Nachdem ich mich lange Jahre immer nicht recht getraut habe, musste ich gestern dann doch zuschlagen. Mir fehlte bisher eine Apparatur zur magnetischen Tonaufzeichnung vom Hersteller ASC. Nun habe ich eine AS 5002 für 90 Euro geschossen, incl. BDA und einer Handvoll Bänder (hoffentlich kein Scham-Rock

!) .
Man schrieb, es täte sich beim Drücken von 'Play' nix, ich weiß aber nicht, ob der Verkäufer mit den Funktionen zur Endabschaltung über Bandfühlhebel vertraut ist. Das Umspulen verläuft angeblich "mühsam".
Optisch sieht sie sehr gut aus; es ist eine Version mit folgenden Merkmalen: hellgraue Tasten, mechanisches Zählwerk, LED als Netzkontrolle und RCA-Buchsen für Monitor und "Reserve". Runder Fb-Anschluss.
Ich denke und hoffe, dass ich die Kiste wieder in einen betriebsfähigen Zustand kriege.
Wenn sie eingetroffen ist, mehr. Hofentlich nicht
nur Probleme! :whistling:
LG Holgi
Mit dieser Maschine hatte ich auch geliebäugelt, da ich aber noch zwei offene Baustellen habe, wollte ich mir keine Dritte an Land ziehen.
Ich bin ja mal gespannt, wie die 5002 ist.
Ja, gespannt bin ich auch. Ich hatte dem Verkäufer noch einen Preisvorschlag gemacht, den er tatsächlich akzeptiert hat, obwohl die ursprünglichen 100,- € auch schon recht günstig waren. Nun muss man natürlich damit rechnen, dass die Maschine defekt ist, das relativiert dann den Preis wieder... Wenn die Köpfe abgenudelt sind, sieht es schon schlechter aus. Diese Woelke Recovac Longlife-Köpfe mit Neusilberspiegel sind ja völlig obsolet. Na, mal abwarten.

Hallo Holger!
Willkommen im Club der ASC-Bandmaschinen.
Aus der Beschreibung zitiert: "... es täte sich beim Drücken von 'Play' nix..."
Es muß sicher aber etwas tun, wenn die play-Taste gedrückt wird. Auch ohne
Band. Der Befehl wird aber nur so lange ausgeführt, wie die Taste gedrückt
gehalten wird.
Hoffen wir, daß die Beschreibungstextpassage schwammig formuliert ist...
Wenn es die Bandmaschine aus B. V. ist, dann ist keine BDA dabei, sondern
die Schaltpläne und Einstellanweisungen. Das ist besser. Wer braucht schon
eine BDA? Falls doch, einfach ´ne PN schicken.
Der ZW-Riemen dürfte sich zerlegt haben. Ersatz gibt´s aber. Notfalls tut´s
auch ein Präzisions-O-Ring.
Gruß
Wolfgang
Danke für den "Willkommensgruß", Wolfgang!
Ob ich ASC-Fan werde oder nicht, wird sich dann demnächst zeigen. Du hast Recht, da ist eine Serviceanleitung dabei! Die BDA "braucht" man als erfahrener Tonbandler eigentlich nicht, aber der Vollständigkeit halber habe ich sie mir schon von Michael Herberts Seite runtergesaugt.
Wie ich auf diversen Abbildungen sehe, ist die Laufwerksteuerung ja ausnahmslos mit diskreten Bauteilen und Relais realisiert. Wenn da wirklich was im Argen liegt, hilft vielleicht schon eine Elko-Kur. Relaiskontakte kann man auch reinigen.
Silikonöl für die Fühlhebel habe ich auch noch da, seinerzeit zum "Entplumpsen" von Dual-Tonarmliften angeschafft. Die Viskositäen 300.000 und 500.000 cst sind vorrätig. Ein Riemensatz ist auch bestellt und jetzt heißt es warten.
Eine Super-Verpackung hat mir der Verkäufer zugesichert, dem ich dafür extra ein paar Euros mehr überwiesen habe.
Gruß
Holgi
Am besten nix an den Fühlhebeln machen, Holger. Wenn da der Wurm oder das falsche Öl dran kommt ist Schicht im Schacht!
