23.04.2019, 20:11
Wie ich es ja in meiner Verkaufsanzeige schon schrub, habe ich nach jahrelangen Ringen und von Gewissensbissen geplagt, heute zugeschlagen und mir eine Nagra IV-S aus der Bucht geangelt.
Man muss ja heute schon frohlocken ("Hallelujah!"), wenn man ein solches Präzisionsmaschinchen für weniger als 3500 Euro kaufen kann, oft liegen die Verkaufspreise bei sehr gut erhaltenen Exemplaren, die womöglich nie die raue Welt des beruflichen Einsatzes betreten haben, sondern schon immer in Liebhaberhand waren, in der Umgebung von 4 k€.
Die hätte ich nie dafür ausgegeben, aber leider hat nicht jeder das Glück, wie unser lieber Peter R., eine IV-S für 'n Appel von einer Tonmeisterwitwe zu bekommen!
Bei Ebay tauchte vorgestern eine solche stereophone Nagra für einen Sofortkaufpreis von 2850,- € auf. Standort: Konstanz. Darunter stand "oder Preisvorschlag". Es war genau die Ausführung, die ich mir wünschen würde: neuwertig, immer in Sammlerhand gewesen, die verbesserten Tonköpfe mit 0,75er Trennspur und 8mm Spiegelradius, dafür logischerweise dann auch kein Pilotkopf und erst recht keine Timecode-Schublade unten drunter. Montiert war ein selten gesehener Bandreiniger links vom Löschkopf, Bandzählwerk in der rechten Umlenkrolle, und bis auf eine kleine Delle im Aluschild über der Output-Buchse praktisch keine Benutzungsspuren. Dazu je ein Ein- und Ausgangskabel (Cinch auf 7-poligen Kleintuchel), die originale BDA und ein Schaltnetzteil (das ich allerdings nicht gebraucht hätte).
Die Auktion stand erst seit wenigen Stunden drin und wenn ich zu lange zögerte, würde sicher jemand anders die Nagra abgreifen. ;( Und so wagte ich es.
Ich rang einige Minuten mit meinem inneren Schaweinehund und gab dann ganz frech einen Preisvorschlag über 2600,- ab. Da mein Kontostand durch eine kleine Erbschaft zur Zeit ganz positiv aussieht, dachte ich mir: "Jetzt oder nie"! Wenn ich 75 bin, würde ich mir das Gerät bestimmt nicht mehr gönnen... :S
Am nächsten Morgen, also heute, öffnete ich mein Mailprogramm. "Ihr Preisvorschlag wurde akzeptiert!" Ich war platt. Ich hatte schon damit gerechnet, dass der VK mit "2750,-" kontern würde, aber dass er sofort akzeptiert.... umso besser! — Ich muss noch erwähnen, dass ich mir zuvor die anderen Angebote des Verkäufers genau angesehen hatte. Es gab Revox-Geräte, -Ersatzteile und Zubehör, teilweise noch in röhriger Technik, und alles sah sehr sauber aus und war immer auf derselben orangen Decke fotografiert. Also jedenfalls keine geklauten Fotos. Und nur positive Bewertungen. Außerdem bat er um Selbstabholung.
Allerdings: bei den teuren Artikeln akzeptierte er kein PayPal! Das gefiel mir nicht. Ich hatte mir nach dem Desaster mit den verlorenen 1000 Euro letztes Jahr vorgenommen, Artikel, die mehr als 50,- kosten, nur noch mit der Sicherheit von PayPal zu bezahlen! Wat nu? Jetzt war mein Vorschlag angenommen und ich musste handeln.
