06.09.2023, 20:35
Liebe Tonbandfreunde,
aller Guten Dinge sind drei, so heißt es.
Nachdem Ihr vor einiger Zeit (hier: https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=21846 ) die Fertigstellung meines Selbstgebauten #2 so freundlich begleitet habt,
[attachment=64195]
(hier noch einmal ein Bild der #2)
-- möchte ich Euch auch meine aktuellen Basteleien am Selbstbau Nr. 3 vorstellen. Meine erste Idee war, aus sozusagen nostalgischen Gründen, die #1 zu revidieren und wieder zum Laufen zu bringen. Immerhin lief das Teil, welches ich noch als Schüler angefangen hatte, Mitte der 70 Jahre sehr viel, oft und lang, zuweilen den ganzen Tag, und die Bänder habe ich noch. Aber, ein bisschen genauer hin geschaut, dann war klar, das würde keinen Spaß machen. Also habe ich es zerlegt. Nicht ohne ein paar Bilder davon zu machen.
[attachment=64196]
Gehäuse werden überbewertet, es geht auch ohne. Von oben nach unten sehen wir: Netzteil und Laufwerkssteuerung. Der dicke Elko hatte 1000 µF 250V und versorgte den Andruckmagnet. Wenn er entladen war, war die Halteposition erreicht. Im Fach darunter: Löschgenerator, A-Verstärker, W-Verstärker, alles ohne Internethilfe entworfen und schön diskret aufgebaut. Das Know-how aus gelegentlichen FU-Artikeln und zwei oder drei RPB-Heftchen sowie der Hobby-Praxis geschöpft.
[attachment=64197]
Auf den grünen Wickelmotoren steht Grundig, die wurden, wenn ich mich recht erinnere, einmal von Völkner für kleines Geld verkauft. Die sind natürlich nicht für diesen Zweck konzipiert und hatten - bei akzeptabler Wärmeentwicklung - ein eher bescheidenes Drehmoment, da gab es eben nur lockere Wickel. Einen ganz großen Vorteil hatten sie allerdings: Die bremsen bei Gleichstrom stark ab. Damit erübrigte sich jede mechanische Bremse. Die Wickelteller habe ich auf der Bohrmaschine rund geschliffen - ein Drehbänkchen hatte ich damals noch nicht. Zwischen den Wicklern sitzt der Anzugmagnet. Er wurde aus einem Leistungs-Schütz (Relais) gewonnen und hat die Zeitläufe unbeschadet überstanden. Nur der ihn befeuernde Elko ist hin. Als er das noch nicht war, ist das Gerät mit einem sauberen, satten Klack gestartet.
Das Umspulen ging bei großem Aufwickel-Durchmesser eher verhalten los. Wie gesagt, kein anständiges Anzugmoment. Aber meist viel besser als bei manchen einfachen, schwächlichen 1-Motor-Maschinen von Freunden.
Freundlich damals, dass die Fa. Uher mir ein paar Umlenkrollen, die eigentlich für ein Report gedacht waren, verkauft haben, und erstaunlich, dass diese durchgehalten haben. Anscheinend gab es bei Uher keine Hemmungen, an Bastler zu liefern.
[attachment=64198]
Dass eine Bandführung im Zickzack um die Tonköpfe zwangsläufig eine Schlaufe beim Anfahren produziert, war mir erst später klar geworden. Ich hatte mir dann angewöhnt, vor dem Anlauf immer ein bisschen den linken Wickel vorzudrehen, das ging dann schon. Bei Langspielband lief es auch bei der Andruckrolle einwandfrei, nur ganz dünne Bänder "wörgelten" dort herum. (Wer hat denn dieses wundervolle Wort mal ins Forum geworfen?!) Anscheinend hat sich die Andruckrolle ganz brauchbar selbst justiert, weil der Andruck über den Nylon-Draht in Höhe der Bandmitte einwirkt. Gesteuert wurde der Bandlauf über einen 12-Stufenschalter. Einfach in der Bedienreihenfolge play - stop - DC links - AC rechts - DC links - DC rechts - AC links - DC rechts - stop.
Ein paar Stufen wurden nicht benutzt, und wenn man die jeweilig zuständig Brems-Phase versehentlich übersprang, dann gab es ordentlichen Bandsalat.
[attachment=64199]
Also Zerlegen. Die Alu-Frontplatte war eine echte Fleißarbeit, sieht man noch heute - schade drum. Ob von dem Ganzen noch was brauchbar ist? Wir werden sehen.
[attachment=64200]
Das eine oder andere Alu-Stückchen konnte sich ein Plätzchen im Neubau sichern, ansonsten hieß es: Sägen, sägen, feilen, bohren - ist ja in Alu zum Glück nicht allzu schweißtreibend.
[attachment=64201]
Gewinde bohren, zusammenschrauben, fertig ist das Grundgerüst.
Wie es weiter ging, kann man in dem Thread über Umlenkrollen und Bandfühlhebel nachzulesen, auf den ich hier, der Chronologie wegen, nochmals verlinke:
(Umlenkrollen, Bandfühlhebel: https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=26440 )
[attachment=64202]
Und so sieht das gute Stück aktuell von hinten aus. An verschiedenen Stellen durch weitere Aluprofile verstärkt und erweitert, Motoren richtig montiert, provisorische Anschlüsse und Seitenteile, damit es auch stehen bleibt - und alles läuft richtig.
Bin also ein gutes Stück weiter gekommen und werde diesen Bericht bald mit aktuellen Ergebnissen fortsetzen.
