Tonbandforum

Normale Version: ReVox B740, Becherelkos
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Liebes Forum, liebe Revox-Schrauber!

Ich werkel derzeit an diesen Monster an Endstufe, welche Fertigungstechnisch bestimmt ein Verlustgeschäft war, da viel wertige Handarbeit darin steckt.
Nur ungern würde ich pauschal die darin großen Becherkondensatoren (2,2mF und 15mF) austauschen.
Werde die Teile zunächst prüfen auf Kapazität und Leckstrom. 
Doch sollte dennoch ein Austausch ratsam sein sehe ich hier mech. Probleme auf mich zukommen.
Die derzeit angebotenen Kondensatoren bieten keine Chassisverschraubung. 
Hat jemand hier schon ein Austausch durchgeführt und wie kann man am besten die Fixierung der Kondensatoren am Chassis herstellen?

Vorab danke und Grüße 
Thomas
ich meine mal gelesen zu haben, manche bauen den ersatz-c in die alten becher ein.

weiß aber nicht mehr wo
Ich habe was gefunden von Kemet so etwas in der Art wird dann wohl irgendwie als Alternative herhalten müssen.
Hallo Thomas, sowas sollte ich noch von den Akai Maschinen hier haben. Weiß nur gerade die Durchmesser nicht.

Ich habe aber gesehen, Revox Online bietet einen Repsatz incl. der Ladeelkos an, kostet zwar ca. 287 Euro, aber was solls, ich möchte den 740er
ja wieder in einwandfreiem Zustand haben. Oder ich lass mir für eine Befestigung was einfallen.

Zum Testen kann ich dir aber so eine Schelle zuschicken.

Gruß - Theo
Lieber Theo,

noch steht ja es nicht fest, das die Kondensatoren gewechselt werden müssen. ich habe mich zunächst nur einmal schlau machen wollen. 
Ich teste die Teile die kommenden Tage und berichte Dir dann.

Grüße

Thomas
Moin,
Wie viel Platz ist für die Kondensatoren? Man findet von Epcos und FTCap eigentlich welche mit Schraubsockel und auch Schraubanschluss.
Da wären die hier zum Beispiel:

https://www.buerklin.com/de/p/ftcap/elek...80/16D852/
https://www.conrad.de/de/p/ftcap-gmb1531...46216.html


Gruß
revojo
Hi

Die habe ich auch in dem Revox A78 Verstärker genommen als Tausch, von unten verschraubt, hatte ich von Reichelt, waren aber auch die hier gezeigten blauen

Lars
Danke für die Links!

Raum ist in der Kiste genug, die Originale haben ja durchweg deutlich mehr an Bauvolumen als heutige Kondensatoren.

[attachment=71727]

[attachment=71728]

Thomas
Hallo Thomas,
Kein Ding, die von Revox Online sind einfach zu teuer. Das kann man ja so nicht stehen lassen.
Die zwei kleineren haben hab ich übersehen. Da gäbe es die hier zum wechseln:
https://www.buerklin.com/de/p/ftcap/elek...50/18D636/
Hab die Werte von denen online auf einem Foto nachgschaut, passt das?
Gruß
Jonas
Sofern der Tausch nicht wirklich unbedingt notwendig ist, würde ich auf jeden Fall davon absehen.
Solche großen Becher sind selten defekt und der Austausch birgt vor allem mechanische Probleme.

Was meist defekt ist, sind Kleinelkos unter 10µF. Früher habe ich auch alles getauscht.
Aber was jetzt noch Ok ist, hat sich als Langzeitstabil erwiesen. Also prüfen.
Sehe ich genauso...
Ich auch.
Wie überhaupt könnte man Elkos mit 15.000 µF 'testen'?
VG Jürgen
(18.05.2024, 15:56)JUM schrieb: [ -> ]Wie überhaupt könnte man Elkos mit 15.000 µF 'testen'?
VG Jürgen

Mit Oszilloskop Brummspannung der Gleichspannung messen.
Ist diese insgesamt im Rahmen, gibt es nichts zu tun.
Solche Elkos formiere ich grundsätzlich zuerst. Falls das tatsächlich erfolglos sein sollte, kann man die immer noch tauschen.
Das würde ja auch bei kleineren Elkos funktionieren; aber da ist dann das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht so optimal.
Elkos sterben ja hauptsächlich durch "Nichtbenutzung"; und das trifft nicht nur alte Elkos, sondern auch neue.
Guter Punkt. Mit diesem Punkt kann man den seltenen oder teuren Becherelkos oft noch ein neues Leben bescheren.
Mit Regeltrafo sogar ganz einfach, einfach das Gerät langsam hochfahren und dabei die Stromaufnahme beobachten.

Kleine Elkos auf Platinen mit Fehler tausche ich eigentlich immer direkt aus.
Da vom mehrfachen Ein- und Auslöten die Platine auch nicht besser wird.
Inzwischen habe ich die großen Becherkondensatoren mit Hausmitteln (Picoscope 2005A, Labornetzgerät 60V, 1kOhm Widerstand sowie Multiimeter) geprüft.

Nach meiner Einschätzung sind die noch bestens. Laut meiner überschlägigen Berechnung weisen diese etwa 21mF auf, also ein gutes Plus gegenüber der Nennkapazität von 15mF und erreichen einen Leckstrom bei 60V von unter 90µA.

[attachment=71754]


Grüße

Thomas
(18.05.2024, 15:56)JUM schrieb: [ -> ]Wie überhaupt könnte man Elkos mit 15.000 µF 'testen'?
VG Jürgen

Ein Kondensator hat eine Kapazität von 1 Farad, wenn bei einem konstanten Ladestrom von 1 Ampère, die Spannung innerhalb von 1 Sekunde um 1 Volt ansteigt.
Mal ein praktisches Messbeispiel wie man so etwas umsetzen könnte?

Man braucht ein Digitales Oszi und ein Multimeter. Das Multimeter wird im (manuellem) Ohmbereich als Konstantstromquelle benutzt. Diesen Strom muss man vorher ermitteln, ein typischer Wert ist hier 1 mA im kleinsten Messbereich.

Bei entladenem Kondensator schließt man das Oszi an, Zeit und Amplitudenablenkung vorher in den zu erwartenden Bereich einstellen. Multimeter an den Kondensator anschließen und Ladekurve aufzeichnen (Singleshot).



Das kann dann mit einem 10 mF so aussehen:


[attachment=71763]

Daraus entnimmt man die Deltawerte für die Zeit und Amplitude.
Da C=(I x t)/U

C=(01 mA x 25 s)/2,416 V= 10,35 mF
Die Methode ist aber nicht sehr genau, in der Tendenz wird der ermittelte Wert immer etwas zu hoch liegen.

Thomas hat es aber anscheinend über die Zeitkonstante R x C errechnet.

Gruß Ulrich
Zur Ergänzung eine Methode über die Zeitkonstante Tau=R x C. Den Kondensator über einen bekannten Widerstand (hier 2 kOhm) mit einer Spannung x laden und die Zeit ermitteln bis über dem Kondensator 63% der (den Punkt kann man nur im Rahmen der vertikalen Auflösung des Oszis bestimmen) Spannung x erreicht ist.

[attachment=71764]

Dann einfach C=23,1 s / 2 kOhm= 11,55 mF

Man sieht aber das beide Methoden doch relativ ungenau sind, es ist eher eine Abschätzung als eine Messung.

Gruß Ulrich