappen grade noch so Kontakt zum Chassis bekam. Selbst eingebaute Fehler sind die besten! Hätte ich liegende Elkos verwendet wär das nicht passiert.
Das Problem am rechten Wickelteller wird der transparente Kegelgummi auf der Antriebswippe sein. Der schlägt gewaltig, Hab ihn erstmal etwas "bearbeitet", über kurz oder lang muss ich aber neue bestellen.

Die Aufnahmequalität der beiden Report 4200 ist erstaunlich gut, nur leiden beide an einem Brummen im Audiosignal. Ich vermute man hört da den Bühlermotor durch. Ist das normal oder nicht?

lg
David
(26.07.2025, 00:39)David77 schrieb: [ -> ]Gerät 1, das 4200 IC, hat noch mehr neue Elkos erhalten. Da waren im Signalpfad doch noch einige Verdächtige Kandidaten. Es klingt jetzt auch über die Anlage gut.

Hallo David,

ich möchte Dich nur auf einen kleinen Fehler hinweisen, der original von UHER gemacht wurde:
Die beiden Elkos C41 und C42 (jeweils 100µF / 6V) wurden von Haus aus aus falsch herum eingelötet, d.h. die Polarität Plus und Minus ist bei diesen beiden C's immer falsch.
Im Schaltplan und im Bestückungsplan sind sie in richtiger Polung dargestellt, aber pranktisch wurden sie immer falsch herum eingelötet.
Der Pluspol muß in Richtung Schieber zeigen (Der Schieber schaltet im Wiedergabemodus den Plus auf Masse.)
Warum wurde das nie bemerkt und warum hat es auch trotzdem keine Probleme gemacht?
Ganz einfach: diese beiden C's werden nur mit ca. 0,5V belastet. Da haben sie das klaglos hingenommen.
Falsch ist es aber trotzdem. Und wenn Du schon beim Erneuern der Elkos bist, sollte der Fehler gleich mit behoben werden.

Schönen Gruß
Chris
Oh, die hab ich natürlich schon erneuert. Und natürlich genauso wieder eingelötet wie dei alten drin waren. Dann muss ich da nochmal dran Smile .

Danke für den Hinweis,

lg Daivd
Nun der Fehler am CR160 ist nur teilweise behoben und ich grüble grad wieso.

Folgendes Verhalten:

Wenn die Abwickelspule voll ist und die Aufwickelspule leer läuft alles normal. Die Kassette läuft schön durch bis etwa 6-7 Minuten vor Ende der Seite.
Dann geht das Gerät auf Stop.
Die Drehzahl der Aufwickelspule wir mittels Hallgeber gemessen. Die Drehzahl und damit die Frequenz ändert sich logischer Weise mit dem Durchmesser des Wickels. 

Hier der Auszug des Schaltplans.

[attachment=83060]

IC8 ist der Hallgeber. Der speist sein Rechtecksignal über C118 an T35. C121 wird aufgeladen und bleibt solange ausreichend geladen wie das Band läuft. Diser Kondensator war hinüber. Über R176 und D30 (sorry, hab den Pfeil genau drüber gemalt) erhält T37 eine positive Spannung an B und macht auf. Dadurch erhält IC6 und die Peripherie um den Motor Spannung.

Ich habe hier mal an Punkt 1 gemessen:

[attachment=83061] [attachment=83062]

Mit fast voller Abwickelspule ergibt sich f~ 3Hz, bei fast leerer Abwickelspule f~ 1,5Hz und das Gerät schaltet sofort ab.

Alle Transistoren, Dioden und C's in der umgebung habe ich gemessen (in Circuit!) das sieht alles gut aus. 

Die Messung an Punkt 2 ist nur insofern aussagekräftig als man den erwartetetn Spannungsverlauf an diesem Punkt erkennen kannm, wenn das Gerät richtig funktioniert, also die Abwickelspule fast voll ist.

[attachment=83063]

Die steigende Flanke ist t= START und die fallende ist t= STOP.

Die Messung im Fehlerfall ergibt keine Erkenntnisse, da die START Taste gedrückt gehalten wird und somit +Ub C121 relativ konstant geladen hält.

