Tonbandforum

Normale Version: Was damit tun? Grundig TK 845
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Hallo,

dieses Gerät bekam ich die Tage sozusagen als Dreingabe mit.
Achtlos und stiefmütterlich wurde es behandelt und hat reichlich Blessuren davongetragen. Ist es zu retten oder geht es in die Tonne?

Verblichene "Pracht" der 70er:

[Bild: SchrottTK845-1.jpg]

Hier hat einer abgebissen, den Deckel kann man schon mal vergessen:

[Bild: SchrottTK845-2.jpg]

Ein Ex-Autoverkäufer aus Amiland hat mir mal von einem "Thirty-foot-looker" erzählt, den er im Halbdunkeln jemandem angedreht hat, das hier ist auch einer:

[Bild: SchrottTK845-3.jpg]

Bei näherem Hinsehen erkennt man die Verwundungen, die dem Gerät jedweden restauratorischen Reiz nehmen:

[Bild: SchrottTK845-4.jpg]

Diese Macken sind wohl kaum wieder auszubügeln:

[Bild: SchrottTK845-5.jpg]

Na denn...

[Bild: KurzerProzess.JPG]
Sammlerzustand ist natürlich anders, Vollkatastrophe aber auch. Da hab' ich (soweit sich das anhand der Bilder beurteilen lässt) in den letzten Jahren auf Trödelmärkten überwiegend schlimmere Schrottmaschinen angetroffen. Was sagt denn die Technik, noch halbwegs brauchbar? Dann könnte sie vielleicht bei einem jungen Tonband-Einsteiger noch einen dankbaren Abnehmer finden.

Ansonsten bin ich mir relativ sicher, daß sie bei Dir sicher nicht unausgeweidet ihren Weg in die Tonne antritt. Und ein Ende als Ersatzteilspender ist für eine Bandmaschine ja nicht das würdeloseste. ;-)
Pack bloss das Haemmerchen wech, Peter, der Manuel hat bestimmt noch verwendung fuer das kaestchen .
Moin, moin,

wegwerfen wäre wirklich schade.
Allein die noch vorhandenen Schieberegler werden dem einen oder anderen Grundig-Freund den Mund wässrig werden lassen.

Wenn ich das auf Deinen Bildern richtig sehe, ist Deine TK845 ein Kandidat für "aus zwei macht eins". Warum also wegwerfen?

Tschüß, Matthias
Ich nehme jedes Grundig Tonbandgerät, Zustand usw. alles egal.
Nur ausgeschlachtet darf es natürlich nicht sein, ich bin ja schließlich keine Recycling-Annahmestelle. Big Grin
Dachte es mir schon, also blos wech mit dem haemmerchen, Peter.
Genau. Sonst wird der kürzlich verliehene Orden für die Rettung eines Grundig-Gerätes rückwirkend aberkannt. Big Grin

Im Ernst:
Außerhalb von Deutschland, vor allem in Süd- und Südosteuropa, würden sich dortige Tonbandler alle 10 Finger nach einem TK 845 lecken. Selbst wenn es sich optisch in einem nicht mehr sammelwürdigen Zustand befindet. Wenn die das Hammerfoto hier sehen würden... sie würden die Welt nicht mehr verstehen. Die Deutschen machen ihr eigenes, schönes Zeug kaputt.

In Spanien sind solche Sachen auch Mangelware, oder?
Habe mal ein TK 145 de Luxe nach... ich glaube in die Nähe von Barcelona geschickt, das war wie Weihnachten und Ostern zusammen. Stellt euch vor, ich käme mit so einer Kiste wie die TK 845 daher. Big Grin Die schnappen über vor Freude. Big Grin
Naja, Spanien ist grad erstmal dabei das Internet aufzubauen, Tv und Hifi ist nicht so stark angesagt wie hier .
... nun atmet doch mal tief durch... so gut kennen wir Peter doch inzwischen, daß er das mit dem Hammer nicht ernst meint, oder? ;-)
Ja, ich weiß, Internet ist immer noch nicht so sehr verbreitet.

Das staatliche Fernsehen erhebt keine Gebühren, sondern finanziert sich nur durch Werbung und zu analogen Zeiten war die terrestrische Versorgung in machen Gebieten verbesserungsbedürftig. In der Extremadura unweit der portugiesischen Grenze beispielsweise hat man das portugiesische Fernsehen mit weniger Antennenaufwand empfangen können, als das einheimische TVE. Naja.

Woanders ist es noch schlimmer. Fährt man durch die Türkei, hat man teilweise eine Medienlandschaft vergleichbar mit Westeuropa, vor allem in Großstädten wie z.B. Istanbul. Aber schon ein paar 100 km ins Ländliche hat man UKW mono bzw. stereo insofern, als man einfach den linken und rechten Audiokanal leicht zeitversetzt ausstrahlt und somit eine Art Raumklang erzeugt. RDS gibt es bei solchen Sendern natürlich auch nicht.

Also da wäre man mit einem reinen MONO-Tonbandgerät schon zufrieden. Hierzuforen bestehen manche Leute auf Stereo-Hinterbandkontrolle, dabei ist weder Hinterbandkontrolle noch stereo wichtig. Die Technik eine Grundig TK 845 ist weit besser und fortschrittlicher, als so mancher UKW-Sender aus dem Jahr 2011 in gewissen Regionen dieser Erde. Wenn man mal über den deutschen Tellerrand hinaus sieht, wird einem klar, was für wahnsinnig supertolle Wunderkisten das sind, mit denen wir uns alle hier mehr oder weniger intensiv beschäftigen.

@Timo
Mir ist auch klar, dass das vom Peter ein Scherz war. Das Bild versteht jeder, den Text dazu aber nur, wer der deutschen Sprache mächtig ist.
[Bild: Weg%20mit%20dem%20Mist.jpg]











..wäre mein nächstes Bild gewesen.
So aber bringe ich es nicht übers Herz, Euch zu quälen und das TK zu zertrümmern.

Rechtzeitig glitt der Hammer ab:

[Bild: TK845gerettet.jpg]

Jetzt muss ich aber erst schauen, was mit dem Ding innerlich ist.
Bild 1 bleibt also was es ist, nämlich unwahr.

Fortsetzung folgt
Die Hämmerchen-Polka !

Jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen. Danke.