VG Martin
Nun, Martin, ich mache immer alles, was erforderlich ist. Die Tatsache, dass ich Silikonöl da habe, bedeutet ja nicht, dass ich es auch unbedingt benutze...
Im Übrigen habe ich grundsätzlich keine Angst vor irgendwelchen Eingriffen. So ein Gerät ist ja kein Hexenwerk und wenn die Hebel nicht mehr gedämpft sind, dann muss da eben Silikonöl dran. Kaputtmachen kann man damit nichts. Sollte die Matsche zu dick- oder dünnflüssig sein, wird sie abgeputzt und andere draufgeschmiert!
Erst mal muss das Gerät ja hier eintreffen und bis jetzt ist es nicht mal abgeschickt.
LG Holgi
Wollte es nur mal anmerken weil ich bei meiner 4504 auch mal den Fehler gemacht habe in einer unüberlegten Putzaktion da sogar mit Balistol ran zu gehen. Man bekommt in dieses Gelenk, wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist, im nachhinein keine höhere Dämpfung mehr rein. Auch wenn man da mit Spezialfetten ran geht. Das linke Gelenk hatte sich von da an vor allem am Bandende aufgeschaukelt was den Gleichlauf der Maschine natürlich kaputt gemacht hat und zu leiern geführt hat. Abhilfe brachte dann ein Ersatzteil aus einer bruchgeschädigten 4000er BW Maschine welche zum Glück an der Stelle die gleichen Bauteile verwendet.
VG Martin
Spezialfette gehören auch nicht an solche Stellen, sondern Silikonöl. Silikonöl ist kein Fett, sondern eine sog. hydrophobe Flüssigkeit, die es mit allen erdenklichen Viskositäten gibt, die bis 1.000.000 cst und mehr reichen.
Das musst dir ungefähr so vorstellen: du kippst einen Behälter an der Tischkante um, in dem sich dieses Zeug befindet. Dann dauert es etwa zwei Minuten, bis der Tropfen den Fuszboden erreicht hat.
Damit wird man die Hebel wohl bedämpfen können!
Hallo Holgi,
dann drücke ich dir die Daumen - und hoffe für dich, dass so einige fies klebende Shamrocks dabei sind. Warum? Weil das eine einfache Ursache wäre für ein "mühsames Umspulen": 2 mm klebender Dreck in der Bandführung - eine einfacher zu behebende Fehlermöglichkeit gibt es nicht.
Was mich persönlich an allen ASC stört: Die Dinger sind so hässlich! Fiesestes 70er-Jahre-Softline-Plastik-Design! Ich weiß, das ist eigentlich kein Kriterium für die Beurteilung eines Tonbandgerätes. Und doch stört es mich, das Auge isst man ja bekanntlich mit. Warum gab es nicht 1981 nochmal eine modernisierte Version im kantigen Alu-Design - seufz.
Das soll deine Freude an diesem guten Gerät aber nicht schmälern!
Beste Grüße
Stefan
Mal schauen wie du die kleine ASC einschätzt. Ich persönlich tendiere momentan, obwohl mir der Baruse Jörg meine 4504 mal etwas einjustiert hat, ja mehr zu meiner A77 MkII Halbspur. Liegt mir rein subjektiv irgendwie besser in der Hand.
VG Martin
Vollspurlöschkopf,'index.php?page=Thread&postID=220676#post220676 schrieb:und hoffe für dich, dass so einige fies klebende Shamrocks dabei sind.
Ja, daran habe ich auch schon gedacht, als ich mir die Aussagen des Verkäufers noch mal habe durch den Kopf gehen lassen! Und irgendwie scheint es mir sehr wahrscheinlich, weil auf dem einen Auktionsfoto derartiges Material zu sehen war.
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Na, das Warten geht weiter. Ich schätze, am Dienstag oder Mittwoch weiß ich mehr...

Nun ist die ASC hier, schon weitgehend aufgearbeitet und macht Probleme. Der Capstan läuft nicht. Alle Halbleiter der Motorregelung ausgelötet, durchgemessen. Kein Defekt. Betriebsspannung 23,5 V liegt an. Dann den Motor gewechselt. Zufällig hatte ich noch einen Reservemotor für die TG 1000 liegen. Nichts. Motor zuckt nicht mal.
