Hallo Fan`s ,
suche Aufnahme / Wiedergabeverstärker ( Röhre oder Transistor ) für meine kürzlich erworbene
Telefunken T 9 u
Angebote per PN an mich.
Danke
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
leider habe ich nichts in der Richtung und auch noch nie so was leibhaftig gesehen - aber wäre (unabhängig davon) Dein absoluter Klassiker von Maschine nicht glatt mal was für eine Gerätevorstellung?
Ich geb's ja zu, ich bin ziemlich neugierig
Michael
Zwecks Unterstützung von Michaels Anregung hier die Ankündigung der T 9-Entwicklung im Jahr 1951:
Schüller, Eduard, Neues Magnetofon-Laufwerk T 9, RTI Mitteilungen des Rundfunk-Technischen Instituts Nr. 8, Seite 49-51, 1951-01-16
Neues Magnetofon-Laufwerk T 9
Von Eduard Schüller.
Auf Grund der Erfahrungen mit den T 8-Laufwerken und unter Berücksichtigung der von den Rundfunk-Gesell schäften geäußerten Wünsche hat die AEG eine Neukonstruktion des Magnetofon-Laufwerks für Sendezwecke in Angriff genommen.
Das neue Laufwerk unterscheidet sich prinzipiell nicht von der T 8-Konstruktion. Es werden lediglich die Mängel beseitigt, während die Elemente, die sich als gut bewährt haben, übernommen wurden.
Die Größe der Montageplatte bleibt erhalten, ao dass der Einbau in der bisherigen Art und Weise weiter erfolgen kann. Die Platte wird lediglich verstärkt und durch besondere Tragkonstruktion gegen ein Durchhängen gesichert.
Die Höhe des Laufwerks wird voraussichtlich etwas größer, insbesondere bei der Ausführung mit polumschaltbarem Motor für zwei Bandgeschwindigkeiten. Die Vergrößerung wird jedoch nicht mehr als 50 mm betragen.
Die Platte ist mit einem glatten, lösungsmittelfesten Lack versehen, und die auf der Platte montierten Teile, wie Kopfträger, Schalter usw. sind stark verrundet bezw. versenkt angebracht, so dass bei eiligem Betrieb keine Verletzungen der Bänder mehr vorkommen können.
Es ist besonders auf eine solide Konstruktion und starke Befestigungen der eingebauten Einzelteile geachtet worden, insbesondere beim Tastenschalter, Störschutz und Widerstandsaufbau. Die Ölstellen sind von oben leicht zugänglich gemacht.
Der Kopfträger hat dieselbe Anschlussmasse wie die bisherigen Kopfträger, so dass eine Auswechselbarkeit gewährleistet ist.
Neu ist eine Abschirmung des Löschkopfes, ferner eine Beruhigungs-rolle zwischen Sprechkopf und Hörkopf, sowie eine Schneidvorrichtung auf der rechten Seite des Hörkopfes. Im Interesse der glatten Formgebung hat der Kopfträger versenkte Befestigungsschrauben erhalten.
Die Filterrolle auf der linken Seite ist in ihrem gesamten Aufbau kräftiger geworden. Die Federung und Dämpfung sind leicht und genau einstellbar. Der Filterhebel hat eine zusätzliche magnetische Bremse erhalten, so dass bei stillstehendem Gerät das Filter blockiert ist. Die Blockferung wird erst etwa 1 sec nach dem Einschalten, d.h, wenn das Band seine endgültige Geschwindigkeit erreicht hat, aufgehoben. Für diese Schaltung ist ein verzögertes Relais vorgesehen, das gleichzeitig einen Anlaufkontakt für den Tonmotor trägt.
Der Tonmotor ist im Drehmoment und in seiner Masse verstärkt worden. Um trotzdem die Forderung nach einer kurzen Hochlaufzeit erfüllen zu können, erhält er eine spezielle Anlauf-Wicklung, die über den erwähnten Relaiskontakt gesteuert wird.