Gruß
Thomas
Zitat:Manuel postete
dabei ist weder Hinterbandkontrolle noch stereo wichtig
Nix für ungut, aber eine nachvollziehbare Erklärung, warum das so sein soll, bist Du schon beim letzten mal schuldig geblieben. Ich halte Hinterbandkontrolle auf jeden Fall für sehr nützlich, und wenn Aufnahmen hochwertig sein sollen/müssen, sogar für unverzichtbar. In den 1960er Jahren, als "Stereo-Tonbandgerät" noch gleichbedeutend mit "... es kann, wenn's sein muss, auch Stereo-Aufnahmen machen..." war, war es gerade noch OK, dieses Feature nur für den Mono-Betrieb anzubieten, aber die TK-745/845 (von den Nachfolgern 747 und 847 mal ganz zu schweigen) dürften schon fast ausschließlich für Stereo-Aufnahmen verwendet worden sein. Da hätte Grundig sich nicht lumpen lassen dürfen. Mir fällt kein anderer Hersteller ein, der Mitte der 1970er Jahre noch Bandgeräte mit HBK ausschließlich für Mono angeboten hat.

Übrigens war ich bis vor kurzem der Ansicht, meine einstige TK-747 (das einzige Gerät dieser Baureihe, das ich mal besessen habe) hätte Stereo-Hinterbandkontrolle gehabt. Offenbar hab' ich mich damals nicht sehr eingehend mit dem Ding beschäftigt. ;-)
Sehe ich auch so.

Ein Tonbandgerät ohne HBK ist wie ein Auto ohne Rückwärtsgang.

Thomas
In diesem Fall ist mir der Zustand der Köpfe zunächst wichtiger:

[Bild: TK845-2%20K%F6pfe.jpg]
Genehmigt!

Stereo-Hinterbandkontrolle ist natürlich fein, warum Grundig hier geknausert hat weiß ich auch nicht. Aber war da nicht irgendeine Sache? Irgendein TK dieser Reihe konnte Stereo-HBK und man mutmaßte, dass man das TK 745 umstricken könne, da es im Grunde die gleiche Elektronik hat.
Ich gucke nochmal nach.

Ach so, hier das Chassis:

[Bild: TK845-2%20Chassis%20oben.jpg]

Funktionieren tut erst einmal nichts, der Einschaltknopf hat dermaßen eins auf die Rübe bekommen, dass er sich nicht rührt. Ansonsten sieht es unter der Haube aber ganz ok aus. Man wird sehen, was noch kaputt ist. Viel wird es meiner Ansicht nach nicht sein.
Zitat:timo postete
[...] aber die TK-745/845 (von den Nachfolgern 747 und 847 mal ganz zu schweigen) dürften schon fast ausschließlich für Stereo-Aufnahmen verwendet worden sein.
Ich habe öfter diese TK 745, TK 747 usw. zusammen mit den zugehörigen, bespielten Tonbändern erhalten und kann dir sagen: Nein! Die sind ihr Leben lang nur in Mono betrieben worden. Stereo war nicht wichtig.

Hinterbandkontrolle ist überflüssig, Begründung: Die Grundig Aufnahme-Automatik. Man weiß ohne zu kontrollieren, dass die Aufnahme einwandfrei klappt. Manuelle Aussteuerung ist eigentlich ebenso überflüssige Spielerei, wie Hinterbandkontrolle. Ist zwar schön, wenn diese Funktionen auch mit dabei sind, aber man braucht es eigentlich nie.

Wobei mir persönlich Stereo-Hinterbandkontrolle bei einem Gerät mit zwei Zeigerinstrumenten auch logischer erschienen wäre, aber naja... dafür war der Kaufpreis niedriger und ich bin froh, dass man nicht unnötig Geld ausgeben mußte für eine Funktion, die man eigentlich sowieso nicht braucht.
Zitat:Manuel postete
Begründung: Die Grundig Aufnahme-Automatik. Man weiß ohne zu kontrollieren, dass die Aufnahme einwandfrei klappt. Manuelle Aussteuerung ist eigentlich ebenso überflüssige Spielerei
Nein, automatische Aussteuerung ist was für Frauen, während Männer manuell aussteuern. Hat Grundig selbst behauptet (siehe hier). Und die würden ja nicht lügen. :-D

Im Ernst: Daß Aussteuerungsautomatik Hinterbandkontrolle überflüssig machen soll, halte ich für eine sehr gewagte These - oder wahlweise für das Eingeständnis, daß man nicht allzu hohe Ansprüche an die Qualität seiner Aufnahmen stellt und damit leben kann, Dropouts und andere Effekte, die sich aus Qualität und Zustand des Bandmaterials ergeben, erst beim späteren Abhören zu bemerken. Offenbar gehöre ich wohl nicht zur Grundig-Zielgruppe.
Die wenigsten Mitglieder hier im Forum gehören zur "Grundig-Zielgruppe", zumindest melden sie sich so gut wie nie zu Wort. Die "Grundig-Zielgruppe" schreibt mir zwar fast täglich e-Mails, aber im Forum treffe ich sie nicht. Es sind mehr als die Hälfte Damen, die mir wegen Grundig schreiben. Frauen sind im Forum ja nun wie wir alle wissen auch so gut wie nie anzutreffen.

Normalerweise mache ich bei unbekannten Geräten oder Bandsorten erst eine Probeaufnahme, steuere dabei manuell aus und schreibe mir auf, wie hoch ich aussteuern darf, damit es nicht klirrt. Bei den Geräten, die man öfter verwendet, weiß man es sowieso mit der Zeit auswendig und selbst wenn man ein schlechtes Gedächtnis haben sollte und es sich nicht merken kann, hilft einem bei Grundig-Geräten das angenehm langsam und träge arbeitende Zeigerinstrument.

Gerade wenn man Wert auf Qualität legt, sollte man die Aufnahme-Automatik verwenden. Besser könnte man von Hand auch nicht aussteuern. Zum besseren Verständnis für alle unwissenden Mitleser: Die Grundig Aufnahme-Automatik ist nichts anderes, als dass die Elektronik des Gerätes den Pegel selbsttätig ermittelt. Das ist alles. Leider hat irgendjemand vor Jahren mal den Unsinn in die Welt gesetzt, bei der "Aufnahme Automatik" würde die Aufnahme "komprimiert" oder sonstwie klanglich verfälscht, was absolut nicht zutrifft.