Alles andere an dem Gerät funktioniert. Alle Elkos sind neu, die Bremsen gereinigt, die Riemen neu. Der rechte Bandzugregler braucht noch neues Silikonöl. Was mich etwas irritiert ist die Tatsache, dass ich im Servicemanual keine Anweisung zum Einstellen des Bias bei 19 cm/s finde? ?(
Ich bin frustriert. Bei der Hitze hat man irgendwie auch keine Lust, den ganzen Tag mit dem Lötknecht zu verbringen... 8|
LG Holgi.
Übrigens: Das lahme Umspulen lag tatsächlich an den schmierenden Shamrocks, die inzwischen entsorgt sind.
BIAS: Gibt es auch nicht. 19 cm/s ergibt sich zwangsläufig, wenn 9,5 cm/s stimmen. So sollte es jedenfalls sein.
Tonmotor: Masseverbindung ok? Trimmer ok? NTC ok? Die anderen Widerstände gemessen? (Ich hatte kürzlich einen hochohmig gewordenen Kohleschicht(!)-R in einem Grundig TB) Die Dioden ok? Evtl. kommen auch die Schaltkontakte an den Geschwindigkeitsumschaltern in Frage. Ausbau geht ganz gut.
Gruß
Michael
Also: Wenn du mit Masseverbindung des Motors die kleine Lasche nahe des Zentrums meinst, die ist ordnungsgemäß verlötet. Alle anderen vierzig Lötpunkte auch.
Der Drehzahltrimmer ist ein Spindelpoti, da hatte ich noch nie irgendwelche Auffälligkeiten. Habe ich jetzt aber nicht extra gemessen. Der Symmetrie-Trimmer ist wohl o.k.
Den NTC und die anderen Widerstände habe ich nicht gemessen. Kann ich aber noch nachholen.
Die Dioden sind alle gemessen und haben alle in Durchlassrichtung ca. 0,8 V und andersrum unendlich. Die 3V-Z-Diode konnte ich mit dem Multimeter nicht messen, die habe ich durch drei Siliziumdioden in Reihe ersetzt. Den Umschalter habe ich -zigmal bewegt; wenn da ein Kontakt faul wäre, hätte der Motor doch irgendwo mal zucken müssen, denke ich. Aber man kann das ja noch messen.
Ich habe auch schon dem Michael Herberts eine Mail geschrieben, vielleicht hat der den entscheidenden Tipp. Oder es sind wirklich beide Motoren hinüber?! Dann habe ich schlechte Karten, denn Ersatz ist fast nicht zu bekommen und wenn, dann zum Preis eines Einfamilienhauses.

hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=220857#post220857 schrieb:Dann habe ich schlechte Karten, denn Ersatz ist fast nicht zu bekommen und wenn, dann zum Preis eines Einfamilienhauses. 
Naja dann gäbe es zumindest schon mal mindestens einen Aasgeier der die Halbspurteile für seine 4504 übernehmen würde..
Wollen wir jetzt aber mal nicht hoffen das sie nicht mehr läuft. Viel Glück!
VG Martin
hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=220857#post220857 schrieb:Oder es sind wirklich beide Motoren hinüber?!
Hast du mal die Spulen gemessen? Ob da irgendwo ein Bruch ist?
Nein. Ich habe aber eben von M. Herberts den Rat bekommen, mir das Symmetriepoti mal genauer anzusehen. Wenn das stark oxidiert ist, liefe der Motor nicht. Ich gehe da heute Nachmittag noch mal bei.
Ich kann aus meiner Erinnerung beitragen das die ganze Modulsteckerei bei der ASC, hier ein Steckerchen da ein Steckerchen, nicht ganz so ausgereift ist wie bei der A77. Wenn irgendeine Steckverbindung irgendwo keinen oder schlechten Kontakt hat, gibt es Funktionsprobleme und man muss die Signale nachverfolgen wo die Unterbrechung ist. Wenn alles wieder richtig zusammen ist, ists wieder unproblematisch. Das Puzzle wieder zusammen zu setzen ist aber ein Akt der mir z. B. meine Fähigkeiten überstiegen hat.
Ich vermute deshalb das es nicht an den Motoren liegt.