[attachment=83064]

Steigende Flanke wieder t= START, fallende Flanke t=START losgelassen. Man erkennt allerdings, dass die Spannung an C121 sofort zusammenbricht.

Hat irgendwer eine Idee was hier das Problem sein könnte?
Weis jemand was die Mystery-Kästchen rechts oben "450" und "15" und links die "66" sind? Bei 450 tippe ich auf den Andruckrollenmagneten.

lg
David
Schreck!
Ich habe mal nachgesehen, bei den 4200/4400 mit ohne "IC" sind anscheinend die Elkos richtig eingelötet, bei zumindestens einem hier schnell aufgemachten 4400 mit "IC" sind C41 und C42 tatsächlich im Sinne der Serviceunterlagen verkehrt herum eingelötet. 
Sehr merkwürdig. Ich werde das mal korrigieren und sehen/hören/riechen, ob es einen Effekt hat.

Gruß
Peter S.

> Es uhert sehr: Kommt mir bekannt vor, sehr schön.
Oh je, je länger ich auf diesen Spaghettiplan starre, desto verwirrter werde ich.

Ist mein Schaltungsverständnis falsch? Ist vielleicht doch eher der Bereich um T39 & 40 zu untersuchen? T37 hat ja gar nichts mit der Spannungsversorgung des Motors zu tun. Dann ist's aber verwunderlich, dass der Tausch von C121 schon zu 80% Erfolg geführt hat. Ich werde C140 suchen und untersuchen...

[attachment=83067]

Spaghetti, das wär was für heute Abend...lecker!

lg
David
Hallo David: Ich habe auch ein krankes CR 160, bei dem der Fehler besteht, dass er Andruckrollenmagnet, der die Kombination der Kästchen ist, Zicken macht. Eins ist der Startmagnet, das andere der Haltemagnet. Sobald die Haltespule greift, sollte sich die Startspule abschalten, was sie bei mir nicht macht. Eine Weile geht das gut, dann fängt alles an heiß zu werden und zu kokeln.
Weil man so schlecht an die Platine an der Stelle dran kommt, hatte ich bislang nie Zeit/Lust, das zu reparieren, kommt aber noch.
So nach einer adäquaten Spaghetti-mach und Vertilgungspause zurück am Compact Report.

Man kann Suchen bis einem die Augen aus dem Kopf fallen. T39 & 40 sind nicht auf der Hauptplatine sondern auf der Steckkarte neben dem Laufwerk. Wozu es auch keinen Bestückungsplan oder irgendeine Erwähnung im SM gibt. Grummel.


Dann schaun wir uns den Schaltungsteil mal genauer an: Genderfluide Transistoren? NNN oder PPP oder manchmal NPN, manchmal PNP? Die wollen sich auf jedenfall nicht festlegen. Was mach T40? Er bekommt ein Rechtecksignal auf seine Basis und schaltet Masse auf den + Pol eines Elkos, der mit seinem anderen Ende auch auf Masse liegt! Klasse Idee.

Also ich weis nicht ob bei mir jetzt irgendwelche Groschen nicht fallen wollen, aber für mich gibt das gar keinen Sinn.

Dazu noch die verrückten Messwerte an T39. Wo kommen 16,5V an der Basis her? Ich würd sagen hier stimmt der Schaltplan ganz gewaltig nicht mit der Realität überein!

[attachment=83070]

Angry Angry  Angry
lg
David
In dem kleinen Ausschnitt sehe ich keine komischen Werte, dort wird ja nur der Motor ein und ausgeschaltet. T39 (BC369) ist ein PNP mit Emitter "Oben", T 40 (BC548) ein NPN, Emitter "Unten". Damit T39 durchschaltet, muss auch T40 durchschalten. Das sind dann die dort angegeben Spannungswerte.

Gruß Ulrich
Danke Peter!

Also beide Kästchen beziehen sich auf den Andruckmagneten! Das macht Sinn. Ich tippe bei deinem Fehler auf C136.

@ Ulrich
Ich hab da einen großen Denkfehler!