Wenn ich hin und wieder mal BASF LH super verwende, dann steuere ich bewußt manuell aus, weil diese Bandsorte höher aussteuerbar ist und das Tonbandgerät schließlich nicht wissen kann, dass so eine Bandsorte jetzt aufgelegt ist. Aber bei LGS oder LH arbeitet die Aufnahme-Automatik zufriedenstellend.

Ich habe nichts gegen Hinterbandkontrolle, ich benutze sie auch, sofern am Gerät vorhanden. Wenn nicht, macht es mir auch nichts aus. Um einwandfreie Aufnahmen erstellen zu können, brauche ich keine Hinterbandkontrolle. Sondern dafür brauche ich ein voll funktionstüchtiges Tonbandgerät und qualitativ einwandfreies Bandmaterial. Diese Forderungen sind ja zielgruppenübergreifend. Wink Big Grin
...während Ihr Euch kloppt, war ich fleißig und habe es nicht lassen können mit der Schrauberei anzufangen, dem Urlaub sei es gedankt.
Wie schon gesagt, zunächst war gar nichts. Gar nichts ist ein gutes Zeichen, wie wir wissen, meist ist nur ein kleiner Pup schuld, dann läuft es wieder.
Hier war mehr.

Erster Schritt, Chassis raus, geht einfach:

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten.jpg]

Sieht ebenfalls noch gut aus. Doch da! O Graus, auch hier hat einer etwas abgebissen:

[Bild: PlatineTK845-1.jpg]

Auf die Schnelle etwas Silberdraht zur Hand:

[Bild: PlatineTK845-2.jpg]

Warum hängt jetzt der Schalter?
Aha, verharztes Fett an dem kleinen Sperrschieber oder wie das Dingen heißt:

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten%20Schaltsperre.jpg]

Einschalten: Nichts! Sicherungen durchgemessen, sind ok. Hmmm...
Da, in der Nähe der Sicherungen, da fehlt doch was?

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten%20Schalter%20wech.jpg]

Ein Riesenplastikfinger will beim Betätigen der Einschalttaste etwas machen, er fingert aber ins Leere, kein Schalter mehr da. Das Gerät muss unheimlich einen auf die Birne bekommen haben, dass soetwas abbricht.
Was passiert mit Kleinteilen? Sie liegen im Gehäuse oder umschwirren die Lautsprechermagneten wie die Motten das Licht.
Da ist er ja, der Schalterhebel:

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten%20Schalter%20w...r%20ja.jpg]

Fehlte nur noch die kleine Messingwippe. Da sie dankenswerterweise mit einer kleinen, winzig kleinen Stahlfeder verbandelt war, hockte sie am Magneten! Glück gehabt in diesem Fall.

Versuche, den Kram wieder einzufädeln, schlugen im eingebauten Zustand fehl. So oft, dass ich schon nach dem Hammer geschielt habe, um das Grundig doch noch damit plattzumachen.
Es half nur Auslöten und einen Federhaltedraht zu biegen:

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten%20Schalter%20Reparatur.jpg]

So! Wehe, du springst wieder raus!

[Bild: TK845-2%20Chassis%20unten%20Schalter%20R...fertig.jpg]

Hier und da noch etwas nachgebogen und einen neuen Riemen für die rechte Kupplung drauf.
Zeit für einen ersten Test:

http://www.youtube.com/watch?v=ygtRjcbdtwY

Gruß
Peter S.
Bis mal die Grundig automatik ein Band bekommt was recht frueh in die Saettigung kommt und das nicht merkst dank fehlender Hinterband kontrolle.

Ich hab zwar noch kein Tonband mit hinterband aber es wird kommen :-)

Bei Cassettendecks moechte ich diese Funktion der Hinterband Kontrolle auch nicht vermissen wollen, weil es einfach sicherer ist bei der Austeuerung und bei der beurteilung des verwendeten Bandes .
Auch die Einmesserei geht zuegiger vonstatten, da nicht immer rueckgespult werden muss.
Alle meine Cassettendecks haben dieses, ausser ein Doppeldecker der dafuer Autoreserve hat.

Ich vermisse dieses nette future bei meinen Tonbandkisten :-( Heul
Peter, du hast Post !
Zitat:EN1RZ postete
Bis mal die Grundig automatik ein Band bekommt was recht frueh in die Saettigung kommt und das nicht merkst dank fehlender Hinterband kontrolle.
Wenn ich eine unbekannte Bandsorte zum ersten Mal verwende, mache ich doch zuerst eine Probeaufnahme. Es müßte schon ein sehr altes und schlechtes Band sein, welches trotz Aufnahme-Automatik übersteuert wird. Dies geschieht nicht mal mit uralt-BASF-LGS, habe ich schon probiert. Naja, BASF ist halt doch eines der besten Bandsorten gewesen damals. Wenn ich das mit gewissen US-amerikanischen Bändern vergleiche... oh je!

Aber warum um alles in der Welt soll ich irgendein fragwürdiges Tonband benutzen? Auf die Grundig TK 845 gehört BASF DP 26 LH und sonst nichts. Meinetwegen auch AGFA PE 46 oder Philips DP.

Aaaaawwwh, Peter, ich würde jetzt so gerne neben Dir im Zimmer stehen!!! Die Kiste spielt ja schon wieder super!!!
Zitat:Manuel postete
Aber warum um alles in der Welt soll ich irgendein fragwürdiges Tonband benutzen?
So gesehen hast Du recht: Wenn Du ausschließlich neues Bandmaterial eines bekannten Typs ohne nennenswerte Chargenschwankungen bespielst, kannst Du notfalls auf Hinterbandkontrolle verzichten. Aber sieht so die Praxis aus?
Zitat:timo postete
Wenn Du ausschließlich neues Bandmaterial eines bekannten Typs ohne nennenswerte Chargenschwankungen bespielst, kannst Du notfalls auf Hinterbandkontrolle verzichten. Aber sieht so die Praxis aus?
Ja, bei mir schon. Ich habe einen Vorrat original verpackter BASF DP 26 LH und auch viele ausgepackte, jedoch immer noch unbenutzte Bänder. Wenn ich alle heiligen Zeiten einmal wirklich eine wichtige Aufnahme mache, dann müssen das schon einwandfreie Bänder sein.
Nach Grundig vorschrift sollte beim zerlegen der Bandmaschine dieses Werkzeug zum Einsatz kommen :

[Bild: 13092011531.jpg]
Geeignetes Werkzeug ist prinzipiell für jedes Tonbandgerät brauchbar.
Au ja, der Vorschlaghammer! Immer nur dieses Feinmechanikerwerzeug ist langweilig.