VG Martin
Das Problem war mal eins!
Dank des Tipps von Michael (Herberts) habe ich mir die langwierige weitere Suche erpart.
Es lag tatsächlich an dem Trimmpoti für die Symmetrierung. Das Ding war so stark oxidiert, dass es noch nicht mal zwischen den Enden der Widerstandsbahn einen messbaren Durchgang hatte, ganz zu schweigen vom Schleifer.
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Nachdem ich ein gekapseltes Poti eingelötet hatte, schnurrte der Motor sofort los und lässt sich auch auf drei verschiedene Drehzahlen schalten. Nun kommt noch das Problem auf mich zu, wie ich den Spindeltrimmer erreichen soll, wenn die Platine wieder eingebaut ist. Aber da wird mir schon was einfallen. Vielleucht finde ich einen kurzen Abgleichstift — der Trimmer muss von der Unterseite her betätigt werden und da hat man nur ein paar Zentimeter Platz. Doch das ist ein kleines Problem. Die Großen sind gelöst.
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Ich kann die AS5002 jetzt einmessen. Dann bekommt der linke Fühlhebel noch etwas 500000er Silikonöl und später wird die spiegelblanke Andruckrolle noch erneuert.
Vielen Dank für alle Ratschläge und Tipps!
LG Holgi
Ich hab die Mühle nun einigermaßen im Griff, eine erste Einmessung auf DP26LH (vorerst) ist erledigt und es ist tatsächlich ein feines Maschinchen. Mir gefällt sie! Die großartige Bandzugregelung, die Tasten, die man fast nur zu berühren braucht und nicht zuletzt die ausgezeichnete Tonqualität, die man bei 9,5 und 19 erzielt. Es ist wirklich so: wenn die Bias-Einstellung bei 9,5 stimmt, ist der Höhenfrequenzgang auch bei 19 in Ordnung! Und wenn man die Trimmer für 4,7 sehr feinfühlig reguliert, bekommt man tatsächlich auch bei dieser Geschwindigkeit einen Klang hingedreht, der in etwa einem Kassettendeck der einfacheren Klasse entspricht (oberhalb von 11 kHz geht die Kurve langsam runter, bei 13 ist Finito).
Die Kühlschiene des Netzteils und der Bereich drumrum wird recht warm (gut, es sind jetzt auch 28 Grad im Arbeitszimmer), aber das scheint kein Mangel, sondern ein Feature zu sein.
Eine Sache aber stört mich gewaltig und ich weiß jetzt auch nicht, was ich davon hallten soll. Ist das eine Krankheit dieser Geräte oder ein individuelles Leiden? Da müsste dann mal einer was zu sagen, der eine Apparatur des gleichen Typs in Gebrauch hat.
Nämlich: Die Aussteuerungsinstrumente schlagen nicht weit genug aus. Egal, wie man den Pegelregler aufzieht, so dass das Signal schon völlig übersteuert aufs Band kommt, die Dinger arbeiten nicht korrekt. Wenn ich die Pegelregler ganz aufdrehe und dabei ein Signal von ca. 1 Veff am Eingang liegt, müssten beide Zeiger schon lange am rechten Anschlag bei +4 dB liegen! In Wirklichkeit liegt das linke bei -2 und das rechte bei +2 dB. Und natürlich kann man das nicht mit den zuständigen Trimmern ändern. Diese Zeigerstellungen scheinen nicht überschritten werden zu können.
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Die Zeiger sind beide leichtgängig und lassen sich bei abgenommener Abdeckung durch pusten bis zum rechten Anschlag bewegen.
Kann es sein, dass die Anzeigeverstärker übersteuern und ins Clipping geraten? So wirkt das auf mich nämlich. Und wenn ja, warum und was tun, sprach Zeus? Schaltbild lade ich gerne hoch, wenn gewünscht.
LG Holgi
Schaltung Aufsprech- und Anzeigeverstärker, linker Kanal. Das TBA 221 ist für das Schätzeisen zuständig. — In meinem Gerät ist dafür ein UA 741 verbaut.
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Wer es noch größer möchte: Linksklick, Rechtsklick --> Grafik anzeigen --> zweimal Linksklick auf volle Größe.