Der Motor läuft ja immer! Das einzige was beim Befehl START passieren muss, ist die Andruckrolle an den Capstan zu drücken. Das macht in der Tat T37.
Die beiden Transistoren T39 & 40 glaube ich können wir ignorieren.

1. Gerät einschalten -> Motor läuft mit korrekter Drehzahl los
2. START Taste betätigen -> Über START Taste wird die Basis von T37 positiv, Andruckrolle zieht an
3. Bandlaufsenor erzeugt Impulse -> Diese laden über T35 C121 auf, somit wird Basis von T37 positiv gehalten, Andruckrolle bleibt angezogen.
4. Bandende -> Imulse bleiben aus, C121 entlädt sich, T37 wird leitet nicht mehr, Andruckrolle fällt ab.

[attachment=83071]
[attachment=83072]

Also ist es schon so wie ich erst geschrieben habe, nur schaltet niemand den Motor ein, denn der läuft immer!
Dann ist auch klar, dass der Tausch von C121 die ursprüngliche Situation verbessert hat. Warum aber schaltet das Gerät bei fast leerer Abwickelspule ab?

lg
David
Eine Lösung hätte ich gefunden: Ich hab einfach parallel zu C121 nochmal 100µf von unten an die Platine geheftet. Damit laufen Kassetten auch bis zum Ende problemlos durch.

Aber solche Lösungen mögen nicht recht gefallen.
Hypothese: Irgendein Bauteil hat seine Eigenschaften verändert, so dass C121 zu schnell entladen wird. Was kommt da in Frage?
R155, R120, T36, R176, T37, D25, D32 oder irgendwas danach.

Soll ich weitersuchen oder einfach den 220µf gegen 330µf tauschen und schauen wie lang das dann funktioniert?

Was meint ihr?

lg
David
(27.07.2025, 07:06)Magictape schrieb: [ -> ]ich möchte Dich nur auf einen kleinen Fehler hinweisen, der original von UHER gemacht wurde:
Die beiden Elkos C41 und C42 (jeweils 100µF / 6V) wurden von Haus aus aus falsch herum eingelötet, d.h. die Polarität Plus und Minus ist bei diesen beiden C's immer falsch.
Im Schaltplan und im Bestückungsplan sind sie in richtiger Polung dargestellt, aber pranktisch wurden sie immer falsch herum eingelötet.
Der Pluspol muß in Richtung Schieber zeigen (Der Schieber schaltet im Wiedergabemodus den Plus auf Masse.)
Warum wurde das nie bemerkt und warum hat es auch trotzdem keine Probleme gemacht?
Ganz einfach: diese beiden C's werden nur mit ca. 0,5V belastet. Da haben sie das klaglos hingenommen.
Falsch ist es aber trotzdem. Und wenn Du schon beim Erneuern der Elkos bist, sollte der Fehler gleich mit behoben werden.

Das höre ich zum allerersten Mal. Wir bekamen die Leiterplatten fertig bestückt aus Buchbach, haben sie in München in die Chassis eingebaut und komplette Tonbandgeräte daraus gemacht. Sie mussten viele Prüfungen bestehen, aber dann waren sie aus unserer Sicht verkaufsbereit. Die Qualitätssicherung hat stichprobenweise noch weit mehr daran geprüft. Aber anscheinend war das alles zu wenig.

Gruß, Anselm
(27.07.2025, 14:25)PSMS schrieb: [ -> ]Ich habe mal nachgesehen, bei den 4200/4400 mit ohne "IC" sind anscheinend die Elkos richtig eingelötet, bei zumindestens einem hier schnell aufgemachten 4400 mit "IC" sind C41 und C42 tatsächlich im Sinne der Serviceunterlagen verkehrt herum eingelötet. 
Sehr merkwürdig. Ich werde das mal korrigieren und sehen/hören/riechen, ob es einen Effekt hat.