>Zum Thema: Wie Ihr sehen konntet, waren beim TK 845 nur wenige Macken zu beheben, damit es wieder etwas von sich gab.
Krachende Kontakte und Flachbahnregler, lahmendes Umspulen usw. llassen sich relativ einfach beheben. Lohnend, weil die Köpfe noch sehr gut sind und das Gerät wohl nicht viel gelaufen ist. Wahrscheinlich ist durch langes Stehen ein Riemen flöten gegengen und irgendein schlichter Zeitgenosse hat das Gerät in die Tonne geworfen, wobei die äußerlichen Macken und die inneren Schäden entstanden sind. Der VK vom Flohmarkt, ein durchaus bürgerlicher Herr mittleren Alters, hat es wohl gerettet, oder, Variante 2, es ist ihm beim Transport zum Flohmarkt selbst von der Pritsche gefallen.
Mit geputzten Tonköpfen klingt ("klingt" wieder rein subjektiv gesehen, mein
persönlicher Eindruck) es recht gut, über die eingebauten Laustsprecher ein typischer warm-wummriger Grundig-Siebzigerjahrewohnzimmerunterhaltungsmusiksound.
Auch Aufnahme klappt gut-mit und ohne Aussteuerungsautomatik.
Die war für diejenigen Leute, die entweder keine Lust zum Aussteuern hatten oder zu dösig dafür waren. Diese Klientel wird es nicht geschert haben, wenn die Aufnahme nicht 100% am technischen Limit war.
Ein Onkel aus weit entfernter Verwandschaft hatte so ein Gerät, der hat es in der Schrankwand stehen gehabt, aus dem Radio aufenommen, Rummtataplatten überspielt und von dem ganzen Zauber dann Cassetten für seinen Kegelverein gezogen. Die Tante hat zwar das ewige "Klack-Klack" beim Betätigen der Tasten gestört, aber der Onkel soll lange seinen Spaß mit der Kiste gehabt haben. Grundig wurde wohl des Namens wegen gekauft, bodenständig gedacht und deswegen, weil man "da nichts falsch machen" konnte. Technische Feinheiten waren wohl in den meisten Fällen Nebensache.

1975 habe ich (mit 12) ein TK 545 bekommen, mehr war finanziell nicht drin, das hatte leider nur Automatik. Beim Aufehmen regelte sie zuerst immer herunter, das war nervig. Habe die Aufnahmen von damals zum Teil noch, man hatte sich daran gewöhnt. Ich habe meistens mono vom Radio aufgenommen, Platten aber schon stereo überspielt. Damals waren sowohl Gerät als auch Bandmaterial taufrisch, an Probleme mit Dropouts oder an sonstwelche Schierigkeiten kann ich mich nicht erinnern, alles hat reibungslos funktioniert. Wenn ich damals das TK 845 gehabt hätte, mit Echo usw. (nur mono, wie auch die HBK, habe es vorhin ausprobiert), das wäre der Knaller gewesen.

Jetzt versuche ich noch, die Macken so gut es geht zu kaschieren, dann ist es fertig.

Gruß
Peter S.
Erstaunlich, dass von den Steckkarten keine locker geworden oder ganz rausgefallen ist, wenn das Gerät starken Erschütterungen ausgesetzt war. Sogar beim Transport durch einschlägig bekannte Paketdienste kann das schon mal passieren. Erst recht, wenn es in die Tonne geworfen wird. Big Grin

Die Köpfe sind bei diesen Modellen eigentlich nie abgenutzt, es handelte sich immerhin schon um sog. "Longlife"-Köpfe.

Deine Ausführungen bzgl. der Personenkreise, die zu damaliger Zeit sich so ein Gerät gekauft haben, treffen (ob mit oder ohne Hammer) den Nagel auf den Kopf. Das ist ein Volkstonbandgerät, für jedermann interessant und bedienbar. Den meisten Kunden müßte man so etwas wie "Hinterbandkontrolle" erst mal mühsam erklären (selbst nachdem sie die Bedienungsanleitung gelesen haben) und wenn sie es verstanden haben, käme die Nachfrage: "Wozu brauche ich das denn?".

Teenager haben sich in den Siebzigern wahrscheinlich kein Grundig mehr gekauft, die Marke war nicht modisch und hipp genug. Das war eher was für die Eltern. Wer schon in den Fünfziger Jahren ein Grundig-Tonbandgerät gekauft hatte und wenn die Reparatur des alten Kastens nicht mehr lohnte, hat man sich eben ein neues Grundig gekauft. Im Vergleich zu dem Gerät von vor 20 Jahren ist das sowieso eine Profimaschine... die meisten Funktionen braucht man sowieso nicht. Hauptsache, es nimmt auf und spielt ab und hat einen guten Klang.

Ich habe zusammen mit den Geräten nicht nur Tonbänder erhalten, die von der Zeit her passend waren, sondern auch die alten bespielten LGS im Pappklappschuber. Da sind z.B. Marschmusik oder Wald- und Wiesenmusik in mono drauf, oder vergleichbare Unterhaltungsmusik. Das neue TK 845 mußte die alten Bänder ja nur wiedergeben können, hin und wieder mal was aufnehmen. So ungefähr muß man sich das vorstellen, so in etwa haben die Vorbesitzer damals ihre Geräte benutzt.