Nachtrag: der ASC-Spezi Michael steht ebenfalls vor einem Rätsel. Nach seiner Aussage können die Instrumente wie gewohnt bis an die 4 dB-Marke ausschlagen.
Ich werde der Sache morgen oder übermorgen (wenn es doch bloß nicht so heiß wäre! :cursing: ) etwas genauer auf den Grund gehen, etwa mit dem parallel zu den Zappelmännern angeklemmten Oszi. Da sieht man dann, ob da geclippt wird oder die Drehspulen irgendwie defekt sind. Selbige lassen sich weiterhin mit Netzteil und Vorwiderständen checken. Kommen sie auch damit nicht in Schweiß, sind die Magneten verdreht oder etwas in der Art. Aber bei beiden?.... Wir werden sehen.
Fortsetzung der Geschichte:
Zappelmänner ausgebaut und getestet. Schlagen beide bei derselben Spannung gleich weit aus.
Ich habe gerade gesehen, dass zur Gleichrichtung hinter dem Anzeigeverstärker Germaniumdioden eingebaut sind. Ob die vielleicht einen “weg“ haben könnten? Da muss ich erst mal meine Bestände nach irgendwelchen AA's durchforsten...
LG
Holgi
Moin moin Holger,
der Schaltung kann man entnehmen, daß der Anzeigeverstärker das Signal vom Eingang mit 450 mVeff um den Faktor 9,2 auf 4000 mVeff (nach meiner Rechnung 4,14 Veff) anhebt. Das sind fast 12 Vpp, die er aber bei 23,5 V Versorgung auch noch bringen müßte (der 741 Schlappi zumindest bei mittleren Frequenzen). Hinter dem Gleichrichter wird die Gleichspannung mit einem Spannungsteiler von 15 kOhm auf 560 Ohm "niedergeknüppelt". Da müßte eigentlich genug Modifikationsreserve sein, fast jedes Instrument bis zum Anschlag zu bringen.
MfG Kai
Ja, das habe ich auch so gesehen. Aber warum ist es dann so, wie es ist?
Ich habe die Germanium-Eier inzwischen durchgemetert. Alle haben eine Durchbruchspannung um 0,29 V. Gegenrichtung sperrt. Also auch in dieser Hinsicht alles o.k...
Operationsverstärker kaputt?
Ein paar TL071 hätte ich noch da.
Jetzt habe ich die TL071 und einen Satz Schottkys für die Germaniumdioden eingebaut. Keine Änderung. Links bis -2, rechts bis +2 dB. Die Elkos sind alle ohnehin schon getauscht. Kai, hilf mir! Was zum Teufel ist da los? ?(
Hier noch die Umgebung des Aufsprech- und Anzeigeverstärkers. Diese Teile sitzen auf der Hauptplatine:
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Guck mal nach C421
Gruß Mani
Hast du denn schon mal die in der Schaltung eingetragenen Nennpegel von 450 mV und 4000 mV überprüft ?
Wenn der Pegel viel kleiner ist, muß man davon weitersuchen.
Wenn die Pegel etwa stimmen, wird das Problem dahinter liegen.
Sind das Original-Instrumente ?
Wieviel Strom brauchen die für 0 dB und rechten Anschlag ?
Ich glaube Andreas(42) hat mehrere AS500x, vielleicht kann er noch Tips bzw. typische Sollwerte angeben.
Wenn der Pegel vor den Dioden stimmt und die Instrumente einfach nur zu unempfindlich sind, würde ich jegliche Pietät fallenlassen und den Spannungsteiler vor den Instrumenten ändern.
MfG Kai
Nein, die Spannungen habe ich noch nicht überprüft.
Das sind die Originalinstrumente. Vorhin, beim Test, hatte ich 22 kOhm in Reihe geschaltet und bei etwa 4,5V waren die Dinger auf Vollausschlag. Demnach müsste ihre Empfindlichkeit in der Größenordnung 250 uA liegen.
C421 ist, wie alle Elkos und Tantals, neu.
Messung am linken Kanal (wo das Instrument nicht über -2 dB kommt):
Eingangsspannung an Reserve-Eingang bei 1 kHz Sinussignal: 32 mV (Schaltplanangabe)
Aussteuerungsregler ganz auf.
