Hallo zusammen,
nach einigen Versuchen den Wiedergabefrequenzgang mit einer Messkassette mit Burstsignalen verschiedener Frequenzen (von Rothhp) einzustellen, bin ich auf folgende Idee gekommen.
Wäre eine Messkassette mit einem -20 dB oder -30 dB rosa Rauschen Vollspur auf dem 0,15 " Band aufgenommen nicht sinnvoll für die Einstellung des Wiedergabefrequenzgangs. Mit der Software NAK T-100 (Frequency Response with Pink Noise) oder REW (RTA Window) sollte die Einstellung relativ einfach sein und die Unterschiede zwischen links und rechts (besonders mit NAK T-100) sollten schnell sichtbar sein.
Was meint ihr dazu?
Vielleicht könnte Hanspeter Roth ein paar solcher Kassetten herstellen.
Danke
Stephan
Was gibt es denn für Probleme mit der HPR Testcassette? Ist der Azimut auf diese Cassette optimiert worden?
An Vollspurkassetten mit rosa Rauschen habe ich auch Interesse.
Richard
(08.02.2025, 19:34)prittstift69 schrieb: [ -> ]Hallo zusammen,
Wäre eine Messkassette mit einem -20 dB oder -30 dB rosa Rauschen Vollspur auf dem 0,15 " Band aufgenommen nicht sinnvoll für die Einstellung des Wiedergabefrequenzgangs.
Warum eigentlich Rosa Rauschen? Beim Rosa Rauschen nimmt die Amplitude proportional zur Frequenz ab. Eine linear eingestellte Wiedergabe- Kopf und Verstärker-Kombination wird auch genau das so wiedergeben, nämlich eine mit steigender Frequenz fallende Amplitude. Man will ja aber sehen, wie linear die oben genannte Kombination ist. Dazu wäre meiner Ansicht nach weißes Rauschen besser geeignet. Lineare Amplitude über der Frequenz.
Um Kassettendecks auf die jeweilige Bandsorte einzustellen (Voraussetzung: 3 Köpfe, BIAS-Regler und/oder REC LEVEL Regler), die keine automatische Einmessung haben, erzeuge ich am PC mit Goldwave ein weißes Rauschen zwischen 20 Hz und 22 kHz und ca. -20 dB Pegel. Dieses speise ich in das Kassettendeck ein und zeige am PC mit der Software AudioAnalyzer das Spektrum des weißen Rauschens Hinterband an. Der BIAS-Regler wird so eingestellt, dass das weiße Rauschen hinterband möglichst linear verläuft und REC LEVEL so, dass die Pegel Vor- und Hinterband identisch sind.
Identisch kann man so auch bei Tonbandgeräten verfahren.
Rosa Rauschen wird beim Einmessen von PA-Anlagen genutzt. Beim rosa Rauschen sinkt der Pegel mit steigender Frequenz (1/f). Der Mensch nimmt Töne in diesem Verhältnis gleicht laut war. Ein tiefer Ton klingt dann genauso laut, wie ein hoher Ton, wenn er dem Amplitudengang des rosa Rauschen entspricht. Für das Einmessen von Lautsprechern schont das auch die Hochtöner und entspricht eher der Lautstärkeverteilung in der Musik. Für das Einmesssen eines Tonbandgerätes aber m.E. nicht geeignet.
(09.08.2025, 18:54)AKRETA schrieb: [ -> ]Für das Einmesssen eines Tonbandgerätes aber m.E. nicht geeignet.
Das sehe ich genauso.
Sehr interessant, ich habe gerade einiges gelernt, aber es kamen gleich viele Fragen auf

:
1. Wenn ihr von "Einmessen" spricht, meint ihr das automatische/manuelle Einmessen von einem konkreten Band bzw. einer konkreten Kassette in einem konkreten Deck, oder meint ihr das Einstellen von dem Deck auf die Werkseinstellungen bzw. auf die optimalen Werte?
2.
(09.08.2025, 17:03)andi112 schrieb: [ -> ]Um Kassettendecks auf die jeweilige Bandsorte einzustellen (Voraussetzung: 3 Köpfe, BIAS-Regler und/oder REC LEVEL Regler), die keine automatische Einmessung haben
Wie das Verfahren zum einstellen / einmessen eines Decks mit einer automatischen oder manuellen Einmessung funktioniert, ist mir klar. Heisst es aber auch im Umkehrschluss, dass die Decks ohne Einmessungsfunktion (sprich die Deckst mit zwei Köpfen bzw. ohne Hinterbandkontrolle) nur auf die Werkseinstellungen eingestellt werden können? Sprich, man stellt die Werte mit den Trim-Potis auf die in dem Service Manual vorgegebenen Werte ein und hofft, dass es damit gut funktioniert?