Mikrofon vor den Fernseher hingestellt und die ZDF Hitparade oder Dalli Dalli mitgeschnitten samt Raumatmosphäre und Wellensittichgezwitscher. Dafür wäre sogar ein damaliger Kassettenrekorder geeignet gewesen - erst Recht so ein TK 845. Guckt euch doch mal alte Wiederholungen dieser Sendungen an, jede Woche läuft auf ZDF.kultur der gute Hans Rosenthal oder die Heck-Hitparaden. Vor allem nicht auf das Bild achten, sondern auf den Ton. Das war mono und oft verzerrt, übersteuert. Jedes TK 545 oder TK 845 würde bei aktiver Aufnahme-Automatik bessere Tonqualität bringen, als das ZDF zu damaliger Zeit produzierte.
Interessant, was in der Bedienungsanleitung steht (von besagtem Onkel, das Gerät selbst ist leider verschütt gegangen):

[Bild: BDA-Automatik.jpg]

Grundig ging also für den Normalfall von eingeschalteter Automatik aus, so waren die Kunden geeicht worden (grusel!).
Ich selbst mag wie gesagt Automatik nicht besonders und meide sie. In Spezialfällen, in denen das Gerät zum Auspegeln nicht erreichbar ist, kann sie eine gute Hilfe sein.
Etwas OT und aus meiner Sicht nur zur Richtigstellung:
Zitat:Manuel schrieb bzgl. ZDF: ... Das war mono und oft verzerrt, übersteuert. Jedes TK 545 oder TK 845 würde bei aktiver Aufnahme-Automatik bessere Tonqualität bringen, als das ZDF zu damaliger Zeit produzierte.
Das kann man so nicht stehen lassen! Diese Aufnahmen sind 40 Jahre alt und wurden im Ursprung auf 2-Zoll-MAZEN von Ampex aufgezeichnet und waren von erstaunlich hoher Qualität. Danach verschwanden diese Bänder (wie alle anderen auch) im Archiv und wurden dort erst wieder heraus geholt, als sie digitalisiert wurden.

Wenn ich mich recht erinnere, war das Digitalisieren von 2-Zoll-MAZen um die Jahrtausendwende ein großes Projekt innerhalb des ZDF. Dabei wurden auch Restaurationen vorgenommen, da die Bänder oftmals beschädigt waren und deutliche Spuren des Alterns zeigten. Die Wiedergabegeräte wurden auch schon seit 25 Jahren nicht mehr hergestellt; aus vorhandenen eingelagerten Geräten wurden immer wieder neue "zusammen geschraubt".

Wenn heute solche Aufnahmen mit technisch qualitativen Mängeln im TV zu sehen sind, läßt sich nach -zig weiteren Bearbeitungsschritten nicht mehr klar benennen, woher die Mängel rühren. Hier pauschal zu behaupten, die Rundfunkanstalten hätten damals technisch schlechte Qualität versendet, wird dem Sachverhalt nicht gerecht.
Hallo Olaf,

na schön, ich werde die Aufnahmen vom ZDF, die irgendwelche Privatleute mit ihren Grundig Tonbandgeräten damals -live- während der Live-Übertragung mitgeschnitten haben, einmal genau vergleichen mit der Tonqualität, wie sie uns heute im Jahr 2011 von ZDF.kultur geliefert wird. Erst letzte Woche wurde exakt die "Dalli Dalli"-Folge aus dem Jahr 1973 wiederholt, die ich schon vor Jahren auf Tonband gefunden habe. Mal sehen, ob die Tonbandaufnahmen weniger Klirr haben, als die Wiederholungen von heute.

Das sollte aber nur ein Beispiel sein.
Genau so gut hätte ich die Tonqualität alter Kinofilme nehmen können, wo die Spitzen angerotzt sind. Damals gab es z.B. Musikfilme, wo Schauspieler (hüstel) wie Michael Schanze oder Chris Roberts die Hauptrollen übernahmen und anschließend ihre Singles verkauften. Wer den Fernseh-/Kinofilmton gewohnt ist und nichts anderes kennt, für den ist die maximal erzielbare Tonqualität eines Grundig TK 845 exorbitant gut.

***

Man kann ja nicht erwarten, dass 90 Prozent der Bevölkerung hohe Ansprüche hat. Das war weder damals noch heute der Fall. Wer im Jahr 2011 mit MP3-Player und Ohrstöpsel zufrieden ist, wäre bestimmt auch noch mit so einem Grundig-Sound glücklich. Wie man eine Aufnahme aussteuert... frage mal irgendjemand, der kein ausgesprochener Tonbandfreund ist, wie das funktioniert.

Grundig verlangte nicht von seinen Kunden, dass sie das lernen mußten. Einfach die Aufnahme-Automatik einstellen und alles ist okay. So kann man den Leuten die Angst vor der Technik nehmen und der erste Schritt in Richtung Tonbandhobby ist getan. Außerdem kann es einem nicht passieren, dass der Käufer das neue Gerät wieder zurückbringt, weil er denkt, es wäre kaputt (dabei war er nur zu doof, richtig auszusteuern). Darum kann ich es schon verstehen, wenn man im "Normalfall" die Leute dazu anhalten wollte, die Automatik zu aktivieren. Nebenbei konnte man sehen, wie hoch das Zeigerinstrument ausschlagen soll bei optimaler Aussteuerung. Wenn man später irgendwann manuell ausgesteuerte Aufnahmen erstellen wollte, hatte man eine bessere Orientierung und somit eher ein Erfolgserlebnis bei gelungener manueller Erstaufnahme. Die Freude am Tonbandeln steigt... so soll es sein.

Aufnahme-Automatik ist m.M. nach viel viel wichtiger, als Hinterbandkontrolle. Big Grin Big Grin Big Grin Versetzt euch in die damalige Zeit und in die Lage von Leuten, die absolut nichts von Tonbandtechnik verstehen und das auch nicht lernen wollten. Sie wollten nur eins: Musik aufnehmen und anhören, sonst nix. Wink Das wollen sie heute immer noch. Wer möchte schon für solche Zwecke einen Computer bemühen und sich durch den Menüdschungel der zugehörigen Software kämpfen? Bei Grundig brauchte man eigentlich nur 1 oder 2 Knöpfe drücken... das kann sogar schon ein kleines Kind.

Sagt doch selbst: Ist das nicht super? Smile
Mit dem Menüdschungel gebe ich dir recht Manuel, vom Bedienkomfort waren Automatikgeräte sicherlich ideal für den Durchschnitts-DAU vor 40-50 Jahren.
Aber wer will denn sowas heute noch? Der heutige Durchschnitts-DAU will doch nur seinen MP3 Player oder USB Stick befüllen und dann Musik konsumieren.
Wer nimmt überhaupt selbst Musik auf? Und von wo? Genau. Niemand.

Wenn du heute jemandem sagst, dass du dich stundenlang hinstellst und in Echtzeit ein analoges Medium befüllst, dich um Aussteuerung etc. kümmerst und du dann am Ende deiner Mühen mit 90min. Musik für den Walkman oder fürs Auto dastehst dann erntest du doch im besten Falle einen Blick der sagt: "Oje, ein Irrer der denkt wir sind noch in den 80ern. Hoffentlich beisst der nicht.". Oder schallendes Gelächter.