Eingang Anzeigeverstärker (C401): 459 mV
Ausgang Anz.-Verst. (Kathode D419): 4260 mV
Ob die Spannungsteiler-Widerstände verdächtig sind? Ich messe die mal.
Widerstände R445, 446, 449 und 450 haben ihre Sollwerte.
Womit und was gemessen? Effektivwerte einer Wechselspannung?
Ich frage weil an der Kathode D419 keine Wechselspanung mehr vorliegt, dort ist eine Gleichspannung und ein Millivoltmeter zeigt dann nichts mehr an. Misst man dort einen Wechselspanungsanteil stimmt was nicht.
PS: Die Schaltung um D417 und D419 ist ein Spannungsverdoppler und keine einfache Gleichrichtung.
Gruß Ulrich
Bei dem Eingangspegel von 450 mV sollten am C431 etwa 6.85 V DC sein. Dann fließen knapp 440 uA in R445 (ohne Instrument).
Für die Stromaufteilung am R446 braucht man noch den Innenwiderstand des Instrumentes.
MfG Kai
Korrektur: die 4260 mV Effektiv-Wechselspannung habe ich an der ANODE von D419 gemessen.
Der Innenwiderstand der Drehspulen beträgt 1,25 kOhm.
Dann fließen beim Nennpegel von 450 mV zwar 442 uA in den R445, davon aber nur 136 uA ins Instrument.
Du mußt also den R446 Shunt-Widerstand durch einen größeren ersetzen, schätzungsweise 1.8 kOhm, bzw. durch ein Poti, mit dem sich der benötigte Wert einstellen läßt.
MfG Kai
Nachtrag/Korrektur: Ich hab versehentlich statt mit 0.45 Veff mit 0.45 Vp gerechnet. Deshalb kamen etwas zu kleine Spannungen und Ströme raus.
Mit 0.45 Veff liefert die Rechnung nun etwa 10 V DC am C431 und der Shuntwiderstand R446 müßte 820 Ohm betragen, damit 250 uA durchs Instrument fließen.
Mit einem Pegel von ca. 4.3 V_eff sollte an C431/432 ca. +12V Gleichspannung anliegen (Messwert?) und es sollten (bei einem Innenwiderstand der Instrumente von 1.25kOhm) ca. 240µA durch das Instrument fließen – das sollte also ungefähr Vollausschlag ergeben.
Schlechter Kontakt an der Platine und/oder St/Bu 105?
Gruß
Thomas
Am Pluspol von C431 war eigentlich gar keine Gleichspannung. Leiterbahnriss!
Nachdem ich den geflickt hatte, konnte ich dort ca. 13 V messen.
Wenn ich nun die Eingangsspannung erhöhe, bekomme an beiden Instrumenten genau maximal +2,8 dB angezeigt. Auch, wenn ich die Trimmer R127/128 an den Anschlag drehe. Soll ich mal den Spannungsteiler ändern?
Problem behoben!
Nachdem ich den Leiterbahnriss geflickt hatte, verhielten sich beide Schätzeisen genau gleich. Maximalausschlag war aber auf knapp +3 dB limitiert.
Man muss wohl annehmen, dass es sich um einen Dimensionierungsfehler der Schaltung handelt. Vielleicht war der Typ oder Hersteller der Drehspulinstrumente mal gewechselt worden?
Ich habe dann den Shuntwiderstand von 560 auf 1200 Ohm in beiden Kanälen geändert und nun lassen sich die Meter mit den dafür vorgesehenen Potis bis zum Anschlag drehen!
Jetzt meine ich mich auch zu erinnern, dass bei irgend einem Test oder einer Besprechung der AS5000 dieser Fehler auch festgestellt wurde!
Alles ist gut. Vielen Dank für eure Hilfestellung. Ich bin froh, dass die nette Maschine nun endgültig eingemessen werden kann und die Bastelei ein Ende hat.
LG
Holgi
Heute habe ich noch den Lagerbolzen des rechten Bandzugreglers gereinigt und mit frischem 500.000er Silikonöl versehen wieder eingebaut.
Kaum zu glauben, aber wahr: das 500.000er ist zu weich! Das war das am höchsten viskose Zeug, was ich da hatte. Der linke Hebel braucht bei senkrechter Maschine eine gute Sekunde, wenn man ihn an den rechten Anschlag zieht und dann loslässt, bis er in der Ruhestellung ankommt.