Hallo Peter und hallo Anselm,
 
da Ihr beide Euch zu meinem Hinweis äußert, kann ich versichern, daß ich das auch lange nicht gewußt habe, aber ich wurde aus sicherer und kompetenter Quelle darauf hingewiesen. (Robert Sprang)
Es betrifft die Typen UHRT 4200/4400 Report Stereo und UHER 4200/4400 Report Stereo IC.
Ich habe in meiner Sammlung u.a. diese vier Typen. Die hatten la alle die gleiche Leiterplatte mit dem A/W-Verstärker.
Bei allen vier Geräten bei mir waren C41 und C42 falsch gepolt eingelötet im damaligen Originalzustand.
Wie schon gesagt, wurde das nie bemerkt, da diese C's mit maximal 0,5 V beaufschlagt werden. Das haben sie dann halt hingenommen.

@ Peter
Wenn in einem Deiner Geräte die C's bereit richtig herum drin sind, wurde das mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit bereits korrigiert. Vielleicht bei einer früheren Reparatur in einer Fachwerkstatt.
Ändern wird sich klanglich wohl kaum etwas, wenn es korrigiert wird. Aber diese Elkos halten dann auf jeden Fall länger.
Es soll wohl schon des Öfteren vorgekommen sein, daß ein Kanal deutlich leiser ist als der andere, Ursache war dann einer dier beiden C's.

Schönen Gruß
Chris
(28.07.2025, 07:35)Magictape schrieb: [ -> ]Es betrifft die Typen UHRT 4200/4400 Report Stereo und UHER 4200/4400 Report Stereo IC.
Ich habe in meiner Sammlung u.a. diese vier Typen. Die hatten la alle die gleiche Leiterplatte mit dem A/W-Verstärker.

Bedeutet gleich identisch? Ich bin seit 45 Jahren weg von UHER und beschäftige mich nur noch passiv mit den Geräten. Aber ich würde wetten, dass es gerade zwischen diesen beiden Typen gravierende Unterschiede gibt. Oder?

Gruß, Anselm
Links das 4400, rechts 4400 IC, jeder darf Unterschiede gucken:

[attachment=83078]

Verwirrend ist es schon, vielleicht brauche ich auch eine neue Brille. C 41/42: Beim 4400 entsprechent müssten das die Elkos C37/C38 sein, die sind richtig herum bei mir, da wurde auch nicht gelötet.
(28.07.2025, 10:15)PSMS schrieb: [ -> ]Links das 4400, rechts 4400 IC, jeder darf Unterschiede gucken:

Ha, dankeschön. Wette gewonnen. Für mich als Fertigungsmenschen sind schon die unterschiedlichen Sachnummern das entscheidende Merkmal. Den Leiterbahnen darf wirklich jeder selbst nachfahren.  Smile 

Gruß, Anselm
Das ging ja schnell mit der Antwort, ich wollte schon die 4400 und die 4400 IC schreiben, um den Vorgang zu beschleunigen.
 
Magictapes Tipp war aber doch sehr interessant, ich werde da noch intensiver meiner IC-Herde unter die Haube schauen.
Das schwarze 4400 IC, das ich von WW aus H gekungelt hatte, hat beispielsweise einen wahrlich mysteriösen Fehler,
der eventuell mit den Kondensatoren zu tun haben könnte. Kann mich aber jetzt nich schnell darum kümmern, da ich mit meiner Frau in die Stadt muss (hätte ich angeblich versprochen gehabt).

>Wieder da
>Das mit C37/38 ist Quatsch, hatte nicht richtig geguckt.

[attachment=83079]

Platine des 4400 IC 1944-56790, laut Gussmarke "6" wohl von 1976.

Sieht unversehrt aus auf den ersten Blick

hier noch 1944-46540, schwarz
[attachment=83080]

Jetzt ist genug, ich möchte nicht den Thread kapern
Hallo zusammen,

also Anselm, zu Deiner Frage oder Hinweis:
Unter "gleich" habe ich das gleiche Layout der Leiterbahnen und der nacktern, unbestückten Platine gemeint. Das diese Platinen vom 4200/4400 Report Stereo und vom 4200/4400 Report Stereo IC unterschiedlich bestückt sind, ist mir schon klar und logischerweise sind die Teile-Nummern der beiden bestückten Platinen dann auch unterschiedlich.