Was die Hinterbandkontrolle angeht: Unverzichtbar. Ein Gerät ohne Hinterbandkontroller käme mir gar nicht mehr ins Haus, das hat keinen Sinn.

~schmerztablette

Hallo an alle,

Mensch Peter Du Fuchs. Ich hatte beim Lesen des Threads fast nen Herzkasper. Der Hammer im VU. nee oder? Gott sei Dank hast Du es doch nicht getan. Ja so ein Gerät und dessen Design.........retten? Ich glaube schon. Die Hauptplatine erinnert mich an eine meiner TS Maschinen. Die Defekt- und Aushakteufel incl. Es wird noch ein bissel dauern bis auch der letzte Fehler gefunden ist, aber es lohnt sich. Wenn man dann noch ein Zweitgerät bekommt dessen Innenleben vielleicht verwertbar und dessen Aussenhaut besser als die jetzige ist kann man doch wieder ein klangliches Schmuckstück gewinnen. Als *Nicht Grundig Fan* haben es schon zwei auf diese Weise in mein TB Reich geschafft. Wobei eine sogar mp3 Freaks glotzen lässt. ;-)
ohne HBK aufnehmen.... Das ist wie das Geschenke kriegen..... Ohne Perfektion aufnehmen und sich freuen das es geklappt hat. So wie früher ;-)
Klar schau ich auch auf das Hinterband, bei Maschinen bei denen das so ist Big Grin
Ja, saubere Arbeit. Wie immer.

Zur Hinterbandfrage betreffs der Grundigs: In dieser Klasse war der TK 600 zu Anfang der Siebziger das einzige Grundig-TB, das eine HBK in Stereo hatte. Und natürlich später die großen TS. Bei den 700er und 800er suchte man dieses Feature vergebens. Vielleicht suchte man es ja auch gar nicht und war mit der Mono-HBK zufrieden. Ich lasse mich da gerne belehren, war ich zu dieser Zeit noch Teenie und schon froh, wenn überhaupt was Brauchbares aufs Band kam...hauptsache laut und dröhnend. Glam-Rock halt.

Thomas
Hallo,

beim TK 600 klafft bei mir eine Lücke, habe ich nicht. Wohl aber ein TK 248. Müsste eigentlich das gleiche Chassis wie das 600 haben, nur einfachere Elektrik (wo ist das Ding eigentlich? Muss ich suchen).
Los, Kollegen, stellt doch mal eins vor. Auch TK 240 und Konsorten waren noch nicht dran, oder?

HBK: Ich habe einige Zeit lang mit einem Telefunken Magnetophon 85 (Mono-Halbspur, 19cm/s) vom Radio Sendungen mitgeschnitten. Das hatte keine Hinterbandkontrolle, man konnte sich aber darauf verlassen, dass die Aufnahme, per EM 84 kontrolliert, auch gelungen war. Eines der wenigen Telefunkenheimgeräte, die ich persönlich recht gut finde.
Nicht hübsch, aber gut. Ich werde mal nachsehen, ob es noch läuft, steht schon sehr lange ausgemustert auf dem Speicher.
Damals wurde neues Band gekauft und aufgenommen, heutzutage höre ich auch lieber erst per HBK, ob die Aufnahme auch wirklich was wird, weil alles schon arg in die Jahre gekommen ist. Unproblematisch beim RdL, beim 22 Special und beim A77.

Gruß
Peter S.

Modern:
Wenn man so ein TK 845 auf den Tisch stellt und spielen lässt, sieht ein MP3-Player, den man in eine Station einsteckt, ziemlich alt aus, vielmehr klingt er alt, nicht das Tonbandgerät. Bei Zimmerlautstärke damit Schweinemusik in guter Tonqualität hören, dafür ist das TK gemacht gewesen. Ein großer Nachteil bleibt das helle Sirren und Knurren des verfluchten Spaltpolmotors, ich hasse diese Dinger! Vielleicht lässt er sich etwas beruhigen, indem man den Anker justiert.

Gruß
Peter S.
Oder den Motor entsorgt und ein reinsetzt der mit hilfswicklung und Kondensator malocht. wie der aus Uher RDL oder so.
Hallo Peter,

ich halte ggf. verhärtete Gummipolster des Motors für die Ursache erhöhter Knurrgeräusche. Die Vibrationen übertragen sich im ungünstigen Fall aufs restliche Laufwerk. Im Gegensatz zum TK 545 ist beim TK 845 der Motor wenigstens in seiner Position fest eingebaut und somit sind Maßnahmen zur Geräuschreduktion leichter durchführbar.

Gegen das hellle Sirren habe ich noch kein Mittel gefunden, aber mich stört das jetzt auch nicht so sehr. Viel unangenehmer sind unpassende Antriebsriemen, die zu vibrieren beginnen können. Du hast geschrieben, dass Du einen neuen Riemen für die Rutschkupplung des rechten Spulentellers eingebaut hast. Fehlte dieser Riemen völlig oder lag er gerissen irgendwo lose im Gerät?

Gruß,
Manuel
Der Riemen lag gerissen im Gerät, das ist aber nicht Ursache des Übels, auch sind die Gummilager nicht verhärtet.
Dejustierung und Lagerverschleiß lassen den Motor laut werden. Bei manchen Exemplaren lassen sich die Lagerbuchsen tauschen und der Läufer ist durch Justierung zur Ruhe zu bewegen (auf Resonanzkörper legen und mit leichtem Klopfen auf die Lagerbrücken das Vibrationsminimum ausloten). Diese Motoren sind eben als preisgünstigere Variante eingebaut worden. Bei Uher genauso: Das Variocord brummt und vibriert vor sich hin und das RdL mit dem besseren Motor nicht.

Einen anderen Motor baue ich aber in diese Kiste nicht ein. Wenn es Grundig sein soll, TK 46 mit Papst-Außenläufer nehmen, dann hat man ein ruhiges Laufwerk.