Der Rechte maximal 0,2 Sekunden X( . Nun habe ich doch noch ein Fläschchen mit 1.000.000 cSt bestellen müssen. Das ist so ziemlich das Zähflüssigste, das es gibt. Manchmal findet man noch 2 Mio...
Falls es andere ASC-Eigentümer interessiert: das passende Silikonöl für die Bandzug-Fühlhebel muss 2.000.000 cSt haben.
Auch das mit 1 Mio. war noch zu weich! Da hat man bei der Konstruktion einfach zu wenig Fläche für die Dämpfung vorgesehen. Es ist ja praktisch nur die Achse in der Messingbuchse. Man hätte mit weniger und dünnerem Dämpfungsöl auskommen können, wenn man zwei Scheiben (eine fest und eine auf der Achse) vorgesehen hätte, zwischen denen man das Silikon aufträgt.
Ziel ist, dass der Hebel ca. 1 Sekunde bis zum Ende seines Weges benötigt, wenn man ihn an den inneren Anschlag bewegt und dann loslässt. Das gelingt tatsächlich erst mit dem 2 Mio.-Silikonöl.
Wer sich darunter nichts vorstellen kann: wenn man die Flasche (10 cm hoch) mit 60 ml davon auf den Kopf dreht, dauert es rund 20 Minuten, bis die Luftblase von unten nach oben gestiegen ist.
Honig ist dagegen “leicht flüchtig“!
LG
Holgi
Nun habe ich doch ein Haar in der ASC-Suppe gefunden. X(
Gestern hat mir die Maschine ein unbenutztes TP18LH zweimal geschreddert, weil sie beim Bremsen mit "Gegendampf" arbeitet, also den Abwickelmotor für kurze Zeit mit höherer Gegenspannung beaufschlagt. Wer hat sich das bloß ausgedacht und was soll daran "bandschonend" sein? Sicher, die Bremsung geht sehr schnell, nach zwei Sekunden stehen die Spulen, aber die Dehnung, die dabei auf das Band ausgeübt wird, ist m.E. bei dünnem Material zuviel des Guten! Am liebsten würde ich diese Motorbremse außer Betrieb nehmen.
Und ehe jetzt Einwände kommen: natürlich ist Tripleband nicht mein bevorzugtes Lieblingsmaterial, natürlich ist das eigentlich eher für Batteriegeräte geeignet, aber: es musste diesmal ein 13er TP18 sein, weil es ein Briefband mit speziellem Inhalt werden sollte, für den das sonst benutzte DP26LH etwas zu kurz gewesen wäre. Und es wurde ja von ASC damals damit geworben, dass die Super-Bandzugregelung auch mit dünnstem Material schonend umgeht!
Leider war dieses Versprechen eine Lüge. Das Band ist zweimal beim Anhalten aus dem schnellen Vorlauf heraus zwischen Wickel und Spulenflansch geklatscht. Ein sehr unangenehmes Geräusch, das ich seit meinem M203 TS in den 60er/70ern kaum noch gehört habe. Doch, halt: das Uher 22 Special kann das fast noch besser!
Jedenfalls habe ich dem Mecki einen Zettel mit dem Hinweis auf ca. 2 m zerknittertes Band beigelegt. Weißte Bescheid!
Da das beim Kontrollabhören des bereits bespielten Bandes passiert ist, konnte ich die Stücke auch nicht mehr rausschneiden....
LG Holgi
hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=221214#post221214 schrieb:Das Band ist zweimal beim Anhalten aus dem schnellen Vorlauf heraus zwischen Wickel und Spulenflansch geklatscht.
Das Problem kann ich auch noch von meiner langjährig benutzten Uher Royal 784S erinnern.
Es war riskant/leichtsinnig, aus schnellem Vorlauf (wohl auch bei Rücklauf) abrupt durch Auslösen des Schiebeschalters zu stoppen, denn dann entstand leicht ein Knautschwickel auf dem Wickelkern zwischen unterem Teller und richtigem Wickel mit Dehnung und nicht mehr glättbaren Knicken oder gar Einrissen.