Daher schrieb ich als erstes den Anbieter an und bat ihn, wenn er Zeit hat, mal bei mir anzurufen. Denn ich schwor mir: Ehe ich nicht mit ihm gesprochen und ihm etwas auf den Zahn gefühlt hatte, würde ich keinen Cent überweisen. — Gegen Mittag rief er dann wirklich an und ich wusste nach wenigen Worten von ihm schon, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauchte! Es handelte sich um einen freundlichen Schweizer in meiner Altersgruppe (drei Jahre jünger), mit dem ich mich dann ziemlich lange sehr nett unterhielt. Er hatte vollstes Verständnis, dass ich mir vor der Überweisung ein Bild von ihm machen wollte und erklärte mir dann auch, warum er für teure Geräte keine PayPal-Zahlung mehr anbietet. Er war da zweimal reingelegt worden, indem die Käufer funktionierende Platinen bzw. Teile aus dem gekauften Gerät ausgebaut und ihre kaputten Teile eingebaut hatten! Darauf schrieben sie, dass das Gerät nicht funktioniert und wollten ihr Geld zurück. Eine Masche, auf die der gute Mann nun nicht mehr reinfallen wollte.
Er ist eigentlich Sammler und Nutzer von Revox- und Studer-Technik und hat jetzt angefangen, seine Sammlung etwas zu verkleinern, wozu auch das Abstoßen der Nagra gehört, die nicht eigentlich in sein "Beuteschema" passte. Er hatte sie wohl vor zehn Jahren mal im Überschwang der Gefühle gekauft und dann aber bis auf Probeläufe nie benutzt.
Ja, und nun habe ich sie und werde sie nutzen! Morgen ruft der nette Herr nochmals an und teilt mir mit, ob meine Überweisung angekommen ist und er die Nagra daher noch vor meinem Urlaub schicken wird.
Hier habe ich ein paar Fotos aus der Auktion, auf denen man den schönen Zustand gut erkennen kann:
[attachment=25697] [attachment=25698]
[attachment=25699] [attachment=25700]
[attachment=25701] [attachment=25702]
Da die Nagra IV-S hier ja sicher schon mal vorgestellt wurde (ich glaube, von Gyrator-Thomas?), werde ich mir eine solche Vorstellung aber sparen und nur noch kurz berichten, wenn sie angekommen ist. Damit dann auch alle beruhigt sind, dass ich wirklich keinem spitzen Buben auf den Leim gegangen bin!
LG Holgi
Man muss ja heute schon frohlocken ("Hallelujah!"), wenn man ein solches Präzisionsmaschinchen für weniger als 3500 Euro kaufen kann, oft liegen die Verkaufspreise bei sehr gut erhaltenen Exemplaren, die womöglich nie die raue Welt des beruflichen Einsatzes betreten haben, sondern schon immer in Liebhaberhand waren, in der Umgebung von 4 k€.
Die hätte ich nie dafür ausgegeben, aber leider hat nicht jeder das Glück, wie unser lieber Peter R., eine IV-S für 'n Appel von einer Tonmeisterwitwe zu bekommen!
Bei Ebay tauchte vorgestern eine solche stereophone Nagra für einen Sofortkaufpreis von 2850,- € auf. Standort: Konstanz. Darunter stand "oder Preisvorschlag". Es war genau die Ausführung, die ich mir wünschen würde: neuwertig, immer in Sammlerhand gewesen, die verbesserten Tonköpfe mit 0,75er Trennspur und 8mm Spiegelradius, dafür logischerweise dann auch kein Pilotkopf und erst recht keine Timecode-Schublade unten drunter. Montiert war ein selten gesehener Bandreiniger links vom Löschkopf, Bandzählwerk in der rechten Umlenkrolle, und bis auf eine kleine Delle im Aluschild über der Output-Buchse praktisch keine Benutzungsspuren. Dazu je ein Ein- und Ausgangskabel (Cinch auf 7-poligen Kleintuchel), die originale BDA und ein Schaltnetzteil (das ich allerdings nicht gebraucht hätte).
Die Auktion stand erst seit wenigen Stunden drin und wenn ich zu lange zögerte, würde sicher jemand anders die Nagra abgreifen. ;( Und so wagte ich es.
