Hallo,
hab hier in der Erbmasse einige alte Philips Lautsprecher 22RH **** stehen.
In den Verkaufsanzeigen werden deren Gummisicken immer positiv hervorgehoben, weil sie nicht zerbröseln sollen.
Aber taugen die Dinger noch was nach 50 Jahren, selbst, wenn sie nicht rissig sind?
Vor allem, wenn sie die letzten 20 Jahre unbespielt im Schrank gestanden haben?
Ich könnte mir vorstellen, daß der Gummi krachhart gegenüber dem Einbauzustand geworden ist und die sich Resonanzfrequenz erheblich nach oben verschoben hat.
Vulgo: der Bass ist weg.
Gibts hier konkrete Erfahrungen damit?
Ein Pärchen von denen möchte ich eigentlich behalten.
Ralf
Hallo Ralf,
also ich hatte noch keine einzige verhärtete Gummisicke bisher. Meist aber gefällt mir das Klangbild vieler 08/15-Boxen der 70er sowieso nicht so recht (zu wenig direkt), aber das ist ja persönlicher Geschmack.
Ob sie die Sicken ausgehärtet sind lässt sich ja wenigstens ziemlich leicht ertasten
VG
Andreas
Es ist wirklich so, dass auch manche Gummisicken altern und unbrauchbar werden.
Ich habe das in den letzten Jahren bei mehreren skandinavischen Basslautsprechern festgestellt, hauptsächlich VIFA und Dynaudio, aber auch bei den vier 20er Bässen eines Pärchens 980 S der deutschen Firma MB Quart.
Die Sicken werden tatsächlich bretthart, so dass kaum noch eine nennenswerte Auslenkung der Membrane stattfindet.
Andere Fabrikate hingegen bleiben butterweich,
z.B. britische KEF oder WHARFEDALE und auch deutsche Firmen, beispielsweise GRUNDIG und HECO.
Also, auch bei Gummisicken gut aufpassen !
Frankie
Ich kann jetzt nur für meine Rema B9225 sprechen, die irgendwann aus den 70ern stammen sollten. Da ist mit den Gummisicken noch alles top.
Schöne Grüße
Alexander
Meine 22RH... spielen immer noch einwandfrei.
Sind ca. 45Jahre alt.
Gibts denn irgendwelche Testmöglichkeiten, den Härtegrad festzustellen?
Shorehärteprüfung an einer eingebauten Sicke fällt ja wohl raus.
Und ein direkter Vergleich mit einer neu produzierten Sicke kann man auch vergessen, weil heute sicher andere Materialmixe als früher benutzt werden und man auch den Ursprungszustand nicht kennt.
Gibts eigentlich noch gut sortierte Anbieter von Gummisicken?
Mir sind bei der schnellen Suche fast nur Schaumausführungen angezeigt worden; von ein paar Spezialtypen aus Gummi mal abgesehen.
In meiner Reparaturpraxis hatte ich keinen Ärger mit Gummisicken. Chassis mit zerbröselter Schaumstoffsicke dagegen zuhauf. In Ermangelung der Originalparameter kann man bei Gummisicken den Härtegrad nach Alterung nicht verifizieren. Boxen mit defekten Schaumstoffsicken meide ich bzw. entsorge den Mist sofort. Ausnahme: ausgesprochene Exoten.
Martin
Ich denke mal, dass alle Materialien im gewissen Maße altern, aber die einen halt mehr und die anderen weniger. Ich hatte mit Gummisicken ebenfalls noch nie Probleme. Meine wahrscheinlich ältesten waren
diese, die wahrscheinlich aus den 1970er Jahren stammten. Wie man auf dem Bild in
Beitrag 4 sieht, waren die Gummisicken der Tieftöner noch einwandfrei.
Schaumstoffsicken dagegen siehe
hier. Und die Boxen waren locker fünfzehn Jahre jünger als die obigen. Sie wurden übrigens mutmaßlich von Videoton in Ungarn für Akai gebaut, und bei denen
scheinen zerbröselnde Schaumstoffsicken häufiger vorzukommen.
@Wolfgang
Das Lautsprecher-Team scheint nicht erreichbar, zumindest die Website.
@All
Wenn ich mich noch recht erinnere, dient die Sicke des Baßchassis einzig der "flexiblen" Abdichtung des Innenvolumen gegen die Raumluft, um den akustischen Kurzschluß zu verhindern sowie die Schwingeinheit in der Richtung zu stabilisieren.
Die physikalischen Eigenschaften werden von Magnet(en), Spule und der Zentrierung (die meist unkaputtbar ist) vorgegeben.
Schaumstoff zerbröselt --> undicht, kein Bass
Gummi verhärtet --> Membran kann nicht frei schwingen wie berechnet --> dicht, aber mangels Hub auch kein Bass

Soweit mein bescheidener Kenntnisstand. Die Ersatzsicke muß also hauptsächlich mechanisch passen.
LG
Mike
Die Sicke ist ein Teil des komplexen elektromechanischen Systems und ihre Beschaffenheit wirkt auf die Parameter des Chassis direkt ein, also Güte QTS, Resonanz, Äquivalentvolumen etc.
Da kann man nicht einfach irgendwas grössenmässig halbwegs Passendes nehmen, Mike.
Zumindest nicht, wenn das Chassis seine Eigenschaften in etwa behalten soll.
Groetjes, Frankie
(09.12.2024, 17:35)moxx schrieb: [ -> ]Die Sicke ist ein Teil des komplexen elektromechanischen Systems und ihre Beschaffenheit wirkt auf die Parameter des Chassis direkt ein, also Güte QTS, Resonanz, Äquivalentvolumen etc.
Da kann man nicht einfach irgendwas grössenmässig halbwegs Passendes nehmen, Mike.
Zumindest nicht, wenn das Chassis seine Eigenschaften in etwa behalten soll. 
Groetjes, Frankie
Da gibt's nicht weiter dazu zu sagen!
Dietmar
Hallo Mike!
In der Tat - homepage nicht erreichbar.
Darum oben um die Kontaktdaten ergänzt...
Gruß
Wolfgang
Moin,
bei meinen Revox AX4-3 haben sich schon vor ein paar Jahren die Gummisicken aufgelöst.
Jetzt sind Schaumstoffsicken drin,wers gemacht hat weiß ich leider nicht mehr.
Gruß!
Gerhard
Gummisicken gegen Schaumstoffsicken zu tauschen ist eine sehr schlechte Variante.
Eine sehr gute Adresse für Lautsprecherreparaturen ist die Lautsprechermanufaktur in Mannheim, es gibt fast nichts was die nicht haben oder können.
Die Preise sind sehr fair und die Arbeiten absolut Proffessionell.
Die Tief und Tiefmitteltöner meiner ACR RP 300 wurden perfekt mit neuen Sicken bestückt, ebenso die Innentreiber meiner T&A Criterion 160.
Bei den letzteren hatten sich die Gummisicken von der Polypropylenmembran gelöst.
Die Telefonnummer ist 0621 291170 falls jemand Bedarf hat.
Einfach mal über Google eingeben ,dort findet man Bilder von der Manufaktur die schon beeindruckend sind.