Da hab ich mir angewöhnt, den Schieber immer mit Gefühl sanft nachgeben zu lassen. Wenn man eine gemerkte Zählwerkzahl anfahren wollte, mußte man rechtzeitig im voraus die Bremsung "einleiten".
MfG Kai
Tja, leider kann man bei einer Maschine mit Tipptastensteuerung nicht "langsam" bremsen. Möglich wäre, wie bei Revox, die Bremsung mit der Gegenrichtung, aber ob das nicht dasselbe wäre mit der Bandbeanspruchung, müsste ich mal mit einem ollen, gammligen Tripleband ausprobieren.
Hmm, meine kleine ASC bremst auch Dreifachspielbänder problemlos aus dem Spulbetrieb zum Stillstand. Das dauert allerdings ein wenig länger als 2 Sekunden, wenn das Verhältnis der Bandmenge auf der Aufwickelspule zur Abwickelspule schon recht groß ist und die Maschnie dementsprechend Fahrt hat. Holgi, kann es sein, daß Dein Gerät noch etwas zu starken Gegenzug produziert?
Viele Grüße,
Martin
Die Spannungen der Bandzugregelung habe ich nach der Serviceanleitung eingestellt: bei nach innen geschwenkten Fühlhebeln rechts 70 V und links 30. Die erhöhte Gegenspannung beim Bremsen kann man ja nicht verändern, ohne Umbauten vorzunehmen. 8|
Man müsste dann den R633 auf der Regelplatine versuchsweise vergrößern.
Mal ganz blöd gefragt: hattest du beim Einstellen der Spannungen die LDRs abgedeckt oder strahlte da eine helle Arbeitslampe rein? Ich hatte mich auch mal gewundert, warum eine ASC sich etwas komisch beim Spulen verhielt. Dabei den nett gemeinten Hinweis "Gerät mit Abgleichzarge abdecken" generös überlesen (der steht bei Braun im SM). Es gibt deutliche Unterschiede, wenn es dunkel im Raum ist oder eine Lampe auf die Gehäuse scheint. Vielleicht ist das der Grund.
Gruß
Michael
Kann sein, Micha, ich hatte zwar keine wirklich helle Beleuchtung beim Einstellen, aber ich werde das, bevor ich das Gehäuse wieder aufsetze, nochmals bei abgedeckten LDRs überprüfen!
Beim linken Motor wird sich da aber kaum was zum Besseren ändern, denn der Trimmer steht am rechten Anschlag und ich messe statt der vorgegebenen 30 eher 33 V. Aber der Abwickelzug ist gefühlsmäßig ("Eine Hausfrau hat das im Gefühl!") in Ordnung. Etwas geringer als bei der dicken Philips und etwas höher als bei der Nagra.
Es geht hier auch nur um das Bremsen aus dem Schnellvorlauf!
Ich habe dann vorhin mal statt dem 150- einen 180-Ohm-Widerstand für R633 eingesetzt und die Spannung für das "Gegendampf-Bremsen" am gezogenen Motor beim Stoppen ist jetzt etwas geringer. Ich habe dann ein olles Uher-Dreifachband mal hin- und her gespult und zehnmal gestoppt. Kein Bandsalat, kein Reinziehen zwischen Wickel und Flansch... Allerdings wird das Band beim Stopp aus dem Vorlauf fast zum Zerreißen gespannt. Beide Fühlhebel knallen dann förmlich an den inneren Anschlag. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Beim Rückspulstopp ist das nämlich nicht der Fall! Da gehen die Hebel eher in Mittelposition und die Zerrung im Band ist geringer.
Aber trotzdem dauert es keine zwei Sekunden, bis das Band (wir reden immer noch von einem 13er) aus dem Umspulen heraus steht, egal, an welcher Position und in welcher Richtung. Die mech. Bandbremsen sind relativ weich und greifen gleichmäßig auf beiden Seiten. Ich habe auch länger daran herumgefummelt, bis beide so wirkten, wie mir das vorschwebte.
LG Holgi
Noch ne blöde Frage: steht das Gerät auf 220 oder 240 Volt? Könnte ja sein, dass die paar Volt ausschlaggebend sind. (Ich glaubs ja nicht ...) Oder den Widerstand nochmals erhöhen ...