Peter, besten Dank für die Platinenfotos.
Bei dem Foto mit der Bestückungsseite vom "IC" habe ich mir erlaubt, zwei Kommentare reinzuschreiben:

[attachment=83083]

Also m.M.n. sid die schwarzren Elkos nicht original.
Der C42 (rechter Kanal) schein noch original zu sein und auf jeden Fall ist er falsch herum drin.
Der C41 (linker Kanal) scheint erneuert worden zu sein und der Beschriftung nach sollte er richtig drin sein (Plus nach unten Richtung Schieber). Du wirst es selbst sicher noch mal kontrollieren.

Die Platine vom 4400 RS ohne "IC" sieht die Bestückung noch original aus, zumindest was C41 und C42 betrifft.
Und die sind eindeutig falsch gepolt.

Schönen Gruß
Chris
Noch 4 ohne IC:

1943-50829
[attachment=83088]

1923-30935
[attachment=83087]

1923-36838
[attachment=83086]

Das ältere 1943-09827 hat eine andere Platine:
[attachment=83089]
Hallo David,

ich meine mich zu erinnern, dass beim CR1600 und evtl. auch beim CR 160 spezielle Riemen benutzt werden, um elektrostatische Aufladung zu vermeiden. Die „normalen“ Riemen führen dann zu plötzlichem Stopp des Gerätes.

Viele Grüße
Andreas
(28.07.2025, 20:58)UHER-Fan schrieb: [ -> ]Hallo David,

ich meine mich zu erinnern, dass beim CR1600 und evtl. auch beim CR 160 spezielle Riemen benutzt werden, um elektrostatische Aufladung zu vermeiden. Die „normalen“ Riemen führen dann zu plötzlichem Stopp des Gerätes.

Viele Grüße
Andreas

Hallo Andreas!

Vom CR1600 hab ich das schon gelesen. Aber ich glaube nicht, dass das hier der Fall ist. Das Gerät stoppt ja ganz nachvollziehbar erst kurz vor Ende des Bandes, bei statischen Problemen würde ich erwarten, dass das Problem völlig willkürlich auftaucht.

lg
David
Ich hab's getan. Hab einfach den 220µf gegen 330µf getauscht, da ich einfach sonst kein verdächtiges Bauteil finden konnte. Die komplette Schaltung neu bestücken möchte ich auch nicht, da es in dem CR160 schon sehr beengt zugeht und ein dicker Kabelbaum (-salat) genau über dem betreffenden Teil der Platine auch nicht direkt hilft. Mal sehen, erstmal funktioniert das Gerät jetzt hervorragend. Klanglich tip-top!

Die Report Monitor 4200 macht mir allerdings noch etwa Sorgen. Ich hab vorhin ein leichtes Zerren im linken Kanal festgestellt. Daraufhin nochmal aufgemacht und fast jeder Elko den ich nachmesse liegt weit neben seinen Sollwerten. Da werd ich noch etwas Spaß damit haben.
(28.07.2025, 20:19)PSMS schrieb: [ -> ]Noch 4 ohne IC:

Hallo Peter,

es scheint, wir haben hier unser eigenes Thema entwickelt, was mit Davids ursprünglicher Frage nicht mehr so viel zu zun hat.
Ich schicke Dir eine PN, da können wir Deine Fragen bzw. Anmerkungen noch klären.

Schönen Gruß
Chris
Ich fände es eigentlich schön, wenn die Offtopic-Themen vlt in einem separaten Faden verfolgt werden.
Wenn spannende Themen dann nur via PN weiter diskutiert wird, bleibt es allen anderen verborgen.
Ich habe zu dem Thema einen neuen Thread aufgemacht:

https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=33378
Habe mir mal das letzte Bild in Beitrag #6 mal genauer angeschaut.
Die beiden ersten 'Entlade-Stufen' denke ich, sind klar.
Erst entlädt sich C121 über die Zenerdiode D25, bis C121 auf 2.7V entladen ist.
Weitere Entladung über R155 (33k).
Dann aber starker Einbruch, dritte Entladestufe, den verstehe ich nicht.
Etwa über T36 und R167 (120R)?
VG Jürgen
(29.07.2025, 18:18)JUM schrieb: [ -> ]Habe mir mal das letzte Bild in Beitrag #6 mal genauer angeschaut.
Die beiden ersten 'Entlade-Stufen' denke ich, sind klar.
Erst entlädt sich C121 über die Zenerdiode D25, bis C121 auf 2.7V entladen ist.
Weitere Entladung über R155 (33k).
Dann aber starker Einbruch, dritte Entladestufe, den verstehe ich nicht.
Etwa über T36 und R167 (120R)?
VG Jürgen

Hallo Jürgen,

guter Punkt. Mir ist bisher noch nicht klar geworden welche Funktion T36 in der Schaltung hat, ich denke aber Fernstop vom Mikro aus. Wie die Schaltung dann aber genau arbeitet ist mir nicht klar.
Es geht doch noch weiter. Das CR160 hat noch weitere Wehwehchen:

1. Beim Rückspulen schaltet der Motor am bandende nicht ab. Vorspulen muss ich noch testen.
2. Bei Aufnahme spielt der linke Kanal verrückt. Bei den ersten Versuchen gestern gab es von wildem heulen bis total vertauscht alles. Mit ALC dreht die ALC den Kanal voll auf. 

Wär auch zu einfach gewesen ?
ACHTUNG: Ich muss Dampf ablassen Smile .

Das CR160 ist der pure Horror. Es ist sowas von Eng in dem Ding und der Schaltplan ist unter aller Sau. Ein Liniengewurschtel vom feinsten, nichts ist Erklärt. Das Layout ist aber noch viel schlimmer. Kein Zusammenhang zwischen Schaltungsteilen und anordnung auf der Platine erkennbar, Teile einer Funktionseinheit oben links, noch bissl was in der Mitte verstreut und dann unten Rechts. Ach, auf die Steckkarte schmeissen wir auch noch einen Teil, erwähnen die Karte aber mit keinem Wort. Die Bauteile sind dann einfach weg - nicht auf dem Layout. Kannst dir selber würfeln was was ist. Herr im Himmel!
Unter die Platine packen wir noch ordentlich Kabelsalat, und weils so schön ist obendrauf auch noch! Und ein paar Bauteile lassen wir hier gleich rumschweben, spart Draht.
Kann es sein, dass man hier schon deutlich das Ende für Uher erkennen konnte? Mit den Vorgängern hat das nicht viel zu tun. Ein CR210, 240 ist ungleich Servicefreundlicher!

Auf dem Layoutplan ein Bauteil zu Suchen ist pure Folter. Ich hab mich sogar an die künstliche Intellenz gewendet und ihr das Bild gezeigt. Pustekuchen! Die Intellenz gibt sich auch bei einigen Bauteilen geschlagen.

Ich war soweit fertig, habe gerade noch einen Test durchgeführt, da hat sich eine kleine Schraube die ich wohl nicht festgezogen hatte auf die Paltine geworfen und eine Kurzschluss erzeugt. Laiutes Brummen, sofort abgeschaltet. Aber da sah ich den Rauch schon aufsteigen. Nun macht die Mühle gar nix mehr und ich kann den Fehler nicht finden! Der Kollektor von T31 geht irgendwo hart auf Masse. Satter Kurzschluss, ich finds nicht. T31 ist messtechnisch Ok, alle anderen in der Gegend auch. Nach dem Unfall war T30, D21 und T32 durch, T32 hat Rauchzeichen gegeben.
Der Spaghettiplan um T31, T32, T33, T30 ist das was ich für Spannungsstabilisierung halte. Nur verstanden hab ich sie noch nicht. Für mich sieht das grad alle nach "von hinten durch die Brust ins Auge" aus und wo T31 seinen satten Schluss auf Masse herkriegt ist unfindbar.

Mann! Mich käst die Kiste grad sowas von an. Merkt man, oder Wink .

Gute Nacht!
David
Guten morgen miteinander!