Ich rang einige Minuten mit meinem inneren Schaweinehund und gab dann ganz frech einen Preisvorschlag über 2600,- ab. Da mein Kontostand durch eine kleine Erbschaft zur Zeit ganz positiv aussieht, dachte ich mir: "Jetzt oder nie"! Wenn ich 75 bin, würde ich mir das Gerät bestimmt nicht mehr gönnen... :S
Am nächsten Morgen, also heute, öffnete ich mein Mailprogramm. "Ihr Preisvorschlag wurde akzeptiert!" Ich war platt. Ich hatte schon damit gerechnet, dass der VK mit "2750,-" kontern würde, aber dass er sofort akzeptiert.... umso besser! — Ich muss noch erwähnen, dass ich mir zuvor die anderen Angebote des Verkäufers genau angesehen hatte. Es gab Revox-Geräte, -Ersatzteile und Zubehör, teilweise noch in röhriger Technik, und alles sah sehr sauber aus und war immer auf derselben orangen Decke fotografiert. Also jedenfalls keine geklauten Fotos. Und nur positive Bewertungen. Außerdem bat er um Selbstabholung.
Allerdings: bei den teuren Artikeln akzeptierte er kein PayPal! Das gefiel mir nicht. Ich hatte mir nach dem Desaster mit den verlorenen 1000 Euro letztes Jahr vorgenommen, Artikel, die mehr als 50,- kosten, nur noch mit der Sicherheit von PayPal zu bezahlen! Wat nu? Jetzt war mein Vorschlag angenommen und ich musste handeln.
Daher schrieb ich als erstes den Anbieter an und bat ihn, wenn er Zeit hat, mal bei mir anzurufen. Denn ich schwor mir: Ehe ich nicht mit ihm gesprochen und ihm etwas auf den Zahn gefühlt hatte, würde ich keinen Cent überweisen. — Gegen Mittag rief er dann wirklich an und ich wusste nach wenigen Worten von ihm schon, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauchte! Es handelte sich um einen freundlichen Schweizer in meiner Altersgruppe (drei Jahre jünger), mit dem ich mich dann ziemlich lange sehr nett unterhielt. Er hatte vollstes Verständnis, dass ich mir vor der Überweisung ein Bild von ihm machen wollte und erklärte mir dann auch, warum er für teure Geräte keine PayPal-Zahlung mehr anbietet. Er war da zweimal reingelegt worden, indem die Käufer funktionierende Platinen bzw. Teile aus dem gekauften Gerät ausgebaut und ihre kaputten Teile eingebaut hatten! Darauf schrieben sie, dass das Gerät nicht funktioniert und wollten ihr Geld zurück. Eine Masche, auf die der gute Mann nun nicht mehr reinfallen wollte.
Er ist eigentlich Sammler und Nutzer von Revox- und Studer-Technik und hat jetzt angefangen, seine Sammlung etwas zu verkleinern, wozu auch das Abstoßen der Nagra gehört, die nicht eigentlich in sein "Beuteschema" passte. Er hatte sie wohl vor zehn Jahren mal im Überschwang der Gefühle gekauft und dann aber bis auf Probeläufe nie benutzt.
Ja, und nun habe ich sie und werde sie nutzen! Morgen ruft der nette Herr nochmals an und teilt mir mit, ob meine Überweisung angekommen ist und er die Nagra daher noch vor meinem Urlaub schicken wird.
Hier habe ich ein paar Fotos aus der Auktion, auf denen man den schönen Zustand gut erkennen kann:
[attachment=25697] [attachment=25698]
[attachment=25699] [attachment=25700]
[attachment=25701] [attachment=25702]
Da die Nagra IV-S hier ja sicher schon mal vorgestellt wurde (ich glaube, von Gyrator-Thomas?), werde ich mir eine solche Vorstellung aber sparen und nur noch kurz berichten, wenn sie angekommen ist. Damit dann auch alle beruhigt sind, dass ich wirklich keinem spitzen Buben auf den Leim gegangen bin!
LG Holgi

![[Bild: Nagra-IV-S-Frequenzgang-09.jpg]](https://i.postimg.cc/tg7m9Mx1/Nagra-IV-S-Frequenzgang-09.jpg)
![[Bild: Nagra-IV-S-Frequenzgang-19.jpg]](https://i.postimg.cc/KYqjMRjq/Nagra-IV-S-Frequenzgang-19.jpg)

Holgi, sieh es so, sie ist sicher da wenn Du kommst!!! Wir freuen uns für Dich rießig!!!