Gruß
Peter S.
Hallo Peter,

Papst-Außenläufer gab es sogar in den kleinen Grundig "Stenorette" Diktiergeräten bereits in den Fünfziger Jahren. Big Grin Die laufen wirklich nahezu geräuschlos. Das von dir angesprochene Beispiel TK 46 gilt auch für TK 40, TK 41, TK 42 usw., je nachdem, welche Version (erkennbar am kleinen Buchstaben auf dem Typenschild, Außenläufer Papst-Motor wäre "b").
Beispiele von gleich drei Grundig TK 41 Version b mit Papst-Außenläufer schon auf meiner Homepage:
http://www.grundig-tonband.de/grundig-tk-41/
Rest später irgendwann mal. Wink

Bei mir lief heute knapp 2 Stunden ein Grundig TK 121 mit einem fast baugleichen Motor, wie Du ihn in deinem TK 845 hast, ein Papst-Motor ist in diesem Modell verbaut. Bilder und ausführliche Gerätevorstellung in den nächsten Tagen auf meiner Homepage. Das Gerät wurde ein paar Stunden im Jahr 1976 benutzt und danach noch für eine Viertelstunde an Weihnachten 1986, also so gut wie neu und entsprechend unbenutzt. Völlig ruhig läuft der Motor, natürlich bis auf das unvermeidbare, gleichmäßige Brummen.

Weil wir gerade beim Motor sind: Kannst Du bitte noch ein Foto von der Beschriftung auf deinem Motor machen oder einfach nur ins Forum schreiben, von welchem Hersteller er ist und das Baudatum? Seriennummer wissen wir schon von deinem TK 845, nämlich N° 13349 - schöne Nummer, haarscharf an der runden 13350 vorbei. Big Grin

Schon mal danke im Voraus und Gruß,
Manuel
Der geliebte Motor, hier von Fa. Bühler:

[Bild: tk845Motor1.jpg]

[Bild: tk845Motor2.jpg]

[Bild: tk845Motor3.jpg]

Die Lagergummis sind, wie ich schon oft beobachten konnte, geschrumpft. Mit kleinen Streifen Blisterfolie lassen sich die Spalte gut auffüttern, sodass der Motor wieder stramm, aber dennoch gummigefedert in der Halterung sitzt.

Ich hatte mich ja schon vor einiger Zeit mit dem TK 845 beschäftigt, (inclusive der TK 545 Geschichte). Aus den beiden Geräten lassen sich ein vom Zustand her schönes und ein weniger schönes Exemplar zaubern:

http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic...adid=10639

Zum Vergleich TK 745 und 845 nebeneinander. Die Eckdaten sind gleich, nur die Ausstattung variiert:

[Bild: TK7und845.jpg]

Gruß
Peter S.

> Fa. Bühler möchte ich übrigens nicht schlechtmachen, nur finde ich diese Motoren in Tonbandgeräten schlecht, wenn sie störende Geräusche von sich geben. Zum Antrieb einer Waschmaschinenlaugenpumpe oder eines Klosettventilators hingegen sind sie bestens geeignet.
Hallo Peter,

vielen herzlichen Dank für die Bilder! Sind auch schön gestochen scharf, fantastisch. Eine wahre Freude, so etwas zu sehen.

Du hast schon Recht mit Bühler, ich will die Firma auch nicht schlecht machen, aber meine Erfahrungen sind: Die Motoren der Firma Papst erzeugen fast nie Geräusche, außer dem unvermeidlichen Brummen. Bei AEG und Bühler kommen gerne zusätzliches Knattern, Schnarren oder auch Sirren hinzu. Eigentlich ist AEG sogar noch etwas lauter, als Bühler. Allerdings habe ich bislang noch keinen AEG-Motor in der 700er-/800er-Baureihe vorgefunden, sondern nur Bühler oder Papst.

Der Tipp mit den kleinen Blisterfolienstreifen klingt interessant. Das werde ich mal bei Gelegenheit ausprobieren. Nochmals danke! Smile

Gruß,
Manuel
Nach fast zwei Jahren schon wieder in die Grundigtonband-Falle geraten.
Und ich wollte doch keins mehr!

Für einen geradezu lächerlichen Betrag gab es:

http://youtu.be/93ZGjIIr_2o

Den Hammer braucht man hier nicht, nur ein Läppchen mit milder Seifenlauge und Glyzerin
für die Gummirollen.
Guck, auch alte Grundigs dieser Modellreihe können nach Jahrzehnten aus dem Stegreif funktionieren.

Gruß
Peter S.

P.S. Jetzt sehe ich, dass das Band ruhig noch mehr ausgesteuert hätte sein können. Spaßes- und testhalber hatte ich es die Tage mit dem Opa vom TK 847 aufgenommen.
Da geht also noch mehr.

Wen es interessiert:
http://youtu.be/A7RwPegYqRc
Hallo Peter,

bei dem TK 847 im ersten Video fehlt am rechten Spulenteller die kleine Kappe. Geht leider oft verloren, weil sie nur geklebt ist und beim Abnehmen der Spule geht sie mit runter. Du hast hier die Geräteversion mit den weißen Zeigerinstrumenten. Es gäbe auch noch die Variante in schwarz. Für Sammler bestimmt gut zu wissen.

Die Laufflächen der Zwischenräder und der Rolle, die vom Motor mittels Riemen angetrieben wird, mit Spiritus reinigen. Der schnelle Vorlauf ist leider deutlich kraftloser, als der Rücklauf. Wie Du schon gemerkt hast, bräuchte man bei dem Zwischenrad für den schnellen Vorlauf eine höhere Anpresskraft. Ob sich dies einstellen läßt, bin ich überfragt. Im Reparaturhelfer steht darüber nichts. Irgendwann muß ich mal bei meinen Geräten der TK-700er- und 800er-Baureihe mich der Problematik widmen um zu sehen, ob es dafür eine praktikable Lösung gibt. Oder vielleicht fällt Dir etwas ein, Du hast ja öfter tolle Ideen. Wenn alles nichts hilft, müssen eben neuen Zwischenräder eingebaut werden. Nach ca. 40 Jahren wäre es nicht überraschend, wenn der Gummi langsam hart wird.

Zum TK 60 muß man nicht mehr viel sagen. Ein über 50 Jahre altes Gerät und es läuft supergut. Da muß man lange suchen, um etwas Vergleichbares zu finden. Kauf im Jahr 2013 im Geschäft etwas aus der Gegenwart, sei es ein Handy oder ein MP3-Player. Glaube kaum, dass davon irgendetwas im Jahr 2063 noch funktioniert. Der TK 60 könnte selbst wenn er 100 Jahre alt ist immer noch funktionstüchtig sein. Zumindest würde ich es ihm zutrauen. Die Hälfte hat er schon geschafft.