Ein Austausch dieses Motors gegen einen alten ist zwar mechanisch möglich, jedoch müßten in diesem Fall die alten Haufwerke mit anderen Kondensatoren und dem Schaltrelais ausgerüstet werden.
Im Falle der Ausrüstung eines T 9-Laufwerkes mit einem T-8-Motor müßte der für den T-8-Motor erforderliche Kondensator nachträglich eingebaut werden.
Es ist vorerst nicht geplant, den Motor grundsätzlich umschaltbar für 76 und 38 cm/sec Bandgeschwindigkeit auszuführen. Die Entscheidung hierüber kann erst gefällt werden, wenn über die Eigenschaften des umschaltbaren Motors genügend Erfahrungen vorliegen.
Die Leitrolle auf der rechten Seite des Laufwerkes ist in ihrem Durchmesser vergrößert worden und hat Kugellager bekommen, um eine sichere Mitnahme durch das Band zu gewährleisten; die stroboskopische Anzeige erfolgt durch einen Lochkranz am Umfang der Scheibe.
Die Bandlängenuhr ist in den hinteren Raum zwischen den beiden Tellern verlegt worden, da sie an ihrer bisherigen Stelle das Hantieren mit dem Band behindert.
Der linke Wickelmotor hat eine andere Auslegung erfahren, so dass das der Bandzug praktisch für jeden Wickeldurchmesser konstant bleibt.
Der rechte Tellermotor hat ebenfalls eine stärker fallende Charakteristik, so dass trotz des schnelleren Hcohlaufs die Band-Spannung bei kleinem Wickeldurchmesser nicht unzulässig hoch wird.
Der Gummirollenhebel ist grundsätzlich umkonstruiert; der Angriffspunkt der Gummirolle ist noch weiter nach rechts verlagert. Der Gummiring bildet mit dem Gummirollenkörper einschließlich Kugellager eine auswechselbare Einheit, denn der Gummirollenhebel wirdlediglich durch Federkraft an die Tonrolle gedrückt und nicht mehr durch die bisherige" starre Anordnung des Druckdaumens.
Sämtliche Magnete sind als Gleichstrom-Magnete ausgeführt.
Die Tonmotorabschirmung ist nach oben hin verlängert, um die Brummeinstreuung weiter zu vermindern.
Es ist geplant, ein Musterlaufwerk herzustellen, das den Entwicklungsstellen der Sender etwa Mitte des Jahres zur Verfügung gestellt werden kann.
Diskussion: Herr Mischner (Hessischer Rundfunk) wies auf die im dortigen Betrieb bewährte im Kopfträger eingebaute Cuttereinrichtung hin und befürwortete deren allgemeine Einführung.
Herr Gondesen (NWDR) gab bekannt, daß die mit der vom NWDR entwickelten Wirbelstrombremse nach einjähriger Betriebserprobung erhaltenen Urteile so zufriedenstellend seien, daß deren Einführung bei den T 9-Geräten ebenfalls anzustreben sei.
F.E. (als "Einlieferer")
Chapeau vor der Art, wie 1951 geplant, gedacht, getestet und gebaut wurde :respekt:. Das sieht für mich irgendwie schon nach einstiger Hochtechnologie aus.:oah:
Von der charmanten, klaren Sprache mal abgesehen (es fehlen wohltuenderweise Sprachverhunzungen wie "angedacht", Sinn
machen" und PR-Schaumschlägerei-Floskeln der Marke "hier wird dann mal", "Feature" und "das größte, tollste, wichtigste..." uswuswusw.) - allein die Geschichten mit den abgerundeten Baugruppen auf der Frontplatte, damit beim schnellen "Hantieren" mit dem Band nix passiert, und die Sorgfalt bei der Konstruktion der Motoren (schnelle Hochlaufzeit, nicht zuviel Drehmoment etc.) gefallen mir auf Anhieb.
Paßt alles zu Frank Stegmeiers Beobachtung, daß bis zur M10 ohne Rücksicht auf Kosten etc. alles technisch Wünschenswerte realisiert wurde - denn die M15 hat ja nicht mehr den schön abgerundeten Kopfträger, da waren dann evtl. doch ein paar Designer mit am Werk