Eine Nacht drüber geschlafen und die Welt sieht anders aus.
Heute morgen hab ich erstmal die einzelnen Schaltplan und Layout Seiten so zusammengebastelt, dass eine vernünftige Übersicht möglich ist. Dabei hab ich auch gleich C102 gefunden, der mir gestern einfach nicht ins Auge springen wollte. Hatte diesen Kameraden nämlich als Übeltäter für den satten kurzen in Verdacht. Und bingo - er war's auch. 

Also raus mit dem Tantal und einen Al Elko rein. Und wir sind fast am Ziel! Motor läuft wieder und die Tasten reagieren auch.
Nur es stinkt noch was, das linke VU zappelte nicht und der Ton verzerrt bei höherer Lautstärke.

Es sieht so aus als hätte die schraube keinen kurzen gemacht sondern Überspannung in die Schaltung gejagt, so erkläre ich mir jedenfalls die 0 Ohm Tantal Perlen.

Ein weiterer war der integrations C am VU meter und einer im Löschoszillator, den konnte ich mit Nase und Aua-heiss Fingerprobe identifizieren.
 
Soweit läuft der Apparat jetzt wieder. Mal sehen ob noch ein paar blaue Perlen auffällig werden.

Vielleicht sollte ich mal in eine Wärmebildkamera investieren.

Als Zugabe hat aber noch eines meiner Z131 seinen Geist ausgehaucht.

LG
David
So. Fertig hoffe ich.

Hatte noch intermittierende Fehler. Bei Wiedergabe fiel Zeitweise der rechte Kanal aus, alle Tantal in den ersten zwei Stufen des WV wurden getauscht, obwohl keiner der Kondensatoren messtechnisch wirklich auffällig war. Ich hoffe das war's jetzt.
Zusätzlich haben sich noch zwei Drähte aus dem Drahtverhau von ihren Endpunkten gelöst, konnte auch behoben werden.
Das Z131 hatte nen kurzen im Gleichrichter. Läuft auch wieder.

LG
David
Könntest Du die ausgebauten Tantals mal mit einem Ohmmeter auf Kurzschluss messen (Polarität beachten)?
VG Jürgen
Hallo Jürgen,

hab ich bei denen die noch auf dem Werktisch lagen gemacht, wie gesagt nichts auffäliges zu messen. Vielleicht tritt der Fehler erst bei höhere angelegter Spannung aúf?

Bei zweien konnte ich jedoch gestern einen satten Kurzschluss messen. C102 und C51 waren niederohmig auch bei Messung mit dem DVM.
Hallo Freunde der rostigen Plastikstreifen Wink

Das CR160 läuft nun schon eine ganze Weile wieder stabil. Diese Baustelle dürfte erstmal erledigt sein.

Bei der speckigen Report Monitor 4200 liegt aber noch ein bisserl was im Argen.

Habe mich nun an die Einmessung des Gerätchens laut SM gemacht und musste dabei feststellen, dass jemand wild an den Köpfen gedreht hat. Ich kann mich hier auf gar nix verlassen, weder Kopfhöhe noch die Senkrechtstellung der Köpfe. Azimuth ist ja einfach...
Da ja nun der Kopfträger mitsamt der Köpfe so wahnsinnig gut zugänglich ist an der Report, ist das Einstellen ja ganz leicht - Nein, Moment, das Gegenteil davon. Und das superspezielle Justierband von dem das Manual spricht hab ich natürlich auch nicht.

Ich bin jetzt mit der Einstellerei soweit, dass ich eigentlich zufrieden bin und auch den elektrischen Teil des Einmessvorgangs abgeschlossen habe.
Nur fällt eines auf: Bei Testaufnahmen gibt es vor allem in Kanal 1 Dropouts. Kanal 2 fast gar nicht. Könnte das nicht auf fehlerhafte Senkrechtstellung hindeuten?

Es muss doch vor mir schon jemand an der Einstellung der Köpfe an seiner Monitor geknobelt haben? Wie ist das beste Vorgehen um die Köpfe senkrecht (und auf die richtige Höhe) zu bekommen?

lg
David