Vielen Dank für die Videos. Da juckt's mich jedes Mal, selber auch mal welche online zu stellen.

Gruß,
Manuel
Also, ich finde Aufnahmeautomatik dann gut, wenn man Mikroaufnahmen macht, da diese ja die Dynamik komprimiert.
Hinterbandkontrolle ist auch recht gut, wenn man das Band möglichst hoch aussteuern will und dieses nach Gehör justieren möchte. Klang ist Geschmackssache und Bandsättigung muss nicht unbedingt schlecht klingen.
RF-Musiker,'index.php?page=Thread&postID=159905#post159905 schrieb:Also, ich finde Aufnahmeautomatik dann gut, wenn man Mikroaufnahmen macht, da diese ja die Dynamik komprimiert.
Die Grundig Automatik komprimiert nicht die Dynamik.
Die Grundig Automatik bewirkt lediglich, dass die Aufnahme-Lautstärke eben wie der Name schon verrät "automatisch" eingestellt wird und Du nicht mehr per Hand "manuell" die optimale Einstellung per Versuch und Irrtum finden mußt. Das ist alles.
Aber sie regelt doch nach, ist doch ein Leveller.
So, jetzt ist die Kiste fertig. Erstaunlich wenig Macken, obwohl sie auf dem Flohmarkt im Dreck stand und buchstäblich mit Füßen getreten wurde.
Mein Lieblings-Grundig ist das Modell ja nicht unbedingt, aber das konnte ich nun doch nicht haben und musste das Ding "retten".

Manche mögen diese Geräte ja als "Gurken" oder so schmähen, aber Grundig hatte sie im Prospekt damals als Hobbygeräte für Normalverdiener beworben.
Genau das sind sie auch. Und wenn sie nach Jahrzehnten ohne großartige Mucken auch noch funktionieren, können sie sooo sch.... nun doch nicht sein.

Und: Beim Kauf standen hinter mir zwei ca. 70-jährige Damen. Sagte eine: "Ach, guck, hatten wir auch mal, da kamen so Filme rein, haben wir immer mit gehört". Ich: "Das ist aber kein Projektor"
Sie: "Ja, ich weiß, Tonband. Und Grundig, das war eigentlich immer gut". Schau mal einer an...

Gruß
Peter S.
RF-Musiker,'index.php?page=Thread&postID=159927#post159927 schrieb:Aber sie regelt doch nach, ist doch ein Leveller.
Du hast von "Dynamik-Kompression" gesprochen und darunter verstehe ich einen Audio-Kompressor. Also das, was z.B. im Hörfunk stattfindet, damit alles gleich laut ist. So funktioniert die Automatik bei den Grundig-Tonbandgeräten ja nicht.

Ich gebe Dir ein Beispiel:
Du machst eine Aufnahme mit einem Mikrofon und stellst die Automatik ein. Sobald die Aufnahme-Taste niedergedrückt ist, befindet sich logischerweise die Elektronik im Aufnahmemodus und die Aufnahmelautstärke auf Maximum 100%, wie wenn Du bei einer manuellen Aussteuerung den Regler bis zum Anschlag hochdrehen würdest. Sobald jemand ins Mikrofon spricht, regelt die Elektronik die Aufnahmelautstärke sofort zurück und sie ändert sich erst, sobald ein noch lauteres Schallereignis auf das Mikrofon treffen sollte.

Machen wir es extrem: Wenn Du mit der Hand auf das Mikrofon klopfst, in die Hände klatschst oder ins Mikrofon hineinbläst oder pfeifst, wird die Aufnahmelautstärke natürlich noch weiter zurückgedreht. Würdest Du danach "normal" hineinsprechen, wäre es jetzt zu leise und die Aufnahme stark untersteuert. Es dauert mehrere Minuten (!), bis sich die Aufnahmelautstärke ganz ganz ganz langsam wieder erhöht. Das kann bei so einem extrem lauten Schallereignis durchaus 10 Minuten dauern.

Um sofort wieder eine vernünftige Aussteuerung zu erreichen, wäre es in diesem Beispiel ratsam, auf STOP zu drücken und die Aufnahmetaste erneut niederzudrücken, damit die Automatik wieder von der maximalen Aufnahmelautstärke ausgehend die optimale Einstellung finden kann.

So funktioniert die Grundig Automatik. Als Dynamikkompressor kann man dies nicht bezeichnen.

Hallo Peter,

die TK-700er- und TK-800er-Baureihe zählt zu meinen Lieblingsgeräten. Die perfekte Kombination aus zukunftsweisender Technik und zeitlos schönem Design. Für mich ist die Aufnahme-Automatik ein absolutes Muß. Auf anderen Firlefanz wie z.B. Hinterbandkontrolle kann ich verzichten, verwende ich nie. Die Laufwerksmechanik extrem bandschonend mit weniger Reibfläche, als bei den viel zu dicken Bandzugsfühlhebeln an einer Uher Royal de Luxe, wo leicht klebrige Scotch-Tonbänder kaum verwendbar sind, bei Grundig jedoch einwandfrei ohne zu quietschen durchlaufen. Auch stark verwellte Tonbänder werden dank Andruckbändchen noch mit ausreichendem Band-Kopf-Kontakt abgespielt. Bei neuen Tonbändern kann man das Andruckbändchen sogar ausbauen, weil der Bandzug perfekt geregelt wird und man dafür keinen aufwändigen Bandzugskomparator benötigt. Zeigerinstrumente, die beleuchtet sind und sowohl bei Wiedergabe, als auch bei Aufnahme aktiv sind. Große Schieberegler mit deutlich lesbarer Skalierung. Große Tipptasten, die elektronisch auslösen. Zahlreiche Anschlußmöglichkeiten, ein unfassbar prächtiger Klang der eingebauten Lautsprecher, wunderschönes Gehäuse... ach so, hab ich ja schon erwähnt. Also ich komme jedes Mal ins Schwärmen! Wer diese Geräte nicht mag, also... da weiß ich auch nicht. Big Grin Allein wenn ich nur solche Videos wie von Dir sehe, erhöhen sich Puls und Herzschlag bei mir.

Gruß,
Manuel
Letztlich reduziert auch ein Leveller die Dynamik, aber eben langsamer und behutsamer.
Ansonsten musst Du mir nix erzählen, ich hatte auch Geräte mit Leveller und weiß, wie das ist.
Geht das schon wieder los? Ich fasse es nicht!
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