...?
Dann gefällt mir auch noch sehr die Methode mit dem Musterlaufwerk, "das den Entwicklungsstellen der Sender [...] zur Verfügung gestellt wird".
So soll man neue Technologie beim Radio einführen...

[Falls die Software-Industrie sich zu diesen Verfahren mit den Entwicklungsstellen heute noch herabläßt - sie macht es überwiegend unauffällig

.]
Interessant auch, wie 1951 schon Details eingeführt wurden, die sich dann 8-10 Jahre später auch bei der T10/M10 wiederfinden

. (Und noch nach 50 Jahren funktionieren... - hätten Telefunkens nur nicht plötzlich diesen Reibradantrieb erfunden...)
Michael
Hallo Wolfgang,
ich habe bisher nichts zu Deiner Anfrage geschrieben, weil ich sie für einigermaßen naiv halte: die T9u war ursprünglich mit V66u und V67u ausgerüstet. Es gab auch Versionen mit V86 und V87. Es wird nicht viele Menschen geben,die so etwas in der Schublade liegen haben und nicht wissen, wohin damit.
Bei Schmidtronic habe ich ´mal einen V66u gesehen. Versuch´s doch ´mal da.
Willst Du die Maschine als stereo-Maschine betreiben? Oder anders herum: hast Du einen stereo-Kopfträger?? Also 2* V66u und 2*V67u??
Um diese Suche beneide ich Dich nicht.
Du schreibst, Dir wären auch Transistor-Verstärker recht....Was hast Du Dir denn darunter vorgestellt: V396/V397?? Dafür schlachtest Du am besten eine Deiner M5C, auf dem freien Markt sind die selten und teuer ( in ebay versucht gerade jemand, eine M5C zu verkaufen, die er im ersten Anlauf für über 800 offenbar in den fernen Osten verlauft hatte. Jetzt sei der Deal wegen des Transportproblems gescheitert...)
Damit die Mitleser Bilder begucken können, hier die Maschine von Herrn Brüning/Funkstunde:
http://www.funkstunde.com/de/funkstunde/...abe-3.html
Man muß nach ganz unten scrollen....
Viel Glück
Frank
Zitat:Frank Stegmeier postete
[...] hier die Maschine von Herrn Brüning/Funkstunde:
Was für ein Anblick :engel:. Die würde ich ja gern mal hören...
Nach meinem Eindruck werden die V66/67 ab und an in Auktionen angeboten - natürlich geht der Preis ob der Röhrentechnik regelmäßig rauf, daß es einem schwindlig wird :|... aber so ist es halt.
Schon problematischer - für Leute wie mich jedenfalls - ist es möglicherweise, die V66/67 einzumessen :vorsicht:; ich hab mal gehört, daß sich die Regler da, anders als bei den späteren Transistorverstärkern, gegenseitig beeinflussen.
Zitat:Frank Stegmeier postete
Du schreibst, Dir wären auch Transistor-Verstärker recht....
Alternativ zu den von Frank genannten Telefunken-Verstärkern gäbe es auch noch die Siemens V296/297 -
https://tonbandforum.de/bildupload/M10-V...rker-N.jpg
sind vom Platzbedarf her "etwas" voluminöser, aber möglicherweise wegen des weniger prominenten Herstellernamens

auch etwas preiswerter zu kriegen als Telefunkens (bloß für die "nackten" Verstärkermagazine, in die die Kassetten reingesteckt werden, wird man abnorm geschröpft - das müßte der geübte Bastler mit einigen 31poligen Normbuchsen aber auch so hinbekommen). Ich hab vor Jahren mal eine Fuhre Reserve-Siemens für meine beiden Maschinen geschossen - entweder war's nicht so furchtbar teuer, oder ich hab den Preis verdrängt :rot:
Nach meiner Erfahrung gibt's bei den Siemens lediglich die Sorte Probleme, daß die Schalter in den HF-Stufen für die Vormagnetisierung (das sind die schmalen Dinger so ziemlich in der Mitte, V 296 c/f) mitunter Kontaktschwierigkeiten haben.
Michael
Hallo Frank,
ich sehe diese Maschine auch zum ersten Mal. Jetzt meine Frage:
Kann es sein das bei der auf dem Foto der Funkstunde dargestellten Maschine das Band verkehrt herum eingelegt ist?
Gruß
Wolfgang
Zitat:double_ub postete
Hallo Frank,
....
Kann es sein das bei der auf dem Foto der Funkstunde dargestellten Maschine das Band verkehrt herum eingelegt ist?
Gruß
Wolfgang
Ich denke auch, daß das Band verkehrt herum eingelegt ist.....
Viele Grüße
Frank
Aber sicher! Die Rückseitenmattierung (LGR 50? PER 528?) läuft doch an den Köpfen (Kopfspiegeln) vorbei! Und zumindest historisch passen diese beiden Bänder nicht zur T 9.
F.E.
Richtigstellung.
Ja ich hatte die Telefunken T 9 u ersteigert.
Habe aber dann aufgrund vieler für mich unlösbarer Probleme
vom Erwerb abgesehen.
Ich habe mich mit dem Verkäufer dann in Verbindung
gesetzt , ihm eine angemessene " Abstandsgebühr " bezahlt.
Und so bleibt sie weiterhin ein Traum !
Grüsse von
Wolfgang
Schade ja eigentlich

ich hatte mich schon auf einen Erfahrungsbericht von Dir gefreut...
Michael