Danke und Gruss
Nick
Das Thema ist schon zigfach beschrieben, insbesondere hier im Forum
Anhand einer Bandmaschine (was technisch gesehen ja nix anderes ist), z.B.
hier
(20.08.2025, 14:44)fnick schrieb: [ -> ]Sehr interessant, ich habe gerade einiges gelernt, aber es kamen gleich viele Fragen auf
:
1. Wenn ihr von "Einmessen" spricht, meint ihr das automatische/manuelle Einmessen von einem konkreten Band bzw. einer konkreten Kassette in einem konkreten Deck, oder meint ihr das Einstellen von dem Deck auf die Werkseinstellungen bzw. auf die optimalen Werte?
Mit Einmessen ist immer das automatische/manuelle Einmessen einer bestimmten Bandsorte auf das jeweilige Bandgerät gemeint. Also die richtige Einstellung von BIAS und REC LEVEL.
Dass die Grundeinstellungen gemäß Service Manual korrekt sind, ist natürlich Voraussetzung!
Hallo Stephan,
deine Idee mit rosa Rauschen als Testsignal finde ich interessant! Rosa Rauschen ist aufgrund des konstanten Energieverlusts pro Oktave tatsächlich gut geeignet, um den Frequenzgang über das gesamte Spektrum zu beurteilen. Die Analyse mit REW oder NAK T-100 wäre sicherlich praktisch. Allerdings könnte das Bandrauschen bei niedrigen Pegeln ein Problem werden und genaue Messungen erschweren. Dennoch wäre ein direkter Vergleich der Kanäle leichter möglich. Vielleicht testet es Roth mal – ich wäre an so einer Kassette definitiv interessiert!
Viele Grüße
Markus
Hallo zusammen,
echt spannend, wie sich diese Diskussion entwickelt hat hab wieder einiges dazugelernt! ?
Ich finde Stephans Idee mit der rosa-Rauschen-Kassette auch ziemlich charmant – zumindest als ergänzendes Werkzeug. Klar, für die reine Frequenzgangoptimierung ist weißes Rauschen theoretisch exakter, wie andi112 und AKRETA ja gut erklärt haben. Aber rosa Rauschen hat durchaus seine Vorteile, vor allem wenn man mal schnell visuell Unterschiede zwischen links und rechts ausmachen möchte oder einen allgemeinen "Klangcharakter" beurteilen will. Gerade in Kombination mit REW könnte das jedenfalls ein interessanter Ansatz sein vor allem für jemanden, der keine High-End-Messhardware rumliegen hat.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass so eine Kassette hilfreich wäre, um z.B. Defizite bei alten Decks aufzudecken, die vielleicht gar nicht mehr perfekt justierbar sind – einfach als Reality Check, wie sich das Deck real im Hörbereich verhält. Würde mich jedenfalls auch über eine solche Alternative Messkassette freuen!
Und @fnick: Bei 2-Kopf-Decks ohne Hinterbandkontrolle kann man zwar nicht direkt einmessen, aber mit etwas Geduld und wie du sagst gut justierten Werkseinstellungen kann man da trotzdem einiges rausholen. Wenn man z.B. ein gutes Referenzdeck hat, kann man auch Kassetten unter gleichen Bedingungen bespielen und vergleichen oft hilft einfach ein bisschen Experimentieren mit verschiedenen Bandtypen.
Vielleicht findet sich ja wirklich jemand (z.B. Herr Roth?), der rosa UND weißes Rauschen auf eine hochwertige Kassette bringt das Beste aus beiden Welten quasi! ?
Viele Grüße in die Runde!
"Vielleicht findet sich ja wirklich jemand (z.B. Herr Roth?), der rosa UND weißes Rauschen auf eine hochwertige Kassette bringt das Beste aus beiden Welten quasi! ?"
Das wird nicht gehen, weil die Kassetten von H. Roth in Vollspur bespielt sind. Eine Kassette mit weißem Rauschen würde vollkommen reichen, um den Wedergabeverstärker auf Linearität zu überprüfen. Die ganze Einmesserei ist völlig zwecklos, wenn man nicht weiß, ob der Wiedergabezweig einwandfrei funktioniert.