MfG
Binse
aller Guten Dinge sind drei, so heißt es.
Nachdem Ihr vor einiger Zeit (hier: https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=21846 ) die Fertigstellung meines Selbstgebauten #2 so freundlich begleitet habt,
[attachment=64195]
(hier noch einmal ein Bild der #2)
-- möchte ich Euch auch meine aktuellen Basteleien am Selbstbau Nr. 3 vorstellen. Meine erste Idee war, aus sozusagen nostalgischen Gründen, die #1 zu revidieren und wieder zum Laufen zu bringen. Immerhin lief das Teil, welches ich noch als Schüler angefangen hatte, Mitte der 70 Jahre sehr viel, oft und lang, zuweilen den ganzen Tag, und die Bänder habe ich noch. Aber, ein bisschen genauer hin geschaut, dann war klar, das würde keinen Spaß machen. Also habe ich es zerlegt. Nicht ohne ein paar Bilder davon zu machen.
[attachment=64196]
Gehäuse werden überbewertet, es geht auch ohne. Von oben nach unten sehen wir: Netzteil und Laufwerkssteuerung. Der dicke Elko hatte 1000 µF 250V und versorgte den Andruckmagnet. Wenn er entladen war, war die Halteposition erreicht. Im Fach darunter: Löschgenerator, A-Verstärker, W-Verstärker, alles ohne Internethilfe entworfen und schön diskret aufgebaut. Das Know-how aus gelegentlichen FU-Artikeln und zwei oder drei RPB-Heftchen sowie der Hobby-Praxis geschöpft.
[attachment=64197]
Auf den grünen Wickelmotoren steht Grundig, die wurden, wenn ich mich recht erinnere, einmal von Völkner für kleines Geld verkauft. Die sind natürlich nicht für diesen Zweck konzipiert und hatten - bei akzeptabler Wärmeentwicklung - ein eher bescheidenes Drehmoment, da gab es eben nur lockere Wickel. Einen ganz großen Vorteil hatten sie allerdings: Die bremsen bei Gleichstrom stark ab. Damit erübrigte sich jede mechanische Bremse. Die Wickelteller habe ich auf der Bohrmaschine rund geschliffen - ein Drehbänkchen hatte ich damals noch nicht. Zwischen den Wicklern sitzt der Anzugmagnet. Er wurde aus einem Leistungs-Schütz (Relais) gewonnen und hat die Zeitläufe unbeschadet überstanden. Nur der ihn befeuernde Elko ist hin. Als er das noch nicht war, ist das Gerät mit einem sauberen, satten Klack gestartet.
Das Umspulen ging bei großem Aufwickel-Durchmesser eher verhalten los. Wie gesagt, kein anständiges Anzugmoment. Aber meist viel besser als bei manchen einfachen, schwächlichen 1-Motor-Maschinen von Freunden.
Freundlich damals, dass die Fa. Uher mir ein paar Umlenkrollen, die eigentlich für ein Report gedacht waren, verkauft haben, und erstaunlich, dass diese durchgehalten haben. Anscheinend gab es bei Uher keine Hemmungen, an Bastler zu liefern.
[attachment=64198]
Dass eine Bandführung im Zickzack um die Tonköpfe zwangsläufig eine Schlaufe beim Anfahren produziert, war mir erst später klar geworden. Ich hatte mir dann angewöhnt, vor dem Anlauf immer ein bisschen den linken Wickel vorzudrehen, das ging dann schon. Bei Langspielband lief es auch bei der Andruckrolle einwandfrei, nur ganz dünne Bänder "wörgelten" dort herum. (Wer hat denn dieses wundervolle Wort mal ins Forum geworfen?!) Anscheinend hat sich die Andruckrolle ganz brauchbar selbst justiert, weil der Andruck über den Nylon-Draht in Höhe der Bandmitte einwirkt. Gesteuert wurde der Bandlauf über einen 12-Stufenschalter. Einfach in der Bedienreihenfolge play - stop - DC links - AC rechts - DC links - DC rechts - AC links - DC rechts - stop.
Ein paar Stufen wurden nicht benutzt, und wenn man die jeweilig zuständig Brems-Phase versehentlich übersprang, dann gab es ordentlichen Bandsalat.
[attachment=64199]
Also Zerlegen. Die Alu-Frontplatte war eine echte Fleißarbeit, sieht man noch heute - schade drum. Ob von dem Ganzen noch was brauchbar ist? Wir werden sehen.
[attachment=64200]
Das eine oder andere Alu-Stückchen konnte sich ein Plätzchen im Neubau sichern, ansonsten hieß es: Sägen, sägen, feilen, bohren - ist ja in Alu zum Glück nicht allzu schweißtreibend.
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Gewinde bohren, zusammenschrauben, fertig ist das Grundgerüst.
Wie es weiter ging, kann man in dem Thread über Umlenkrollen und Bandfühlhebel nachzulesen, auf den ich hier, der Chronologie wegen, nochmals verlinke:
(Umlenkrollen, Bandfühlhebel: https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=26440 )
[attachment=64202]
Und so sieht das gute Stück aktuell von hinten aus. An verschiedenen Stellen durch weitere Aluprofile verstärkt und erweitert, Motoren richtig montiert, provisorische Anschlüsse und Seitenteile, damit es auch stehen bleibt - und alles läuft richtig.
Bin also ein gutes Stück weiter gekommen und werde diesen Bericht bald mit aktuellen Ergebnissen fortsetzen.
MfG
Binse

